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Predigten

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Lesejahr A 2013/14 bis 2014/11

Predigt - Homilie

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Das Kreuz Jesu - Zeichen der Erlösung

1 Jesus nimmt das Kreuz auf sich, weil es Gott so will.
Aber warum will Gott, dass Jesus - sein menschgewordener Sohn, der Gott und Mensch ist - diese schrecklichste Todesart auf sich nimmt? Nach der Auffassung Israels "ist ein Gehenkter ein von Gott Verfluchter."[1]
Im Brief an die Galater zeigt Paulus wie das verfluchte Kreuz durch Christus zum Zeichen des Segens zum gesegneten Kreuz wird. "Christus hat uns vom Fluch des Gesetzes freigekauft, indem er für uns zum Fluch geworden ist.." [2]
So wird das Kreuz zum Zeichen der Erlösung - zum Baum des Lebens. Der Hymnus der Laudes besingt es heute als "Heilig Kreuz, du Baum der Treue, edler Baum, dem keiner gleich, keiner so an Laub und Blüte, keiner so an Früchten reich."
In der 3. Antiphon der Lesehore des Festes Kreuzerhöhung ruft die Kirche heute im Brevier aus "Gesegnetes Kreuz! Du allein warst würdig den Herrn zu tragen, den König des Himmels. Halleluja".
2 Mit Christus gekreuzigt, um mit ewig zu leben
2.1 Das Kreuz Jesu suchen und finden
Im Jahre 311 endete eine lange Zeit der Christenverfolgung im Ostteil und 313 im Westteil des Römischen  Reiches. Die Mutter des Kaisers Konstantin Helena ließ in Jerusalem, dort wo die Römer über Golgatha und dem Grab Jesu einen heidnischen Tempel errichtet hatten, nach dem Kreuz Christi graben.
Man fand dabei mehrere Hinrichtungskreuze, auf einem - so der heilige Ambrosius von Mailand wenige Jahre nach der Auffindung des Kreuzes geboren – befand sich die Aufschrift Jesus von Nazareth.
Über dem Ort der Auffindung des Kreuzes Jesu ließ Kaiser Konstantin die Anastasis - die Auferstehungs- oder Grabeskirche bauen. Nicht das Kreuz an sich, sondern nur das Kreuz Jesu ist Zeichen des Heils.
Daher werden Kreuze in der Katholischen Kirche gesegnet und geweiht, bevor sie als Zeichen der Erlösung aufgestellt, auf gehängt oder getragen werden. Denn nur "im Kreuz Jesu Christi finden wir Heil." [3]
An ihm hat sich Gott in seinem Sohn Jesus Christus für uns hingegeben, um den Fluch der Sünde durch sein Blut auszulöschen und in seiner Auferstehung den Tod zu überwinden und uns den Zugang zu Gott und zur Fülle des Lebens bei Gott zu eröffnen.
Darum kann die Kirche heute in der 3.Antiphon der Laudes singen: "In herrlichem Glanz erstrahlt das Kreuz. Siegreich herrscht es, tilgt alle Schuld und schenkt der Welt das Heil. Halleluja."
2.2 Edith Stein - die vom Kreuz Gesegnete
Edith Stein, Jüdin und Philosophin, konvertierte 1. Januar 1922 zur katholischen Kirche. Am 14. Okt 1933 trat sie mit 42 Jahren in den Kölner Karmel » Maria vom Frieden« ein.
Sie wählte für sich als Karmelitin den Namen Teresa Benedicta a cruce - Teresa, die vom Kreuz Gesegnete.
Sie wurde 1942 zusammen mit ihrer Schwester Rosa im Karmel von Echt von der Gestapo verhaftet und am 9. August im Konzentrationslager Ausschwitz vergast und verbrannt. Als sie in Echt abgeholt wurde sagte sie noch zu ihrer Schwester "Wir gehen für unser Volk." Ihr Volk war nicht nur das jüdische, sondern auch das durch den Nationalsozialismus verführte Deutsche Volk.
Beim Deutschlandbesuch von Papst Johannes Paul II. am 1. Mai 1987 wurde Edith Stein seliggesprochen, am 11. Oktober 1998 erfolgte durch ihn die Heiligsprechung.
Sie ist die erste geborene Jüdin in der Kirchengeschichte, die offiziell heilig gesprochen wurde. Durch das Ja zum Kreuz wurde die schändliche Tat der Nazis zum Segen für Deutschland und Europa. 1999 erklärte sie Johannes Paul II zusammen mit Birgitta von Schweden und Katharina von Siena zur Schutzheiligen Europas.
Eine geborene Jüdin hat uns im vergangenen Jahrhundert gezeigt, nicht die Kreuzeshasser, nicht die Rassisten und Nationalisten, nicht die Zerstörer der Erde geben uns Zukunft, sondern allein Jesus Christus, der Gekreuzigte, der bis zum letzten Atemzug Liebende und seine Jünger und Jüngerinnen, die ihm auf seinem Kreuzweg folgen und ihr Leben an Gott hingeben für ihr Brüder und Schwestern.
2.3 Kreuzesnachfolge im Alltag - Unsere Kapelle Heilig Kreuz
An herausragende Stelle steht hier inmitten Schellenberg unsere Kapelle zum Heiligen Kreuz. Vor 19 Jahren habt ihr sie gebaut und ich durfte sie im Auftragt des Erzbischofs weihen.
Sie sagt uns: Christus hat für uns die Schande des Kreuzes auf sich genommen, um auch in der äußersten Not und Erniedrigung zu wissen: Gott ist durch Jesu bei uns.
Durch seine Wunden werden unsere Wunden geheilt, die uns das Leben, die Ungerechtigkeiten dieser Welt schlagen, die uns Mitmenschen und die wir anderen zufügen.
Die Kapelle zum Heiligen Kreuz will uns ermutigen, unser Kreuz mit Jesus zu tragen, es mit ihm Gott darzubringen für das Heil und die Erlösung der Welt.
"Mit Christus bin ich gekreuzigt", schreibt Paulus an die Galater. Mit Christus gekreuzigt sein heißt mit ihm auferstehen zur Fülle des Lebens bei Gott. "Wenn wir nämlich ihm gleich geworden sind in seinem Tod, dann werden wir mit ihm auch in seiner Auferstehung vereinigt sein."[4] Röm 6,5
3 Damit wir dieses Ziel erreichen,
Reinigt Gott uns im Zeichen des Kreuzes im österlichen Sakrament der Sündenvergebung von unseren Sünden und von allem was von Gott trennt oder fern hält;
Spricht er in jeder Messfeier sein befreiendes und ermutigendes Wort zu uns;
Bringt er sich für uns im Heiligen Opfer mit unendlicher Liebe dem Vater dar;
Speist er uns mit seinem Fleisch und Blut, gibt er sich als Gott und Mensch, als Person, damit wir durch ihn leben.
Dann erst können wir als Todgeweihte sinnvoll leben, als Pilger unterwegs sein und bleiben – mutig auf die ewige Zukunft zugehen, die allein Gott ist.
Dann dürfen wir mit Paulus im Galaterbrief sagen „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes - der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat."[5]


[1] Dtn 21,23
[2] Gal 3,13
[3] Gl alt 176/1
[4] Röm 6,5
[5] Gal 2,20

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