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2009 (B) Hochfest Dreifaltigkeit

Am Dreifaltigkeitssonntag in Rödlas »Maria - Königin des Friedens« Pfarrei St. Michael / St. Augustinus Neunkirchen am Brand gahlten

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Das Geheimnis Gottes in drei Personen[1]
Göttliche Personen?

  • Das Evangelium am Dreifaltigkeitssonntag führt uns an den Schluss des Matthäusevangeliums. Zum ersten Mal im gesamten Neuen Testament wird Gott als Vater, Sohn und Heiliger Geist verkündet. Jesus selbst sagt seinen Jüngern zu: In dieser Fülle der göttlichen Wirklichkeit wird Gott den Weg seiner Getauften begleiten. In seinem auferstandenen Sohn und in seinem Geist der Tröstung ist es stets er selbst, der nahe ist.
  • Deshalb spricht die Theologie von dem einen Gott in drei Personen. Persona ist im Lateinischen die das Gesicht verhüllende Maske durch die hindurch die verborgene Gottheit spricht. Vater, Sohn und Heiliger Geist wären also gleichsam die menschliche Form, durch die das Geheimnis des einen Gottes auf eine dreifache Weise zu uns spricht, uns nahe kommt und an uns handelt.

1. Gott offenbart sich durch die Person(a) des Vaters.

  • Die jüdisch-christliche Offenbarung, die Gott den Ich-Bin-Da und den ewigen Vater nennt, der uns wie eine Mutter liebt, spricht  das Urbedürfnis eines jeden Menschen an: Er möchte wissen, woher er letztlich kommt und wohin er endgültig geht. Wir möchten den Ursprung und das Ziel unserer Existenz kennen. Darauf will der Glaube an den dreieinen und dreifaltigen Gott eine Antwort geben. Gott ist unser Vater: d.h. zeugender Ursprung. Er ist auch unsere Mutter: d.h. Er hat uns die Tür zum Leben aufgetan.
  • Jeder von uns hat einen Vater und eine Mutter. Ohne sie gäbe es uns nicht. Wenn ich sage »ich glaube an Gott, den Vater« dann erfahre ich: Meine Existenz erschöpft sich nicht in einem vergänglichen, endlichen Sein, sondern ich habe meinen Grund und mein Ziel in dem ewigen Gott, der mich wie ein Vater, wie eine Mutter liebt.
  • Die Heilige Schrift gibt uns Aufschluss über den Schöpferwillen Gottes: "Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich"[2] „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie."[3] Mann und Frau, Vater und Mutter sind also Bild für Gott. So sind sie im positiven wie im negativen Sinn prägend für das Gottesbild ihrer Kinder.
  • Eltern verhelfen ihren Kindern zum Mensch- und Christsein, indem sie sich ihnen liebend und sorgend zuwenden und für sie da sind. Durch diese Zuwendung der Eltern entfaltet sich ihr Fühlen und Denken, bis sie eines Tages selber nach Gott fragen und ihm anhangen können. Jeder von uns braucht zu seiner Menschwerdung und Reifung ein Du, das in ihn liebend anspricht und dem er antworten darf. Gott will unser ewiges Du sein. Und Jesus hat uns im »Vater unser« gelehrt, Gott mit »Abba – du unser guter Vater« anzusprechen.
  • Was bei der Anrede »Unser Vater« oder »Gott liebt dich« in einem Menschen schwingt, hängt wesentlich von dieser frühen Erfahrung eines jeden Menschenkindes ab. Eine gute Mann-Frau- sowie Eltern-Kindbeziehung ist eine Mitgift, die durch unser ganzes Leben Kraft und Halt gibt, und uns Gott nahe bringt. Da aber jeder Mensch und alle Eltern unvollkommene Menschen sind, wird auch das durch sie dargestellte Gottesbild unvollkommen sein. Aber selbst bei einem durch die Eltern verdunkelten Gottesbild ist nicht alles verloren.
Darum schenkt sich uns das göttliche Geheimnis noch auf eine Zweite Weise.

2. Gott offenbart sich in Jesus Christus, seinem geliebten Sohn.

  • Er ist das »wahre Abbild Gottes des Unsichtbaren« bekennt der Kolosserbrief. Gott zeigt sich uns also in einem, der Mensch ist wie wir. Oder wie unser Papst Johannes Paul II es anlässlich der Heiligen Jahres 2000 verkündete: Jesus Christus ist das menschliche Antlitz Gottes.
  • Gott setzt bei unseren ursprünglichen menschlichen Erfahrungen an. Das liebevoll zugewendete Antlitz der Mutter, des Vaters erzeugt auf dem Gesicht des Säuglings ein erstes Lächeln. Ein Lächeln aber »ist der kürzeste Weg zwischen zwei Menschen«. Es spricht von durch Begegnung und Angenommensein erzeugtem Glück. Ist nicht »Liebe auf den ersten Blick« eine ähnliche Erfahrung. Es ist höchstes Glück, wenn Liebende das Glück auf dem Gesicht des geliebten Menschen wahrnehmen. Ist nicht das Lächeln eines schwerkranken Menschen, den wir mit unserer Liebe und Sorge umgeben nicht der schönste Dank?
  • Im Psalm 27 zieht der Beter folgende Konsequenz: "Mein Herz denkt an dein Wort «Sucht mein Angesicht!» Dein Angesicht, Herr, will ich suchen."
  • In Jesus Christus stellt sich Gott als Freund und Bruder, als Weggefährte und Hirte an unsere Seite. In ihm geht er den ganzen Weg mit uns mit, auch den Weg des Leidens, der Verkennung und Verspottung, des ungerechten Urteils und des bitteren Todes. Er geht mit uns sogar ins Grab. Aber er nimmt uns auch in der Auferstehung von den Toten mit hinein in das Reich Gottes, wo kein Tod und keine todbringenden Mächte mehr herrschen, sondern allein die unerschöpfliche Liebe Gottes.
  • So zeigt er uns durch den Menschen Jesus Christus, dass er als der Ich-Bin-Da in seinem göttlichen Wesen, das Liebe ist, bis in das Dunkel des Todes hinein für uns da, bei uns ist. Die Freundschaft mit Jesus zu pflegen, heißt in der Freundschaft Gottes bleiben.
  • Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist also die zweite Person(a) durch welche das Mysterium Gottes sich uns schenkt. Diese Menschwerdung aber geschah zu einer bestimmten geschichtlichen Stunde, als die Fülle der Zeit anbrach, wie das NT sagt. Aber dieser geschichtliche Jesus ist für uns nicht mehr so unmittelbar erleb- und erfahrbar, wie damals den Jüngern und Jüngerinnen.
Darum hat Jesus vor seinem Heimgehen zum Vater seinen Jüngerinnen und Jüngern den »anderen Beistand den Tröster den Geist der Wahrheit« verheißen.

3. Das Geheimnis Gottes offenbart sich in der 3. Person(a) -   im Heiligen Geist.

Dieser vom auferstandenen Christus geschenkte Heilige Geist des Vaters wird die Jünger/innen »an alles erinnern was er ihnen gesagt hat«.
  • Diese in uns ausgegossene Liebe Gottes, bezeugt unserem Geist, dass wir Kinder Gottes, nicht mehr Sklaven, sondern Freie sind. Weil Gottes Geist in uns ist, kann uns keine Macht der Welt und kein böser Geist mehr in Fesseln schlagen. Daran haben die Märtyrer aller Jahrhunderte geglaubt: Man mag uns die Ehre oder das Leben nehmen, Gottes Geist ins uns. Er ist die Garantie, dass wir allein dem Herrn gehören, ob wir leben oder sterben.[4]
  • Wie eine Siegesfanfare schallt uns der aus der Kraft des Heiligen Geistes kommende letzte Satz der Lesung aus dem Römerbrief entgegen: „Sind wir aber Kinder, dann auch Erben; wir sind Erben Gottes und sind Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden.“[5]
  • Auch diese Weise des sich dreifach schenkenden einen Gottes entspricht einem urmenschlichen Bedürfnis. Wir vom Lärm umtosten und von Informationen zugedeckten Menschen des 21. Jahrhunderts sehnen uns nach innerer Ruhe und Frieden. Viele suchen daher durch alle möglichen Arten von Meditation oder auch im Buddhismus dies zu finden.
  • Sie können und wollen oft nicht sehen, dass das Gute und die Heilung ganz nahe ist, nämlich in der christlichen Offenbarung. Sicher können Techniken des inneren Freiwerdens und zu sich selber Kommens hilfreich sein. Aber entscheidend ist das Geschenk, das von Gott kommt, der heilige Geist. Der wird dort geschenkt, wo jemand sich Gott öffnet und die Freundschaft mit Jesus Christus pflegt, d.h. ihm nachfolgt auf seinem Weg des Vertrauens und der Liebe zu Gott, zu den Menschen, ja zur ganzen Schöpfung.
  • Im Johannesevangelium spricht Jesus: "Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind Geist und sind Leben."[6] Und Paulus mahnt die Christen in Thessalonich: "Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetisches Reden nicht! Prüft alles, und behaltet das Gute!"[7] Auf einem Jahrmarkt der Sinn- und Lebensangebote lebend müssen wir kritisch prüfen, was wirklich gut ist. Noch nie war es so wichtig wie heute mit den Medien, mit Fernsehen, Video und Internet verantwortlich und kritisch umzugehen.
  • Der Geist wird durch die Werke des Fleisches ausgelöscht,[8] sagt Paulus. Und er nennt im Galaterbrief einen ganzen Katalog von Lastern: "Die Werke des Fleisches sind deutlich erkennbar: Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Missgunst, Trink- und Essgelage und ähnliches mehr." [9] Ich denke an die Flut von Pornographie die über das Internet heute in jedes Zimmer von Kindern und Jugendlichen drängt, in dem ein Computer steht.

Das Geheimnis Gottes in drei Personen, als Vater, Sohn und Geist.

  • Gottes Geheimnis leuchtet zu uns hindurch durch die Person des Vaters, der uns wie eine Mutter liebt; Gottes Geheimnis wird Mensch in Jesus Christus, unserem Bruder, Freund und Herrn, der mit uns den Weg des Lebens und Sterbens geht und mit in seine Auferstehung hinein nimmt; Gottes Geheimnis leuchtet uns auf im Heiligen Geist, dem Geschenk des auferstandenen und beim Vater erhöhten Christus, als in unsere Herzen ausgegossene Liebe Gottes.
  • Seine Gegenwart bis ans Ende der Welt versichert Jesus den verunsicherten Jüngern im Evangelium. Seine Macht der Liebe und des Dienens wird letztlich Himmel und Erde beherrschen. Wer an den Sieg der Liebe glaubt, erhält damit aber auch einen Auftrag: Alle Menschen zu Jüngern Jesu zu machen.
  • Bemerkenswerterweise steht an erster Stelle des sogenannten Missionsbefehls – „macht alle Menschen zu meinen Jüngern"[10] die Einladung zur Lebensgemeinschaft mit den Jüngern Jesu mit der Kirche. Sie spendet die Taufe als Zeichen der Zugehörigkeit zum dreieinigen und dreifaltigen Gott. Die Kirche lehrt die Getauften lebenslang in die Lebensschule Jesu zu gehen, alles zu halten, was er zu Lebzeiten den Jüngern und Jüngerinnen geboten hat.[11] Die Kirche tut das seit 2000 Jahren im Namen und Auftrag des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes im Namen des dreifaltigen und dreieinen Gottes.


[1] Schriftlesungen: L 2Tim 1,1–3.6–12; Röm 8,14-17; Ev Mk 12,18–27
[2] Gen 1,26
[3] Gen 1,27
[4] Röm 14,8
[5] Röm 8,17
[6] Joh 6,63
[7] 1 Thess 5,19-21
[8] Gal 5,17
[9] Gal 5,19-21
[10] Mt 20,19
[11] Mt 28,20

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