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Lesejahr A 2013/14 bis 2014/11

Predigt - Homilie am Fest der Darstellung des Herrn in St. Johannes Großenbuch

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Die Weisheit des Alters schätzen und weitergeben
Retabel des gotischen Marienaltars von 1480 in St. Michael Neunkirchen aufbewahrt in der Schatzkammer
Retabel des gotischen Marienaltars von 1480 in St. Michael Neunkirchen aufbewahrt in der Schatzkammer
1. Maria und Josef gehen in den Tempel um Gott zu ehren

Wenn ich heute einen 30 jährigen oder eine dreißigjährige zum Gottesdienst einlade kann ich die Antwort bekommen, es sind ja nur alte Leute dort. Da fühle ich mich nicht gut.
Es geht nicht darum, dass ich mich gute fühle, sondern Gott die Ehre gebe an dem Ort, den er sich zu eigen genommen und an dem er uns seine Herrlichkeit offenbaren will.
 Maria und Josef bringen – wie alle gläubigen Juden – Jesus als den Erstgeborenen in den Tempel von Jerusalem, um ihn dem Herrn, dem Gott Israels, zu weihen. sie gehen also nicht hin, um dort bestimmte Menschen zu treffen.
Sie kommen, weil sie Gott die Ehre geben  und ihm für die glückliche Geburt danken wollen. Zugleich zeigen sie, dass dieses Kind nicht ihnen gehört, sondern Gott. Sie treffen dort einen alten Mann namens Simeon, von dem das Evangelium sagt: „Er war gerecht und fromm und wartete auf die Errettung Israels, und der Heilige Geist ruhte auf ihm.“
 2. Die alten Menschen in der Heiligen Schrift und in der Kirche
Die Heilige Schrift redet nie abfällig von alten Menschen, sondern immer mit großer Wertschätzung.  Ganz anders bei uns heute.  Man ist nicht alt, man wird höchstens älter. Eine 93 -jährige sagte angesichts ihrer eingeschränkten Bewegungsfreiheit: „man wird halt älter.“ „Die Alten“ – das ist fast schon ein Schimpfwort.
Angesichts der demographischen Entwicklung verursacht durch den fehlenden Nachwuchs werden die alten Menschen immer mehr zu einem lästigen Problem.
Papst Franziskus spricht von den verborgenen Exilanten, die es selbst in den Familien geben kann. „Die alten Menschen zum Beispiel, die manchmal wie störender Ballast behandelt werden. Oftmals denke ich: ein Zeichen um zu wissen, wie es einer Familie geht, besteht darin zu sehen, wie dort die Kinder und die alten Menschen behandelt werden.“
Die Kirche müsse daher vor der Gesellschaft ein Beispiel dafür geben, „dass alte Menschen trotz ernsthafter Gebrechlichkeit immer wichtig, ja unverzichtbar sind.“ Der Papst sagte daraufhin etwas sehr Schönes von den alten Menschen: „Sie tragen das Gedächtnis und die Weisheit des Lebens in sich, um sie anderen weiterzugeben. Und sie nehmen voll an der Mission der Kirche teil.“
3. Aus der Geschichte lernen
Nur wer das Gedächtnis und die Weisheit des Lebens der älteren und erfahrenen Menschen ernst nimmt, entgeht der Gefahr, den Irrtümern und Fehlern der Vergangenheit zu verfallen.
Die alten Menschen können uns auch sagen, was das Leben trägt und ihm bis ins hohe Alter Sinn verleiht. Darum mahnt das Buch Deuteronomium: "Denk an die Tage der Vergangenheit, lerne aus den Jahren der Geschichte! Frag deinen Vater, er wird es dir erzählen, frag die Alten, sie werden es dir sagen."[1]
Simeon war gerecht und fromm. Hanna hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht durch Fasten und Beten. Beider Lebensrichtung stimmte. Sie hatten Gott ständig vor Augen. Sie glaubten an Gott, der sich dem Abraham und Mose geoffenbart hatte und in der Geschichte Israels große Wunder der Rettung vollbracht hat.
Simeon hoffte auf die Rettung Israels durch Gott und seinen Gesalbten. Er war ganz offen für das Wirken des Geistes Gottes, so dass der Heilige Geist auf ihm ruhte. Durch den Heiligen Geist erkannte er in dem Kind Jesus den von den Propheten verheißenen Messias.
 4 Die Herrlichkeit Gottes wird uns durch Jesus zuteil
4.1 Simeon erkennt in Jesus das Heil, das Gott vor allen Völkern bereitet hat,
 „ein Licht das die Heiden erleuchtet und der Herrlichkeit für das Volk Gottes“. Hanna nennt das Evangelium eine Prophetin, die von dem was Gott ihr geoffenbart hat, zu allen Menschen spricht, die ihr begegnen.
So werden die beiden, Simeon und Hanna, Missionare des Messias Gottes. Es lohnt sich also, sich an diesen beiden zu orientieren und sie nachzuahmen. Sie zeigen uns, wie gerade alte Menschen am Missionsauftrag  der Kirche voll teilnehmen.
4.2 Was sagt uns die Botschaft von der Herrlichkeit Gottes?
Herrlichkeit - Kabod Jahwe - ist das Höchste, was wir von Gott sagen können. Sie ließ sich auf den Sinai herab.[2] Die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnstätte, das Offenbarungszelt.[3] Mose und Aaron kommen aus dem Offenbarungszelt und segnen das Volk. "Da erschien die Herrlichkeit des Herrn dem ganzen Volk." [4] Furchterregend ist seine Herrlichkeit für alle Völker und Könige.[5]
So groß ist Gottes Herrlichkeit, dass der Sänger sich nichts anderes wünscht, als dass sie ewig währt.[6] Von den Wegen Gottes singend preisen wir im Psalm die Größe seiner Herrlichkeit.[7]  Das Buch der Weisheit verkündet den Lohn, den Gott schenkt: "Die Gerechten aber leben in Ewigkeit, der Herr belohnt sie, der Höchste sorgt für sie. Darum werden sie aus der Hand des Herrn das Reich der Herrlichkeit empfangen und die Krone der Schönheit.“[8]
4.3 Segnen und  Spiegel der Herrlichkeit sein
Simeon segnet Eltern und Kind. Er erkennt in Maria die Schmerzensmutter. Er sagt ihr, dass Jesus die Menschen in die Entscheidung ruft. „Die einen kommen durch ihn zu Fall, die anderen werden aufgerichtet. Durch ihn werden die Gedanken vieler Menschen offenbar werden.“ Das gilt nicht nur für die Zeit seines Erdenlebens, sondern auch für die Zeit, da er vom Himmel her alle Tage bei seiner Kirche ist - bis zum Ende der Welt.
Es soll an uns seine Herrlichkeit wahr und sichtbar werden. Als ursprüngliche Heiden von seinem Licht erleuchtet - werden wir sein neues Volk, haben wir teil an seiner Herrlichkeit.
Jeder von uns wurde in der Taufe Gott geweiht. Es gibt Männer und Frauen, die sich und ihr ganzes Leben Gott weihen. Darum begehen wir heute den Tag des „Gott geweihten Lebens“. Unser Gott geweiht sein wollen wir heute als Getaufte in dieser Messfeier, da uns in Jesus die Herrlichkeit Gottes begegnet, erneuern.
Er hat seine Jünger und Jüngerinnen dazu erwählt, seine Herrlichkeit, die auch die Herrlichkeit des Auferstandenen ist, widerzuspiegeln. „So werden wir in sein eigenes Bild verwandelt, von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des Herrn.“[9]
Wenn also hauptsächlich ältere Menschen in der Kirche anzutreffen sind, ist das kein schlechtes Zeichen. Sie haben halt schon begriffen, was das Leben trägt und sinnvoll sein lässt, was wirklich Zukunft schenkt: Gottes und des Auferstandenen Herrlichkeit.


[1] Deut 32,7
[2] Ex 24,16
[3] Ex 40,34
[4] Lev 9,23
[5] Ps 102,16
[6] Ps 104,31
[7] Ps 138,5
[8] Weish 5,15f.
[9] 2 Kor 3,18

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