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Lesejahr 2012 (B)

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Gottes Königtum in Jesus Christus Mensch geworden und auferstanden
[1]
1 Das ewige Königtum Gottes
1.1 Das Königtum auf der Erde ist ein Königtum auf Zeit.
  • Könige wurden von Rivalen oder auch von ihren Feinden vom Thron gestürzt. Kein irdischer König hat je den Tod überlebt. Keiner der Gewaltherrscher, von Alexander dem Großen bis Hitler, Stalin und Mao ist ihm entronnen.
  • Darum mahnt Gott sein Volk: "Verlasst euch nicht auf Fürsten, auf Menschen, bei denen es doch keine Hilfe gibt."[2] Daraus wächst die Einsicht: "Besser, sich zu bergen beim Herrn als auf Fürsten zu bauen.[3]
  • Nur Könige und Herrscher, die ihre Macht als von Gott geliehenen anerkennen und vor ihm verantwortlich handeln, sind gesegnet: "Denn der König vertraut auf den Herrn, die Huld des Höchsten lässt ihn niemals wanken."[4]
1.2 Jahwe ist der einzige Gott, von dem allein Heil und Rettung kommt.
  • Er lädt durch den Propheten Jesaja alle Menschen ein: "Wendet euch mir zu und lasst euch erretten ihr Menschen aus den fernsten Ländern der Erde; denn ich bin Gott, und sonst niemand." [5]
  • Die Psalmen besingen Gott als den ewigen König seines Volkes. Tobit schreibt im babylonischen Exil ein Gebet zum Lobpreis Gottes nieder: "Gepriesen sei Gott der in Ewigkeit lebt. Sein Königtum sei gepriesen... Er ist unser Vater in alle Ewigkeit." [6]
1.3 Seine Herrschaft geht nicht. Sie ist immer im Kommen.
  • Darum singen die Wallfahrer Israels beim Betreten des Tempels "Ihr Tore, hebt euch nach oben, hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der König der Herrlichkeit." [7] Ihm gebührt unser Lobgesang "Denn Gott ist König der ganzen Erde."[8] Den Menschen, die ihn anbeten und lobpreisen, schenkt er seine heilbringende Gegenwart. Daher sagt Tobit den Israeliten im Exil "Wenn ihr zu ihm umkehrt von ganzem Herzen und aus ganzer Seele, und euch an seine Wahrheit haltet, dann kehrt er sich euch zu und verbirgt sein Angesicht nicht mehr vor euch." [9] 
1.4 Er thront über der ganzen Schöpfung
  • "Der Herr thront über der Flut, der Herr thront als König in Ewigkeit.“[10] "In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, sein sind die Gipfel der Berge." [11] Er ist der Gegenwärtige und Wirkende. "Taten des Heils vollbringt er auf Erden." [12]
  • Der Mensch darf sich vom ersten Augenblick seines Daseins an als Geschöpf Gottes begreifen. "Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter" bekennt der Psalm 139. Gott ist allgegenwärtig. Es gibt keinen Ort, wo er nicht bei uns ist. "Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen."[13]
  • Er allein ist der Gute. Seine Güte richtet den Menschen inmitten der Bösen auf und lässt ihn Gott preisen: "Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, deine Treue, so weit die Wolken ziehn."[14] Die an ihn Glaubenden stehen unter seinem besonderen Schutz und leben an der Quelle des Lebens: "Gott, wie köstlich ist deine Huld! Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel, sie laben sich am Reichtum deines Hauses; du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht."[15]
2 Das Königtum Gottes im Menschensohn Jesus Christus Mensch geworden und auferstanden

2.1 Prophetische Traumdeutung durch Daniel in der 1. Lesung
  • In seiner Endredaktion um 160 v. Chr. stellt das Buch Daniel der Erfahrung von Exil und der den Glauben an Jahwe zerstörenden Fremdherrschaft die Herrschaft Gottes gegenüber. Sie wird sich am Ende der Zeiten als die wahre und endgültige Herrschaft zeigen. Für diese Treue zu dem wahren, einzigen Herrn, und für diese Botschaft unerschütterlicher Hoffnung auf die Gerechtigkeit Gottes steht die Person Daniel.
  • Schon bei der Deutung des Traumes des babylonischen Königs Nebukadnezar über die künftigen Reiche heißt die Frohe Botschaft: "Zur Zeit jener Könige wird aber der Gott des Himmels ein Reich errichten, das in Ewigkeit nicht untergeht; dieses Reich wird er keinem anderen Volk überlassen. Es wird alle jene Reiche zermalmen und endgültig vernichten; es selbst aber wird in alle Ewigkeit bestehen." [16]
  • Den auf den Wolken des Himmels kommenden bis vor den Hochbetagten geführten Menschensohn deutet die junge Kirche auf Jesus Christus. Ihm gibt Gott "Herrschaft, Würde und Königtum". "Seine Herrschaft ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals unter."[17] Das Königtum Gottes im Menschensohn Jesus Christus wird offenbar durch
2.2  Die Ankündigung der Geburt Jesu an Maria
  • Sie knüpft an die Vision Daniels in der heutigen 1 Lesung an: "Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben."[18]
  • Das Kommen des Gottesreiches ist also nicht die Frucht eines Aufstandes, sondern eine gnädige Gabe Gottes. Durch die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, und durch dessen Wirken damals und heute durch seine Kirche nimmt Gott jede Zeit und alle Menschen guten Willens in das Werden seines Reiches mit hinein. Deshalb deutet Jesus sein Wirken so: "Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch gekommen."[19]
2.3 Das Reich des Menschensohnes ist nicht von dieser Welt
  • Jede Naherwartung der endgültigen Königsherrschaft wurde bisher, sowohl bei den Zeitgenossen des Danielbuches, aber auch bei der jungen Christengemeinde wie auch bei allen christlichen Naherwartungssekten im Lauf der 2000jährigen Kirchengeschichte enttäuscht.
  • Der Bibel will uns nicht ein Bild vom Ende der Geschichte zeichnen. Sie will uns anleiten, die Geschichte universal zu verstehen. Das heißt »von Gott herkommend und zu ihm führend«. So erst bekommt das Ganze unserer Zeit und ihrer Geschichte einen Sinn.
  • Das Reich Gottes realisiert sich zwar schon in dieser Zeit, ist aber kein innerweltliches Reich, sondern gleichsam der Aufbruch der ganzen Menschheit über sich hinaus in ihre ewige Zukunft hinein.[20]
  • In Jesus und Pilatus begegnen sich "die Welt", die sich hinter Pilatus verschanzt und dessen Macht für sich ausnützt, und Gott, der in Jesus die Welt rettet.
  • Jesus hat weder politische noch wirtschaftliche Ambitionen. Sein Königtum ist wie die Wahrheit "nicht von hier." [21]Seine Aufgabe ist einzig und allein "für die Wahrheit Zeugnis abzulegen." Das griechische Wort für Wahrheit steht für die Wirklichkeit Gottes.
  • Es geht Jesus nicht zuerst um Weltgestaltung. Es geht ihm vielmehr bei den von ihm angesprochenen Menschen um deren Gottesverhältnis. Es geht um die Wahrheit Gottes zum Heil der Menschen. "Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme." Wer ganz offen ist für die Wirklichkeit Gottes, hört auf seine Stimme, wie sie im Evangelium ertönt. Er erweist sich als einer von der Gotteswirklichkeit bestimmter Mensch.
  • Die Weltweisheit bringt Jesus ans Kreuz. Die Weisheit Gottes aber verwandelt das Kreuz zum Siegeszeichen. Jesus glaubt an diese gegenwärtige Herrschaft der Liebe Gottes. "Wenn ich erhöht bin von der Erde, werde ich alle zu mir ziehen".[22] Dieses Wort kommt nun zur Erfüllung durch die Auslieferung Jesu an die römische Staatsmacht. Das bedeutet: es lag im Ratschluss Gottes, daß aus dem Galgen das Heilszeichen des Kreuzes werde. [23]
3 Keine Angst vor der Zukunft!
  • Die Lesung aus der Offenbarung will den Gläubigen in Kleinasien die Furcht vor den gottfeindlichen Mächten und den sich selbst vergötzenden Machthabern der Welt nehmen. Jesus Christus ist der Herrscher der Könige der Erde. Er hat die feindlichen Mächte der Welt bezwungen, so dass diese die Christen an ihrem Heil - trotz der Verfolgungen - nicht mehr schaden können.
  • Wenn die Kirche in die Zukunft blickt, so blickt sie auf Jesus Christus, der zugleich an ihrem Ursprung steht, und dessen Liebe ihr gegenwärtig ist; weil sie auf Jesus Christus blickt, kann sie voller Hoffnung in die Zukunft gehen.
  • Der König Jesus Christus kennt den Tod, er ist selber durch den Tod gegangen: „Der Erstgeborene von den Toten.“ Seine Macht hört nicht da auf, wo der Tod kommt, weil er selber dem Tod nicht ausgewichen ist.
  • Er lehrt uns, den Tod in unser Leben hereinzunehmen und uns mit ihm auseinanderzusetzen; er führt uns damit bis an jene Grenze, wo alle Machthaber den Menschen im Stich lassen, weil er als Alternder und Sterbender für sie uninteressant wird: das ist seine Art, König zu sein.
  • Jesus wird »Anführer der Könige der Erde« genannt, nicht weil er sie alle an Macht, Reichtum oder Glück übertrumpft, - sondern weil seine Macht anders ist: nicht auf Gewalt und Reichtum gebaut, nicht auf Unterwerfung anderer Menschen gerichtet. Jesus baut seine Herrschaft auf Liebe, er will die Menschen größer und freier machen, nicht klein und abhängig. (L. Wachinger)
Darum ist er unser König, der König unseres Herzens. Denn in Jesus Christus ist Gottes Königtum Mensch geworden und auferstanden.

[1] 1. L Dan 7,2a.13b–14; 2. L Offb 1,5b–8; Ev Joh 18,33b–37
[2] Ps 146,3
[3] Ps 118,9
[4] Ps 21,8
[5] Jes 45,22
[6] Tob 13,2.4
[7] Ps 24,7
[8] Ps 47,8
[9] Tob 13,6
[10] Ps 29,10
[11] Ps 95,4
[12] Ps 74,12
[13] Ps 139,8
[14] Ps 36,6
[15] Ps 36,8-10
[16] Dan 2,44
[17] Dan 7,14
[18] Lk 1,32
[19] Lk 11,20
[20] vgl Joh 18,36
[21] Joh 18,36
[22] Joh 12.32
[23] vgl 3,14
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