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Predigten

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Lesejahr B 2014/12 bis 2015/11

Predigt - Homiliein der Vorabendmesse zu Fronleichnam im Altenheim St.Elisabeth

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Verwandlung [1]

• Schale mit Weizenkörnern zeigen
Eine Schale voller Leben habe ich in meiner Hand.
Aus einem einzigen solchen Korn ist eine große Pflanze gewachsen. Sie hat einen Halm und eine Ähre ausgebildet. Die Ähre wurde geerntet und gedroschen. Aus dieser einen Ähre sind viele Körner gefallen.
• Schale mit Mehl zeigen
Danach mahlt der Müller die Weizenkörner zu feinem Mehl. Viel Arbeit ist notwendig, um dieses Mehl herzustellen, es zu verpacken und in das Geschäft zu transportieren, wo wir dann eine Tüte Mehl kaufen können. Der Bäcker macht aus Mehl, Wasser und Salz einen Teig, formt einen Brotlaib und steckt ihn in den Ofen. Ein fertiges Brot ist entstanden.
• Brot zeigen
Wir essen es täglich, ein Grundnahrungsmittel, wir brauchen es zum Leben. - Wie das tägliche Brot brauchen wir zum Leben die Zuwendung und die Güte Gottes; und für den gläubigen Menschen ist der Leib Christi ein Grundnahrungsmittel für die Seele.
1 Die Monstranz zeigt uns das Geheimnis:
An vielen Orten (und auch bei uns) wird an Fronleichnam Christus in der Gestalt des Brotes in der Monstranz durch die Straßen getragen, und die Menschen folgen ihm nach. Das bedeutet: Wir gehen den Weg Jesu, den Weg, der manchmal mit Leid verbunden ist, der aber immer zum Leben führt.
Die Monstranz heißt auf Deutsch Gerät zum Zeigen. Sie kostbar gestaltet. Und das was sie zeigt ist überaus kostbar.
In der heiligen Wandlung wird im Auftrag Jesus und durch seinen Heiligen Geist das Brot und der Wein durch den Dienst des geweihten Priesters zur kostbaren Gestalt, in der Jesus als Person, mit Leib und Seele, als Gott und Mensch, als unser Heiland und Erlöser gegenwärtig ist.
Noch mehr unter der Gestalt des heiligen Brotes, das sein Leib, ER selber ist, können wir dieses Brot essend ganz eins mit ihm werden. Und wir dürfen ihn bitten: Jesus verwandle du mich in dich.
2 Eucharistie feiern – Wir denken an Jesus
Wir erinnern uns, was damals in Jerusalem beim letzten Abendmahl geschah. Unser Herr und Gott hat sich erniedrigt, er ist Fleisch geworden, er ist Brot geworden und schenkt sich uns immer wieder neu, so wie er sich am Kreuz für uns hingegeben hat.
Und dieses sein Opfer und Mahl ereignet sich bis heute in jeder Heiligen Messe.
Wie damals sitzt Jesus mit uns am Tisch. Wir sind Freunde, und mit Freunden ist man gerne zusammen. "So oft ihr das Brot miteinander teilt, denkt an mich!" - das hat er uns aufgetragen;
Und er sagt uns: "Denk daran, dass ich für euch, für Dich am Kreuz gestorben bin. Glaubt doch, dass ich am dritten Tage von den Toten auferstanden bin und euch das Tor zur Fülle des Lebens und der Beziehung bei Gott geöffnet habe!"
2.1 Wir lassen uns auf die Begegnung mit Jesus Christus ein
Dadurch wird sein Geist unter uns und in uns wirksam. So wie sich in der Wandlung Brot in den Leib Christi wandelt, so will uns durch sein Eins-werden mit uns in neue, heilige Menschen verwandeln.
 Diese unsere Verwandlung durch Jesus will uns befähigen, im Alltag gegen Unrecht Leid und jede menschliche Not anzugehen und uns einzusetzen für das Leben und die Gerechtigkeit, für den Frieden und die Bewahrung der Schöpfung.
Wenn wir den Leib Christi empfangen, soll seine Liebe durch uns unter uns spürbar werden. Wir sollen diese Liebe weitergeben und alles mit unseren Mitmenschen teilen, so wie wir Brot miteinander teilen. Denn Liebe wird spürbar, wo man teilt.
2.2 Das Beispiel des hl. Franz
Dazu passt gut eine Geschichte, die man sich vom Heiligen Franziskus erzählt:
2.2.1 Bei einem abgelegenen kleinen Kloster befand sich ein Wald, in dem Räuber hausten.
Die Räuber kamen öfter in die Einsiedelei und baten die Brüder des heiligen Franziskus um Brot. Diese waren sich unsicher, ob sie den Räubern helfen sollten und fragten Franziskus um Rat. Franziskus sagte: "Holt Brot, Wein und ein Tischtuch. Wir wollen in den Wald gehen, um den Räubern den Tisch zu decken. Wenn Gott uns immer wieder den Tisch deckt, dann müssen wir ihn auch für andere decken."
2.2.2 Die Räuber wunderten sich, aber sie setzten sich an den Tisch, der für sie auf der Erde gedeckt war.
Franziskus und seine Brüder bedienten die Räuber beim Essen und Trinken. Sie erzählten, lachten und scherzten mit ihnen. Nach dem Mahl sprachen die Brüder ein kurzes Dankgebet. Sie baten die Räuber, den Menschen kein Leid mehr zuzufügen. "Wir sind bereit, unser Essen mit euch zu teilen, wir kommen wieder und decken euch den Tisch", sagten sie. Am nächsten Tag brachten sie Brot, Wein und ein paar Fische in den Wald.
2.2.3 Die Räuber staunten, ließen sich aber gern von diesen frohen Brüdern bedienen.
"Wenn ihr arbeiten und anderen helfen würdet, dann wäre euer Leben schöner und sinnvoller", sagten die Brüder. Die Räuber sagten dazu nichts. Nach Tagen aber fingen sie an, den Brüdern in der Einsiedelei Holz zu bringen. Durch die Freundschaft mit den Brüdern änderten nach und nach alle Räuber ihr Leben, einige traten sogar in die franziskanische Gemeinschaft ein.
Diese Geschichte zeigt uns, was Wandlung für uns bedeutet. Sie geschieht durch die Liebe Christi. „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe.“[2]
Möge der Leib Christi, durch den wir die Liebe des Vaters und des Sohnes Gottes empfangen,  auch unser Leben verwandeln.

[1] Robert Weinbuch in Liturgie Konkret Digital 6/2001
[2] Joh 15.9
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