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Lesejahr 2011 (A)

Homilie zu Homilie zu Ex 34,4b.5–6.8–9 am Dreifalitgkeitssonntag in Rödlas

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 Gott - Vater, Sohn und Heiliger Geist [1]

1 Glasklar klingen die Worte der Präfation

Wir preisen das Geheimnis des dreieinigen und dreifaltigen Gottes
  •  "Mit deinem eingeborenen Sohn und dem Heiligen Geist bist du der eine Gott und der eine Herr, nicht in der Einzigkeit einer Person, sondern in den drei Personen des einen göttlichen Wesens." [2]
Manche Theologen meinen,
1.1 das Dogma vom einen Gott in drei Personen solle in den Hintergrund treten.
  • Werfen uns doch z.B. die Zeugen Jehovas und die Muslime vor, wir würden drei Götter anbeten. Auch die Juden stoßen sich am Bekenntnis der Christen zum dreifaltigen und dreieinen Gott.

 1.2 Wir Christen glauben wie Juden und Muslime, dass alles Seiende von Gott geschaffen ist.

  • Schon Israel hat die Vergottung der Welt und der Gestirne überwunden. Auf der ersten Seite der Bibel heißt es schlicht und einfach "Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden."[3] Große Geldsummen werden heute aufgewendet, um noch tiefer in die Geheimnisse des Mikro- wie des Makrokosmos vorzudringen.

 1.3 Wie aber steht es mit der Erkenntnis des Geheimnisses, das wir Gott nennen?

  • Was ist in der auf uns einstürzenden Flut von Informationen überhaupt wichtig? Alles wird abgelichtet, fotografiert, gefilmt. Bildschnitzel setzen sich in uns fest, kleine Ausschnitte der Wirklichkeit. Wo ist da noch Platz und Aufmerksamkeit für das unsichtbare die ganze Schöpfung tragende Geheimnis, das wir Gott oder gar dreifaltige Dreieinigkeit nennen?
Zu allen Zeiten haben sich Menschen Gedanken gemacht über

2 Grund und Ursprung unserer Existenz.

Ein berühmter Psychotherapeut hat einem seiner Bücher den Titel gegeben:

 2.1 »Vom doppelten Ursprung des Menschen«.[4]

  • Im zweiten erdhaften Schöpfungsbericht der Genesis heißt das: "Da formte Gott, der Herr, den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies in seine Nase den Lebensatem. So wurde der Mensch zu einem lebendigen Wesen."[5] Der Mensch ist also als ganzer von Gott geschaffen und durch Gottes Anhauch Mensch geworden.

 2.2 Gott erkennen ist möglich

  • Paulus schreibt im Römerbrief ‚die Menschen könnten mit der Vernunft die unsichtbare Wirklichkeit Gottes an den Werken der Schöpfung seine ewige Macht und Gottheit erkennen.’[6] Aber sie haben es unterlassen, ihn als Ihren Gott zu ehren und ihm zu danken. So verfielen sie nichtigen Dingen und ihr Herz verfinsterte sich. Ein Katalog der Laster ist das Ergebnis. Alles nachzulesen im 1.Kapitel des Römerbriefes.
  • Von Gottesverfinsterung reden auch heute die Theologen. Der Mensch kann von sich aus die Tiefe des Reichtums und der Weisheit Gottes[7] nur bruchstückhaft erkennen.[8] Gott selber muss uns Menschen zu Hilfe kommen und sich offenbaren. Das geschah durch
2.3 Die Selbstoffenbarung Gottes vor Mose[9]

 2.3.1 Er stieg herab in der Wolke - verhüllt, nicht sichtbar dem menschlichen Auge.

  • Er stellte sich dort neben ihn - Der unsichtbare unfassbare Gott stellt sich neben Mose.[10] Er ist wie ein Freund, ein Gefährte, der mit den von ihm zum Werkzeug der Rettung und Befreiung seines Volkes Berufenen geht.

 2.3.2 Gott selber ist Wort, der sich seinen Namen Jahwe ausrufend offenbart.[11]

Gott ist in seinem Wesen offenbarendes Wort.
  • Johannes verkündet im Prolog seines Evangeliums: Der Gott des Neuen Bundes ist derselbe wie der des Alten Bundes. "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott."[12]  Dieses ewige Wort ist in Jesus Fleisch also Mensch geworden, um durch sein Leben und Wort uns gerecht zu machen, in das richtige Verhältnis zu Gott zu bringen.
  • Dem sich auf Jesu Leben und Wort Einlassenden eröffnet sich der Zugang zu Gott. Den alles menschliche Begreifen übersteigenden Gott beschreibt der heilige Ephräm, Diakon der frühen syrischen Kirche so: "Sein Aussehen ist unbegreiflich, um in unserm Geiste dargestellt zu werden. Er hört ohne Ohren, er spricht ohne Mund, er wirkt ohne Hände, sieht ohne Augen... Er aber bekleidete sich in seiner Güte mit dem Kleide der Menschheit und sammelte uns zu seiner Nachahmung."[13]
  • Darum es für uns so wichtig auf Jesus Chrisus, den Sohn Gottes, auf Gottes Mensch gewordenes Wort zu hören und in ihm zu bleiben, weil wir mit ihm und durch ihn und in ihm Gott ganz nahe sind.
  • Auf die Frage des Judas Thaddäus, warum sich Jesus nur ihnen und nicht der Welt offenbare, antwortet Jesus: „ Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.“[14]
  • In Jesus ist der Vater gegenwärtig. Darum sagt er: „Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.“[15]
2.3.3 Er ist anwesend als barmherziger und gnädiger Gott.
  • "Er ging an Mose vorüber". Er geht dem Berufenen mit seiner erbarmenden liebend zugewandten Nähe, mit seinem langen Mut, seiner Huld und Treue voraus.
  • Vor dieser Selbstoffenbarung Gottes, der den kleinen sündigen Menschen in seinem abgrundtiefen langmütigen liebenden Erbarmen in seiner Huld und Treue birgt, verneigt sich Mose bis zur Erde. Wirft er sich anbetend zu Boden.
  • Vor der Größe der Liebe Gottes sein Kleinsein als Geschöpf Gottes wahrnehmend und anerkennend bittet er Gott trotz der ihm anvertrauten unberechenbaren und störrischen Menschen: "Ziehe doch mein Herr mit uns."[16]
2.3.4 Mose weiß aber auch um das eigene Angefochtensein.
  • Wenn er Gott bittet, "vergib uns unsere Schuld und Sünde“, spricht er in der Wirform. Er stellt sich nicht über das Volk, sondern schließt sich mit ein: "Vergib uns."[17] Aber dabei belässt er es nicht. Die Vergebung durch Gott macht fähig, sich Gott, unserem Schöpfer und Erlöser zu schenken. "Lass uns dein Eigentum sein!"[18]
  • Wie im Antwortpsalm nach der Lesung kann der nach erfahrener Vergebung zu Gott seinem Ursprung und Ziel Heimgekehrte die überwältigende Heiligkeit Gottes als den Urquell der sich erbarmenden Liebe und langmütigen Treue preisen.

3 Wie aber kommen wir Christen dazu den einen Gott als Dreifaltigen und Dreieinen, als  Vater, Sohn und Heiliger Geist anzubeten

3.1 Wir halten uns dabei an Jesus
  • Wir wagen es Gott "Vater" zu nennen und "Vater unser" zu beten, weil wir zu Jesus gehören und dieser Gott seinen Vater nennt. Und doch unterscheidet er als der Auferstandene seine Beziehung zu Gott von der unsrigen. Zu Maria von Magdala sagt er: "Geh zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott."[19]
  • Auf die Frage des Philippus, "Herr, zeig uns den Vater, das genügt uns." "Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen."[20]
  • In seinen Abschiedsreden verheißt Jesus seinen Jüngern, er werde ihnen als Beistand den Heiligen Geist vom Vater senden. "Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe."[21] In all dem wird die innergöttliche Einheit des Offenbarens und Wirkens des Vaters durch den Sohn im Heiligen Geist klar erkennbar.

 3.2 Für manche ist „Vater“ für Gott ein Unwort

  • Feministisch denkende Theologinnen und Christinnen haben große Probleme damit, Gott Vater zu nennen. Sie sagen für Gott lieber "Vater und Mutter". In der Antike bis herauf ins Mittelalter dachte man der Vater sei die einzige Ursache des Lebens, der in seinem Samen gleichsam den Homunkulus, den kleinen Menschen in die Frau einplanzte. Sie war der Nährboden und die Gebärende.

 3.3 Ursprung und Quell

  • Heute wissen wir mehr. Durch die Vereinigung der männlichen Samenzelle und mit dem weiblichem Ei entsteht in einem schöpferischen Akt ein neuer Mensch. Frau und Mann stehen im Dienste Gottes des Schöpfers.
  • Schon auf den ersten Seiten der Bibel spricht Gott von sich im Plural. "Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich."[22]  Und gleich im nächsten Vers heißt es: "Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Männlich und weiblich schuf er sie."[23]
  • Gott ist vor der Erschaffung des Menschen und vor der Unterscheidung von Mann und Frau. Er ist nicht einmal ihre Synthese, sondern allenfalls Ursprung und Quelle der männlichen und weiblichen Ausgabe seines Bildes.
  • Wenn wir also Gott mit Vater ansprechen, denken wir „Du, unser Ursprung. Du Quelle des Lebens und der Liebe."

 3.4 Warum kommt der Heilige Geist im »Vaterunser« nicht vor?

  • Deshalb nicht, weil er es ist, der um alles bittet. Paulus sagt uns: Wenn der Heilige Geist in uns einzieht, ruft er: Abba, Vater! Der Heilige Geist ist es also der das Vater unser in uns anstimmt, jedes mal wenn wir es beten. Er bringt unser Beten in die Herzmitte Gottes.[24]
Im großen Glaubensbekenntnis beten wir:

 

3.5 „Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen.."
  • Vater, aber allmächtig; allmächtig, aber Vater: das ist die wahre, vollständige christliche Auffassung von Gott. Ein Gott, der Quelle des Lebens und der Liebe, der allmächtige Liebe ist. Der uns mehr liebt, als Vater und Mutter uns lieben können. Seine Liebe ist stärker als der Tod. Ewige Liebe!
  • Das ist es, was der Hei1ige Geist Jesus selbst erfahren ließ, als er ihn zu dem Ausruf trieb: »Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde... [25]  »Vater«, aber auch »Herr des Himmels und der Erde! In »Vater und Herr« strahlt für Jesus der Name Gottes Jahwe auf. Er ist der Ich-Bin, der wahrhaft Seiende. Er ist der Ich-bin-da, der mit seinem Volke, mit uns geht, der uns in sein Reich, in die Fülle seines Lebens führt.

4 So sind wir durch Jesus Christus im Heiligen Geist eins mit Gott

  • Jesus kann im heiligen Geist zu Gott sagen „Denn die Worte, die du mir gegeben hast, gab ich ihnen und sie haben sie angenommen. Sie haben wirklich erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast.“[26]
  • So sind wir durch JESUS IM HEILIGEN GEIST in den ständig bis in Ewigkeit fließenden Strom der innergöttlichen Liebe und des Lebens mit hineingenommen. „Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch.“ [27]
  • Mit dem göttlichen Reichtum Jesu beschenkt sollen wir eins sein, wie er mit dem Vater eins ist.[28] Und das alles im Heiligen Geist, „durch den Gottes Liebe in unsere Herzen ausgegossen ist.“ [29]


[1] Homilie zu Ex 34,4b.5–6.8–9;
[2] Präfation von Dreifaltigkeit
[3] Gen 1,14
[4] Karlfried Graf Dürckheim HTB 480
[5] Gen 2,7
[6] Röm 1,19
[7] Röm 11,33
[8] vgl 1 Kor 13,9
[9] Ex 34, 4b.5.-6.8-9
[10] Ex 34,5
[11] Ex 34,5b
[12] Joh 1,1
[13] Ephräm d. Syrer († 373) - Ausgewählte nisibenische Hymnen (Carmina Nisibena) 3
[14] Joh 14,23
[15] Joh 14,24
[16] Ex 34,9
[17] ebd. 34,9
[18] ebd 34,9
[19] Joh 20,17
[20] Joh 14,8f.
[21] Joh 14,26
[22] Gen 1,26
[23] Gen 1,27
[24] Cantalamessa, „Komm Schöpfer Geist“ S.395
[25] Lk 10,21
[26] Joh 17,8
[27] Joh 14,20
[28] Joh 17,22
[29] Röm 5,5

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