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Lesejahr 2011 (A)

Homilie zu Mt 17,1-9 am Fest der Verklärung des Herrn in St. Michael Neunkirchen

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Komm, Sei mein Licht – mitten in der Dunkelheit

Unmittelbar angesprochen

  • Fühlen wir uns vom Evangelium von der Verklärung Jesu, das so Ungewöhnliches und nicht Alltägliches berichtet. Was die drei vertrauten Jünger, Petrus, Jakobus und Johannes auf dem Berg Tabor erfahren haben, haben wir in abgeschwächter Form auch erlebt: Augenblicke der Nähe Gottes, des berührt Werdens durch Jesus, durch sein Wort und sein heilendes und rettendes Handeln an den Menschen.
  • Stunden des Glücks, der Erfahrung von Liebe und Geborgenheit, in denen wir wie Petrus den Wunsch hatten, "Hütten zu bauen". Sich im Glück niederlassen und darin zu verweilen.
  • Aber für den Augenblick des Glücks gibt es kein Verweilen in der Zeit.
  • Solche Erfahrung vom Aufleuchten eines letzten Sinns lässt sich nicht konservieren. Auch diese manchmal bittere Erfahrung werden wir nach solchen Taborstunden machen - genauso wie die drei Jünger. Sie müssen von dieser Stunde der Verklärung Abschied nehmen, müssen vom Berg heruntersteigen in die Alltäglichkeit. Die Verklärung des Herrn ist der Lichtblick auf dem Weg nach Jerusalem, der in die dunkle Nacht des Karfreitags führt.

Von Jesus mitgenommen

  • Werden diese drei jünger, die Jesu Verklärung miterleben durften, in Jerusalem auf einen anderen Berg: den Ölberg. Im Garten Gethsemani in dem Jesus vor Angst Blut schwitzt, schlafen die drei ein. Sie können die Sinnlosigkeit des Leidens Jesu nicht mit ansehen.
Tabor und Golgotha liegen nahe beieinander:
  • im Leben Jesu und im Leben der Jünger - auch in meinem und deinem Leben! Auch mir wurden in meinem Leben Taborstunden geschenkt. Ich konnte diese Stunden nicht festhalten. Das Erleben tiefsten Glücks, das Verspüren von Sinn und Nähe Gottes ist vergangen, gewiss! Aber es gibt
Das Glück des Erinnerns
  • "Vom Glück bleibt das Erinnern und vom Glanz der Abglanz. Diese sind eingelassen in mein Innerstes als unverlierbarer Besitz, als eiserne Ration, von der ich zehre in Zeiten des Verhungerns" (R. Hegemann).
  • Der christliche Glaube erinnert in jeder Eucharistiefeier, ja in jedem Gottesdienst die Heilstaten Gottes, die er an seinem Volk Israel gewirkt hat und bis heute an uns wirkt.
  • In der Menschwerdung seines Sohnes, im Wirken Jesu Christi und in seinem Leiden und Sterben und vor allem in seiner Auferstehung erfährt das Heilshandeln Gottes seine Mitte. Es wirkt fort in der Jüngergemeinschaft der Kirche und leuchtet immer wieder auf in den Menschen, die sich Jesus und seinem Heilshandeln ganz weihen, den Heiligen. So kann auch die Gedächtnisfeier der Heiligen zur Taborstunde werden, in der die Herrlichkeit der Gnade Gottes aufleuchtet.

 Tabor und Golgothastunden

  • Ja, es ist gut, solche Taborstunden, solche vom Glauben und der Freundschaft mit Jesus geschenkte Lichtblicke nicht zu vergessen, indem wir sie immer wieder erinnern. Denn sie garantieren uns, dass es einen letzten Sinn gibt.
  •  So können wir unseren oftmals grauen Alltag noch immer bestehen. Und so hoffe ich auch, meine Golgothastunden bestehen zu können. Bis schließlich Ostern, Auferstehung und Teilhabe an der Herrlichkeit Jesu den Sieg davon trägt.
Zu Zeit lese ich das Buch über die geheimen Aufzeichnungen der Heiligen Mutter Teresa von Kalkutta:

Mutter Teresa - komm sei mein Licht!

  • Teresas Mutter hatte ihr bei ihrem Eintritt ins Kloster ans Herz gelegt: „Leg deine Hand in Jesu Hand und geh alleine mit ihm. Geh vorwärts, denn wenn du zurückschaust, wirst du zurückgehen.“
  • Das Leitwort ihres Lebens war: „Jesus, für Dich und für die Seelen.“ In einer Taborstunde sandte sie der Herr zu den Ärmsten der Armen mit dem Auftrag und der Zusage: „Komm, sei mein Licht.“ Ja, das war sie für Ärmsten der Armen und Sterbenden. In ihnen liebte sie Jesus. Dennoch war sie
Die Heilige der Dunkelheit
  • Nur ganz wenige wussten: „Durch die dichte Dunkelheit hindurch hatte sie unerschütterlich die Hand Jesu gehalten und war mit ihm allein gegangen, wobei sie der Versuchung widerstand, ihr eigenes Licht zu entzünden. Sie lehnte es tapfer ab, ihren Gefühlen nachzugeben, folgte dem Pfad, den Gott ihr gespurt hat, und ermutigte andere dazu, dasselbe zu tun.“[1] S.321
  • Mutter Teresa bekennt: „Wenn ich jemals eine Heilige werde - dann ganz gewiss eine »Heilige der Dunkelheit«. Ich werde fortwährend im Himmel fehlen - um für jene ein Licht zu entzünden, die auf Erden in Dunkelheit leben.“

Taborstunden wollen uns stärken an der Hand Jesu unseren Weg zu gehen

  • auch wenn wir nichts fühlen und uns die dunkle Nacht der Sinne ergreift, bis hin zur Gottverlassenheit. Denn gerade dann sind wir bei Jesus und er bei uns. Sein Wort am Kreuz „Mich dürstet“ war das Schlüsselwort für Mutter Teresa. In Hinwendung zu den Ärmsten und Sterbenden wollte sie Jesu Durst nach ihrer Liebe stillen.
  • Wer ihm bis hinein in die äußerste Dunkelheit folgt und die Treue hält, ist ihm auch ganz nahe in seiner Auferstehung und ewigen Herrlichkeit beim Vater. Es ist die stärkste Form der Mitwirkung an der Erlösung.


[1] Mutter Teresa – Komm sei mein Licht S.321 Pattloch 2007

 
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