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Predigten

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Lesejahr B 2015/12 bis 2016/11

Predigt - Homiliein der Sonntagvorabendmesse in Honings ULF vom Rosenkranz

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Jesus geht in souveräner Freiheit in den Tod - für uns
1 Die Hinrichtung eines Unschuldigen ist ein abscheuliches Verbrechen.
Die kommunistischen und nationalsozialistischen Diktaturen haben das im 20. Jahrhundert millionenfach praktiziert. Heute wird dies von den Dschihadisten der IS in Syrien und im Irak und an vielen anderen Orten in grausamster Weise getan.
Damals war es die feige Angst des römischen Statthalters und der Hass der jüdischen Obrigkeit gegenüber Jesus, der im Namen Gottes spricht und seine Ehre nicht bei den Menschen sucht[1], sondern bei Gott, den er seinen Vater und sich als seinen Sohn nennt.
2 Der große Gang Jesu von Galiläa nach Jerusalem
Lukas macht durch sein Evangelium deutlich, Jesus Lebensweg ist ein einziger Gang von Galiläa nach Jerusalem. Schon am Anfang der Wirkens Jesu heißt es bei Lukas „Als die Zeit herankam - in der er (in den Himmel) aufgenommen werden sollte - entschloss sich Jesus, nach Jerusalem zu gehen.“
 Mit dem Einzug Jesu in Jerusalem ist das Ziel dieses Weges erreicht. An diesem Ort soll sich seine Sendung erfüllen (9,31; 18,31; 24,44).
Auf dem Weg dorthin werden die Jünger und auch wir - die das Evangelium aus der österlichen Perspektive wahrnehmen – von ihm eingeweiht in sein  von Gott vorhergesehenes und zugelassenes Prophetenschicksal.[2]
„Jesus versammelte die Zwölf um sich und sagte zu ihnen: Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird sich alles  erfüllen[3], was bei den Propheten über den Menschensohn steht: Er wird den Heiden ausgeliefert, wird verspottet, misshandelt und angespuckt werden, und man wird ihn geißeln und töten. Aber am dritten Tag wird er auferstehen“.[4]
Es heißt - und das ist für uns tröstlich - „Doch die Zwölf verstanden das alles nicht;“
So geht es auch vielen Zeitgenossen. Die Erniedrigung Jesus am Gründonnerstag beim Sklavendienst der Fußwaschung und am Karfreitag am Kreuz stößt sie ab.
Sie befürchten die dem Heil der Mitmenschen ja der ganzen Schöpfung dienende Hingabe Jesus bis zum letzten Atemzug stünde ihrer Selbstverwirklichung im Wege.
Daher kommt auch die aggressive Haltung gegenüber der Kirche und letztlich gegenüber dem Evangelium Jesu. Den Glauben an die Auferstehung der Toten und an ein Gericht leugnend werden heute viele dazu verführt, die Gebote Gottes über Bord zu werfen und ungebunden zu leben.
Anders die an Jesus Christus als dem Messias Gottes und Erlöser von Sünde und Tod Glaubenden. Sie berührt das Leiden des Herrn.
Zugleich fasziniert
3 Die souveräne Freiheit des Verurteilten
3.1 Die Macht Jesu über Tod und Leben
 In Jesus stellt sich Gott freiwillig auf die Seite der unschuldig Verurteilten.

 Jesus weiß sich in seiner freiwilligen Lebenshingabe in der Liebe des Vaters und zugleich hat er die göttliche Macht, das Leben wieder zu nehmen.[5]  „Deshalb liebt mich der Vater, weil ich mein Leben hingebe, um es wieder zu nehmen.“ Die Freiwilligkeit der Hingabe seines Lebens betonend sagt er weiter. „ Niemand entreißt es mir, sondern ich gebe es aus freiem Willen hin. Ich habe Macht, es hinzugeben, und ich habe Macht, es wieder zu nehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen.“[6]
Ohne Gott wären wir alle nur Todeskandidaten. Mit Gott haben wir zwar teil an der Erniedrigung Jesu, aber Glaube und Taufe, die Vergebung unserer Sünden im Sakrament der Sündenvergebung schenken uns Anteil an seiner Auferstehung und Erhöhung. „Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.“[7]

3.2 Mit Jesus leiden und fragen wozu?
Wir leiden mit Jesus, wenn er den Psalm 22 am Kreuz betet und ihn mit einem Lobpreis Gottes beendet.
Der Psalm beginnt mit der Klage „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“[8] Es kann aber auch übersetzt werden:

3.3 „Wozu hast du mich verlassen.“
1.             Dieses Wozu wird sichtbar beim Sich-erniedrigen Jesu durch die Fußwaschung an seinen Jüngern. Sie deutend sagt er zu seinen Aposteln: „Ich bin unter euch, wie der, der euch bedient.“
2.      Dieses Wozu zeigt sich souverän vor Pilatus als dieser Jesus fragt: „Bist du der König der Juden?“ Die Antwort ist kurz und bestätigt, dass er der wirkliche König des Volkes Gottes ist: „Du sagst es.“

3.       Wozu sein Leiden und seine Gottverlassenheit dienen, zeigt Jesus auf dem Weg zur Hinrichtung angesichts der sein Schicksal beweinenden Frauen. In die Zukunft schauend nimmt er die Not der Mutter und ihre Kinder wahr, die über sie bei der Belagerung und Zerstörung Jerusalems im Jahre 70  kommen wird. Er leidet mit ihnen und für sie.

4.        Wozu die Gottverlassenheit geschieht, zeigt Jesus vor allem – von den führenden Männern des Volkes unter dem Kreuz verlacht und  verspottet – wie er als unschuldig Verurteilter die Feindesliebe radikal lebt. „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“

5.            Dieses Wozu zeigt sich weiter kurz bevor er Jesus sein menschliches Leben an Gott zurückgibt.  Dem um Jesu Erbarmen bittenden mitgekreuzigten Verbrecher verheißt er tröstend „Heute wirst du noch mit mir im Paradies sein.“[9]  Trotz der unsagbaren Schmerzen mit dem Tod kämpfend schenkt er einem Mitsterbenden seine barmherzige Liebe, die in der Auferstehung von den Toten sich erfüllt. So barmherzig liebt Gott.
6.        Dieses „Wozu hast du mich verlassen“  beantwortet Jesus mit einem letzten Wort, das totale vertrauensvolle Hingabe an den Willen des Vaters ist. Es ist die Haltung, die auch wir uns als Glaubende in der Stunde unseres Todes von Gott erbitten: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“
4 Mit dem freiwillig in die äußerste Verlassenheit Jesus mitgehen
So können wir getrost und mutig die letzte Etappe des irdischen Weges Jesus nach und in Jerusalem in dieser Heiligen Woche mitgehen und auf unsere Sterbestunde mit Vertrauen und Liebe zugehen; denn der Gekreuzigte führt zur Auferstehung in das Paradies Gottes - in den Himmel.

[1] Joh 8,54; Joh 5,41
[2] Lk 18,31-34
[3] τελεσθήσεται
[4] ebd
[5] Joh 10,17f
[6] Joh 10,18
[7] Joh 11,25
[8] Mt 27,28; Mk 15,34
[9] Lk 23.43
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