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Predigten

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Lesejahr B 2015/12 bis 2016/11

Predigt - Homilie am

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Die Kirche – Mutter der Berufungen[1]
1 Entdecken
dass die christliche Berufung – wie auch die besonderen Berufungen – im Schoß des Volkes Gottes entstehen und Geschenke der göttlichen Barmherzigkeit sind.

Die Kirche ist das Haus der Barmherzigkeit und sie ist der «Boden», auf dem die Berufungen aufgehen, wachsen und Frucht bringen.

Jede Berufung in der Kirche hat ihren Ursprung im barmherzigen Blick Jesu. Die Umkehr und die Berufung sind wie zwei Seiten ein und derselben Medaille und eine beständige Inspiration im ganzen Leben des missionarischen Jüngers.

Sie entstehen auch dort, wo Christen nach dem Rat des Paulus "der Gnade Gottes treu bleiben" und "dem Herrn mit Freude dienen".[2]

2 Der Ruf Gottes erfolgt durch die Vermittlung der Gemeinschaft
2.1  Gott ruft uns - Teil der Kirche zu sein
und nach einer gewissen Reifung in ihr schenkt er uns eine je eigene Berufung. Den Weg der Berufung geht man zusammen mit den Brüdern und Schwestern, die der Herr uns schenkt: wir werden zusammen berufen.

Die kirchliche Dynamik der Berufung richtet sich gegen die Gleichgültigkeit und den Individualismus. Das "Rette deine Seele" muss zugleich heißen, setzte alle deine Fähigkeiten ein, dass "die Seelen deiner Mitmenschen gerettet werden."

Unsere Berufung zu entdecken und zu leben hat ihren Grund in jener Gemeinschaft, in der die Gleichgültigkeit durch die Liebe überwunden worden ist. Denn sie fordert, dass wir aus uns selbst herausgehen, unser  Leben in den Dienst des Plans Gottes stellen.

2.2 Gott sendet uns - durch Wort und Tat die Welt zu evangelisieren
Wir lassen uns von unserem missionarischen Auftrag nicht aufhalten, wenn in unseren Reihen Verrat und Abfall geschehen. Die Junge Kirche wählt als Ersatz für Judas den Matthias, um ihre Sendung erfüllen zu können.

In der ersten Lesung hörten wir, dass Paulus und Barnabas nicht nur Erfolge bei der Verkündigung des Evangeliums hatten. Wenn Menschen das Heilsangebot Gottes zurückstoßen, "zeigen sie sich des ewigen Lebens nicht würdig."

Begegnen den Boten des Heils Hass und Feindseligkeit, bleibt als Alternative nur, den Staub von den Füßen zu schütteln und weiterziehend es woanders zu versuchen.

2.3 Die Berufung entsteht in der Kirche
„Ein deutliches Zeichen für die Echtheit eines Charismas ist seine Kirchlichkeit, seine Fähigkeit, sich harmonisch in das Leben des heiligen Gottesvolkes einzufügen zum Wohl aller“

Die Liebe zur Kirche gilt es zu leben. Sie wird in den Familien und Gemeinden vermittelt. "Wer die Kirche liebt, hat den Heiligen Geist" sagt der hl. Augustinus. Der junge Mensch soll die vielen der Kirche geschenkten Charismen entdecken und erleben wie sie einander ergänzen und tragen.

2.4 Die Berufung wächst in der Kirche
Im Laufe der Ausbildung müssen die Kandidaten für die verschiedenen Berufungen immer besser die kirchliche Gemeinschaft kennen lernen, um jede eingeschränkte Sichtweise zu überwinden, die wir alle am Anfang haben.

Berufungen entstehen nicht dort, wo Katastrophenstimmung herrscht, sondern Zukunftshoffnung.

Die 2. Lesung aus der Offenbarung zeigt uns, nicht die Katastrophen der Weltgeschichte haben das Letzte Wort, sondern die himmlische Welt ist die endgültige Wirklichkeit.

 Die Welt ist demnach nicht nur Finsternis; das geopferte Lamm ist auch der gute Hirt, der Retter und Heiland. Die wegen ihres Glaubens Verfolgten und Gemordeten sind in Wirklichkeit die Geretteten; die Märtyrer sind die Erstlingsgabe, durch die die Schöpfung ihre ursprüngliche Aufgabe erfüllt: Sich durch nichts und niemand aufhalten zu lassen,  in Dank und Freude Gott anzubeten.

2.5 Die Berufung wird durch die Kirche gestützt
Als Gemeinde des Herrn werden wir daher alle im Dienst der Kirche Stehenden durch Ermutigung und Gebet stützen.

 Wir werden die Missionare und Missionarinnen an den Brennpunkten der Welt auch durch unser Gebet und unser persönliches Opfer unterstützen und uns selber um die Weite des Herzens und Geistes bemühen. Dann werden in unserer Umgebung auch Berufe wachsen.

Mit der endgültigen Verpflichtung endet der Weg der Berufung in der Kirche nicht, sondern setzt sich in der Bereitschaft zum Dienst in der Ausdauer und in der Weiterbildung fort.

Wer sein Leben dem Herrn geweiht hat, ist bereit, der Kirche zu dienen, wo sie Bedarf hat. Die Sendung des Paulus und des Barnabas ist ein Beispiel dieser Verfügbarkeit in der Kirche.

3 Der gute Hirt kennt die Seinen und die Seinen kennen ihn
So haben wir es Christus im Halleluja preisend gehört.
3.1  Auf Jesus hören und ihm folgen
wie ihn die Kirche uns verkündet ist keine lästige Pflicht, sondern ein ewiges Zukunft schenkendes Geschehen.

"Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen."[3]

Alles Böse und Gemeine, alle Gewalttat und Leben zerstörenden dämonischen Mächte, können den auf Jesus Hörenden und ihm als dem guten Hirten seines Lebens Folgenden nichts anhaben.

Wer zu Jesus Christus gehört ist bei Gott für immer  geborgen. Denn Gott hat uns die Glaubenden Jesus, dem einzigen guten Hirten anvertraut. Jesus ist der gute Hirt für jeden Berufenen.

Der gute Hirt macht uns aufmerksam auf

3.2 Die mütterliche Sorge der Kirche für die Berufenen
Sie kommt zum Ausdruck durch das beharrliche Gebet für die Berufenen, durch die Erziehung und die Begleitung derer, die den Ruf Gottes vernehmen.

Die pastorale Sorge für die Berufungen ist ein wesentlicher Teil des seelsorglichen Dienstes.

Die Priester begleiten jene, die auf der Suche nach der eigenen Berufung sind, wie auch jene, die schon ihr Leben in den Dienst Gottes und der Gemeinschaft gestellt haben.

Alle Gläubigen sind gerufen, sich die kirchliche Dynamik der Berufung bewusst zu machen, damit die kirchlichen Gemeinschaften und Familie im Glauben nach dem Beispiel der Jungfrau Maria zu einem mütterlichen Schoss werden können, der die Gabe des Heiligen Geistes aufnimmt.[4]

Bitten wir den Herrn, allen, die einen Berufungsweg gehen, eine tiefe Bindung zur Kirche zu schenken; und bitten wir, dass der Heilige Geist in den Hirten und in allen Gläubigen die Gemeinschaft, das Urteilsvermögen und die geistliche Vater - und Mutterschaft stärke.

3.3 Der gute Hirt Gottes Jesus hat das Äußerste getan
was auf Erden an Einsatz möglich ist: "durch das kostbare Blut deines Sohnes sind wir erkauft“  so beten wir heute im Schlussgebet der Messe.

Ihn - den Auferstandenen - werden wir im Brot des Lebens in unser sterbliches Fleisch aufnehmen. Er sagt von der Gestalt des Brotes, das bin ich!

So wächst der in der Taufe von Gott in uns hineingelegt Keim der Unsterblichkeit der Auferstehung entgegen.

Darum werden wir mit der Kirche im Schlussgebet Gott bitten "Bleibe bei deiner Herde und führe sie auf die Weide des ewigen Lebens."


[1] Quelle: Botschaft zum 53. Weltgebetstag der geistlichen Berufungen am 17. April 2016 und Texte des 4. Ostersonntags C
[2] Apg 13,43;Ps 100,2
[3] Joh 10,28
[4] Vgl Lk,35-38
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