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Predigten

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Lesejahr B 2015/12 bis 2016/11

Predigt - Homiliezu Ex 3,1-8a.13-15 im Altenpflegeheim St. Elisabeth und in St. Michael in der Sonntaabendmesse

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Gott begegnet dem Mose und uns 1

Die Gottesoffenbarung in der ersten Lesung aus Dtn 3 gehört zu den wichtigsten Aussagen der Bibel. Sie ist für Israel und die Christen in gleicher Weise wichtig

1 Gott begegnet Mose im brennenden Dornbusch
Taernakel 'Brennender Dornbusch' Heinich Schreiber, Kronach 1993
Taernakel "Brennender Dornbusch" Heinich Schreiber, Kronach 1993
1.1 Gott offenbart sich ungeschuldet dem Bereiten

Als Gott sich dem Mose offenbart, tut dieser gerade etwas, was alle Nomaden tun: Er weidet Schafe und Ziegen. Gottesoffenbarung aus heiterem Himmel? Ja und nein!

So ein Hirte war viel allein, hatte Zeit zum Nachdenken zum Meditieren zum Beten. Er ist innerlich offen. Aber  die Initiative ergreift Gott. Er gewährt die Begegnung mit sich.

Im Text heißt es "Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer Flamme - die aus einem Dornbusch emporschlug."

Es handelt sich also um eine Offenbarung, die mit den Augen des Leibes wahrgenommen wird. Mose ist fasziniert von dem Geschauten: Feuer, das brennt und doch nicht verbrennt. Er geht auf die Erscheinung zu.

 Er nähert sich dem Geheimnis. Da wird er bei seinem Namen gerufen: "Mose, Mose!"  Seine Antwort ist ganz und gar Bereitschaft, Offen- und Verfügbarsein: "Hier bin ich".

Bei jeder Bischofs- und Priesterweihe antwortet der Weihekandidat, wenn er beim Namen aufgerufen wird "Adsum - Hier bin ich."

Gott offenbart sich ungeschuldet dem Bereiten.
1.2 Gott bestimmt die Verhaltensweisen der Begegnung
"Komm nicht näher heran!"

Gott setzt der Neugier des Menschen eine klare Grenze.

 Er kann vom Menschen weder er- noch begriffen werden. Der Abstand ist gewaltig. Selbst der Ort, wo sich Gott offenbart, ist heilig, gehört ihm, ist der Verfügungsgewalt des Menschen entzogen.

"Leg deine Schuhe ab", sagt Gott zu Mose. Ohne Schuhe,  ohne Schutz und Deckmantel muss der Mensch vor Gott sein.

 Vor ihm sind wir nackt und bloß. Nichts ist ihm verborgen. Wie reagiert Mose auf den ihn sehenden Gott? 

"Er verhüllte sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen."[2]

Sich demütig unterwerfend und schutzlos begegnet er Gott.

Gott bestimmt die Verhaltensweisen der Begegnung
1.3 Gott offenbart sich, um in Dienst zu nehmen
Gott begegnet dem Mose im Feuer und Licht. Er nimmt ihn in Dienst für sein Heil, das er seinem erwählten Volk schenken will:  Befreiung aus der Unterdrückung, Läuterung auf dem Wüstenzug, das Schließen des Bundes, das Hineinführen in das Land der Verheißung.

Gottesbegegnung ist immer zum Heil anderer geschenkt. Sie bedeutet Sendung, aber auch Erneuerung.

Nach jüdischer Tradition gilt als Tag der Begegnung Gottes mit Mose im brennenden Dornbusch der erste Nissan - also der erste Tag des ersten Kalendermonats, weil "in diesem Monat der Weg der Erneuerung anfängt."

Es ist der Monat, in dem das Paschafest gefeiert wird, und wir den Tod und die Auferstehung Jesu und unsere eigene Auferstehung in der Taufe feiern.

Der Dornbusch steht für die Wertlosigkeit und Niedrigkeit, die im Feuer Gottes nicht zu Asche zerfällt.

 So bedient sich Gott eines kleinen, vergänglichen und machtlosen Menschen, um sich selbst als Licht und Feuer kundzutun, um sein Volk zu befreien und zu erneuern. Gott offenbart sich, um in Dienst zu nehmen

1.4 Gott offenbart in seinem Namen sein Wesen
Die Berufung allein ist Mose zu wenig. Zu groß sind die Zweifel an seiner Befähigung, zu groß die Furcht vor der Möglichkeit, einer Täuschung zu unterliegen.

Tabernakel als brennender Dronbuch. v.Heinrich Schreiber, Kronach 1993
Tabernakel als brennender Dronbuch. v.Heinrich Schreiber, Kronach 1993
Mose braucht ein untrügliches Zeichen, einen Namen, hinter dem er sich verbergen kann.

Der Gott, der sich dem Mose offenbart, hat kein Gesicht und keine menschliche Gestalt, er ist unverfügbar und unsichtbar, aber er hat einen Namen, der sich schon an Abraham, Isaak und Jakob als wirkmächtig erwiesen hat:

"Ich bin der ICH-BIN-DA". Das ist sein Name für immer. Auch für uns.

 

2 In Jesus Christus hat Gott seinen Namen wahrgemacht      

Er ist der GOTT-MIT-UNS. Durch ihn schenkt uns Gott seine befreiende Nähe durch

2.1 Seine Gegenwart in der Messfeier
Er hat uns aufgetragen sein TESTAMENT zu feiern und uns verheißen, dass er bei uns und mit uns ist, wenn wir uns in seinem Namen versammeln.

Das tun wir jetzt in dieser Stunde - am  Sonntag, an seinem Tag - dem Tag der Auferstehung. Diese seine Gegenwart, werden wir uns jetzt und bei jeder Messfeier ins Gedächtnis rufen.

Alles geschieht im Namen und vor dem Angesicht des gegenwärtigen Christus.

2.2 Seine besondere Gegenwart im Tabernakel
In der Eucharistischen Gestalt des Brotes - aufbewahrt im Tabernakel - schenkt uns Gott in seinem Sohn seine besondere Nähe und Gegenwart.

In unserer Augustinuskapelle in Neunkirchen zeigt sich uns der Tabernakel als brennender Dornbusch.

  Nur wer glaubend wach und bereit sich nähert, wird die verhüllte Nähe Gottes in Jesus Christus wahrnehmen, wird davor die Knie beugen und anbeten.

Das ewige Licht, dass Tag und Nacht brennt, sagt uns, dass die Flamme seiner immer gegenwärtigen Liebe nie erlischt; wenn wir von dem in den Leib Christi verwandelten Brot essen, durchströmt uns die Liebe Gottes, die in Jesus Christus ist und durch den Heiligen Geist in  unsere Herzen ausgegossen ist.

 Diese Gegenwart Gottes ist ein Mysterium, dem wir uns nur ehrfürchtig und betend nahen dürfen.

In dem 800 Jahre alten von Thomas von Aquin gedichteten Lied »Adoro, de devote«, singen wir: „Gottheit tief verborgen betend nah’ ich dir. Unter diesen Zeichen bist du wahrhaft hier.“

2.3 Seine Gegenwart ist eine verborgene
Sie nimmt nur wahr, wer an die Realpräsens Christi in der Gestalt des Brotes glaubt.

Jesus sagt in Kapharnaum klar und unmissverständlich „Das Brot das ich euch geben werde ist mein Fleisch“ - das bin ich als Gott und Mensch - .

Wenn die Kirche in den »geschlossenen Zeiten« der Advents- und Fastenzeit das Allerheiligste nicht in der Monstranz aussetzt, dann um das Mysterium der verborgen Gegenwart unseres Gottes und des auferstandenen Christus zu betonen.

Darum werden wir uns

2.4  Wie Mose ehrfürchtig und innerlich aufmerksam diesem Mysterium nahen
Wir werden, wenn vor dem Tabernakel knien, wie Mose zum Herrn sagen „Hier bin ich“. „Nimm mich in Dienst für das Heil der Menschen.“

So können wir wie Mose für die Menschen unserer Umgebung Wegweiser sein auf ihrem Weg in das verheißene Land des Himmels.

Damit wir Zugang zu diesem Geheimnis haben, ist unsere Kirche tagsüber immer offen.

3 Halten wir also fest, was wir heute bedacht haben:
Gott begegnet Mose im brennenden Dornbusch

Er offenbart sich ungeschuldet dem Bereiten

Er bestimmt die Verhaltensweisen der Begegnung

Er offenbart sich, um in Dienst zu nehmen

Der verborgene Gott offenbart in seinem Namen sein Wesen.

In Jesus Christus hat Gott seinen Namen wahr gemacht. Er ist der GOTT-MIT-UNS.


[1] Homilie zu Ex 3, 1-8a.13-15
[2] Ex 3,6
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