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Predigten

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Lesejahr B 2015/12 bis 2016/11

Predigt - Homiliein der Hl. Osternacht 2016 in St. Laurentius Hetzles

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In Christus leben für Gott.
1 Wofür leben die Menschen?
  • Vor kurzem sagte jemand: „Seit ich weiß, wofür ich lebe, geht es mir wieder gut. Meine Seele hat sich aufgehellt. Es ist um mich licht geworden. Es ist wie eine Auferstehung von den Toten.“
  • Wofür leben wir? Wofür die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen leben, die in dieser Osternacht getauft werden? Gut wenn ein Vater sagen kann: „Ich lebe für meine Familie.“ Eine Mutter: ''Ich lebe für meinen Mann und für meine Kinder."
  • Ein Geschäftsmann sagt vielleicht: ''Ich lebe für mein Geschäft." Ein sehr ichbezogener Mensch: ''Ich lebe nur für mich."
  • Ein Jugendlicher sagt vielleicht: ''Ich lebe für eine glückliche Zukunft. " 
  • Schlimm ist es, wenn einer sagt: ''Ich weiß nicht, wofür ich lebe."  Wofür leben Sie?
2 Der Auferstandene lebt für Gott
Die Tauflesung der Osternacht aus dem Römerbrief sagt vom auferstandenen Jesus Christus:
''Er lebt sein Leben für Gott."[1]
  • Nichts kann sein Leben mehr einschränken und gefährden, weder die Sünde, das Sich-Absondern der Welt von Gott, von der Liebe, noch der Tod.
  • Das könnte mancher so verstehen, als sei der Jesus von Nazareth nach der Auferweckung von den Toten ein weltferner Christus geworden. Ganz im Gegenteil! Er ist uns auf eine neue, unbegrenzte Weise nahe.
2.1 Er ist das Haupt seiner Kirche
Voller Jubel besingt die Urgemeinde der Christen diese neue Wirklichkeit im Christuslied des Kolosserbriefes:
Er ist das Haupt des Leibes, der Leib aber ist die Kirche.
 
Er ist der Ursprung, der Erstgeborene der Toten.[2]
 
In und durch seine Kirche ist er uns nahe. In den Gliedern der Kirche leidet er weiter, kämpft er gegen die Sünde, erleidet er den Tod.

Wir, die Kirche Jesu Christi sind dafür da, das fortzusetzen, was er in seinem irdischen Leben uns vorgelebt hat.

Sein Leben auf dieser Erde war ein Leben für Gott, und weil es ein Leben für Gott war, wurde es auch ein Leben für die Menschen. Zwei Worte aus seinem Munde bezeugen dies:
Nach der Begegnung mit der Samariterin am Jakobsbrunnen sagt er den sich wundernen Jüngern:
"Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen." [3]

Sein Leben für Gott bedeutet also Zuwendung zu den Menschen, Dienst an ihrem zeitlichen und ewigen Heil, Hingabe des Lebens für die Welt und ihre Menschen.
Darum sagt er beim Abendmahl angesichts seines Todes - den Menschen am Tag darauf ihm zufügen:
"Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele." [4]

Ja, sein Leben mit und für Gott, wirkte sich heilend aus für die Menschen, denen der begegnete.
Petrus bezeugt das in seiner Pfingstpredigt:
"Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist ... wie dieser umherzog - Gutes tat und alle heilte,
die in der Gewalt des Teufels waren, denn Gott war mit ihm."[5]
Petrus bezeugt vor dem zu Jesus Christus sich bekehrten heidnischen Hauptmann Cornelius, der Auferstandene habe ihnen geboten, dem Volk zu verkündigen und zu bezeugen:
2.2  Er ist der von Gott eingesetzte Richter der Lebenden und Toten“[6]
An ihm sollen wir uns ausrichten. Er gibt die Richtung für unser Leben, Arbeiten, Leiden und Sterben an. Diese Richtung zu leben, ist unsere Aufgabe als Kirche.

Das fordert manchen Widerspruch, ja Ablehnung und Feindschaft heraus. Vor allem von Seiten derjenigen, die sich durch immer neue Wiedergeburten die Erlösung glauben verschaffen zu können. Die das konsequent vertreten, treten ja aus der Kirche aus. Denn wir, die Kirche, sind nicht eine Gemeinschaft der Selbsterlöser, sondern der Erlösten.

So scheiden sich am auferstandenen Christus die Geister der Lebenden-  aber auch der Toten. Wer sich von ihm die Vergebung der Sünden nicht schenken lässt, wird vor dem heiligen Gott nicht bestehen und kann ihn nicht schauen.

3 Wofür wir Christen leben
sagt uns Paulus in Römerbrief. Weil wir in der Taufe mit ihm gestorben, begraben und auferstanden sind, sollen wir uns
"als Menschen begreifen, die tot sind für die Sünde, aber leben für Gott in Christus Jesus."[7]
Weil wir uns mit unserem Leben in Gott geborgen wissen, in der Gemeinschaft mit dem Auferstandenen leben, werden wir uns nicht absondern von Gott, von den Menschen, von der Welt. Denn wir wissen, wofür wir leben. Wir leben mit Christus, durch ihn und in ihm für Gott. Das ist das erste, die Priorität unseres Lebens.
3.1 Wir leben nicht für uns
Wir leben nicht einfach in den Tag hinein - wie manche unserer Zeitgenossen.
Wir leben nicht einfach drauf los, wie es die Egoisten tun.
Wir leben nicht auf Kosten anderer.
Wir leben nicht für den Bauch und unsere Triebe,
      die außer Kontrolle geraten den Menschen vernichten.
Wir suchen nicht nur das Irdische, das vergeht und das uns der Tod endgültig raubt.
Wir leben für Jesus Christus, der wie Paulus sagt:

       "für alle gestorben ist,
damit die Lebenden nicht mehr für sich leben,
sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde."[8]Osternacht C2016

3.2 Wir halten aus
Wenn dies das Erste in unserem Leben ist: in Christus, in der Verbindung mit dem auferstandenen Herrn für Gott zu leben, werden wir für andere da sein, auch dann wenn wir enttäuscht und verkannt werden, keinen Dank bekommen oder Undank ernten.

Wir werden uns auch dann weiter einsetzen und hingeben, wenn wir keinen Erfolg sehen oder das Gefühl haben, dass unser Tun scheitert. Denn wir wissen uns auf der Seite dessen, der für uns und für die, denen wir unsere Sorge und Liebe schenken, gestorben und auferweckt wurde.

3.3 Wir werden fruchtbar auch im Leiden
Wenn dies das Erste in unserem Leben ist: in Christus, in der Verbindung mit dem Auferstandenen für Gott zu leben, dann werden uns auch Krankheit und Leiden, ja nicht einmal der Tod lähmen. Wir werden sie einsetzen für das Heil der Welt, so wie es der Kolosserbrief bezeugt:

"Jetzt freue ich mich in den Leiden,
        die ich für euch ertrage.
Für den Leib Christi, die Kirche,
        ergänze ich in meinem irdischen Leben
        das, was an den Leiden Christi noch fehlt."[9]

Indem der Christ wie Christus gehorsam wird und liebt bis zum Tod, wirkt er mit an der Erlösung, die uns Christus erwirkt hat.

3.4 Wir tun die Werke Gottes.
Wenn dies das Erste in unserem Leben ist: in Christus, in der Verbindung mit ihm für Gott zu leben, dann werden wir mit unseren guten Werke nicht angeben oder dafür Auszeichnungen von den Menschen erwarten, sondern wir werden sie als von Gott geschenkte Chance wahrnehmen, seine Liebe weiter zu schenken.

Mit dem Epheserbrief dürfen wir sagen:

"Seine Geschöpfe sind wir,
        in Christus Jesus dazu geschaffen,
        in unserem Leben die guten Werke zu tun,
       die Gott für uns im voraus bereitet hat."[10] 

3.5 Wir werden frei für alle Menschen
Wenn dies das Erste in unserem Leben ist: in Christus, in der Verbindung mit ihm für Gott zu leben, dann werden wir unsere menschlichen Beziehungen nicht von Sympathie und Antipathie abhängig machen, sondern weil Christus auch für den uns unsympathischen Menschen gestorben und auferstanden ist, werden uns bemühen, uns so zu verhalten, wie es Paulus den Römern ans Herz legt:

"Darum nehmt einander an,
 wie auch Christus uns angenommen hat zur Ehre Gottes."[11]

"Wir müssen als die Starken die Schwäche derer tragen,
die schwach sind, und dürfen nicht für uns selbst leben."[12]

3.6 Wir fürchten den Tod nicht.
Wenn dies das Erste in unserem Leben ist: in Christus, in der Verbindung dem Auferstandenen für Gott zu leben, dann ist für uns nicht der Friedhof die Endstation unseres Lebens, sondern er wird zum Gottesacker, wo wir wie ein Weizenkorn in die Erde gelegt werden, aus dem Gott neues Leben wachsen lässt. Daher empfiehlt die Kirche, wenn möglich, sich in die Erde bestatten zu lassen.

Wir werden uns von den Boten Gottes sagen lassen:

"Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
         Er ist nicht hier, er ist auferstanden."[13]

Deshalb suchen wir unsere im Glauben an den Auferstandenen Verstorbenen vor allem bei IHM, mit dem wir in der Taufe auferstanden sind. Wir suchen sie hier am Altar, wo uns der Auferstandene besonders nahe ist, im Wort und Brot des Lebens, das ER selber ist.

Wer den Glauben an den Auferstandenen wagt, der weiß wofür er lebt: Wir leben in Christus für Gott. Diese Wahrheit hellt unsere Seele auf, schenkt uns die Freude wieder, bringt uns Licht mitten in aller Dunkelheit. Sie schenkt uns eine Ahnung von dem, was Auferstehung von den Toten sein wird.


[1] Röm 6,10
[2] Kol 1.16
[3] Joh 4,343
[4] Mt 20,28
[5] Apg 10,38
[6] Apg
[7] Röm 6,11
[8] 2 Kor 5,15
[9] Kol 1,24
[10] Eph 2,10
[11] Röm 15,7
[12] Röm 15,15
[13] Lk 24,5

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