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Predigten

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Lesejahr B 2015/12 bis 2016/11

Predigt - Homilie

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Am Sonntag mit der Kirche beten[1]
1 Drei Gebete des Priesters
1.1 beschließen oder eröffnen wichtige Teile der heiligen Messe
Das Tagesgebet am Ende der Eröffnung der heiligen Messe und am Beginn des Wortgottesdienstes.

Das Gabengebet am Ende der Gabenbereitung und der Bereitung der Herzen für die Darbringung des Opfers Christi,in dem er sich für uns dem Vater darbringt.

Das Schlussgebet am Ende des Mahles, in dem er sich selbst uns schenkt und als seine Boten und Propheten, in die Welt sendet, um seine unverbrüchliche und seine allmächtige Liebe durch unser Leben zu verkünden.
Bedenken wir als zweites
1.2 Die Einladung zum Gebet
Das Tagesgebet und auch das Schlussgebet werden in der Sprache der Kirche – dem Lateinischen - immer eingeleitet  mit der Aufforderung – Oremus d.h. auf Deutsch: lasset uns beten!
Auf diese Aufforderung folgt eine kurze Stille, wo jeder noch einmal mit eigenen Worten sein Anliegen vor Gott bringen soll.
Im nun folgenden Gebet fasst der Priester zusammen, was die Kirche an diesem Sonntag für uns alle - für alle ihre Glieder am geheimnisvollen Leib Jesu Christi von Gott erbittet. Dazu ein Drittes

1.3 Die Sinnfrage des Lebens
stellt sich irgendwann für jeden Menschen: woher komme ich und wohin gehe ich? An der Beantwortung dieser Frage kann ein Mensch zerbrechen, aber auch gesunden. Bin ich ein Produkt des Zufalls oder von Gott gewollt und geliebt? Bin ich eine Laune der Natur oder ein einmaliger Gedanke der schöpferischen Liebe Gottes?

Als viertes bedenken wir
1.4 In der Taufe wurden wir zu Propheten gesalbt
Wie Jeremias sollen wir für Gott Zeugnis ablegen in dieser Welt. Wir sind berufen und gesandt Gottes Willen kund zu tun und sollen seine unendliche Barmherzigkeit und Liebe bezeugen.

Am Schicksal des Propheten Jeremia sehen wir, wer sich für Gott einsetzt, muss mit Widerstand rechnen. Zugleich gilt die Verheißung: "Mögen Sie dich bekämpfen, sie werden dich nicht bezwingen; denn ich bin mit dir, um dich zu retten. Spruch des Herrn!“[2]

2  Die betende Verwirklichung des Lebenssinns
2.1 Im Tagesgebet
Um den Sinn unseres Lebens als Christen zu erkennen betet die Kirche heute für uns und mit uns:

„Herr, unser Gott, du hast uns erschaffen, damit wir dich preisen.“

2.1.1 Gott erkennen und preisend anerkennen
Wer Gott als den Urgrund und das Ziel seines Lebens erkennt und ihn im Lobpreis anerkennt hat ein festes Fundament für sein Leben. Er wird frei von sich selber, gelangt vom Dunkel ins Licht, aus der Bedrängnis des Todes in die Freiheit des göttlichen Lebens.

2.1.2 Gott will uns ganz
Gott preisen und anbeten beschränkt sich nicht hin und wieder auf eine Stunde, einen Tag, eine Opfergabe. Gott will uns ganz und gar in der Mitte unserer Person. Er will unser Herz.
Weil er die Liebe ist, ist seine alles übertreffende Gnadengabe die Liebe; die Liebe zu ihm und zu seinen nach seinem Ebenbild geschaffenen Menschen.

Darum haben wir im Tagesgebet ihn gebetet „Gib, dass wir dich mit ungeteilten Herzen anbeten und die Menschen lieben, wie du sie liebst.“ Zum wahren Gottesdienst gehört auch der Dienst an den Menschen: sie lieben wie Gott sie liebt.
2.1.3 Immer bitten wir durch Jesus Christus unseren Herrn.
Wie Gott die Menschen liebt, hat er uns gezeigt. Seine Liebe kennt keine nationalen, sozialen und konfessionellen Schranken. Er liebt bis zum Tod - ja bis zum Tod am Kreuz - bis zum letzten Atemzug.

Daher bitten wir den Vater, dass er uns durch seinen Sohn in der Kraft des Heiligen Geistes etwas von dieser Liebe schenkt.
 Die betende Verwirklichung des Lebenssinns geschieht in der Messfeier zum Zweiten

 2.2 Im Gabengebet
 2.2.1 Wir geben Gott, was ihm gehört
Alles was wir Gott geben, gehört ihm ja schon. Das sagt Gott im Psalm 50 den Israeliten und uns. Unsere Gaben werden vor Gott erst bedeutsam durch unsere Hingabe an ihn.  „Herr, unser Gott, wir legen die Gaben als Zeichen unserer Hingabe auf deinen Altar.“

  2.2.2 Wir bringen Gott unser Lob und unseren Dank
Der Psalm 52 fordert uns auf: „Bring Gott als Opfer dein Lob und erfülle deine Gelübde dem  Höchsten."

Das ist es, was Gott gern von uns annimmt: Anbetung, Dank und  Sühne.

Anbetung gebührt dem Schöpfer des Universums für seine Großtaten der Schöpfung und in der Geschichte seines Volkes im Alten und Neuen.

Dank für all die guten Dinge, die wir so selbstverständlich in Anspruch nehmen, dass wir erst merken, wie viel Sie uns bedeuten, wenn wir sie aus irgendeinem Grund entbehren müssen.
In der zweiten Lesung sagt uns Paulus, Gott schenkt uns als die wichtigste Gnadengabe sie Liebe.
2.2.3 Die Antwort unserer Liebe
Mitten unter uns, für alle sichtbar, ohne Vorbehalt und Hintergedanken werden die Gaben die Gott uns geschenkt hat, als Zeichen unsere Hingabe, als Antwort unserer Liebe auf den Tisch des Herrn gestellt.

So bringen wir zum Ausdruck, dass wir bereit sind, uns mit hinein nehmen zu lassen in die Ganzhingabe Christi an den Vater und an die Brüder und Schwestern. "Nimm sie (die Gaben)  entgegen und mach sie zum Sakrament unserer Erlösung.“

2.2.4 Bereit sich von Jesus verwandeln zu lassen
 „Erhebet die Herzen“, ruft uns der Priester nach dem Gabengebet zu. Und wir antworten: „wir haben sie beim Herrn.“ Zum Sakrament der Erlösung werden uns die bereiteten Gaben, wenn wir uns durch Jesus verwandeln lassen zu Menschen, die Gott lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all unserer Kraft und all unseren Gedanken, und: den Nächsten lieben wie uns selbst.[3]

 Die betende Verwirklichung des Lebenssinns geschieht in der Messfeier zum Dritten
2.3 Im Schlussgebet
2.3.1 Spannung zwischen „schon Jetzt“ und „noch nicht“.
Unser christliches Leben ist geprägt von der Spannung zwischen dem, was wir von Gott her sind und unserem tatsächlichen täglichen Verhalten, das oft unter mangelnder Liebe und unter unseren Sünden leidet.

Wir empfangen am Sonntag Jesus Christus im Brot des Lebens. Aber können wir auch mit Paulus sagen: "Ich lebe, doch nichtig, Christus lebt in mir?"[4]
2.3.2 Kinder Gottes sein
Wir sind getauft, Kinder Gottes, aber es fehlt uns oft der Mut Zeugnis zu geben, dass wir es auch sind. Merkt man an uns, für wen wir leben, wohin wir unterwegs sind - zum Himmel, zur Anschauung Gottes, zur Fülle des  Lebens?

Zum Glück dürfen wir auf die Barmherzigkeit Gottes bauen. Sie begegnet uns im Sein im Reden und Handeln Jesu. Sie macht uns Mut, auf dem von ihm gewiesenen Weg weiter zu gehen. "Barmherziger Gott, das Sakrament der Erlösung, das wir empfangen haben, nähre uns auf dem Weg zu dir."

2.3.3 Die heilige Kommunion ist Vereinigung mit Jesus, ist Wegzehrung auf dem Weg zu Gott.
Ich werde also im Alltag immer wieder vor dem in unserer Mitte gegenwärtigen Herrn  sagen "Im Namen Jesu, ich widersage dem Bösen, ich sage nein zu jeder Form von Lieblosigkeit, zu jeder Verletzung der Gebote Gottes, zu allem Widergöttlichen, das mir begegnet.“
2.3.4 Hindernis der Kirchenspaltungen
Wegen der vielfältigen Spaltungen der Christenheit ist es heute schwer, den wahren Glauben zu erkennen und ihm zu trauen. Darum ist die letzte Bitte des Schlussgebetes sehr aktuell: "und schenke dem wahren Glauben beständiges Wachstum."

3 Wachstum im wahren Glauben
3.1  Gefahr des Relativismus
Es ist heute im Wissenschaftsbetrieb selbstverständlich zu behaupten es gäbe keine Wahrheit.

Von einer Theologin weiß ich, dass ein nicht bayerisches Kultusministerium von ihr verlangte, zu unterschreiben, dass es keine Wahrheit gäbe. Sie weigerte sich und verlor ihre Befähigung Studenten auszubilden. Wenn es keine Wahrheit gibt, ist alles gleichgültig oder auch ungültig. Benedikt XVI und mit ihm Papst Franziskus warnen vor der alles zerstörenden Gefahr des Relativismus.

3.2 Mit der Kirche beten – Schule des Glaubens
Es ist gut mit der Kirche in jeder Messe die drei Gebete - das Tagesgebet, das Gabengebet und das Schlussgebet - aufmerksam mit zu vollziehen - Es ist eine Schule des Glaubens.

Schauen wir auf das Zeugnis der Märtyrer und Bekenner unserer Zeit. "Der Glaube lehrt uns, die Dinge zu sehen, wie Gott sie sieht, und die Geschehnisse zu beurteilen im Licht der Ewigkeit." [5]
So werden wir wie Jesus im Evangelium mutig, den Drohungen der Feinde Gottes und des Bösen zu widerstehen und  "mitten durch die Menge (der Gegner) hindurch“ wegzugehen, um auf dem Weg Gottes voranzuschreiten.[6]


[1] Quelle: Erhöre die Bitten deines Volkes I Geistl Kommentare zu den Orationen des Messbuches, Herder
[2] Jer 1,19
[3] Lk 10,27
[4] Gal 2,20
[5] Vinzenz Stebler in "Erhöre die Bitten deines Volkes I" S.37
 


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