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Predigten

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Lesejahr C 2015/12 bis 2016/11

Predigt - Homilie am 33.So.C2016 in Rosenbach und Neunkirchen Sonntag Abendmesse

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Habt keine Angst - Es kommt an den Tag [1]
1 Was habe ich schon davon, als Christ zu leben?
  • Ich gebe mir Mühe um meinen Glauben, ich setze mich für andere ein, für mehr Liebe und Gerechtigkeit; und trotzdem muß ich mich plagen und abrackern; trotzdem bin ich nicht verschont von Krankheit und Sorgen. –
  • „Wenn ich dagegen andere anschaue, die sich keinen Deut um Gott und seine Gebote scheren, wie gut scheint es denen zu gehen! Wo bleibt da die Gerechtigkeit?!“ So können Menschen sprechen, wenn sie in arger Bedrängnis sind.
  • Solche Gedanken steigen auch in Christen in mancher Situation auf. Solche Gedanken sind aber auch der Hl. Schrift nicht fremd. Der Prophet Maleachi, dessen Worte wir in der Lesung gehört haben, wird damit konfrontiert. Leute seiner Zeit, gläubige Juden, fromme Menschen kommen mit diesen Vorwürfen.
2 Mit großen Erwartungen
  • waren sie im Jahre 538 v.Chr. aus dem babylonischen Exil heimgekehrt in das Land ihrer Väter. Propheten hatten ihren Eifer entfacht mit der Verheißung: Wenn erst der Tempel wieder steht, wird die Heilszeit anbrechen, dann geht es allen gut. –
  • Aber schon bald wurde der Aufschwung erstickt in Mühsal und Armseligkeit. Die gerissen genug waren, kamen zwar voran; doch die, die Rücksicht nahmen, die sich nicht auf Kosten anderer bereicherten, die wurden immer ärmer und abhängiger. Ein Bericht aus der damaligen Zeit sagt: Verarmte mußten nicht nur Felder und Häuser an Stammesgenossen verpfänden, sie mußten ihnen sogar ihre Kinder als Sklaven überlassen (Neh 5,1ff).
Da ist die
2.1 Folgerung, die der Prophet Maleachi zu hören bekommt,
  • durchaus verständlich: „Es hat keinen Sinn, Gott zu dienen! Was haben wir davon, daß wir seine Gebote befolgen und uns seinetwegen vom Treiben der Welt fernhalten?“
  • Und weiter „Wir sehen ja, wie gut es den Menschen geht, die sich nicht um Gott und seinen Willen kümmern. Sie sind reich und glücklich, obwohl sie böse sind. Sie stellen Gott auf die Probe, und kommen doch straflos davon.“
  • Es ist verständlich, was da gesagt wird. Und doch: Halten wir als Leser der Hl. Schrift nicht unwillkürlich den Atem an? Sind solche Worte nicht gotteslästerlich? Darf man so zu Gott oder zu einem Vertreter Gottes sprechen? – Umso mehr berührt es, wie der Prophet Maleachi reagiert.
2.2 Er antwortet wie ein guter Seelsorger:
  • nicht mit drohend erhobenem Finger, er schimpft nicht; er gibt seiner Gemeinde vielmehr Trost. Er sagt nämlich von Gott: „Der Herr horchte auf und hörte aufmerksam hin, als die Menschen, die ihm treu geblieben waren, so untereinander redeten.“
  • Der Prophet sagt: Gott versteht euer Klagen. Er verschließt sich euren bitteren Worten nicht. Er gesteht euch sogar das Recht zu, so zu reden. Denn er sieht ein: Ihr habt allen Grund dazu. – So redet ein Prophet von Gott!
2.3 Er versucht sie zu trösten:
  •  „Denn der Herr ließ ein Buch schreiben, das alle in Erinnerung hält, die ihn achten und ehren. An dem Tag, an dem ich eingreife – so spricht der Herr der Heere – werde ich gut zu ihnen sein, wie ein Mann gut ist zu seinem Sohn, der ihn achtet. Dann werdet ihr den Unterschied sehen zwischen den Gerechten und dem, der Unrecht tut, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.“
  • Das ist das feste Versprechen Gottes: Es wird der Tag kommen, an dem sich zeigen wird, was wirklich wert ist im Leben der Menschen. Es wird an den Tag kommen, was Bestand hat vor Gott und was nicht. –
2.4 Warnung und Trost sind diese Worte zugleich
2.4.1 Warnung sind sie
  • für den, der jetzt nur auf seinen eigenen Vorteil schaut, der sich nicht darum kümmert, daß Gott Gerechtigkeit und Liebe will, Wohlergehen für alle. Wer sich so verhält, dessen Lebenswerk wird verbrennen wie Stroh; es wird eingehen gleich einem Baum, der ohne Wurzeln und Zweige abstirbt.
  • Auch schlimme Ereignisse wie die Zerstörung Jerusalems, gewaltige Erdbeben, Seuchen und Hungersnöte, die Verfolgung der Christen in vielen Teilen der Welt sind immer nur Vorboten des Endes. Immer gilt „Gebt acht, dass man euch nicht irreführt.“ Lauft Menschen nicht nach, die sich als Heilsbringer und Erlöser aufspielen.
2.4.2 Trost sind diese Worte
  •  für alle, die sich mühen um Gottes Willen, um Gerechtigkeit und Liebe. Wenn jetzt auch so manches dagegen spricht, manche Sorge und Plage, Entbehrung und Leid, ihnen wird Gottes Sonne aufgehen. Der Herr verheißt vielmehr im Evangelium „Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können“[2] Schlimme Zeiten, auch Zeiten der Verfolgung sind für uns Christen immer eine Chance Zeugnis abzulegen für die barmherzige Liebe und Sorge Gottes für uns Menschen.
  • Wie die wärmenden Strahlen der Sonne im Frühling die Erde auftauen, wie sie neues Leben und Grün hervorlocken, so wird Gott seinen Treuen Heilung schenken. Er selbst wird die Wunden heilen, die das Leben ihnen geschlagen hat. Denn er hat sie nicht vergessen. In Gegenteil: Wenn wir standhaft bleiben, werden wir das unvergängliche Leben gewinnen.[3]
  • „Die Sonne bringt es an den Tag“, heißt es im Sprichwort. – Keine Angst - Gottes Sonne wird es an den Tag bringen, was unser Leben wert ist. Die Freude und Seligkeit wird unbändig sein, wie das Bild von den Freudensprüngen machenden Kälbern andeutet, die aus dem Stall in die Freiheit hinausgelassen werden.

[1] Homilie zu Mal 3,13-20
[2]  Lk 21,13
[3] Lk 13,19
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