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2009 (B) Sonntage im Jahreskreis

Homilie wurde am 15. Sonntag B in Großenbuch Johannes d. Täufer gehalten

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Boten Gottes - Auftrag und Verantwortung

1 Gläubige Grundhaltung

  • Wenn Politiker mit Politikern, Gewerkschaftler mit Arbeitgebern, Wirtschaftsbosse mit Geschäftspartnern verhandeln, spricht man gern von Verhandlungstaktik. Ob es im heutigen Evangelium auch um so etwas geht?
  • Jesus gibt Anweisungen, wie sich seine Jünger bei ihrem Einsatz verhalten und wie sie vorgehen sollen. Dabei geht es nicht um Taktik, wie sie am besten Menschen überlisten oder fangen könnten.
  • Es geht Jesus um die gläubige Grundhaltung, um die sich seine Gesandten bemühen sollen.
Dabei ist zu beachten, dass diese Anweisungen zeit- und umweltabhängig sind. Damals war es eben in Palästina so, daß die meisten Menschen in großer Armut lebten und nur ein einziges Gewand besaßen.
Was aber ist das Bleibende, der gültige Sinn, der hinter diesen Anweisungen Jesu steht? Es geht um

2 Auftrag und Verantwortung der Boten Jesu

2.1  Jesus ruft und sendet

Die Boten kommen nicht in eigener Sache, nicht aus eigenem Anspruch, nicht in eigener Vollmacht. Sie sind gerufen und gesandt. Darum ist es ihre Aufgabe, weiterzugeben, was sie empfangen haben; auszurichten, was er gesagt und getan hat.

 2.1.1   Die Botschaft vom Reich Gottes ist ein Angebot und eine Einladung an die Menschen. Jesus wird nicht müde vom Erbarmen und von der Liebe des Vaters zu reden. Er ruft die Menschen auf, dieser Botschaft zu vertrauen und aus diesem Vertrauen heraus zu leben. Jesus wendet sich an alle. Er scheut keine Mühe.

2.1.2   Jesus geht den Verlorenen nach. Er ist wie einer, der an die Tür klopft, aber er tritt nicht ein, wenn jemand nicht „herein“ sagt. Niemanden biedert er sich an, niemanden drängt er sich auf. Nie läuft er jemandem nach, um ihn unter Druck zu setzen. Bei aller Sorge um den Menschen respektiert Jesus die Freiheit und Eigenverantwortung des Menschen. Sein Vorgehen und Verhalten ist Maßstab für den Gesendeten. Das bedeutet, daß die Verkünder

2.2 Wie Jesus arbeiten

Weil die Jünger von ihm gerufen und gesandt sind, sollen sie mit der Haltung und Hoffnung Jesu an die Arbeit gehen.

2.2.1   Sie sollen den Leuten nicht die Tür einrennen und auch nicht unter Druck setzen. Darum die Mahnung: „Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt.“ Bei der Gastfreundschaft des Orients war es kein Problem für einen Wandermissionar Unterkunft zu finden. Der Missionar soll bei der Beanspruchung der ihm gewährten Gastfreundschaft aber mit dem zufrieden sein, was ihm geboten wird. Nicht seine irdischen Bedürfnisse sollen wichtig sein, sondern allein die Verkündigung der frohen Botschaft.

2.2.2   Der Jünger Jesu trägt die Verantwortung dafür, daß die Botschaft Jesu verkündet wird. Er muss sie anbieten. Mehr kann er nicht tun, mehr hat er auch nicht zu verantworten. Er mag über die Interesselosigkeit oder Ablehnung der Hörer bekümmert sein, er mag unter seiner Verantwortung leiden, er muss an sich arbeiten, alles in seinen Kräften stehende tun.
         Aber der Herr sagt: „Wenn man euch nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von eueren Füßen, zum Zeugnis wider sie.“ Diese symbolische Geste übte der Israelit, wenn er aus von Heiden bewohntem Land zurückkehrte. Alles, was da noch an ihnen hängen geblieben ist, sollen sie abschütteln.
         Nimmt einer die Botschaft nicht an, wird es sich dafür verantworten müssen. Das Weggehen des Verkünders hat beim Endgericht unheilvolle Folgen für die sich der Botschaft Verschließenden.

                   Es gilt also, so wie Jesus zu arbeiten und sich einzusetzen. Aber als 3. zu bedenken:

3 Im Vertrauen auf die Kraft der Botschaft

sendet Jesus sein Jünger aus. „Er gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und er gebot ihnen außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, keinen zweiten Rock, an den Füßen nur Sandalen.“

3.1   Die Missionare sollen dem damals umherziehenden Wanderphilosophen an Bedürfnislosigkeit gleichkommen. Also nach außen glaubwürdig sein.

3.2   Andererseits sind diese Vorschriften  nicht als asketische Anweisung zu verstehen. Das NT denkt da sehr nüchtern. An anderer Stelle heißt es von den Verkündern: „Jeder Arbeiter ist seines Lohnes wert.“
Es geht also nicht um Kleidervorschriften, sondern um die innere Einstellung und Haltung der Jünger: Sie sollen sich von allem unnötigen Ballast frei halten, damit sie beweglich bleiben; fähig sind, sich wieder auf den Weg zu machen; ganz frei zu sein für den Auftrag, die Sendung und die Verkündigung.

3.3   In unsere Zeit übersetzt heißt dies, dass die Gemeinde dem Verkünder das abnimmt, was ihn in seiner eigentlichen Aufgabe behindert, die Sorge um Haus und Haushalt bis zur Führung der Kirchenrechnung. Auch die Ehelosigkeit des Verkünders hat hier eine ihrer Begründungen.
Es geht nicht darum, daß die Verkünder ein leichtes Leben haben, sondern daß sie Kraft und Energie für ihre eigentliche Sendung bekommen. Und diese ist so wichtig, dass sie den ganzen Einsatz und den ganzen Menschen in Anspruch nimmt.

3.4   Die Jünger sollen sich nicht auf äußere Sicherungen verlassen, sondern sie sollen ganz und gar auf die Kraft und Vollmacht, die Jesus ihnen gegeben hat, vertrauen.
Sie sollen einander vertrauen und zusammenarbeiten. Deshalb sendet er sie nicht allein, sondern zu Zweien aus.
Sie sollen auch auf die glaubenden Menschen vertrauen. Sie werden die Boten Jesu nicht im Stich lassen. Sie werden das letzte mit ihnen teilen.
  • Die Jünger sind dabei nicht schlecht gefahren. Als sie zu Jesus zurückkommen, fragt er sie: „Da ich euch ausschickte ohne Beutel, ohne Tasche und Schuhe, hat euch da etwas gemangelt?“ Sie konnten ohne Zögern sagen: „Nichts“.
Das heutige Evangelium ist daher sowohl für die Gewissenserforschung des Verkünders geeignet, wie auch zur

4  Gewissenserforschung der christlichen Gemeinden.

  • Wo kann ich als Glaubender mithelfen, daß die Verkünder befreit werden von Dingen, die sie von ihrer eigentlichen Sendung abhalten, dem Verkündigen und dem Austeilen der göttlichen Heilsgaben, die uns Christus in den Sakramenten geschenkt hat, dem Dienen des Heils der Menschen?
  • Welche Aufgaben und Dienste kann ich übernehmen, damit die Voraussetzungen für eine kraftvolle und befreiende Verkündigung der Heilsbotschaft geschaffen werden, welche sind: Das Studium der Heiligen Schriften, der Aussagen der Väter und Mütter des Glaubens sowie das Forschen und Nachdenken heutiger Theologie, das Hinschauen und Hinhören auf Leben und Aussagen exemplarischer Christen; das Durchmeditieren und Durchbeten der zu verkündenden Botschaft.
  • Die Heilung der leiblich Kranken nehmen uns heute weitgehend die Ärzte ab. Aber dem Menschen seelisch beizustehen, ihn aufzurichten, ihm die befreiende Liebe Gottes im Wort und Sakrament mitzuteilen, ihn innerlich aufzubauen, das ist und bleibt die vordringliche Aufgabe des Verkünders.
  • Und jeder kann durch seine sensible Mitarbeit in der Gemeinde bei der Bewältigung dieser Aufgabe mithelfen. Bei dem größer werdenden Priestermangel wird dies in Zukunft noch nötiger sein.
  •  Durch Taufe und Firmung ist jeder vom Herrn gesandt ihn und sein Evangelium in der Welt zu bezeugen. Von dem, was der Herr von den Boten seines Evangeliums verlangt, dürfen und sollten wir uns alle eine Scheibe abschneiden für unser Christsein.

 

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