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Lesejahr B 2014/12 bis 2015/11

Predigt - Homilie

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Der Dienst des Priesters auf dem Weg nach Ostern
Wie schon am 2. Fasensonntag bereiten uns die Schrifttexte des 3. Fastensonntags  die Taufbewerber und uns die Getauften darauf vor, das österliche Paschageschehen - den rettenden und befreienden Vorübergang Gottes in Tod und Auferstehung seines Sohnes Jesus Christus - gläubig anzunehmen. Indem wir Priester dies den Menschen verkünden, werden wir zum
I. Priester - Diener der Freiheit, die Gott schenkt[1]
Das ganze Leben lang sind wir Menschen dahinter her, uns zeitliche Güter zu beschaffen, denn sie sind Grundlage für ein gutes irdisches Leben. Aber zeitliche Güter sind zweideutig. Sie können uns so in Beschlag nehmen, dass wir dabei die ewigen bleibenden himmlischen Güter aus dem Blick und aus dem Sinn verlieren. Deshalb gibt uns Jesus zu bedenken, wer nur auf diese Weise "sein Leben zu bewahren sucht, wird es verlieren." [2]
Wahre Christen schätzen den Dienst des Priesters hoch, weil Gott uns durch ihn in die Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes führen will. Durch den Dienst der Bischöfe, Priester und Diakone soll die der Vergänglichkeit unterworfene Schöpfung und der Mensch erfahren, dass sie "von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden sollen zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes."[3] 
Das Volk Gottes schätzt den Dienst des Priesters deshalb so hoch, weil er die von Gott in der Taufe Geheiligten "für die Erfüllung ihres Dienstes für den Aufbau des Leibes Christi bereitet."[4]
So bereitet können wir
II. Auf dem Weg nach Ostern zur Auferstehung voranschreiten.
Die erste Lesung aus dem Buch Exodus[5] leitet uns an,
1. Die Wegweiser beachten, die unsere Freiheit sichern
1.1 Die Lebensregeln der Freiheit
Wer über Gott redet, muss auch über die 10 Gebote oder besser über die »Lebensregeln der Freiheit« sprechen. Viele kennen die 10 Gebote auswendig. In unserer Schulzeit haben wir sie gelernt. Hoffentlich! Dabei haben wir vielleicht den wichtigsten Satz, den ersten, nicht mitgelernt. Gott spricht: »Ich bin der Herr, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Sklavenhaus Ägypten«.
Gott gibt nicht Gebote und Verbote um unsere Freiheit einzuschränken, uns zu schikanieren oder abhängig zu machen; Er gibt sie uns, um uns herauszuführen aus dem Sklavenhaus, aus allem, was uns versklavt, abhängig macht, der Willkür ausliefert.
 
1.2 Gott sichert Menschenwürde und Menschenrechte
Weil Jahwe der Gott ist, der rettet, der dem Menschen seine Menschenwürde und Menschenrechte wahren will, schützt er ihn vor der Diktatur derer, sie sich selber für Götter halten, die das Recht nach ihrer Willkür beugen, die Lüge für Wahrheit erklären, die glauben, über das Leben und Recht anderer verfügen zu können. Im EU Parlament wird gerade wird gerade wieder versucht, Abtreibung als Menschenrecht durchzusetzen.
So sind die zehn Lebensregeln, die Gott uns gibt, die Absage an jedwede menschliche Diktatur. Ich bin der Herr, dein Gott, beginnt das erste Gebot. Dies ist das klarste Bekenntnis zu den unveräußerlichen Menschenrechten, das Fundament aller von Gott verbrieften Menschenwürde.
In den zehn Geboten macht sich Gott, der den Menschen nach seinem Bild schuf, zum Garant dieser Menschenwürde. Weil von Gott gegeben und verbrieft, ist die Würde des Menschen unantastbar. So führt Jahwe durch diese Lebensregeln heraus aus dem Sklavenhaus fremder und eigner Abhängigkeiten und Zwänge. Die zehn Gebote wollen also unsere Freiheit und Menschenwürde sichern.
1.3 Geschehen schlimme Dinge, fragen Betroffene: "Wo war Gott?"
Wir müssten eher fragen: Ihr Menschen, seid ihr denn bei Gott? Nehmt ihr ihn ernst? Sucht ihr ihn? Nimmt er in euerem Leben den 1. Platz ein? Oder braucht ihr ihn nur, wenn etwas schief geht?
Am Donnerstag in der Lesung zur Vesper hörte ich den Apostel Jakobus sagen: "Ordnet euch also Gott unter! Widersteht dem Teufel; dann wird er vor euch fliehen. Sucht die Nähe Gottes; dann wird er sich euch nähern. Reinigt die Hände ihr Sünder, läutert euer Herz ihr Menschen mit zwei Seelen!"[6]
1.4 Vom Antichristen zum Antimenschen
Der ohne Gott lebende Mensch wird leicht zum Teufel, zum Antimenschen, dem in seiner Anerkennungssucht jedes Mittel recht ist, der sich sogar zum Herrn über Leben und Tod erhebt. So haben wir es schon einmal als perfekte Perversion in 3. Reich der Nazis erlebt. Die Ungeborenen sind heute weltweit millionenfach Opfer der Unmenschlichkeit. Dir nächsten Opfer werden behinderten und der Pflege bedürftigen Menschen sein.
Kehrt die Mehrheit eines Volkes Gott den Rücken, dann muss es sich von Gott durch Jeremia sagen lassen: "Sie kehren mir den Rücken zu und nicht das Gesicht; sind sie aber in Not, dann rufen sie: Erheb dich und hilf uns!"[7] Und weiter: "Sie aber hörten nicht und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern folgten den Eingebungen und Trieben ihres bösen Herzens. Sie zeigten mir den Rücken und nicht das Gesicht."[8]
Darum gilt in dieser konkreten Not, was Gott allen Menschen durch den Propheten Jesaja sagt, "Wendet euch mir zu und lasst euch erretten..., denn ich bin Gott und sonst niemand."[9]
In der 2. Lesung verkündigt uns Paulus auf dem Weg nach Ostern
2. Jesus Christus als den Gekreuzigten.
Den Gekreuzigten? Ja, sie haben recht gehört.
2.1 Der Gekreuzigte ist der von den Toten Auferstandene.
Wir können zum Gekreuzigten aufschauen und ihm nachgehen bis unter den Schandpfahl des Kreuzes, weil er auferweckt wurde.
War für die Griechen die Philosophie das Maß aller Dinge, so suchten die Juden Wunderzeichen, die Jesu Botschaft als wahr beweisen sollten.
Beides, der absolute Glaube an die Weisheit der Philosophie und die Kraft der Wunder, führten jedoch nicht zum Glauben an Jesus Christus, als den von Gott gesandten Erlöser und Befreier.
Paulus kannte die Ablehnung der Gesellschaft nur zu gut, die seine Brüder und Schwestern im Glauben zu erdulden hatten.
2.2 Trotz der schwierigen Umstände macht der Apostel den Gläubigen Mut:
Steht dazu, dass die Welt euch Dummköpfe nennt! Denn Gott dreht diese Bewertung um. Für ihn sind die nach dem Urteil der Welt Törichten weise und die Schwachen stark.
Wer an Gott glaubt, wer also - mit Paulus gesprochen - berufen ist, der ist stark in seiner Schwachheit und weise in seiner Torheit. Berufen sind nach Paulus alle, die an Gottes Kraft und Weisheit glauben: Judenchristen genauso wie Heidenchristen aus der griechischen Welt. Niemand ist ausgeschlossen.
2.3 Allein die Liebe zählt
Nicht kluge Gedankenkonstruktionen, nicht die Wunder der Technik, nicht spektakuläre Events, sind letztlich für die menschliche Existenz wichtig, sondern einzig die Liebe, die mitgeht bis in die tiefste Not und Erniedrigung des Menschsein, Liebe die solidarisch ist mit den Armen, Hungernden, Kranken, mit von ungerechten Strukturen und Verhältnissen Niedergedrückten, mit den an gefühlter Sinnlosigkeit und Gottesferne Leidenden. Dorthin geht Jesus mit bis in den von ihm erlittenen politisch religiös motivierten unschuldigen gewaltsamen Tod.
2.4 Gott geht in Jesus mit bis in den Tod
Nur in diesem Gott, der in Jesus mitgeht bis in den Tod, den Tod am Schandpfahl des Kreuzes, finden wir unser Glück. »Den Betern hilf, Dreieinigkeit!" an diese Aussage des Bischofs Ambrosius erinnert die heilige Monika ihren Sohn Augustinus. Und sie fügt hinzu: "Das ist zweifellos das Glück, das ist vollkommenes Leben! Ihm eilen wir entgegen, und wir erwarten mit Recht dorthin gelangen zu können, in festem Glauben, freudiger Hoffnung und flammender Liebe."
Auch wir dürfen es wagen auf dem Weg nach Ostern mit dem Psalm 16 zu sprechen:  "Ich sage zum Herrn «Du bist mein Herr; mein ganzes Glück bist du allein.»[10]
Hören wir zuletzt noch auf das heutige Evangelium.
3. Jesus nimmt uns auf dem Weg nach Ostern in den Tempel mit.
3.1 Tempelreinigung und der Zorn Gottes
In heiligem Zorn reinigt er das Haus Gottes von allem, was der wahren Anbetung Gottes im Wege steht. Jesus liebt den Tempel. Schon als 12jähriger war er zum ersten Mal da. Er nennt ihn »Haus seines Vaters«. Deshalb erträgt er es nicht, dass dieser Tempel durch Geschäftemacher entwürdigt wird.
Jesus handelt aus dem Sohnesbewusstsein. Die Leidenschaft für "das Haus seines Vaters" (vgl. Lk 2,49) treibt ihn zur Tempelreinigung an. Das ist für seine Gegner der entscheidende Anlass, ihn umzubringen.
3.2 Aus der Lebenshingabe Jesu entsteht der neue Tempel Gottes
Der geistige Tempel, der neue Ort der Anbetung im Geist und in der Wahrheit[11] und Quell der Lebensströme[12], der den ganzen Kosmos umfassende Auferstehungsleib Christi. Jesus vollzieht also eine "Kultkonzentration" auf seine eigene Person und den Tempel seines Leibes, in dem nun die wahre Gottesbegegnung stattfindet.
Nicht mehr ein Haus aus Steinen, sondern der auferweckte und auferstandene Gott-Mensch ist der Ort der Anbetung Gottes. Durch IHN und mit IHM und in IHM wird in Zukunft der Vater im Geist und in der Wahrheit angebetet werden, wie Jesus der Samariterin am Jakobsbrunnen voraussagt.
3.3 Wir – der gereinigte Tempel Gottes
Der große Mystiker des Mittelalters Meister Eckhard sagt: Der Tempel, in dem Gott mit seiner Gewalt und nach seinem Willen herrschen will, das ist des Menschen Seele. Darum will Gott diesen Tempel frei haben, so dass rein nichts mehr in ihm sein soll als Er selbst.
Es geht also nicht nur um den Frühjahrsputz in unseren Gotteshäusern. Nicht nur das Innere des Tempels, des Gebäudes muss vom Geist des Haben Wollens und der Gier gereinigt werden, sondern auch das Innere des Menschen, unser Inneres, müssen wir vom Herrn reinigen lassen.
In uns muss der Herr Tische der Gier nach dem Geld umstoßen, muss das auf sich selbst fixierte Ich, muss er das Tierisch-Triebhafte aus dem Tempel unseres Leibes hinaustreiben, damit wir innerlich ganz offen und hingegeben an Gott und seinen Messias Jesus sein können. Diese Tempelreinigung hätten wir und die ganze Gesellschaft dringend nötig.

3.4 Der Heilsdienst Jesu und der Priester

Es gilt nach wie vor das Gebot der Kirche: "Du sollst wenigstens einmal im Jahre deine Sünden beichten und zwar in der österlichen Zeit." Den Tempel Gottes, der wir seit unserer Taufe sind, vom gekreuzigten und auferstandenen Herrn durch den Dienst des Priesters reinigen zu lassen, räumt die viele Hindernisse auf dem Weg nach Ostern, auf dem Weg zur Befreiung, zur Auferstehung weg.
„Solange wir einen unreinen Geist haben, werden wir uns schwer tun, Gott zu suchen und zu finden, können wir nicht glücklich werden.“
So wollen wir in dieser Eucharistie durch Christus, mit ihm und in ihm Gott danken und preisen für seine liebende Nähe in seinem Wort, im Opfer und Mahl seines Sohnes. „Komm zu mir, “ sagt Jesus zu jeden von uns, „Ich reinige und heilige Dich für die Auferstehung von den Toten.“

[1] Homilie zu den Texten des 3.Fastsonntags B
[2] Lk 17,33
[3] Röm 8,21
[4] Eph 4,12
[5] Ex 20,1-17
[6] Jak 4,7f.
[7] Jer 2,27
[8] Jer 7,24
[9] Jes 45,22
[10] Ps 16,2
[11] Joh 4,23
[12] Joh 19,34; 7,38
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