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Lesejahr B 2014/12 bis 2015/11

Predigt - Homilieam 26.So.B2015 in ULF  Dormitz

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• Die Weite des Herzens Gottes
1 Der Hang zur Abgrenzung und Revierbildung
• ist in uns allen vorhanden. Es ist das Gesetz der Tierreichs. Wir haben die eigene Sprache und das eigene Volk; die eigene Familie und Konfession; den eigenen Ortsteil und den eigenen Verein.
• Unser Eigenes bevorzugen wir gefühlsmäßig. Auch der 2. Teil des Hauptgebotes der Bibel weißt in diese Richtung: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Selbstliebe als Grundlage für die Nächstenliebe.
• Wer die eigene Sprache nicht beherrscht, wird nur schwer eine fremde erlernen. Wer mit dem ihm Nahen nicht zurechtkommt, wird schwerlich mit dem Fremden zurechtkommen. Wer in der eigenen Kirche nicht zuhause ist und ihren Reichtum nicht in sich trägt, ist kaum fähig zu fruchtbarer Begegnung mit anderen Konfessionen oder Religionen.
• Der Hang zur Abgrenzung beinhaltet aber auch etwas Gefährliches. Er kann zur Abschottung führen. Die Verteidigung des eigenen Reviers kann zu aggressiven Auseinandersetzungen und zu Kriegen führen. Inzucht nannten wir es, wenn früher Dörfer nur auf sich fixiert waren und niemand von auswärts geheiratet werden durfte. Eine Verengung des Blicks und des Denkens, das Überhandnehmen von Erbkrankheiten waren oft die Folge.
 2 Gottes Heilswirken ist grenzenlos[1]
• Gott ist der Schöpfer aller Menschen. Und wer den Schöpfer liebt, liebt auch sein Geschöpf, auch wenn es ganz anders ist als er selber. Darum steht im Hauptgebot an erster Stelle „Gott aus ganzem Herzen, mit all meinen Gedanken und meiner ganzen Vitalität zu lieben“.
• Jesus macht es uns im heutigen Evangelium vor. Ein Dämonenaustreiber, der in seinem Namen psychisch kranke Menschen befreit, ist für ihn kein Gegner, nur weil er nicht zur Jüngergemeinschaft gehört.  "Hindert ihn nicht", sagt Jesus. "Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns."
• Deshalb werden wir nicht verächtlich über das Gute, das in anderen Konfessionen und Religionen geschieht verächtlich denken oder reden. Wir werden es vielmehr hochschätzen. Es verbindet uns meist miteinander. Es zeigt uns die Weite des Herzens Gottes: Sein Heil kennt keine Grenzen.
• Das 2.Vat.: "Wer nämlich  das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluß der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen."[2]
3 Der Geist Gottes weht, wo er will
• Die erste Lesung aus dem  Buch Numeri zeigt es uns. Zwei Männer, die nicht  zum Offenbarungszelt hinausgegangen waren, Elad und Medad, gerieten im Lager in prophetische Verzückung. Sie hatten nicht an der offiziellen Feier teilgenommen, obwohl sie auf der Liste standen. Denoch geraten sie in prophetische Verzückung.
• Das missfällt dem Josua. Er fordert Mose auf einzuschreiten. Mose - selber vom Geist Gottes erfüllt - weist das Ansinnen des Josua zurück. Der Geist weht, wo er will. Er kennt keine Schranken und Grenzen.
• Mose denkt in der Weite des Geistes Gottes und sein Wunsch weist in die Zukunft: "Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde, wenn nur der Herr seinen Geist auf sie alle legte!"
• Petrus sieht in seiner Pfingstpredigt diesen Wunsch des Mose, den später der Prophet Joel aufgreift, erfüllt.[3]
• Die Kirche verkündet dieses Geschenk Gottes im Taufritus: Jeder Getaufte hat teil am Prophetenamt Jesu Christi: "Du wirst mit dem heiligen Chrisam gesalbt; denn du bist Glied des Volkes Gottes und gehörst für immer Christus an, der gesalbt ist zum Priester, König und Propheten in Ewigkeit." [4]
• So wie Mose den 70 Ältesten teilgibt an dem Geist, den er empfangen, so schenkt uns Jesus Christus in der Taufe Anteil an dem Geist, der auf ihm ruht.
• Prophet bedeutet wörtlich "für jemand zu sprechen". Also vom Geist Gottes erleuchtet für Gott zu sprechen, Im Lichte des Evangeliums die Zeichen der Zeit zu deuten, für Gott und seine Sache begeistert einzutreten. Jeder ist durch die Taufe dazu berufen.
• Ausdrücklich wird in Lumen Gentium[5] betont, dass Christus sein Prophetenamt "nicht nur durch die Hierarchie, die in seinem Namen und in seiner Vollmacht lehrt, sein prophetisches Amt erfüllt, sondern auch durch die Laien" .
• Und zwar geschieht dies "in den gewöhnlichen Verhältnissen der Welt",  und in der "Verkündigung der Botschaft Christi durch das Zeugnis des Lebens und das Wort."
• Prophet heißt "vor der Welt Zeuge der Auferstehung und des Lebens Jesu, unseres Herrn, und ein Zeichen des lebendigen Gottes sein."[6]
4 Die Weite des Herzens Jesu
• Bei Matthäus steht das Wort Jesu: „Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich.“[7] Damit meint er aber jene, die sein Werk der Heilung und Befreiung des Menschen als Teufelswerk bezeichnen.
• Im heutigen Evangelium beschweren sich die Jünger Jesu über einen nicht zur Jüngergemeinschaft gehörenden aber im Namen Jesu Dämonen austreibenden Mann. Ja, sie versuchen ihn daran zu hindern, „weil er uns nicht nachfolgt.“[8]
• Jesus weist sie in die Schranken: „Hindert ihn nicht!“[9] Er begründet dies mit den Worten „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“[10]
• Für Jesus ist das Bekenntnis zu ihm und das Handeln in seinem Sinn vorrangig vor der Zugehörigkeit zur Jüngergemeinschaft, zur Kirche. So wichtig diese ist. Denn zu seinem Heilswerkzeug in der Welt hat er sie erwählt: „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat." [11]
• Die Weite des Herzens Jesu gegenüber den nicht zu unserer Kirche Gehörenden - aber im seinem Namen und Sinn Wirkenden - steht uns also gut an.
• Die Verkündigungstexte des heutigen Sonntag sprechen eine klare Sprache: Es gibt keine Exklusivrechte auf den Geist Gottes und auf die Gaben der Schöpfung. Der Wunsch des Mose sollte unser aller Gebet sein: „Wenn nur das ganze Volk des Herrn zu Propheten würde. Wenn nur der Herr seinen Geist auf alle legte.“[12]
5 „Offene Herzen, offener Geist“
rief der Papst Franzskus den Jugendlichen Kubas zu.
• „Wenn du anders denkst als ich, warum sprechen wir dann nicht einfach miteinander? Warum werfen wir Steine auf alles, was uns trennt, auf jeden, der anders ist?“
• Sein Ratschlag: Mit dem Sprechen über Dinge beginnen, die verbinden, und dann über die Unterschiede reden. „Aber ich sage: miteinander sprechen!“
• Erst dadurch komme man zum Gemeinwohl -  zur „sozialen Freundschaft“ - fuhr Papst Franziskus in seinen Gedanken fort. Die soziale Feindschaft zerstöre. „Um dies bitte ich euch heute: Seid fähig, soziale Freundschaft zu schaffen!“
6 Der Papst erzählte ein selbst erlebtes Beispiel:
In Buenos Aires war eine Gruppe junger Universitätsstudenten dabei, in einer neuen Pfarrei in einer sehr, sehr armen Zone einige Pfarrsäle zu bauen. Und der Pfarrer sagte mir: „Kommen Sie doch einmal an einem Samstag, dann stelle ich sie Ihnen vor.“
 Es waren Jungen und Mädchen von der Universität. An den Samstagen und Sonntagen arbeiteten sie an dem Bau. Ich kam und sah sie, und sie wurden mir vorgestellt: „Das ist der Architekt, er ist Jude; dieser ist Kommunist, der hier ist praktizierender Katholik, dieser ist…“
Alle waren verschieden, aber alle arbeiteten gemeinsam für das Gemeinwohl. Das bedeutet soziale Freundschaft, das Gemeinwohl suchen.
Die soziale Feindschaft zerstört. Und durch die Feindschaft wird eine Familie zerstört. Durch die Feindschaft wird ein Land zerstört. Durch die Feindschaft wird die Welt zerstört. Und die größte Feindschaft ist der Krieg.
Und heute sehen wir, dass die Welt dabei ist, sich durch den Krieg zu zerstören. Denn sie sind unfähig, sich an einen Tisch zu setzen und miteinander zu sprechen: „Gut, verhandeln wir. Was können wir gemeinsam tun? Worin werden wir nicht nachgeben? Aber lasst uns keine Menschen mehr töten!“
„Und das ist es, worum ich euch heute bitte: Seid fähig, soziale Freundschaft zu bilden!“[13]
[1] Mk 9.38-40
[2] LG 16
[3] Apg 2,1.
[4] FT 29
[5] LG 35
[6] LG 38
[7] Mt 12,30
[8] Mk 9,38b
[9] Mk 9,39
[10] Mk 9,40
[11] Lk 10,16
[12] Num 13,29
[13] Papst Franziskus in Cuba zu Jugendlichen Sept 2015
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