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Predigten

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Lesejahr B 2014/12 bis 2015/11

Predigt - Homilieam 20.So.B2015 in ULF Dormitz

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Jesus – das Lebendige Brot vom Himmel [1]

"ICH BIN DAS LEBENDIGE BROT,
DAS VOM HIMMEL HERABGEKOMMEN IST.
WER VON DIESEM BROT ISST, WIRD IN EWIGKEIT LEBEN."[2]

1 Es geht um die Person Jesus
Es geht im christlichen Glauben darum ihn sich einzuverleiben - dies meint ja essen. Dabei geht es um den ganzen Jesus, 

➡ um Jesus der im Wort des Evangeliums zu uns spricht, uns anspricht; 

➡ um Jesus, der sich den Menschen zuwendet, sie heilt, ihnen ihre Sünden vergibt, ihnen hilft in ihren existentiellen Nöten; 

➡ Es geht um Jesus der das Kreuz auf sich nimmt und die Bosheit und Blindheit seiner Gegner fortliebt; 

➡ um Jesus, den der Vater von den Toten auferweckt und zu seiner Rechten erhöht, den er zum Haupt des Leibes macht, der die Kirche ist, also wir sind. 

All das ist gemeint, wenn Jesus sich als das vom Himmel gekommene Brot bezeichnet von dem wir essen sollen damit wir in Ewigkeit leben. Immer geht um das Eins-werden mit ihm als Person.
2 Es gibt zwei Möglichkeiten der Kommunion
2.1 Die erste Möglichkeit
Du isst ein kleines Stückchen Brot. Schon beim Kauen fängt die Verdauung an. Es gibt dir ein klein wenig Energie. Der verdaute Rest wird ausgeschieden. Landet im Klärwerk.

 Es kann sogar passieren, dass du dir gar nichts dabei denkst. Dann hat sich die Kommunion nicht gelohnt. Im Gegenteil von diesen Menschen sagt Paulus in 1 Kor

 "Denn wer davon isst und trinkt ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt."[3]
2.2 Die zweite Möglichkeit
Du isst dieses Stückchen Brot als Speise, in der sich der Mensch gewordene gekreuzigte und auferstandene Herr Dir als Person schenkt.

Er wird eins mit dir und du mit ihm. Mit seiner Liebe und der Fülle seines Lebens erfüllt er deinen Leib und deine Seele, deinen Geist und deine Vitalität.

Dieses in ihm sein schenkt dir jetzt schon Anteil am ewigen Leben und verheißt Dir dass er Dich auferwecken wird am letzten Tag.

Einem schwer an Krebs erkrankten Mitbruder eröffnete der Arzt die Aussichtslosigkeit weiterer Behandlungen und die Schwere der Nebenwirkungen. Er fragte den Priester wie lange er denn noch leben möchte: Darauf antwortete der dieser: »Ich möchte nur ewig leben«. Das aber kann allein Jesus der Menschgewordene und auferstandene Sohn Gottes, der Sieger über Tod und Teufel Dir geben.

3 Die Eucharistie das intensivste Zeichen des Ineinander-seins
Wie die Nahrung einverleibt und vollständig vom Essenden aufgenommen wird, uns nährt und am irdischen Leben erhält -  so innig und belebend geschieht
3.1 im heiligen Opfer und Mahl die Verbindung des Glaubenden mit Christus
Die Wirklichkeit des Heiligen gibt sich in der Form einer verdaubaren Speise, und so entsteht eine unüberbietbare Kommunion - ein Einswerden mit dem Auferstandenen.

Die Eucharistie ist zugleich das stärkste Zeichen des Einswerdens mit den anderen Tischgenossen. Durch Jesus werden wir einander Nahrung auf unserem Lebens- und Glaubensweg, indem wir uns selbst geben und und uns einsetzen für einander.
3.2 Deshalb ist das eucharistische Brot neben dem Kreuz das größte Symbol des christlichen Glaubens
Das ist nicht verwunderlich: Es gibt im Deutschen das Wort "Kumpan" für einen Menschen, der mir verbunden ist, der die gleichen Erfahrungen macht, die gleiche schwere Arbeit zu leisten hat.

Das Wort kommt vom Lateinischen conpanis bedeutet ein Mensch der mit mir durch das tägliche Brot verbunden ist oder, Er ist Mit-Brot, er ist mir Brot, ich bin ihm Brot.

In der Kommunion werden wir ja durch die innige Vereinigung mit Christus, auch eins untereinander. Die Kommunion beseitigt also alle von Menschen errichteten Schranken zwischen den Kommunizierenden.

Vor der Kommunion empfangen wir vom Altar her durch den Priester den Friedensgruß. Ich muss also im Frieden sein mit Gott, mit meinen Mitmenschen und mit mir selber, wenn ich zum Tisch des Herrn gehe.

Freilich das Einswerden mit Christus und untereinander geschieht geschieht nur, wenn wir
3.3 Den Genuss des Leibes und Blutes Christi richtig verstehen
Das irdisch-materielle Essen muss vom Heiligen Geist erfüllt geschehen, andernfalls geht es uns wie den ungläubigen Juden, die empört sagen „Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?“ [4]

Durch unsere modernen Essgewohnheiten verdorben, im hastigem Verschlingen der Mahlzeiten wird nicht mehr erfahren, welch eine Kostbarkeit ein Stück Brot sein kann, wenn wir es lange kauend genießen.

Das Genießen braucht als erstes


3.3.1 Das Kauen - Beißen
Aufschlussreich ist, dass im griechischen Urtext zweimal im Zusammenhang mit der Kommunion das Wort Kauen gebraucht wird:

Jesus verwendet bewusst das provozierende Wort Kauen - Beißen, damit allen klar ist, es handelt sich nicht um ein symbolisches, sondern wirkliches Essen des Brotes, das sein Fleisch ist, also ER als Gottmensch.

Im Vers 54 »ὁ τρώγων μου τὴν σάρκα καὶ πίνων μου τὸ αἷμα«[5] dann nochmals im Vers 58 „Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.“ „καὶ ἀπέθανον· ὁ τρώγων τοῦτον τὸν ἄρτον, ζήσεται εἰς τὸν αἰῶνα.“

„Gut gekaut ist halb verdaut.“ Selbst den Wein müsse man kauen, sagte mein Vater immer, nur dann kann man genießen, was er enthält.
Was bedeutet das für die Kommunion?
3.3.2  Das Verkosten - meint wirkliches Essen und Trinken mit Verstand und Liebe
Wenn ich mit wachem Geist und Glauben unter dem Anhauch des Heiligen Geistes die heilige Speise verkoste und in personaler Begegnung mit Jesus in mich aufnehme, erfüllt er mich jetzt schon mit dem ewigen Leben und verheißt mir „ich werde dich auferwecken am letzten Tag.“ [6]

So wird die heilige Kommunion zur Speise der Unsterblichkeit. Und solchem Verkosten und Genießen der Heiligen Speise schenkt der Herr dem Gespeisten die innigste Einheit und Verbundenheit mit ihm, dem auferstandenen Herrn: "der bleibt in mir und ich bleibe in ihm."[7]

Deshalb werden wir immer gesammelt und ehrfürchtig mit Verstand und Liebe die heilige Speise zu uns nehmen. Beim Verkosten geht uns auf „wie gütig der Herr ist.“[8]

Er geht mit seiner Liebe und seiner Hingabe bis zur äußersten Möglichkeit des Eins-werdens - bis zur Einverleibung, wie beim Essen und Trinken geschieht.
4 „Ich in Christus“ und „Christus in mir“
Diese Feststellung beinhaltet eine Dichte und Tiefe, die nicht auszuloten ist. Was das heißt, können wir nur erahnen.

 Es ist wie beim Brot. Je länger wir es kauen, desto süßer schmeckt es. Seine Stärke erschließt sich mir ganz und gar.

 Jetzt verstehe ich warum die Kirche in dem Lied „jauchzet und singet“ in der 7.Strophe singt:

„Süßer Immanuel, werd auch in mir nun geboren. Kommt doch mein Heiland, denn ohne doch bin ich verloren! Wohne in mir, mach mich ganz eines mit dir, der du mich liebend erkoren.“[9]
Beim Empfang der heiligen Speise werde mit der Stimme meines Herzens zu ihm - der Gastgeber und Speise ist - sagen „Jesus wohne in mir. Erfülle meinen Leib und meine Seele mit deiner Liebe, deinem Leben, deiner Auferstehung. Bleibe durch deinen Heiligen Geist in mir.“


[1] 1. L  Spr 9,1–6; 2. L  Eph 5,15–20; Ev Joh 6,51–58
[2] Joh 6,51
[3] 1 Kor 11,29
[4] Joh 6,52
[5] Joh 6,54
[6] Joh 6,54
[7] Joh 6,56
[8] Ps 34,9
[9] NGL 251/7
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