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Lesejahr 2013 (C)

Homilie zr Silverhochzeit Schmitt GB 2012/09

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Das Tragende Fundament einer christlichen Ehe

Zeigt uns die Lesung aus den Epheserbrief (Eph 5,21-33)

1 die Ehe zwischen zwei Christen ein Geheimnis, das auf Christus und seine Kirche bezogen ist.

»Mysterium« wird im Lateinischen mit »Sacramentum« übersetzt. Das bedeutet: Jesus Christus schenkt seine Leben spendende und heilende Liebe, seine uns verwandelnde und stärkende Gnade in einem von ihn benannten mit den Sinnen erfahrbarem Zeichen.
Die Ehe wird als Heilszeichen offenbar, wenn Mann und Frau einander öffentlich vor Gottes Angesicht annehmen mit dem Versprechen, einander zu lieben und zu achten, einander treu zu sein in guten und schweren Tagen, in Gesundheit und Krankheit bis der Tod sie scheidet. Sich von Gott dem Schöpfer in Dienst nehmen zu lassen, um Kindern das irdische Leben zu schenken und in der Taufe die Gotteskindschaft zu vermitteln und sie zu liebenden Christenmenschen zu erziehen.
Die Ehe als Geheimnis, das auf Christus und seine Kirche bezogen ist, findet ihre Antriebskraft im ersten Vers der Lesung aus dem Epheserbrief:

2 "Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus"

Die uns heute ungerecht erscheinende Forderung, daß die Frau dem Manne sich unterzuordnen habe, da er das Haupt der Frau sei, entspricht den damaligen soziologisch-rechtlichen Verhältnissen.
Sowohl im Judentum als auch im römischen Imperium hatte von der Familie nur der »pater familias« volle Geschäftsfähigkeit.[1] Daher wurde der Mann als Haupt der Familie bezeichnet, da durch ihn die Familie nach außen repräsentiert wurde und sie nur durch ihn Zugang zur Öffentlichkeit hatte.
Diese Zeitbedingtheit hat der Verfasser bereits überwunden, indem er die Liebe Christi zur Kirche zur Grundlage der Liebe zwischen Mann und Frau macht. Christus erkennt die Kirche als personale Größe an und führt sie zu ihrer vollen Personalität.[2] So soll auch die eheliche Liebe die Partner in ihrer Personalität entfalten.
So stellt der Eph klar, wie Christen in ihrer Ehe miteinander umgehen sollen. Diese Kirche ist Leib Christi, er ist ihr Haupt.[3] Christus als dem Haupt ordnen sich die Frau wie auch der Mann in der Gemeinschaft der Kirche unter und finden durch ihn Zugang zum Vater.[4]
 Aufgrund der Rettung der Kirche durch Christus ist diese zur Unterordnung unter Christus verpflichtet. Aber Anlass der Rettungstat ist die Liebe Christi, so daß die Unterordnung der Kirche unter Christus die Erwiderung der Liebe Christi ist. Dieses Liebesverhältnis Christus-Kirche soll Vorbild für die eheliche Liebe sein.
Bevor wir uns in Schlagwörter, wie Emanzipation der Frau, Frauenfeindlichkeit der Kirche oder dem Kirchenalltag verhacken, wollen wir uns die Lesung lieber genauer ansehen. Wir entdecken

3 Das eigentlich Anstößige der Lesung

 Es fällt auf,  es erst in zweiter Linie um die Frau geht.

3.1 Weit mehr wendet sich die 2. Lesung an die Männer
Ihnen aber stellt sie nichts Geringeres vor Augen als Jesu vorbehaltlose Liebe, durch die er die makellose Schönheit und das bleibende Glück seiner Braut, der Kirche, bewirkte.[5]
Der Verfasser unserer Lesung sieht das Verhältnis Christi zur Kirche wie das des Bräutigams zur Braut.
Damit hatte er aber ein Modell, an dem für ihn klar wurde,

3.2 Wie die Ehe in Wahrheit nach Gottes Willen gelebt werden müsste.
Und so verstand er, daß Gott in der Ehe vom Mann nichts mehr will als die Hingabe seines ganzen Lebens, seiner ganzen Liebe für seine Frau, damit sie dank dieser Liebe nicht altere, nicht von Sorgen zerfurcht jene Schönheit und Liebenswürdigkeit verliere, die sie als Braut auszeichnete.
Das heißt, gegenüber allem, was im Leben des Mannes so zum Mittelpunkt werden könnte, daß es seine ganze Aufmerksamkeit und seine letzten Kräfte absorbieren möchte - all dem gegenüber verweist Gott den Mann mit Entschiedenheit - durch das Beispiel Jesu Christi an seine Frau: ihr Glück, ihre recht verstandene Jugendlichkeit, ihre Vollkommenheit ist sein göttlicher Wille.

Dabei hilft nur eines
3.3 Maß nehmen an der Liebe Christi
Der sich hingebenden Liebe Christi an seine Kirche und der Kirche an ihn sollen die Eheleute nacheifern. Der Ehemann hat seine Ehefrau nicht als Besitz zu betrachten, sondern ständig die Liebe der Brautzeit zu erneuern. Die Selbstliebe des Ehemannes erfüllt sich in der Liebe zu seiner Ehefrau.
Gewiss auch in der Ehe ist die Frau heute weit selbständiger als noch vor 20, 30 oder gar 40 Jahren. Sie hat weithin ihren eigenen Beruf und sie hat ihre eigenen Vorstellungen von der zukünftigen Gestalt ihres Lebens. Doch dagegen spricht auch nichts in unserer Lesung.
Sie wird erst dort zum »Nein«, wo die Frau beginnt, ihr Leben, ihren Beruf ohne Rücksicht auf das Leben und die Notwendigkeiten ihres Mannes zu verwirklichen; wo sie nicht mehr wahrhaben will, daß auch ihr Mann des Entgegenkommens, ja ihrer Hilfe bedarf, um als Liebender, als Fürsorgender leben zu können.
Es ist das Glück beider, den Bund anzunehmen und nach dem Beispiel Jesu mit Leben zu erfüllen.
 


[1] 1 Kor 14,34f
[2] Eph 5,25b-27
[3] Eph 1,20-23
[4] Eph 2,18
[5] Eph 5,25-27
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