Startseite | Zur Person | Informationen | Filme | Predigten | Podcast | Meditationen | Fundgrube | Dias | Kontakt
Boxbild
  Druckversion   Seite versenden

Predigten

Übersicht

Lesejahr 2013 (C)

Homilie zu Joh 17,11b-19 bei einer Hochzeitsmesse am Samstag vor dem 7. Ostersonntag in Dormitz ULF

===>> Predigt im Orginalformat lesen oder herunterladen
===>> Predigt als Podcast nachhören oder herunterladen


Die unvergängliche Qualität der Liebe [1]

Viele gute Wünsche werden euch heute zuteil. Gute Gedanken sind Kräfte die Gutes bewirken. Menschen die euch lieben, drücken durch Geschenke ihre Zuneigung, Liebe und Freundschaft aus.
1 Für jemand beten - eine Hochform der Liebe
  • Für mich ist eines der schönsten Geschenke, wenn jemand mir sagt, „ich bete für dich.“ Auch ich schenke die Zusage meines Gebetes den mir begegnenden Menschen, aber auch allen, die mir nahe stehen. Der heilige Jakobus ermutigt uns dazu in seinem Brief: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben, vom Vater der Gestirne, bei dem es keine Veränderung und keine Verfinsterung gibt.“[2] 
Im heutigen Evangelium zeigt uns Jesus, wie wichtig es ist, für Menschen, die wir lieben, zu beten.
  • Als er noch hier auf Erden lebte, betete er für seine Apostel. Aber er betet auch für diejenigen, die durch das Wort der Apostel an ihn glauben, also für uns. Er unser großer Fürsprecher bei Gott, den er liebevoll mit "Abba - guter Vater" anspricht.
  • Worum bittet Jesus den Vater? "Heiliger Vater, bewahre sie in Deinem Namen, die Du mir gegeben hast, damit sie eins seien wie wir"[3] Dann aber betet er für alle, die durch das Wort der Apostel und ihrer Nachfolger an ihn glauben. Denn auch sie sind ihm vom Vater als Jünger und Jüngerinnen gegeben.
Er bittet den Vater auch für euch beide: Ihr möget eins sein, wie er mit dem Vater und der Vater eins mit ihm ist. Darum geht es in einer christlichen Ehe:
  2 Eins werden und eins sein durch Jesus in Gott
  • In der Taufe hat uns Gott Jesus gegeben und durch den Heiligen Geist seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen. Wir gehören also dem dreieinigen Gott jetzt und in Ewigkeit. Jesus bittet Gott für die Seinen "Vater, bewahre sie in deinem Namen."[4]
  • Seinen dem Mose kund getaner Name "ICH-BIN- DER-ICH-BIN-DA" macht Jesus uns offenbar, ja in ihm ist dieser Name Gottes Fleisch und Mensch geworden. Denn er ist ganz für die Menschen da und ist in seinem Wort und Sakrament bei uns bis zum Ende der Zeiten.
  • Warum macht Jesus durch seine Kirche zu allen Zeiten diesen Namen Gottes bekannt? Am Ende von Joh 17 sagt er es: „Damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und damit ich in ihnen bin."[5]
Gott ist mit seiner Liebe durch Jesus und seinen Heiligen Geist in Euch. Er ist in euerer Liebe gegenwärtig und schenkt ihr jene Qualität, die Paulus in der Lesung aus 1 Kor 13 besingt.
3 Alle von Gott geschenkten Charismen übertrifft die Liebe

3.1 Worin besteht diese höchste Qualität der Liebe?
Der Kirchenvater Augustinus mit brennendem Herzen
  Die bleibt ewig und die Liebenden mit ihr.
Der Kirchenvater Augustinus mit brennendem Herzen
Die bleibt ewig und die Liebenden mit ihr.

  • Viel besungen und gerühmt wird die Liebe. Nicht nur in Gedichten und Schlagern, auch in der Bibel kommt das Wort Liebe 257 mal vor. Von ungeheurer Spannbreite ist dieses Wort. Es kann die Hingabe des Lebens für den geliebten Menschen bedeuten bis hin zu rein egoistischem Sex. Es ist ein wunderbares Wort, das die Herzen höher schlagen lässt. Es kann aber auch missbraucht werden für rein ichhaftes Begehren.
Paulus zeigt der Gemeinde in Korinth „den Weg, der alles übersteigt“, was letztlich vor Gott zählt.
3.2 Die Liebe, die alles übertrifft
Paulus schreibt in griechischer Sprache. Diese hat zwei Worte für Liebe: EROS und AGAPE.
  • Eros meint das natürliche zu einander Hingezogenwerden, das Aufeinander-Fliegen, hat also sehr viel unserer Triebhaftigkeit, unseren Hormonen, mit Sexualität zu tun.
  • Paulus spricht im 13. Kapitel von der Agape. Sie ist die höchste Gnadengabe Gottes. In der Taufe wurde uns dieses Geschenk zuteil: "Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist."[6]
  • Diese Liebe liebt den Partner um seiner selbst willen, weil er von Gott angesehen und geliebt ist, Gottes Sohn, Gottes Tochter, Gottes geliebtes Kind ist, das seine Würde und Einmaligkeit von Gott empfangen hat.
  • Es wichtig, daß du Stephanie deinen Mann, und du Steffen deine Frau so sehen lernst: „Von Ewigkeit her bist du von Gott geliebt, seit deiner Taufe wohnt sein Heiliger Geist in dir. Bis in Ewigkeit bist du in seiner Liebe geborgen.“ Diese Liebe wird nicht aufhören, auch wenn die erste Tollheit, die Libidophase sich abschwächt.
  • Auch die natürliche Liebe ist ein Geschöpf Gottes, etwas sehr kostbares. Aber sie ist auch immer durch die Sünde, durch den Mangel an Liebe, durch den Egoismus und durch die Verselbständigung des Triebhaften gefährdet.
  • Der Eros, die natürliche Liebe braucht die Agape, die geistliche Liebe, um im Lot zu bleiben, um die Würde des Partners zu achten. Diese Liebe allein hat einen langen Mut, handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, trägt das Ungute nicht nach.[7]
  • Diese Liebe ist also zuerst ein Geschenk, eine Gabe Gottes. Dass ich so lieben kann, verdanke ich ihm. Wenn ich mich ihm ganz öffne, durchglüht er mich mit seiner Liebe.
  • Deshalb ist für Eheleute die persönliche, wie die gemeinsame Beziehung zu Gott, die wichtigste Voraussetzung für den Bestand und das Wachstum der Liebe.
3.3 Diese Liebe hat missionarische Qualität
  • Nachdem Jesus den Vater darum gebeten hatte: "Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein", fügte er bei: "Damit die Welt glaube, daß Du mich gesandt hast".[8] Was heißt dies? Wird etwa die Welt dann glauben, wenn wir im Vater und Sohn alle eins sein werden? Ist das nicht jener ewige Friede und vielmehr der Lohn des Glaubens als Glaube? Augustinus sagt „Denn eins werden wir sein, nicht damit wir glauben, sondern weil wir geglaubt haben.“[9]
  • Euere Einheit als christliches Ehepaar ist Verkündigung des Evangeliums. Macht Euere Liebe zu einer missionarischen, in die Welt hinein wirkende. Durch Euch soll die göttliche Liebe sichtbar und erfahrbar werden für euere Kinder, für die euch in Beruf und Freizeit begegnenden Menschen.
  • Weil manche Ehen scheitern, sagen viele "kann man nichts machen, das ist halt heut so". Damit es nicht so ist, sagt Jesus zu den Seinen, die durch Taufe und Glaube zu ihm gehören: "Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe."[10] In der lebendigen Verbindung und Freundschaft mit ihm sagt er: "Liebt einander, wie ich euch geliebt habe."[11] Betet miteinander und für einander!
3.4 Mit Jesus in Gott geborgen einander Halt und Hilfe sein
 
  • Am Schluss des Evangeliums weist Jesus nochmals auf das alles tragende Fundament christlichen Lebens hin. "Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gemacht und werde ihn bekannt machen."[12] Jesus verkündet den Gott Israels als den ICH-BIN-DA, als seinen Vater und unseren Vater.
  • Nach vielen Irrwegen die Wahrheit findend spricht der heilige Augustinus in seinen Bekenntnissen freudig Gott preisend: „Denn du hast uns auf dich hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz bis es ruht in dir.“[13]
  • Je mehr wir in Gott als unserem Ursprung und Ziel ruhen, desto mehr können wir einander Halt und Hilfe sein. Kann das für euer gemeinsames Leben gefundene Leitwort Wirklichkeit werden:
Hand
in Hand gehen,
ohne den eigenen Weg zu verlieren
einander annehmen,
ohne sich selber aufzugeben,
in einem Meer aus Herzensnähe
baden,
ohne darin zu versinken.[14]
 4 In der Kraft der Liebe Gottes,
die in Jesus für uns erfahrbar ist und durch Gottes Heiligen Geist geschenkt wird, könnt ihr ein Leben lang füreinander da sein. So wird sein Name geheiligt und gelingt das Leben, gelingt die Ehe. Sie erweist sich als Sakrament, als eine intime Beziehung, die mit Gott zu tun hat und etwas von seiner Herrlichkeit aufleuchten lässt.
  • Wenn wir aus der liebenden Einheit des dreieinigen Gottes leben, der Liebe ist, haben wir teil an der Herrlichkeit, die Gott in der Auferweckung Jesu von den Toten geoffenbart hat. Darum kann Jesus zum Vater im Himmel sagen: „Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast; denn sie sollen eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir.“[15]
  • Wo Menschen aus dieser unvergänglichen Qualität der göttlichen Liebe leben, wird der Wunsch „Du darfst nicht sterben“ zur Gewissheit: „Du wirst nicht sterben“. Denn „die Liebe hört niemals auf.“[16] Sie bleibt für alle Ewigkeit und Du mit ihr!

[1] Lesung 1 Kor 12,31 – 13,8a
[2] Jak 1,17
[3] Joh 17,11
[4] Joh 17,11a
[5] Joh 17,26
[6] Röm 5,5
[7] vgl 1 Kor 13,4f
[8] Joh 17,21
[9] Augustinus (354-430) - Vorträge über das Johannes-Evangelium 110. Vortrag 2
[10] Joh 15,9
[11] Joh 15,12
[12] Joh 17,26
[13] Augustinus, Conf. 1
[14] Jochen Mariss
[15] V 22
[16] 1 Kor 13,8

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.Ok, verstanden.