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Goldene Hochzeit

Homilie zur Goldenen Hochzeit in Großenbuch St. Johannes der Täufer

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Pfarrer Dennert deutet und entzündet die Jubiläumskerzen
Pfarrer Dennert deutet und entzündet die Jubiläumskerzen

Durch die Liebe lehrt uns Gott sinnvoll zu leben
Der russische Dichter Dostojewski, der sowohl die Tiefen wie die Höhen der menschlichen Seelenlage kannte, hat folgendes über die Liebe gesagt: „Die Liebe ist eine große Lehrerin. Aber man muss es von sich aus verstehen, um sie ringen. Das ist aber schwer und mühsam, denn sie ist nur teuer zu erkaufen, mit vielen Mühen und erst nach langer Zeit. Denn es geht ja nicht um die Liebe eines flüchtigen Augenblicks, sondern um die unentwegte Liebe für die ganze Spanne deines Lebens.“
  • Durch die biblischen Texte dieses Dank-Gottesdienst an Euerer goldenen Hochzeit will Gott die Liebe lehren und dazu ermutigen. Denn nur „Gott ist die Liebe; wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“[1] Das ist das einzige wirklich tragende Fundament für ein gemeinsames Leben von Mann und Frau.
Die erste Lesung[2] macht uns mit dem Schöpferwillen Gottes bekannt.
1 Mann und Frau sind Gottes Abbild, ihm ähnlich
  •  In einem feierlichen Wir, aus dem wir das Wirken des dreieinigen Gottes heraus hören dürfen, verkündet der Schöpfer die einmalige Stellung und Bedeutung des Menschen als Mann und Frau innerhalb seiner Schöpfung. „Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich.“[3] Durch dieses Schöpfungswort Gottes inspiriert wird festgestellt: „Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie.“[4]
  • Der eine Mensch als Mann und Frau wird von Gott gesegnet und erhält den Auftrag: „Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde, unterwerft sie euch und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die sich auf dem Land regen“.[5] In Verantwortung vor Gott soll der Mensch die Erde bebauen und hüten.[6]
  • Sie beide sind seit ihrer Hochzeit vor 50 Jahren gemeinsam in der Landwirtschaft tätig. Zwei Menschen, die sich lieben, verstehen und in gemeinsamer Verantwortung vor Gott leben, gehen auch gut mit der Schöpfung Gottes und mit ihren Mitgeschöpfen - den Tieren - um.
  •  Aus der von Gott geschenkten Fruchtbarkeit der Erde und der menschlichen Arbeit entsteht die wichtigste Lebensgrundlage des Menschen nämlich seine Nahrung.
  • Wer mit der Schöpfung gut umgeht, sie hegt und pflegt, in ihrer Fruchtbarkeit seine Lebensgrundlage weiß, der wird auch wie selbstverständlich ja sagen zur menschlichen Fruchtbarkeit.
  • Der Auftrag Gottes lautet klar und unmissverständlich für Mann und Frau, die in einer Ehe leben und sich für das ganze Leben aneinander binden: “Seid fruchtbar, und vermehrt euch, bevölkert die Erde.“ [7]
  • Fünf Kindern haben Sie das Leben geschenkt. Das erste starb gleich nach der Geburt. Ein großer Schmerz für zwei sich liebende Menschen am Anfang ihres gemeinsamen Lebens, ihres Einswerdens. Zwei Töchter und zwei Söhne und acht Enkel feiern heute mit ihnen, nicht nur äußerlich, sondern auch geistlich also vor Gottes Angesicht.
  • Sie haben Ihnen nicht nur das irdische vergängliche Leben geschenkt, sondern auch durch Taufe und Glaube die Tür geöffnet zur Fülle des Lebens bei Gott. Dafür danke ich mit Ihnen als Ihr langjähriger Pfarrer Gott, dem Geber aller guten Gaben.
  • Als Abbild Gottes dürfen sie beide als Mann und Frau bis heute – und so hoffen wir – noch viele Jahre mit ihren Kindern und Enkeln den Weg des Lebens gehen.
Und damit sind wir bei der zweiten Ermutigung, welche die Heilige Schrift im Antwortgesang aus Psalm 33 schenkt.
2 Das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fürchten und ehren
Segnung des Jubelpaares
Segnung des Jubelpaares

  • Der erste Vers beginnt mit einer Seligpreisung: „Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist.“[8] Als glaubenden Menschen kennen wir unseren Ursprung und unser Ziel. Wir kommen aus der schöpferischen ewigen Liebe Gottes und sie ist das Ziel unseres Lebens. Er ist der Wichtigste in unserem Leben. Das meint Gott "fürchten und ehren".
  • Nach seiner Güte und Liebe ausschauend dürfen wir erfahren, das Auge des Herrn ruht auf uns.[9] Er kennt uns durch und durch wie kein Mensch uns kennt. Er kennt uns besser als der Ehepartner ja als wir uns selber.
  •  Samuel – auf der Suche nach einem Nachfolger für König Saul – erfährt aus dem Munde Gottes: „der Mensch sieht, was vor Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.“ [10]
  • Mann und Frau können einander nur Hilfe für das Leben sein, wenn jeder unter dem liebenden Blick Gottes sein Leben führt, seine und ihre Seele auf den Herrn hofft, also von ihm Leben und Zukunft erwartet und erbittet.  Ist „Gott Schild und Hilfe“[11] für beide, dann können sie auch in schwierigen Lebenssituationen einander Schutz und Hilfe sein.
  •  Der Psalmensänger ruft uns zu: “Ja, an ihm freut sich unser Herz, wir vertrauen auf seinen heiligen Namen.“[12] Wir dürfen in allen Lebenslagen glauben, dass Gott da ist. Das ist ja sein Name. Sein Wort ist wahrhaftig d.h. es gilt wirklich. „All sein Tun ist verlässlich.“[13]
  • Im Gegensatz zu uns wankelmütigen ständiger Veränderung unterworfenen Menschen, gibt es bei ihm keine Veränderung. Auf ihn ist Verlass.
  • Der Aufforderung des Priesters Nehemia an das nach der Heimkehr aus der babylonischen Gefangenschaft arg gebeutelte Volk Israel gilt erst recht ihnen und uns: „Macht euch keine Sorgen; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“[14]
  •  Selbst wenn jemand ermattet und auf dem Lebensweg zusammenbricht, arm an Kraft und reich an Schwäche ist, „das Auge des Herrn schaut in gütig an, er schüttelt den schmutzigen Staub von ihm ab“.[15] So steht es bei dem Weisen des AT Jesus Sirach. Immer wieder spricht das Alte Testament von den »Augen des Herrn«, „die den  Einsichtigen behüten“[16], „die auf denen ruhen, die ihn lieben“[17].  Ja, „kostbar ist in den Augen des Herrn (sogar) das Sterben seiner Frommen.“ [18]
  •  Gott hat ein Auge auf euch, weil ihr ihn liebt und zu seiner Ehre lebt.
Wie zeigt sich diese Liebe im Alltag? Wie geht das zu seiner Ehre leben und daraus Kraft zu gewinnen für das gemeinsame Leben als Mann und Frau, als Familie?
Die zweite Lesung aus dem Römerbrief zeigt, Leben und Gottesdienst sind eine Einheit. Daher fordert Paulus auf
3 Sich als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen[19]
  • Paulus spricht vom wahren uns Christen angemessenen Gottesdienst.[20] Für die Christen war es von Anfang an unverzichtbar am Sonntag – dem Tag der Auferstehung unseres Herrn – sich zu versammeln und das Opfer und Mahl Jesu zu feiern. So haltet auch ihr es in eueren Familien.
  •  Selbst während der Kirschenernte feiert ihr den Sonntagsgottesdienst mit. Diese köstliche Jahr für Jahr von Gott geschenkte Frucht ist ein Grund Gott zu danken und zu preisen.
  • Alltag und Gottesdienst sollen eine Einheit sein. Das 2. Vatikanische Konzil, das vor 50 Jahren im Jahr Euerer Hochzeit begann, sagt daher von der Liturgie, also dem Gottesdienst der Kirche, sie „ist der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt.“[21]
  • Paulus macht uns darauf aufmerksam, dass wir alle aus dem großen Erbarmen Gottes leben. Unsere Antwort auf seine erbarmende Liebe, die vollkommen und beständig ist, sollen wir uns mit Leib und Seele, mit unserem alltäglichen Leben, an Gott hingegeben, uns ihm darbringen als lebendiges, durch Gottes Gnade geheiligtes Opfer.
  •   Sich als Eheleute wirklich zu lieben, bedeutet auch miteinander zu beten, miteinander Gottesdienst zu feiern, miteinander umzukehren und zur Beichte zu gehen, miteinander eins sein vor Gott. Wo das geschieht, wird auch das Einswerden mit Leib und Seele gelingen und eine Quelle der Freude und des Glücks sein und bleiben.
  • Paulus legt uns ans Herz, miteinander wachsam dem Denken der Welt zu begegnen.[22] Alles zu prüfen, ob es der Schöpfungsordnung, dem Willen Gottes und dem Evangelium Jesu entspricht oder widerspricht.
  • Paulus sagt: "Das Gute behaltet."[23] Mit der Kirche lebend, mit ihr auf Gottes Wort hörend, am Beispiel der Heiligen sich aufrichtend, Gott lobpreisend anzubeten,  alles Böse verabscheuend, sich in brüderliche Liebe zugetan sein und sich in gegenseitiger Achtung zu übertreffen, dies gibt dem gemeinsamen Leben in Ehe und Familie Sinn, Glück und Frieden. Eine solche Lebenseinstellung ermöglicht es durchhaltend zu lieben.
  • Damit diese Werte in uns lebendig bleiben, bitten wir Christus, er möge uns immer wieder durch den Heiligen Geist entflammen,[24] damit wir ihm in rechter Weise in Familie, Kirche und Welt zu dienen vermögen.
  •  Die Liebe, die glaubt, der Glaube, der hofft, dass Gott seine Verheißungen an uns erfüllt, macht in der Bedrängnis geduldig. Gott schenkt seine guten Gaben dem, der beharrlich darum bittet.
Gott und Jesus lassen euch bei diesem Wollen und Tun nicht allein. Jesus verspricht euch und uns allen im Evangelium[25], er werde den Vater bitten, und
4 „Der Vater wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll.“

4.1 Schon das AT ist voll von Erfahrungen des göttlichen Beistands.
Bevor sich Judit todesmutig in das Lager der Jerusalem belagernden Feinde und deren Anführer Holofernes aufmacht, betet sie zu Gott: „Deine Macht stützt sich nicht auf die große Zahl, deine Herrschaft braucht keine starken Männer, sondern du bist der Gott der Schwachen und der Helfer der Geringen; du bist der Beistand der Armen, der Beschützer der Verachteten und der Retter der Hoffnungslosen." [26]
4.2  Der Beistand, den Jesus den Seinen also uns verheißt, hat noch eine ganz andere Qualität.
4.2.1 Er nimmt uns mit hinein in sein inniges Verhältnis, das er zum Vater hat[27]
Der Heilige Geist, den Jesus uns vom Vater sendet, schenkt uns die Erkenntnis, dass Jesus im Vater ist und wir in ihm und er in uns. Wir sind also mit hineingenommen in die heiligste Dreifaltigkeit, in das Leben und die Liebe des dreieinen Gottes.
Ihr habt das Glück im eigenen Haus zu leben, in dem drei Generationen wohnen, Eltern und Kinder, Großeltern, Kinder und Enkel. Das beieinander Wohnen bringt viele Vorteile für jeden von euch, verlangt aber auch Rücksichtnahme und Anpassung.
Es ein großes Geschenk, wenn eine Familie glauben und wissen darf,
4.2.2 Der dreifaltige und dreieinige Gott wohnt bei uns und in uns [28]
Die Voraussetzung dafür - sagt Jesus – ist, dass wir seine Gebote halten, besonders das Gebot der Gottes-, der Selbst und der Nächstenliebe.
Die Harmonie in Euerer Dreigenerationen Familie hängt davon ab, dass jeder Jesus liebt und versucht nach seinem Gebot und Beispiel die Liebe zu leben.
Dann geschieht das große Wunder, dass Jesus und der Vater mit ihrer Liebe bei euch wohnen und sich Jesus Euch offenbart, d.h. dass euch aufgeht, wer Jesus für euch ist, Euer Retter und Erlöser, der euch zur Vollendung im Reich Gottes führt und euch auferwecken wird am letzten Tag.[29]
Gerade in der Kommunion wird diese Verheißung eine Leib und Seele durchdringende Wirklichkeit: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.“[30]
Noch mehr sagt der Herr: "Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen." [31] 
5 Wohnt Gott bei uns und in uns, sind wir in IHM geborgen im Leben und Tod.
  • Sie können ohne Angst leben; denn Sie gehören dem Herrn, der die Auferstehung und das Leben ist. Das feiern wir jetzt in der Eucharistie.
  • In der Kommunion bitten wir ihn, mit dem Vater und den Geist in uns Wohnung zu nehmen und durch seinen Geist in uns zu bleiben und im Alltag zu leiten. Durch ihn ist Gottes Liebe ausgegossen in unsere Herzen.
  • Seine Liebe ist es, die Euerer Liebe Tiefe und Dauer schenkt. Denn „Kommt das Vollendete, vergeht alles Stückwerk“, sagt Paulus in seinem hohen Lied der Liebe 1 Kor 13. Und gleich darauf: „Die Liebe hört niemals auf.“[32] Sie ist das Bleibende, weil Gott die Liebe ist. „Wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“[33] Gott ist der immer Bleibende, der Ewige. In ihm und durch ihn bleibt unsere Liebe ewig und wir mit ihr.
Mit ihr bleibt auch ihr beide und alle, die zu euch gehören, bis in Ewigkeit.

[1] 1 Joh 4,16
[2] Gen 1, 1.26-28.31a
[3] Gen 1,26a
[4] Gen 1,27
[5] Gen 1,28
[6] Gen 2,15
[7]  Gen 1,22
[8] Ps 33,12
[9] Ps 33,18
[10] 1 Sam16,7
[11] Ps 33,30
[12] Ps 33,21
[13] Ps 33,4
[14] Neh 8,10
[15] Sir 11,12
[16] Spr 22.12
[17] Sir 34,19
[18] Ps 116,5
[19] Röm 12,1
[20] ebd
[21] SC 10
[22] Röm12,2
[23] 1 Thess 5,21
[24] Röm 12,11
[25] Joh 14,15-16.20-23
[26] Judit 9,11
[27] Joh 14,20
[28] Joh 14,23
[29]
[30] Joh 6,54
[31] ebd
[32] 1 Kor 13,8a
[33] 1 Joh 4,16


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