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2008 Goldene Hochzeit

Homilie zu Goldenen Hochzeit von Gertrud und Oskar Heinlein am 8. Nov. 2008 in St. Michael in Neunkirchen am Brand

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Ehe aus der Kraft der Liebe Gottes leben

Lesung und Legende vom Turmbau zu Babylon[1]

klingen anlässlich einer Goldenen Hochzeit befremdlich. Da geht es zwar um ein gemeinsames Werk. Dieses aber ist im Innersten verdorben. Sie wollten sich einen Namen machen. Stolz und Überheblichkeit gehören zu recht zu den sieben Hauptsünden und waren schon immer die Ursache für Entzweiung.
  • Der stolze, sein Geschöpfsein vergessende Mensch ist immer versucht, sich selber zum Maß aller Dinge oder zu Gott zu machen. Dafür gibt es in der Geschichte der Völker wie in der Lebensgeschichte vieler Menschen ungezählte Beispiele.
  • Völker und Menschen, die sich über andere oder gar über Gott erheben, stiften nicht Frieden, sondern Krieg, säen nicht Liebe, sondern Hass. Auf Überheblichkeit, Hass und Krieg aber lässt sich keine gute Zukunft bauen.
  • Nichts gefährdet eine Ehe mehr, als wenn sich ein Partner über den anderen erhebt, wenn einer sich auf Kosten des anderen durchsetzt oder lebt, wenn er oder sie über den Partner Herr sein will.
  • So ist diese biblische Geschichte und das von Euch gewünschte Lied ein Gegenbeispiel für gelingendes Leben, für fruchtbare Beziehung. Gott sei Dank, müsst ihr weder auf einen 30 noch auf 50jährigen Ehekrieg zurückblicken.
Es ist kein Nachteil aus einfachen und bescheidenen Verhältnissen kommend sich miteinander auf den Weg des Lebens zu machen.
  •  Jeder braucht den anderen, um leben zu können. Jeder weiß, ich lebe von der Liebe und dem Einsatz meines Partners. Mögen auch Kindheit und Jugend schwer gewesen sein, ein Gutes hatte diese karge entbehrungsreiche Zeit: Jeder war auf die Hilfe des Nächsten angewiesen. Man half sich nicht, um sich groß oder gar einen Namen zu machen, sondern um leben zu können.
  • Im Vaterunser sprechen vor Gott aus »Vater unser im Himmel geheiligt werde dein Name«. Im Leben der zu Jesus gehörenden Menschen der Christen kommt es darauf an, den Namen Gottes zu heiligen. Gott hat dem Mose seinen Namen geoffenbart. JAHWE – Das ist mein Name für immer und so wird man mich nennen in allen Generationen.[2] Jahwe bedeutet, „Ich-Bin-Der-ICH-BIN-DA.“ Wo Menschen füreinander da sind, leben sie den Namen Gottes, machen sie Gott erfahrbar.

 

Das geht nur

1 in der Nachfolge Jesu.

Würden wir nur von unserem kleinen selbstsüchtigen Ich her denken und fühlen, wären wir tatsächlich überfordert. Leben wir aber aus der Verbindung mit Jesus, in dem Gott unser Menschsein bis hinein in einen grausamen unschuldigen Tod auf sich nahm und der bist zum letzten Atemzug ein Liebender blieb, dann bin ich mit der Quelle des Lebens, dem lebendigen Gott, der für mich da ist, verbunden. Den Namen Gottes leben können wir nur

2 in der Kraft der Liebe Gottes

Deshalb schreibt Paulus den Christen in Kolossä: "Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen."[3] Wer sich von Gott geliebt weiß, hat den tragenden Grund für sein Leben gefunden. Er kann seinen Mitmenschen mit "aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde und Geduld" begegnen. Es wird uns möglich, den anderen in seiner Andersartigkeit zu ertragen und auszuhalten, weil auch er so wie wir selber ein von Gott geliebter Mensch ist. Wir werden einander verzeihen und vergeben, weil uns selber durch Gott Vergebung geschenkt wird.[4]
  • Weil wir uns jenseits aller menschlichen Liebe von Gott geliebt erfahren, können wir selber Liebende sein; "denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht."[5]
  • Sie beide wussten, die Beziehung zu Gott, die Liebe zu Jesus, empfange ich in der Gemeinschaft seiner Kirche, vor allem in der Mitfeier der heiligen Messe. In dieser heiligen Feier nehmen wir die sich in Jesus an uns verschenkende Liebe Gottes in uns auf.
  •  Wir erfahren sie in seiner befreienden froh machenden Botschaft. Gott ist uns liebend nahe. Er befreit uns von Sünden. Er schenkt uns Anteil an der Fülle seines Lebens über dieses Leben hinaus.
  • Jesus der geliebte Sohn des Vaters, ist der Weinstock, wir sind die Reben. Mit der Liebe, mit welcher der Vater ihn geliebt hat, liebt er uns. Die Freundschaft Jesu mit uns hat nur ein Ziel, dass wir in der Liebe wachsen und vollkommen werden. Darum sagt er: "Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe."

Wird unsere Liebe aus der Quelle der göttlichen Liebe gespeist, dann kann sie, wie wir an euch sehen, auch 50 Jahre durchgehalten werden. Konnten sie einander erfolgreich beistehen beim beruflichen Werden, beim Aufbau der Schreinerei und vor allem bei der Sorge um die Kinder.

  • Die in der göttlichen Liebe gründende menschliche Liebe hat auch den Mut fruchtbar zu werden: Zeitliches Leben weiterzugeben an sechs Kinder. Sie in der Taufe auf den Weg des auferstandenen Herrn zu stellen. Durch das Beispiel gelebten Glaubens sie zum Glauben an Gott und Jesus Christus zu ermutigen.
  • Sie haben ja zum Leben gesagt. Daher können sie sich heute an 13 Enkeln freuen, wird es auch im Alter um sie nicht einsam sein. Und für die Enkel ist es sicher ebenso eine Freude bei der Heinlein-Oma und bei Heinlein-Opa einkehren zu dürfen.
  • Von einem der größten Theologen des 20. Jhts. stammt das berühmte Wort: Wahre Liebe zu einem bestimmten Menschen ist nur dort gegeben, wo die Liebe zur Liebe aller aufschließt.

Liebe macht das Herz weit

  • Wer um den Segen des Lebens weiß, der wird auch über die Grenzen der eigenen Familie hinaus offen sein für die Nöte der Mitmenschen. Das zeigte sich in einem Wohltätigkeitsbasar, aber auch im Nähen der Sternsingerkleider oder in menschlicher Anteilnahme.
  • In einer so fruchtbaren Familie gibt es natürlich oft und viel zu feiern. Und das stärkt den Zusammenhalt. Es ist ein großes Geschenk, nicht allein zu sein, Geschwister, Enkel und Enkelinnen, Onkel und Tanten, Nichten und Neffen zu haben.

Heute feiern wir vor Gott Euere Goldene Hochzeit.

Mit euch danken wir Gott, von dem jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt, dass er Euch gesegnet und geleitet hat. Gott wird uns verherrlichen, Anteil geben an der Fülle seines ewigen unvergänglichen Lebens, wenn wir ihn hier und jetzt durch unser Leben verherrlichen. Alles wird vergehen. Die Liebe aber bleibt.
  •  Davon spricht Jesus im heute gehörten Evangelium. "Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet."
  • Was mit dem Ziegen- oder Gänsehüten bei euch beiden anfing, setzte sich im wegweisenden Behüten der Kinder fort. So durften sie mit ihren Kindern unter dem Schutz und Segen Gottes ihre Liebe leben und ihren gemeinsamen Lebensweg als Familie gehen. Verheißt doch der Herr den Seinen im Psalm 91 "Denn er befiehlt seinen Engeln,dich zu behüten auf all deinen Wegen." (v11) Wie solches geschieht, zeigt eine Begebenheit aus Kindertagen.
Es waren etwa 20 bis 30 Gänse, die sie, liebe Frau Heinlein, in jedem Sommer auf die Wiesen treiben mussten. Die meisten bekamen von ihnen einen Namen. Als sie 5 Jahre alt waren, hat sich folgendes zugetragen:
Der Krieg war zu Ende. Die Amis rückten nach Neunkirchen ein. In der Nähe des Henkerstegs am Brandbach wollten sie ihre Gänse über die Straße treiben genau zu dem Zeitpunkt zu dem die Amikolonne vorbeifuhr. Diese sahen das kleine Mädchen. Alle amerikanischen Panzer hielten an, ein Soldat stieg aus und half ihnen die Gänse über die Straße zu treiben. Erst danach fuhr die gesamte Kolonne wieder weiter.

 

[1] Gen 11,1-9; Rivers of Babylon
[2] Ex 3,15
[3] Kol 3,12-15
[4] Kol 3,13
[5] Kol 3,14

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