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Lesejahr B 2017/12 - 2018/11

Predigtthema

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Wir haben die Wahl - Leben oder Tod [1]

So aktuell wie vor 2100 Jahren als das Buch der Weisheit verfasst wurde ist auch heute die Frage

1 Ist mit dem Tod alles aus oder gibt es ein Danach und wie sieht es aus?

Der Verfasser unbekannten Namens lebte in der Welt des Hellenismus. In den großen Metropolen der Antike - wie z.B. im ägyptischen Alexandrien - war das öffentliche Leben von griechischem Denken und griechischer Lebensart beherrscht. Die Verkehrssprache war Griechisch. 

Wahrscheinlich entstand das Buch der Weisheit in der ägyptischen Weltstadt Alexandria. Dort gab es eine starke jüdische Diaspora. Der Glaube an Jahwe den Gott Israels wurde mit der glanzvollen hellenistischen Kultur konfrontiert. Die Versuchung war groß, dem Glauben der Väter untreu zu werden. 

 

Im Buch der Weisheit will der Verfasser beweisen, die überlieferte Weisheit Israels, seine Erfahrungen mit Gott und dessen machtvolles Wirken sind der heidnischen Weisheit nicht nur ebenbürtig, sondern weit überlegen. Er will seine Leser vor dem Abfall in die Gottlosigkeit bewahren. 

Es gab da nicht nur die gottlosen Spötter - unter ihnen auch vom Gottesglauben abgefallene Juden - sondern auch nachdenkliche von der Philosophie Platons geprägte an die Unsterblichkeit der Seele glaubende Menschen. So kommt es zu einer fruchtbaren Begegnung zwischen biblischem und hellenistischem Denken.

2 Glaube und Unglaube prallen aufeinander

2.1 Die Ansicht der Gottlosen über Leben und Tod

In heutiger Sprache sagt man, 

2.1.1 der Mensch sei ein Zufallsprodukt der Evolution 

"Durch Zufall sind wir geworden und danach werden wir sein, als wären wir nie gewesen." [2] Der Mensch ist als ganzer vergänglich. Sein Leib und sein Geist vergehen ins Nichts. Durch die Verbrennung der Toten – eine Stunde lang bei 1000 Grad - wird der Körper gewaltsam zu Asche, der Geist verwehe wie flüchtige Luft.[3] Die Gottlosen folgern aus diesem sinnlosen dem Tod verfallenen Leben »Lasset uns essen und trinken; denn morgen sind wir tot!« [4]

2.1.2 Menschen, die glauben mit dem Tod sei alles aus 

versuchen aus ihrem Leben möglichst viel herausholen. Oft auch auf Kosten ihrer Mitmenschen. 

Wie verderblich das sich auswirkt zeigt ein anderer Text aus dem Buch der Weisheit.

„Lasst uns den Gerechten unterdrücken, der in Armut lebt, die Witwe nicht schonen und das graue Haar des betagten Greises nicht scheuen! Unsere Stärke soll bestimmen, was Gerechtigkeit ist; denn das Schwache erweist sich als unnütz." [5]

So dachten nicht nur die atheistischen Systeme des Nationalsozialismus und Kommunismus, sondern so denken und verhalten sich auch heute viele, die dem Geld verfallen oder sexsüchtig geworden sind.

2.1.3 Diesem Denken und Verhalten steht der Gerechte im Weg

 weil er auf Gott sein Leben und seine Zukunft baut. "Er ist unserer Gesinnung ein lebendiger Vorwurf, schon sein Anblick ist uns lästig; denn er führt ein Leben, das dem der andern nicht gleicht, und seine Wege sind grundverschieden." [6]

Der Hass der Gottlosen gipfelt in der Liquidierung des Gerechten. An Jesus wird es exemplarisch sichtbar."Zu einem ehrlosen Tod wollen wir ihn verurteilen; er behauptet ja, es werde ihm Hilfe gewährt." [7]

Im Gegensatz dazu steht die

2.2 Die von der Jenseitserwartung geprägte Haltung des Gerechten

2.2.1 Er ist das Gewissen der Herrschenden und Mächtigen

Sein Beispiel ermutigt, Gerechtigkeit und damit Gott zu suchen; denn wer Gott sucht, findet das Leben:"Denn Gott hat den Tod nicht gemacht, noch hat er Freude am Untergang der Lebenden." [8] Und im 11. Kapitel spricht der Verfasser zu Gott "Du schonst alles, weil es dein Eigentum ist, Herr, du Freund des Lebens." [9] Tun wir also alles, damit wir die Seinen sind und bleiben.

Das Ganze gipfelt in der Aussage "Denn unsterblich ist die Gerechtigkeit." [10] Das Buch Daniel spricht von dieser ausgleichenden Gerechtigkeit Von denen, die im Land des Staubes schlafen, werden viele erwachen, die einen zumewigen Leben, die anderen zur Schmach, zu ewigem Abscheu.“[11] Wer dem Geringsten seine Hilfe verweigert, für den ist der beim Vater erhöhte Menschensohn nicht mehr Retter und Heiland, sondern Richter. Er muss das „weg von mir“ hören „ins ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bestimmt ist.“ [12]

Der V 14 lädt uns ein die Schöpfung und ihre Geschöpfe als von Gott kommendes heilendes Geschenk zu sehen und Hüter von Gottes Schöpfung zu sein. "Zum Dasein hat er alles geschaffen und heilbringend sind die Geschöpfe der Welt. Kein Gift des Verderbens ist in ihnen, das Reich des Todes hat keine Macht auf der Erde;" [13]

2.2.2 Die Jenseitserwartung heilt von der Habgier der Gottlosen

Wer Gott als den Gott des Lebens erkennt, der wird nicht der Habsucht und Raffgier verfallen. Er wird vielmehr mit den Armen teilen. Er wird durch Schenken nicht arm, sondern reich; denn er hat einen Schatz im Himmel den weder Rost noch Motten weder Inflation noch Verfallsdaten zerstören.[14]

Die Jenseitserwartung nimmt die Angst vor dem Tod, auch dem gewaltsamen Tod, den die Gottlosen den Gerechten zu allen Zeiten bereitet haben. Jesus hat diesen Tod freiwillig auf sich genommen und er hat ihn durch seine Auferstehung besiegt.

Schöpfung und Erlösung zeigen uns den Weg vom Tod zum Leben. 

2.3 Der Mensch hat die Wahl - Leben oder Tod

Nein zu sagen zu Gott oder sich selbst zu Gott zu machen, bedeutet das Bündnis mit dem Tode einzugehen.

Im Bund mit Gott zu leben "der den Menschen zur Unvergänglichkeit erschaffen und zum Bild seines Wesens gemacht hat"[15] bedeutet Leben. In den Neuen Bund mit Gott einzutreten, den Jesus durch seine Lebenshingabe und seine Auferstehung gestiftet hat, bringt die Überwindung des Todes und das ewige Leben bei Gott.

Der Widersacher Gottes, der Teufel, neidet uns diese Perspektive des Lebens. Darum versucht er die Menschen auf den Tod zu fixieren, dass mit ihm alles aus sei. Wer Gott leugnet gerät unwillkürlich in den Sog des Todes.

Wer an den Gott glaubt, der die Toten auferweckt, der darf mit dem Antwortpsalm singen: "Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes, aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen." [16] Wir Christen bauen unser Leben und unsere Zukunft auf den auferstandenen Christus. 

Er offenbart sich uns im heutigen Evangelium als

3 Der Messias Gottes, der die Toten zum Leben erweckt

3.1 Anlass für die Wahl dieses Textes zum heutigen Sonntag 

Ist die Heilung der Tochter des Synagogenvorstehers Jairus mit der besonderen Bemerkung Jesu "Warum schreit und klaget ihr? Das Kind ist nicht tot, sondern es schläft. Da lachten sie über ihn«[17] . 

Ja die Ungläubigen und Toren lachen über eine solche Aussage. Und doch, auch bei uns hat man lange Zeit vom Sterben tiefgläubiger Menschen gesagt er oder sie ist im Herrn entschlafen.“ Bei der Auferweckung der Tochter des Jairus offenbart sich Christus als der Herr über die im Glauben Entschlafenen.

Auch zu uns sagt er angesichts des Todes unserer Lieben oder des eigenen Sterbens, was er zu Jairus sagte:

3.2 "Sei ohne Furcht, glaube nur!" 

So wichtig ist der Urkirche und dem Evangelisten Markus das auferweckende Wort Jesu, dass er es uns in der Muttersprache Jesu überliefert hat. "Talita kum!" "Mädchen steh auf!"[18] „Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute gerieten außer sich vor Entsetzen.“ 

Wo göttliche Macht in das Leben einbricht, gerät der Mensch nicht nur außer sich, sondern es erfasst ihn zugleich ein heilsames Erschrecken vor dem sich offenbarenden Gott. Die Theologie spricht von Gott als dem »Mysterium tremendum et fascinosum«.

Das Buch der Weisheit geht sogar so weit, dass es verkündet: 

3.3 Die schöpfungsgemäße Unsterblichkeit bleibt auch nach der Sünde und trotz des Todes bestehen.

 Die Totenerweckungen in den Berichten der Evangelien verkünden die neutestamentliche Botschaft, Christus, der Sohn Gottes, Herr über Leben und Tod, ist gekommen, um durch seine eigene Auferstehung den Weg des ewigen Lebens zu weisen, den auch jene gehen, die ihm angehören.

Von Jesus her auf die Aussage des Weisheitsbuches hörend heißt das: Die neutestamentliche Auferstehung ist die Erfüllung der Erwartung der Weisheit, dass der Gerechte, kraft seiner Gemeinschaft mit Gott, dem Tod entgehen kann.


[1] Homilie zu Weish 1,16 - 2,20

[2] ebd 2,2

[3] ebd 2,3-5

[4] ebd 2,6-9

[5] ebd 2,10 f.

[6] ebd 2,14 f.

[7] ebd 2,20

[8] ebd 1,13

[9] ebd 11,26

[10] ebd 1,15

[11] Dan 12,2

[12] Mt 25,41

[13] Weish 1,14

[14] vgl Jak 5,2; Mt 6,19.20; Lk12,21

[15] ebd 2,23

[16] Ps 30,4

[17] Mk 5,39f.

[18] Mk 5,41


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