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Lesejahr B 2017/12 bis 2018/11

Predigtthema - 
Die Osterbotschaft macht frei

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DIE OSTERBOTSCHAFT MACHT FREI
1 Unter der Überschrift „Wieder ist Ostern", las ich folgendes Gedicht
2 Das zu glauben, war und ist für alle Menschen allerdings eine unerhörte Zumutung
2.1 Für die damaligen Juden gab es zwar eine Auferstehung des Fleisches
2.2 Für die Griechen des heiligen Paulus gab es nur ein Weiterleben der unsterblichen Seele,
2.3 Wenn die heutigen Menschen von der Auferstehung hören, dann reagieren sie sehr verschieden
3 Gutsein ist wichtig - aber noch nicht alles
4 Die Jünger Jesu haben die Auferstehung Jesu als ein großes Mysterium erfahren
5 Mit der Auferweckung Jesu kommt die Menschheitsgeschichte zum Ende und zum Ziel
5.1 Das Tor zur Freiheit wurde aufgestoßen
5.2 Neuer Mut zum Leben erwacht
6. Der Auferstandene will in uns wirken
6.1 Er will den alten Sauerteig in uns entfernen
6.2 Der Auferstandene bewirkt in uns einen neuen Frühling
6.3 Wir sind berufen, die Auferstehung und den Auferstandenen zu preisen
6.4 Der Auferstandene eint uns über Raum und Zeit bis in die Ewigkeit mit allen

DIE OSTERBOTSCHAFT MACHT FREI
 

1 Unter der Überschrift „Wieder ist Ostern", las ich folgendes Gedicht:

"Wie jedes Jahr
rot im Kalender verzeichnet,
ist Ostern.
Ob ich mich gut oder schlecht
damit abfinde,
jährlich ist die Erinnerung
an das Ungewöhnliche
eingeplant."
(Hans Martin Nicolai)

Das Osterfest hätte längst seine anziehende und gestaltende Kraft verloren, stünde nicht etwas ganz Ungewöhnliches dahinter, das große Geheimnis unseres Glaubens, das da lautet:
Jesus, der Gekreuzigte der Getötete ist auferstanden.
Der Mensch Jesus - über dessen Botschaft und Taten die Menschen außer sich gerieten - wurde von den Menschen getötet, von Gott aber auferweckt.

2 Das zu glauben, war und ist für alle Menschen allerdings eine unerhörte Zumutung.

2.1 Für die damaligen Juden gab es zwar eine Auferstehung des Fleisches
am Ende der Zeiten, aber keinesfalls eine Rückkehr oder die vorzeitige Auferweckung eines Getöteten.
2.2 Für die Griechen des heiligen Paulus gab es nur ein Weiterleben der unsterblichen Seele,
aber keine Auferstehung des ganzen Menschen mit Leib und Seele. Die Befreiung vom sterblichen Leib war geradezu eine Bedingung für das Fortleben der Seele, die im Tode dem Leib als einem Kerker entflohen ist.
2.3 Wenn die heutigen Menschen von der Auferstehung hören, dann reagieren sie sehr verschieden
darauf.
Manche Christen verstehen unter Auferstehung nur die geistige Anwesenheit Jesu beim Mahl oder bei der Verkündigung seiner Botschaft.  Sie sagen “Die Sache Jesu geht weiter." Er ist in die Gemeinde hinein auferstanden. Sie trägt sein Anliegen weiter. Heute liest man auf manchen Grabsteinen: Ich lebe in eurer Erinnerung weiter.

3 Gutsein ist wichtig - aber noch nicht alles

Wer aber nur die Entfaltung der humanen Gesinnung für das Eigentliche des Christentums hält, verleugnet das Ostergeschehen, das die Hoffnung der ganzen Menschheit ist.
Redet die Bibel von der Auferstehung und Auferweckung der Toten, so meint sie das Wunder der Neuschöpfung, die Neuschöpfung des ganzen Menschen aus der Kraft Gottes durch den Tod hindurch, die Teilhabe am Leben Gottes.
Was immer sich für zeitgenössische Vorstellungen in der Bibel und Kirchengeschichte damit verbanden, entscheidend sind nicht sie, sondern das, was sie meinen: das erlösende und befreiende Hereinbrechen des Reiches Gottes in unsere Welt und Geschichte.
Welt und Geschichte haben ihre absolute Bedeutung verloren. Sie sind etwas Vorläufiges zu Ende Gehendes.
Die bannenden und versklavenden Mächte, die im Verständnis der Bibel Welt und menschliches Dasein gefangen halten, verführen, berauschen und zugleich ängstigen und tödlich gefährden, sind besiegt. Der Weg in die Freiheit steht für die Kinder Gottes durch die ganzheitliche Auferstehung Jesu offen.

4 Die Jünger Jesu haben die Auferstehung Jesu als ein großes Mysterium erfahren

Deshalb haben sie auch einige Zeit, wie uns die Evangelien berichten, gebraucht, um damit klar zu kommen. Jede verstandesmäßige Erklärung geht hier fehl.
Die Jünger können nichts anderes sagen, als dass Jesus ihnen in einer anderen Seinsweise erschienen ist, als sie ihn bisher erlebt hatten; Er hat in ihnen die Hoffnung angezündet, dass allen, die an ihn glauben, dieselbe Vollendung zuteil werden wird.
In der menschlichen Existenz gibt es eben mehr Dinge als der Verstand erfassen und die Sprache ausdrücken kann. Das haben die Jünger in der Begegnung mit dem Auferstandenen erfahren.

5 Mit der Auferweckung Jesu kommt die Menschheitsgeschichte zum Ende und zum Ziel.

5.1 Das Tor zur Freiheit wurde aufgestoßen.
Die Osterbotschaft ist eine Heils- und Freiheitsbotschaft, die uns Antwort gibt auf die Frage, welchen Sinn unser Leben und Sterben hat.
Diese Frage hat zu allen Zeiten die großen und wachen Geister des Menschengeschlechts bewegt. Gerade sie litten unter dem Elend und der Erbärmlichkeit des Menschen. Und das führte manche bis an den Rand der Verzweiflung.
Goethes Faust spricht es aus „Den Göttern gleich ich nicht! Zutiefst ist es gefühlt! Dem Wurme gleich ich, der den Staub durchwühlt, den, wie er sich im Staube nährend lebt, des Wandrers Tritt vernichtet und begräbt."
5.2 Neuer Mut zum Leben erwacht
Am Menschsein setzt verzweifelnd setzt Faust das Glas an die Lippen, um durch den Gifttrank diesem erbärmlichen Leben ein Ende zu setzen. Da beginnen die Glocken zum Osterfest zu läuten und Ostergesang erklingt:
"Christ ist erstanden!
Freude dem Sterblichen,
den die verderblichen,
schleichenden, erblichen
Mängel umwanden."
Und Faust fragt:
“Welch tiefes Summen,
welch ein heller Ton,
zieht mit Gewalt
das Glas von meinem Munde“?
Es ist die Osterbotschaft. Sie hält ihn vom letzten, ernsten Schritt zurück. Sie macht ihn fähig, die Erde und dieses Leben wieder zu bejahen.

6. Der Auferstandene will in uns wirken.

6.1 Er will den alten Sauerteig in uns entfernen.
Er will uns aus Lethargie und Resignation herausholen, die lahmen Flügel unserer Seele wieder zu starken Schwingen machen.
Deshalb lässt Goethe die Jünger singen:
"Hat der Begrabene, schon sich nach oben,
Lebend-Erhabene, herrlich erhoben,
ist er in Werdelust schaffender Freude nah.
6.2 Der Auferstandene bewirkt in uns einen neuen Frühling
Neues Leben lässt er in uns aufbrechen. Er richtet unsere, durch die Übermacht der Bosheit, der Zwänge, der Widersprüche niedergedrückte Existenz auf. “Fürchtet euch nicht! Ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden.[1] Er geht euch voraus nach Galiläa."[2]
Die Auferstehung Christi ist für uns das Zeichen Gottes, dass nicht Zerfall und Verwesung das letzte Wort haben, sondern Gottes schöpferische Macht.
Wer an den Schöpfer glaubt, der den Mikrokosmos und Makrokosmos mit all seinen Wundern erschaffen hat, der darf auch daran glauben, dass dieser Gott den ganzen Menschen neu schaffen wird.
Deshalb brauchen wir nicht wie das Kaninchen auf die Schlange der Vergänglichkeit und des Scheiterns schauen, um schließlich von ihr gefressen zu werden.
Wir schauen auf Christus den Auferstandenen. Im Blick auf ihn wird es uns möglich, das Gebunden-sein an unsere Triebe, an das Vergängliche, an das Haben-Wollen, aber auch das falsche Sich-Klammern an Menschen, an Orte, an liebe Gewohnheiten zu überwinden und  dem Herrn, dem Auferstandenen, in den Freiraum der immer gegenwärtigen schöpferischen Liebe Gottes zu folgen.
In jeder heiligen Messe verkünden wir nach der heiligen Wandlung als Gemeinde des Auferstandenen "Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."
6.3 Wir sind berufen, die Auferstehung und den Auferstandenen zu preisen.
Das geschieht vor allem durch die Tat. Indem wir seine Liebe verwirklichen, zur Versöhnung und zum Frieden unter den Menschen beitragen.
Der Auferstandene ermutigt uns, hier und jetzt schon an seinem Reich der Liebe und des Friedens mitzuarbeiten. Wir laufen nicht ins Leere, wir laufen nicht einem unerfüllbaren Traum nach. Wir erfahren vielmehr unsere Vollendung in der Auferweckung der Toten.
Deshalb halten wir heute am Ostertag hier in der Kirche voller Freude das Ostermahl, in dem wir die Gabe des Auferstandenen essen, in der er sich uns als göttliche und menschliche Person schenkt.
In der Synagoge zu Kafarnaum offenbarte er sich als das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. „Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt.“[3]
Mit dieser Offenbarung verband er die Entscheidung für oder gegen seine Person. „Wollt auch ihr gehen?“ sagt er zu den Aposteln. Mit Petrus sprechen auch wir „Herr zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“[4] Wer sich darauf einlässt, erfährt

6.4 Der Auferstandene eint uns über Raum und Zeit bis in die Ewigkeit mit allen,
die vor uns ihm gefolgt sind und nach uns ihm angehören werden. Wir tragen diese Botschaft von der Auferweckung überallhin, wo uns unsere Wege und Aufgaben hinführen.
Wir haben den Auftrag, den Menschen Hoffnung zu geben – Hoffnung, Wonne und Glück über das Sichtbare und Zeitliche hinaus; denn der Auferstandene ist bei uns. Er geht uns voran.
In Goethes Faust singt es der Chor der Engel in einem begeisternden Lied:
"Christ ist erstanden
aus der Verwesung Schoß!
Reißet von Banden
freudig euch los!
Tätig ihn Preisenden
Liebe Beweisenden
Brüderlich speisenden
Predigend Reisenden
Wonne Verheißenden
Euch ist der Meister nah
Euch ist er da!“
[1] Mt 28,5f.
[2] Mk 16,7
[3] Joh 6,51
[4] Joh 6,68
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