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Lesejahr B 2017/12 - 2018/11

Predigtthema »Heil und Unheil auf dem Weg des Lebens«

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 Inhaltsverzeichnis

Heil und Unheil auf dem Weg des Lebens

1 Heil für mehrere Generationen
2 Heils und Unheilserfahrungen in einem langen Leben
2.1 in der Kindheit wird die Grundlage für das spätere Leben gelegt,  für das persönliche Heil - oder für Unheil.
2.1.1 Als Sechsjähriger bei der Fahrt über den abgeernteten Rübenacker
2.1.2 Meine Einschulung im September 1939 war zugleich der Beginn des Zweiten Weltkriegs
2.1.3 Im Juni 1944 bestand ich die Aufnahmeprüfung am Franz-Ludwig-Gymnasium in Bamberg
2.2 Gymnasialzeit und Studium
2.2.1 Vom September an besuchte ich dort den Unterricht
2.2.2 Mein Vater kam mit dem Fahrrad und brachte mich nach Strullendorf
2.2.3 Ab April 1946 ging der Unterricht wieder los
2.2.4 Nach dem Abitur 1953 meldete ich mich im Priesterseminar an
2.3 Heilsdienst als Priester 1959 -2018
2.3.1 Heilvolle EntwicklungenDas zweite Vatikanische Konzil
2.3.2 Wir können heute Dank der elektronischen Medien
2.3.3 Einsatz für den Lebensschutz und für Radio Horeb
2.4 Unheilvolle Entwicklungen
2.4.1 Die sexuelle Revolution
2.4.2 Die 68er Revolte
2.4.3   Und heute?

Heil und Unheil auf dem Weg des Lebens[1]
1 Heil für mehrere Generationen
Verkündet die heutige 1. Lesung mit der Autorität des Mose für drei Generationen - für die Hörer, ihre Kinder und Enkel. Heilvolle Zukunft geschieht, wenn Israel Jahwe als seinen Herrn und Gott anerkennt und ihn fürchtet.
Gottesfurcht ist nicht Angst vor Gott, sondern auf ihn hörend ihm den ersten Platz im Leben einräumen und auf seine Gebote achten. Kernsatz des ersten Gottesvolkes heißt daher „Höre, Israel: Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig.“ Gott, der einzig ist, will das Herz seines  Volkes. „Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“
 Jesus bestätigt heute im Evangelium die Bedeutung dieses Gebotes für das alte wie für das neue Volk Gottes und ergänzt es durch das Gebot der Selbst- und Nächstenliebe.
2 Heils und Unheilserfahrungen in einem langen Leben
2.1 in der Kindheit wird die Grundlage für das spätere Leben gelegt,  für das persönliche Heil - oder für Unheil.
1933 – im Jahre der Machtergreifung durch Hitler und den Nationalsozialisten wurde ich gezeugt und geboren. Es begann eine schreckliche Unheilszeit für unser Volk und ganz Europa.
 Bei meiner dramatischen Geburt war das Leben meiner Mutter und mein Leben extrem gefährdet.
Meine Mutter erzählte später, nach zwei Tagen schwerem erfolglosem Ringen sagte der Arzt „entweder sie oder das Kind“. Meine Mutter sagte mutig nein - und schließlich erblickte ich ziemlich mitgenommen das Licht der Welt. Deshalb wurde ich schon einen Tag nach meiner Geburt getauft und dem dreifaltigen Gott anvertraut.
Unheils- und Heilserfahrungen ziehen sich wie ein roter Faden durch mein Leben.
Darum rät der Eingangsvers aus Psalm 38 zur Bitte an Gott „Herr, verlass mich nicht, bleib mir nicht fern, mein Gott! Eile mir zu Hilfe, Herr, du mein Heil.“
2.1.1 Als Sechsjähriger bei der Fahrt über den abgeernteten Rübenacker
löste sich am Kastenwagen die vordere Schütz, an der ich lehnte und die Kühe antrieb.  Ich fiel auf die Deichsel zwischen die Beine der Kühe. Der eisenbereifte 15 Zentner schwere Wagen fuhr über meinen Leib und meine Beine. Ich stand auf. Keinerlei Verletzung!
„Mein Gott", sagte mein Vater, als er mich untersuchte und unverletzt sah, "Hast du einen Schutzengel gehabt." Ja, unser Leben hängt oft an einem seidenen Faden, würde Gott ihn nicht halten, wäre er längst gerissen.
2.1.2 Meine Einschulung im September 1939 war zugleich der Beginn des Zweiten Weltkriegs.
 Acht Tage später wurde die Mutter einer Mitschülerin benachrichtigt, der Vater sei gefallen.
Man fürchtete das Kommen des Postboten, der die Todesnachrichten ins Haus brachte. Dieses Hereinbrechen des Unheils wurde von Tag zu Tag schlimmer. Wir fuhren zur Wiese um Heu zu machen. Vor uns ging Postbote in ein Haus. Kurz darauf riss die Frau des Hauses das Fenster auf und schrie auf die Straße „Ach Gott auch Gott - unser Adam!“
Meine Großeltern bekamen die Nachricht, der Bruder meiner Mutter, der Hoferbe Willhelm, sei vor Moskau vermisst.
Ein Jahr später 1943 ging ich zur Erstkommunion. Unsere tieffromme Lehrerin Pfeuffer hatte uns wunderbar vorbereitet.
Sie ging mit uns vor die Kirche als die zwei alten Glocken abgenommen wurden. Wir weinten als sie wegtransportiert wurden. Eines Tages sagte sie, Leute aus dem Landratsamt würden kommen und das Kreuz abhängen und mitnehmen. Wir Kinder und auch ich riefen, wir werden das nicht zulassen. Wir werden mit den Tintenfässern nach ihnen werfen.
Jedes Wochenende kam aus Bamberg der Seminarpräfekt Rudolf Nickles zur Aushilfe, um unserem alten Pfarrer, der seit dem Krieg ohne Kaplan war, beizustehen.  Seine Predigten begeisterten mich. Der Wunsch Priester zu werden, erwachte in mir.
2.1.3 Im Juni 1944 bestand ich die Aufnahmeprüfung am Franz-Ludwig-Gymnasium in Bamberg.
In Deutsch mussten wir Sätze aus der Gegenwart und die Vergangenheit umwandeln. Der Lehrer - der bestimmt kein Nazi war - las schmunzelnd ein Ergebnis vor: Aus dem »Der Mensch denkt und Gott lenkt» wurde »Der Mensch dachte, und Gott lachte«.
2.2 Gymnasialzeit und Studium
2.2.1 Vom September an besuchte ich dort den Unterricht,
der immer öfter von L17 unterbrochen wurde. In dieser Zeit ging auch die Nachricht ein, der Bruders meiner Mutter Hans, bei dessen Hochzeit ich einst die Ringe tragen durfte, sei bei Riga getötet worden.  Beim Requiem in St. Martin - von Tränen überströmt - sprachen auch mir unbekannte Menschen ihr Beileid aus.
Später allerdings - der Krieg ging bereits seinem katastrophalen Ende entgegen - mussten wir beim Musiklehrer, das Lied eines seiner Schüler lernen. „Wir tragen des Führers braunes Kleid, wir sind seine jüngsten Soldaten.“  Als Schluss hieß der Refrain „Heil Hitler“ Hitler Heil.“ Wir brüllten das und machten uns lustig darüber. Der Musiklehrer war empört über unser Verhalten.
Nach dem furchtbaren Angriff auf Dresden am 13. Februar 1945 luden zurückfliegende Bomber früh um10 Uhr den Rest über Bamberg ab. Ich wohnte am Marienplatz. Mein Hausherr schaute mit dem Feldstecher zum Himmel und rief, die lassen etwas fallen. Während wir in den Keller rannten, explodierten in einiger Entfernung die Bomben.
2.2.2 Mein Vater kam mit dem Fahrrad und brachte mich nach Strullendorf
wo wir mit dem Zug heimfuhren. Vater wurde zum Volkssturm eingezogen. Am Wochenende kam er krank heim. Blieb im Bett liegen, bis endlich Anfang Mai die Amerikaner kamen.
Unser einstöckiges Haus war voller Flüchtlinge. Meine Eltern hatten ihr großes Schlafzimmer einer Mutter mit zwei Kindern zur Verfügung gestellt und sind in die Kammer neben dem gemeinsamen Wohnzimmer gezogen, mein Bruder und ich kamen in einer Dachkammer unter. Ich erlebte inmitten großer Not eine bewundernswerte Haltung meiner Eltern gegenüber Flüchtlingen.
2.2.3 Ab April 1946 ging der Unterricht wieder los.
Ich wurde ins bischöflichen Knabenseminar Ottonianum aufgenommen. Wir lebten sehr einfach. Das Essen war rationiert. Das Leben vollzog sich in einer festen Ordnung. In der Frühe um 6.30 feierten wir jeden Tag die Heilige Messe mit.
Ich trat der Marianischen Kongregation »Sedes Sapientiae« bei und weihte mich der Gottesmutter. Bis heute gehöre ich ihr an. Inmitten aller Bedrängnisse und Unheils-Entwicklungen ist die Gottesmutter Maria  ein sicherer Schutz. Sie hat ja bei ihren Erscheinungen gesagt, wer sich ihr weiht oder ihr geweiht wird, wird nicht verloren gehen.
Ein wichtiger Einschnitt war für uns 1948 die Währungsreform. Das bisherige Geld verlor seinen Wert.
Es wurde für alle erfahrbar, wer sein Leben und seine Zukunft aufs Geld baut, hat auf Sand gebaut.
2.2.4 Nach dem Abitur 1953 meldete ich mich im Priesterseminar an
    Auf das Studium der Philosophie und der Pädagogik folgte das Studium der Theologie.
Professor Rudolf Schnackensburg begeisterte uns für die Heilige Schrift. Als erstes legte uns das Markus Evangelium aus - wir haben heute einen Abschnitt daraus gehört. Er fasste es in einem kurzen Satz zusammen, der mich über alle Veränderungen und unheilvollen Entwicklungen trug: »Jesus Christus ist der Stärkere«.
Auf Burg Rothenfels, wo Heinrich Kahlefeld die Nachfolge Romano Guardinis angetreten hatte, wurde in Ferienwerkwochen die Liebe zum Wort Gottes und zur Liturgie in uns entfacht. Heinrich Kahlefeld hat uns in den Gottesdiensten, die wir im Rittersaal mit ihm feierten, die Kunst des Zelebrierens der Gemeinde zugewandt vorgelebt.
2.3 Heilsdienst als Priester 1959 -2018
1959 zum Priester geweiht hatte ich Möglichkeit die Liebe zum Wort Gottes und zur Liturgie vielen jungen Menschen mitzuteilen.
 2.3.1 Heilvolle Entwicklungen
Das zweite Vatikanische Konzil
Es hat für uns junge Priester manche Sehnsucht erfüllt. Vor allem der Beschluss „die Schatzkammer der Heiligen Schrift weit aufzutun.“  Die „aktive Beteiligung“ der Laien an der Liturgie zu fördern. Das Konzil hat uns den ganzen geistlichen Reichtum aus dem Herzen der Kirche aufgeschlossen, wie es noch zu keiner Zeit der Kirchengeschichte geschah. Darüber bin ich sehr glücklich.
2.3.2 Wir können heute Dank der elektronischen Medien
an der Leitung der Kirche durch Papst, Bischöfe und Priester am Leben in einer Weise teilhaben und teilnehmen wie keine Generation zuvor.
2.3.3 Einsatz für den Lebensschutz und für Radio Horeb
Sind mein Dank dafür, dass mir Gott ein so langes Leben geschenkt hat und ich das Evangelium seit fast 60 Jahren verkünden darf und dank der elektronischen Medien jeden Monat fast 10.000 Menschen erreiche.
2.4 Unheilvolle Entwicklungen
Sie werden heute erst so richtig sichtbar
2.4.1 Die sexuelle Revolution
Schon in den 60er Jahren forderten marxistisch geprägte Psychologen die mögliche frühe sexuelle Betätigung der jungen Menschen. In ihrer Triebverfallenheit werden sie abhängig von ihren Verführern. Inzwischen gab ja als Schutz für das Ausleben der sexuellen Freizügigkeit die Antibaby Pille.
Paul VI suchte mit seiner Enzyklika Humane Vitae dem entgegenzusteuern. Es ging ihm um die Liebe und die Würde der Frau und um den gottgewollten Sinn der Sexualität. Leider hat man ihn im deutschsprachigen Raum kaum unterstützt.
Studenten hielten bei Demos die Mao-Bibel hoch und riefen den Namen dieses Massenmörders, der sich eines eigenen Harems bediente und bei dem nur Lebensrecht hatten, die ihm bedingungslos gehorchten.
1968 wurde ich Pfarrer in Münchberg und hatte neben meinem priesterlichen Dienst die Oberklassen des Gymnasiums zu unterrichten. Das war kein Spaß. Denn es tobte
2.4.2 Die 68er Revolte
Jede Autorität wurde angegriffen und diffamiert. Antiautoritäre Erziehung war das Schlagwort. Sexuelle Freizügigkeit wurde propagiert. 50 Jahre Umerziehung haben wir nun hinter uns. Sie führten zu Bildungsabbau, Entgrenzung in allen Lebensbereichen bis hin zu Orientierungslosigkeit und Beliebigkeit.
2.4.3   Und heute?
Die Neomarxisten hielten und halten die Ehe von Mann und Frau für eine Struktur der Unterdrückung, die zerschlagen werden müsse. Heute heißt das, Jeder könne seine geschlechtliche Identität selbst bestimmen. Davon gibt es inzwischen etwa 50.
Wehe dem, der diesem Denken zu widersprechen wagt. In den 200 geschaffenen Lehrstühlen für Gender wird schon Material gesammelt gegen Menschen, die dem Genderwahn widersprechen.
Ähnliches gilt für den Lebensschutz nach christlichem Verständnis, dass jedes menschliche Leben von der Zeugung bis zu seinem natürlichen Ende zu schützen sei.
Wer sich heute dafür einsetzt wird vor allem in den staatlichen Medien, die wir mit unserem Zwangsbeitrag finanzieren als rechtsradikal diffamiert.
Der Endkampf um das christliche Menschenbild, um die Familie aus Frau und Mann hat begonnen. Dafür werde ich und ich bitte auch euch, weiter eintreten.
Unsere Hohepriester sind nicht die Inhaber von Genderlehrstühlen, sondern wie wir in der Lesung aus dem Hebräerbrief hörten: Unser Hohepriester ist Jesus Christus durch den wir vor Gott hintreten.
Er wird uns für immer retten; denn er lebt allezeit, um für uns einzutreten. Nur bei ihm ist unser Heil, das Heil ihrer Kinder und Enkel, unserer Nicht und Neffen zukunftssicher.
 

[1] 1. L Dtn 6,2–6; 2. L Hebr 7,23–28; Ev Mk 12,28b–34
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