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Lesejahr B 2017/12 bis 2018/11

Predigtthema - 


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Mit Jesus auf dem Weg nach Ostern
1 Gipfelerlebnisse

Es ist eine wunderbare Erfahrung, bei schönem Wetter nach einem langen beschwerlichen Aufstieg auf dem Gipfel eines Berges anzukommen. Der Blick weitet sich. Tief unten in den Tälern klein wie Streichholzschachteln die Häuser der Menschen. Weit weg vom Alltag, dem Getriebe der Welt, dem Himmel näher.
Nicht immer sind "Gipfelerlebnisse" so beglückend und befreiend. Für Abraham, der glaubt Gott verlange von ihm sein Liebstes, den lang ersehnten Erben als Opfer, war der Aufstieg zum Berg Moria zunächst ein Alptraum.
Doch dann verwandelte sich das dunkle alles fordernde Antlitz Gottes in das sich erbarmende, liebende, Segensfülle spendende. Denn nur der kann zum Segen für die ganze Menschheit werden, der Gott fürchtet d.h. der ihm den ersten Platz in seinem Leben, Denken und Handeln einräumt.
Und Gott verheißt dem Abraham, in seinen Nachkommen würden alle Völker gesegnet, "weil du auf meine Stimme gehört hast." Für alle nach Selbstverwirklichung strebenden Christen könnte ein Wort des früheren Limburger Bischofs Kamphaus wegweisend sein: "Selbstverwirklichung ist, die Wirklichkeit Gottes in mir selbst wirklich werden zu lassen." Die Größe Abrahams besteht gerade darin, dass er der Wirklichkeit Gottes in seiner ganzen Existenz Raum gab.  Dem dient auch die
2 Zurüstung Jesu und seiner engsten Freunde
Für Jesus war der Wille seines Vaters im Himmel die sein Leben nährende Speise. Nicht sich selbst wollte er verwirklichen, sondern er setzte alles daran, das Werk Gottes zu Ende führen.[1] Wie geschieht dies?
2.1 Er macht sich mit seinen Jüngern auf den Weg nach Jerusalem.
Er weiß, dort wird er an die römische Besatzungsmacht ausgeliefert und umgebracht. Ein Alptraum für die Jünger.
Um sie für dieses schreckliche Geschehen zu rüsten und über dem Karfreitagsgeschehen schon Ostern aufleuchten zu lassen, führt Jesus seine engsten Vertrauten auf einen hohen Berg. Dort vollzieht sich seine Verwandlung. Ganz von Licht durchdrungen leuchtet die Auferstehungsherrlichkeit schon auf.
Dass Gottes Herrlichkeit ihn ganz durchdringt, wird durch die beiden alttestamentlichen Heilsgestalten Mose und Elija noch verstärkt. Mose, der "die Gestalt des Herrn" sehen durfte, der mit ihm "von Angesicht zu Angesicht" redete,[2] und Elija der im "feurigen Wagen" "im Wirbelsturm zum Himmel fuhr,“[3] bestätigen die mit Jesus geschehende Verwandlung als Theophanie, als Gotteserscheinung.  Jesus selbst deutet dieses Gipfelerlebnis seiner engsten Vertrauten. Erst nach seiner Auferstehung dürfen sie davon erzählen.
Es geht der Kirche am 2. Fastensonntag um die
2.2 Bereitung der Taufbewerber und Getauften
Die Österliche Bußzeit ist die Zeit der unmittelbaren Vorbereitung der Taufbewerber auf die heilige Taufe. Es soll ihnen und allen Getauften klar werden: Der Glaube an den gekreuzigten und getöteten Messias ist zugleich der Glaube an den Auferstandenen, den vom Vater Verherrlichten.
Ihnen und allen Getauften gilt daher die Stimme aus der Wolke, die Gottes verhüllte Gegenwart anzeigt: "Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören."
Diesen geliebten Sohn gibt Gott, wie Paulus in der 2. Lesung sagt, für uns alle hin. Durch Jesus geht Gott mit hinein in die äußerste Bosheit der Menschen, ihr verbrecherisches Denken und Handeln, wo nur noch politisches Nützlichkeitsdenken gilt. Durch Christus will Gott nicht nur im Leben, sondern auch im Sterben, ja selbst den Gemordeten und Mördern nahe sein.
In Christus will er uns den ganzen Reichtum, seiner Liebe, seines rettenden Bei-uns-Seins schenken.[4] Darum brauchen wir keine Anklage, kein Urteil der Menschen zu fürchten, auch wenn es ungerecht und böse ist; denn Gott ist es, der uns um der Liebe und des Gehorsams Jesu willen gerecht macht.[5] Und der zum Vater heimgekehrte Jesus tritt bei Gott für uns ein.[6]
In dieses Geheimnis der alles verwandelnden Liebe Gottes tauchen die in der Osternacht Getauften ein. Auf dieses Geheimnis seiner alles verwandelnden Liebe konzentrieren wir uns neu durch Umkehr und Buße, durch das glaubende Hinhören auf sein Evangelium und die Erneuerung unseres Taufgelöbnisses an Ostern. Es geht also in der österliche Bußzeit darum, dass wir
3 Auf den geliebten Sohn des Vaters hören

Das Geheimnis der Erlösung wird uns schon jetzt verwandeln und durch das Leben und den Tod hindurch tragen, wenn wir auf den geliebten Sohn des Vaters hören.
Was Gott durch Mose sagen ließ, klingt bei der Verklärung des Herrn wieder an: "Hört und ihr werdet leben."[7]
 Die Verheißung bei Jesus Sirach gilt für alle Zeiten: "Wer auf mich hört, wird nicht zuschanden."[8]
Im Johannes Evangelium zeigt uns Jesus, was dieses auf ihn Hören bewirkt: "Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Leben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins Leben hinübergegangen." [9] Angesichts dieser Verheißung fragen wir uns:
3.1 Wie bewahrheitet sich der christliche Glaube?
Um glauben zu können, dass diese Verheißung wirklich wahr ist, mein Leben berührt und verwandelt, muss sich, wie Klaus Metzger sagt, folgendes ereignen: Jesu Kraft und Macht hat zwar etwas Faszinierendes an sich. „Aber das alleine genügt nicht. Nicht einmal die abenteuerlichen Zeichen und Wunder vom Himmel könnten uns dazu bringen, auf ihn unser Leben zu bauen.“  Wie aber bewahrheitet sich dann der christliche Glaube?
„Erst muss er von den Toten auferstanden sein.
       Erst muss er den Weg des Menschen bis zum bitteren Ende gehen.
       Erst muss sich seine Liebe auch vor der brutalen Realität des Todes als treu erweisen und sich zeigen, dass sie stärker ist als Resignation und Verzweiflung.
       Dann erst ist er mehr als ein Guru, ein falscher Magier oder Scharlatan.
       Dann erst ist er ein wirklicher Messias, einer dem wir folgen können.“
3.2 Was für ihn galt, gilt auch für uns
Keine verklärten Träume, keine Wunder am Himmel machen die christliche Botschaft glaubwürdig. Im ganz alltäglichen Leben und Sterben muss sich unsere Liebe bewähren, in einer bis zum Ende durchgehaltenen Treue.
Dann vollzieht sich das Leben nicht in einem Alptraum, um darin zu verzweifeln, sondern es strebt auf jenen Gipfel zu, der Verwandlung, Verklärung, Auferstehung, Ostern heißt.
 

[1] Joh 4,34
[2] Num 12,8
[3] 2 Kön 2,11
[4] Röm 8,32
[5] Röm 8,33
[6] Rom 8,34
[7] Dtn 4,1
[8] Sir 24,22
[9] Joh 5,24
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