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Lesejahr B 2014/12 bis 2015/11

Predigt - Homilie zur Kirchweih 2015 in Dormitz ULF

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Gott wohnt bei uns, damit wir bei ihm wohnen
1 Gott wohnt bei uns
1.1 Im Kirchweihlied singen wir "o lass im Hause dein uns all geborgen  sein"[1]
In jeden Menschen hat Gott die Ursehnsucht nach Geborgenheit gelegt. Ein Menschenkind kann nur dann gedeihen und sich gut entfalten, wenn es von Anfang an Geborgenheit erfährt. Geborgenheit, die Menschen geben, ist eine vorläufige. Sie geht jener voraus, die Gott schenken will.

So wie ein Kind bei seiner Mutter und seinem Vater Geborgenheit erfährt, so wie Liebende einander Geborgenheit schenken, so will Gott seinen Kindern und Geliebten in seinem Haus Geborgenheit schenken. Er will, dass wir uns mit Leib und Seele schon jetzt bei ihm geborgen wissen.

Der heilige Augustinus, sagt in seinen Bekenntnissen: "Gott, du hast uns auf dich hin geschaffen und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir." Dieses Ruhen in Gott will hier und jetzt schon beginnen.
1.2 Unsere Kirchen sind Gestalt gewordener Glaube
Sie strahlen etwas aus von dem Geheimnis der Nähe Gottes, der sich in Jesus Christus seinem Volke schenkt, wenn es sich "in seinem Namen versammelt"[2]. Wir verstehen, warum Gott durch Mose zu seinem Volk sagt: "Macht mir ein Heiligtum! Dann werde ich in eurer Mitte wohnen."[3]

Durch unsere Pfarrkirche, die Mitte und Zentrum unserer Pfarrgemeinde ist, will uns Gott sagen, was er für uns ist: Die herausragende Mitte. So hat er es schon dem aus der Knechtschaft Ägyptens Befreiten gesagt: "Ich werde mitten unter den Israeliten wohnen und ihnen Gott sein."[4]

Herausragende Mitte für Dormitz darf und soll diese Kirche sein. Sie trägt den Namen Unsere Lieben Frau. Maria ist die Mutter der Kirche und aller Glaubenden.

Mit ihr gehören wir zum Gottes- und Mariens-Sohn Jesus - dem Messias Gottes - dem Christus. Mit ihr sind wir bei Jesus unter dem Kreuz und bei seiner Auferstehung. Mit ihr haben wir Anteil an der Auferstehung Jesu. Wie Maria sind als ganze Menschen, mit Leib und Seele für die Fülle des Lebens im Himmel Gottes erwählt.

Darum feiern wir jedes Jahr Gott dankend den Tag der Weihe unserer Pfarrkirche. Weil Gott in unserer Mitte wohnt, darum gilt die Aufforderung aus Psalm 9 auch uns: "Lobsinget dem Herrn, der auf dem Zion wohnt, verkündet unter den Völkern seine Taten."[5]

Im Buch Levitikus sagt Gott was

1.3  Der Grund seines Wohnens Gottes bei uns
ist: "Ich schlage meine Wohnstätte in eurer Mitte auf und habe gegen euch keine Abneigung. Ich gehe in eurer Mitte und ihr seid mein Volk."[6]

Gottes Zuneigung lässt ihn unter uns wohnen. Diese ist unverdientes Geschenk seiner Gnade. Seit Jahrhunderten ist diese Kirche ein sichtbares Zeichen der Zuneigung Gottes zu den Christen in Dormitz und Umgebung.

Sie wurde erbaut, und wird erhalten von Menschen, die sich ständig daran erinnern, dass sie Tempel des lebendigen Gottes sind, und „Christus durch den Glauben in ihren Herzen wohnt.“ Die Bitte des Paulus gilt auch heute: "Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch." [7]

Faszinierend ist die Verheißung Jesus an seine Jünger: "Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen."[8]

Die Liebe zu Jesus und das Festhalten an seinem Wort lassen dieses Gotteshaus seit Jahrhunderten Zeichen der Zuneigung Gottes für die hier lebenden Christen sein. Diese Kirche erinnert uns ständig an die von Gott geschenkte Würde:
1.3.1 "Wir sind Tempel des lebendigen Gottes."
Weil Gott unter uns wohnt und mit uns geht, machen wir den Götzendienst dieser Welt nicht mit, ziehen wir uns von denen zurück, die unseren Glauben in Gefahr bringen oder zu einem Leben verführen, das uns verdirbt und beschmutzt.

Sich auf den Propheten Jesaja und Jeremia berufend legt Paulus dies den Korinthern ans Herz. Jenen, die sich daran halten, verheißt Gott: "Dann will ich euch aufnehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein."[9]

1.3.2 Unsere Kirche wird Zeichen der Nähe und Zuneigung Gottes
 in Dormitz bleiben, solange es hier Menschen gibt, die sich im Namen des Herrn Jesus Christus versammeln, die auf Gott hören und ihn anbeten, die einander in der Liebe Christi begegnen. Denn, "wo die Güte und die Liebe wohnt, da wohnt Gott."[10]

Von einer lebendigen Christengemeinde, die von Gott bewohnt ist, hängt es ab, ob auch morgen das Leben in Dormitz und Seelsorgebereich Augustinus gesegnet ist. Diese Zuneigung Gottes, die wir seine Gnade nennen, sein Wohnen bei uns wird bleiben,

2 Wenn wir bei ihm wohnen
Ein altes Wort unserer Sprache nennt das innigste Beieinandersein von Mann und Frau:

2.1 "Einander beiwohnen"
         Wenn Mann und Frau ganzheitlich Eins werden, sagen wir: Sie wohnen einander bei. Das heißt: Jeder lässt sich ganz auf den anderen ein, vertraut ihm ganz und gar, mit allen Konsequenzen.

Aus diesem Beieinander Wohnen, Einander Beiwohnen erneuert sich die Liebe, entsteht neues Leben und wächst Kraft für den Alltag. Wir alle verdanken unser Leben einem Schöpfungsakt Gottes, der im innigen Einander Beiwohnen unserer Eltern sich ereignete.  

Drängt es nicht alle Menschen, die einander lieben, auch  beieinander zu wohnen? Wenn schon das menschliche Beieinander-Wohnen neues Leben hervorbringt und eine Quelle der Freude und Kraft ist, um wie viel mehr das  Wohnen bei Gott! Wer sich ganz auf Gott einlässt, sich ihm ganz  anvertraut, dem gilt die Verheißung des Psalm 84 "Selig, die bei dir wohnen, Herr, die dich loben allezeit."
2.2 Beim Herrn zu wohnen, hat eine große Verheißung
Ein solcher Mensch - so sagt der Psalmvers - kann sich glücklich preisen, mehr noch, er wird von Gott glücklich gepriesen. Er hat eine ungeahnte Zukunft.

Das beim Herrn zu wohnen muss immer wieder in der Tiefe des Herzens und der Seele betend vollzogen werden. Im Psalm 18 heißt das „Ein Schild ist der Herr für alle, die sich bei ihm bergen." d.h. Nichts kann sie umbringen, nichts aus der Bahn werfen.

Aber wir leben nicht zuerst als einzelne vor Gott, sondern durch und mit anderen. Durch andere Menschen sind wir zu Gott gekommen und durch uns müssen andere zu ihm kommen. Um sich dessen bewusst zu bleiben, versammelt sich Gemeinde des Herrn, baut sie sich und dem Herrn ein Haus, eine Kirche.

Zwar kann dieses Haus den großen Gott nicht fassen, wie Salomo bekennt, aber es fasst uns zum Bau Gottes zusammen.

Der Gott, den Himmel und Erde nicht fassen, lässt seinen Namen hier wohnen, d.h. er offenbart uns hier sein Wesen auf dem Angesicht Jesu Christi, der hier verkündet und dessen Heilswerk hier vollzogen wird, d.h. weiter: hier leuchtet sein Geheimnis auf, jene Überfülle der Wahrheit, mit der wir nie an ein Ende kommen.

So geht uns immer mehr auf, dass "in die Kirche gehen", „Gottesdienst feiern“, nicht lästige Pflicht, sondern ein Geschenk der Güte Gottes ist, wie es der Psalm 5 bezeugt "Ich aber darf dein Haus betreten dank deiner großen Güte."[11]

2.3 Miteinander Gott preisend erfahren wir uns als Beschenkte
Daraus wächst jener Wille, der im Psalm 111 aufklingt "Ich will den Herrn preisen von ganzem Herzen, im Kreise der Frommen inmitten der Gemeinde."[12]

Es sind Egoismus, mangelnde Einsicht, ja Stolz oder Gleichgültigkeit, die vom Gottesdienst abhalten. Schon der Barnabasbrief aus dem Jahr 114 nach Christus mahnt:

"Zieht euch nicht in eure Einsamkeit zurück, als wäret ihr schon gerechtfertigt, sondern versammelt euch, und sucht gemeinsam, was euch allen frommt... Wir wollen Menschen des Geistes sein, ein vollkommenes Heiligtum für Gott."

Gerade im gemeinsamen Feiern, Hören und Beten, belebt Gott unsere Hoffnung neu, löst er uns aus unserer Vereinsamung, befreit er uns aus dem Kreisen um uns selbst. Der Beter des Psalms 52 spricht es aus "Ich hoffe auf deinen Namen im Kreise der Frommen - denn du bist gütig."[13]

3 Die Vorsteherin unseres Gotteshauses ist Unsere Liebe Frau
- Maria die Mutter des Sohnes Gottes und Mutter der Kirche. Hilfe der Christen, Trösterin der Betrübten nennt sie die Kirche.

In dieser Woche gratulierte ich einer Frau zum 87. Geburtstag. Ich kenne sie noch aus meiner Kaplanszeit in Neuhaus/Pgn.  Nach sechs Jahren Ehe lag ihr Mann todkrank in der Klinik in Würzburg. Nach der Nachtwache stieg sie früh um 5 Uhr hinauf zum Käppele - dem Marienheiligtum Würzburgs - um die Heilige Messe mitzufeiern.

Auf dem Rückweg legte ihr plötzlich jemand die Hand auf die Schulter. Sie drehte sich um - es war der Chefarzt, der ihren Mann behandelte. Auch er kam von der Messe auf dem Käppele. Er sagte zu ihr „Kommen Sie. Ich zeige ihnen etwas, was wir beide nötig haben.“

„Wir wollen unseren Fuß in die Fußspur der Muttergottes setzen, die hier im Stein zu sehen ist.“

Wenn sie Sorgen oder Kummer haben, kommen sie zur Mutter Gottes. Ihr ist diese Kirche geweiht. Sie ist die Helferin der Christen - Trösterin der Betrübten.

Gott wohnt bei uns, damit wir mit Maria bei ihm wohnen.

Schrifttexte:Exodus 29,43-46;1 Kor 3,9-11.16-17;
Johannes 14,18-23
[1] NGL478/1
[2] Mt 18,20
[3] Ex 25,8
[4] Ex 29,45
[5] Psalm 9,12
[6] Lev 26,11
[7] Kol 3,16
[8] Joh 14,23
[9] 2 Kor 6,17f.
[10] NGL 442
[11] Ps 5,8
[12] Ps 111,1
[13] Ps 52,11
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