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2010 (C)

Homilie am Jahrestag der Kirchweih in Rödlas »Regina Pacis« 1.8.2010

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 Der Geist Gottes erfüllt das ganze Haus.

1 Was ist ein Gotteshaus?

  • Jedes Kind der 3. Klasse weiß, was es durch die Taufe geworden ist: Ein Kind Gottes, ein Bruder oder eine Schwester Jesu, ein Tempel des heiligen Geistes. Jeder Getaufte ist durch die Einwohnung des Heiligen Geistes von Gott bewohnt. Das macht unsere Würde als Christen aus.
  • Jedes Gotteshaus, jeder Altar werden deshalb bei der Weihe mit geweihtem Wasser besprengt und mit heiligem Charisma gesalbt, also getauft und geweiht. Dazu spricht der Bischof „Allmächtiger, ewiger Gott, sende deinen Geist über dieses neue Gotteshaus, das wir mit deiner Hilfe erbauen durften.“ Durch den Heiligen Geist wird die von Menschen erbaute Kirche zum Haus Gottes und Tempel, in denen seine Herrlichkeit wohnt.
  • Schon bei der Weihe des Offenbarungszeltes durch Mose geschieht dies: „Dann verhüllte die Wolke das Offenbarungszelt, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnstätte. Mose konnte das Offenbarungszelt nicht betreten, denn die Wolke lag darauf, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnstätte.“[1] Die Wolke ist Bild für die verborgene Gegenwart Gottes.
  • Als die Israeliten das gelobte Land vor Augen von Angst überfallen werden und trotz guten Zuredens des Mose und Aaron sogar Steine gegen diese aufheben, „erscheint die Herrlichkeit des Herrn am Offenbarungszelt allen Israeliten.“[2] Und diese bringt sie zur Besinnung und gibt ihnen neuen Mut.
  • Als später die Lade Gottes von den Philistern geraubt wird, klagt die sterbende Schwiegertochter des Hohenpriesters Eli: „Fort ist die Herrlichkeit aus Israel, denn die Lade Gottes ist weggeschleppt worden.“[3]
  • Was aber ist die Herrlichkeit des Herrn anderes als das, was sein Name sagt: Jahwe – ich bin der Ich-Bin-Da, ich bin bei euch mit meiner unerschöpflichen Liebe. Und diese Liebe - verkündet Paulus den Christen in Rom - ist der Heilige Geist, der in der Taufe in unsere Herzen und bei der Weihe dieser unserer Kirche über dieses Haus ausgegossen wurde.[4]
  • Als der Pfingstgeist über die Gemeinschaft der Jünger ausgegossen wird, heißt es, der Geist Gottes „erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren.“[5] So ist

2 Jedes Gotteshaus, das Haus des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und das Haus der Geisterfüllten.

  • Nicht nur in unserer Pfarrkirche St. Michael wohnt die Herrlichkeit des Herrn, seine Barmherzigkeit und Liebe, sondern auch hier in der Tochterkirche »Regina pacis – Maria Königin des Friedens« in Rödlas.
  • Auch hier weht der Geist Gottes, durch den in der Taufe die Liebe Gottes in unsere Herzen ausgegossen wurde.
  • Auch hier versammeln wir uns als Gefirmte gesalbt mit der Gabe Gottes, den Heiligen Geist und werden am Ende der Messe oder eines Wortgottesdienstes als seine Zeugen in die Welt gesandt.
  • Hier soll durch den Heiligen Geist das geschehen, was Paulus den Christen in Rom zuruft: „Laßt nicht nach in eurem Eifer, laßt euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn!“[6]
  • In der ersten Lesung hörten wir, daß Mose, Aaron und seine Söhne sich die Hände und Füße waschen, bevor sie sich dem Altar nähern und das Offenbarungszelt betreten. Sie reinigen sich. Die Hände, die manchmal Böses tun oder das Gute unterlassen, die Füße, die verkehrte Wege gehen.
  • Diesen Brauch haben auch die Christen übernommen und von ihnen die Muslime. Später sind daraus bei uns die Weihwasserbecken am Eingang der Kirche geworden. Wir tauchen unsere Hand ins geweihte Wasser und machen das Kreuz über uns. Dabei bitten wir den Herrn, der uns in der Taufe durch seinen Geist geheiligt hat, er möge unsere Hände, unsere Gedanken und Worte und unser Herz reinigen von allem, was böse ist und nicht zu Gott paßt.
  • Hier, im Hause Gottes schenkt uns der auferstandene Herr seine besondere Nähe und Gegenwart. Denn wann wären wir mehr in seinem Namen versammelt, als wenn wir seinen, beim Abendmahl gegebenen Auftrag vollziehen: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“ Er verheißt uns: „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“[7] Noch mehr, auch unser gemeinsames Beten in seinem Namen trägt die Verheißung der Erhörung durch den Vater: „Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.“[8]
  • Hier im Hause Gottes belebt der Herr unseren Glauben neu durch sein Wort . Dieses Wort will nicht überreden, nicht mit billigen Showeffekten übertölpeln, sondern es will durch die in ihm wohnende Kraft wirken und überzeugen. Paulus sagt, seine Verkündigung an die Korinther sei „nicht Überredung mit gewandten und klugen Worten“ gewesen, sondern geschah „mit dem Erweis von Geist und Kraft“, „damit sich euer Glaube nicht auf Menschenweisheit stütze, sondern auf die Kraft Gottes“. [9]
  • Hier zieht  uns der Herr mit hinein in sein heiliges Opfer, damit auch wir „eine Opfergabe werden, die Gott gefällt, geheiligt im Heiligen Geist.“[10]
  • Hier durchdringt er im Heiligen Mahl unseren Leib und unsere Seele in der Kraft seines Geistes mit seiner Auferstehung. „Wer sich an den Herrn bindet, ist ein Geist mit ihm.“[11] Und durch diesen Heiligen Geist bleibt er auch nach der heiligen Kommunion, wenn die heilige Speise verdaut ist, in uns gegenwärtig. So hat gerade die Bitte an den Herrn um den Heiligen Geist in der Danksagung nach der Kommunion ihren wichtigsten Platz.
  • Hier in Hause Gottes weckt und bestärkt er die vielen Charismen und Gnadengaben, die unsere Gemeinde und die Kirche lebendig machen. Dafür danken wir heute am Kirchweihfest Gott ganz besonders „denn von ihm kommt jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk.“[12] Wir begreifen, warum die katholische Kirche ihren Gliedern sagt, die gemeinsame Feier des Sonntags im Hause Gottes ist für unseren Glauben und das Leben der  Kirche fundamental wichtig, ja unverzichtbar.
  • Die Verpflichtung, den Sonntagsgottesdienst mitzufeiern, gilt heute mehr denn je. Wir leben in einer pluralistischen Welt. Die Medien decken uns mit ungezählten Nachrichten und Meinungen zu. Nur wer sich ständig am Evangelium und an der Lebenshaltung Jesu ausrichtet wird die Anfechtungen des Glaubens bestehen.

Kurz vor der Renovierung unserer Pfarrkirche Kirche St. Michael feierte ein Kirchenmusiker aus Regensburg das Kirchweihhochamt mit. Nach dem Gottesdienst sagte er zu seinen Bekannten: „Dies ist eine durchbetete Kirche.“
  • Er spürte „Dieses ganze Haus ist vom heiligen Geist erfüllt .“ Der Heilige Geist erfüllt dieses ganze Haus, wenn sich hier Christen im Namen Jesu versammeln um Gott die Ehre zu geben und sein Wort zu hören, das Opfer und Mahl Jesu zu feiern. Auch an Pfingsten kam der Heilige Geist nicht in ein leeres Haus, sondern in ein Haus, indem die Jünger- und Jüngerinnen Jesu betend den Heiligen Geist erwartend versammelt waren.
  • Was also dürfen wir als Gemeinde Jesu hier im Hause Gottes erwarten? Was will uns das Opfer und Mahl Jesu, ja jeder Gottesdienst, schenken? Dass Gottes Heiliger Geist uns erfüllt. Er ist es, der lebendig macht. Er ist es, der ewiges Leben schenkt. Was aber will der heilige Geist in uns bewirken? Das Lied zur Gabenbereitung besingt es „Wohin sein Feueratem fällt wird Gottes Reich lebendig.“[13] Es geht um das Reich Gottes - dass Gott regiert. Wo Gott regiert ist Leben in Fülle, ist Auferstehung, ewiges Leben, Verherrlichung.

[1] Ex 40,34 f.
[2] Num 14, 10
[3] 1 Sam 4,22
[4] vgl. Röm  5,5
[5] Apg 2,2
[6] Röm 12,11
[7] Mt 18,20
[8] Mt 18,19
[9] 1 Kor 2,5
[10] Röm 15,16
[11] 1 Kor 6,17
[12] Jak 1,17
[13] GL 249-4

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