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Lesejahr A 2019/12 - 2020/11

Predigtthema: JESUS IN DER HAND GOTTES - WIR DURCH IHN IN GOTTES HAND

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Inhaltsverzeichnis
JESUS IN DER HAND GOTTES - WIR DURCH IHN IN GOTTES HAND
1 Der erste Akt der Liebe Gottes
1.1 Wir alle leben davon, dass uns Menschen zur Seite stehen, dass sie zu uns stehen
1.2 Auch Jesus kommt an den Jordan
1.3 Jetzt verstehen wir auch, warum Johannes auf Jesus hindeutend sagt:
2. Der zweite Akt der Liebe Gottes
2.1 Gott bekennt sich zu Jesus und zu dem, was er tut
2.2 Er weiß, dass für ihn gilt, was der Prophet Jesaja in der Lesung vom Gottesknecht geweissagt hat
3 Wir sind in den guten Händen Gottes
3.1 Wir wünschen uns, in guten Händen zu sein
3.2 Die Kirche sagt dem Getauften: Du bist jetzt in Christus
3.3 Durch Jesus Christus bist du in meiner guten Hand
4 Ja, leiblich erfahrbar will er uns nahekommen

Jesus in der Hand Gottes - wir durch ihn in Gottes Hand
1 Der erste Akt der Liebe Gottes
1.1 Wir alle leben davon, dass uns Menschen zur Seite stehen, dass sie zu uns stehen

  Menschen gesellen sich zueinander, weil sie die gleichen Interessen, und die gleichen Ziele haben; die gleiche Wellenlänge. Die gleiche Art die Dinge zu sehen verbindet. Das Sprichwort sagt mit Recht: Gleich und gleich gesellt sich gern.
  Die Menschen, die zu Johannes dem Täufer an den Jordan hinuntergingen und sich dort von ihm taufen ließen, hatten eines gemeinsam: Sie erwarteten den Messias und wollten sich für sein Kommen bereiten.
  Die Bußpredigt des Johannes machte ihnen klar, dass sie nur dann zum Messias gehören konnten, wenn sie umkehrten und die Vergebung ihrer Sünden erlangt hätten.
  Die Bußtaufe im Jordan, die mit dem Bekenntnis der Sünden verbunden war, ist dieses Zeichen der Umkehr und Vergebung.
  Sie ist aber auch ein Zeichen der Solidarität dieser Menschen.  Sie brachten damit voreinander zum Ausdruck: Wir alle sind Sünder und haben die Umkehr und Vergebung nötig. Sie deuteten nicht auf die anderen, sondern auf sich. Das gleiche meinen wir, wenn wir uns beim Sündenbekenntnis, beim Agnus Dei und beim "O Herr ich bin nicht würdig" vor der Kommunion an die Brust klopfen. Es ist heilsam für Seele und Leib das auch bewusst zu vollziehen.
1.2 Auch Jesus kommt an den Jordan
  um sich von Johannes taufen zu lassen. Aber bei ihm trifft das Sprichwort nicht zu:  Gleich und gleich gesellt sich gern.
  Johannes, der geisterfüllte Prophet, spürt, bei Jesus ist das ganz anders. Er ist der, für den sich die Menschen bereiten sollen. Und deshalb weigert er sich mit Recht, Jesus die Bußtaufe zu spenden. Umgekehrt musste es sein: "Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir? sagt er zu Jesus.
  Hier gilt also nicht: Gleich und gleich gesellt sich gern, sondern der Heilige kommt zu den Sündern.
Und was treibt Jesus dazu, sich auf die Seite der Sünder zu stellen? Es ist der Wille des Vaters, der alle retten und Anteil an seinem Leben schenken will. Gott selber macht es möglich, dass wir in Christus eine neue Schöpfung werden. Jubelnd ruft Paulus im 2. Korintherbrief aus: "Wenn also jemand in Christus ist, dann ist er eine neue Schöpfung: das Alte ist vergangen und Neues ist geworden." Und weiter sagt der Apostel: "Ja, Gott war es, der die Welt in Christus mit sich versöhnt hat." (2 Kor 5,17ff)
1.3 Jetzt verstehen wir auch, warum Johannes auf Jesus hindeutend sagt:
"Seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt." Und noch einmal Paulus: "Er hat den, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm Gerechtigkeit Gottes würden."  (2 Kor 5,21)
  Das ist die Gnade des heutigen Festes:  Gott neigt sich uns zu. Er stellt sich in Jesus auf die Seite der Sünder, auf unsere Seite.
  Gottes ganze, zuinnerst göttliche Liebe wendet sich uns zu in dem, der Gott und Mensch zugleich ist, in Jesus Christus.
Diesem  Geheimnis der göttlichen Liebe beugt sich Johannes der Täufer. Jesus hilft ihm dabei, indem er sagt: "Lass es nur zu! Denn nur so  können wir die Gerechtigkeit, die Gott fordert ganz erfüllen". Paulus sagt es so: "Gott ist es, der gerecht macht."
Jetzt verstehen wir, warum es im Evangelium heißt: "Da gab Johannes nach". Ja, er gibt der Liebe Gottes nach, die in seinem Gesalbten auf uns Menschen zukommt. Gott, stellt sich in Jesus auf die Seite der Sünder.
Dies war der erste Akt im heutigen Evangelium, in dem uns die Liebe Gottes erfahrbar wurde.
2. Der zweite Akt der Liebe Gottes
  Nun beginnt  im Evangelium der  2.Akt der Liebe Gottes. In ihm zeigt sich die Liebe Gottes noch deutlicher.
2.1 Gott bekennt sich zu Jesus und zu dem, was er tut:
"Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe."
  In Jesus ist die innerste Liebe Gottes anwesend und er ist zugleich das Heilszeichen Gottes in der Welt. Jesus ist in den guten Händen seines Vaters. Und darum kann er, den für ihn bestimmten Weg antreten und vertrauensvoll zu Ende gehen.
2.2 Er weiß, dass für ihn gilt, was der Prophet Jesaja in der Lesung vom Gottesknecht geweissagt hat:
Der Vater stützt mich,
ich bin sein Erwählter,
seine Liebe und sein Geist ruhen auf mir.
Er fasst mich bei der Hand und beschützt mich.
Durch mich schließt er den Bund neu,
ja, ich bin selber der Bund, den er mit den Menschen schließt.
  Durch Jesus zeigt uns Gott, dass wir in seinen guten Händen sind. Gottes Wohlgefallen ruht auf uns, wenn wir den menschgewordenen Sohn als unseren Erlöser annehmen und in ihm sind. So schenkt er uns ganz neu die Erfahrung, die der Psalm 139 ausspricht:
"Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich."[1]
Das bedeutet für unser Leben:
3 Wir sind in den guten Händen Gottes
3.1 Wir wünschen uns, in guten Händen zu sein

Wir möchten, dass unsere Kinder in guten Händen sind.
  Wir wünschen ihnen gute Lehrer und Erzieher, gute Freunde und Kameraden. Wir selber fühlen uns wohl, wenn wir in guten Händen sind. Jeder Mensch braucht das Wohlwollen seiner Mitmenschen, soll er gedeihen, soll es ihm gut gehen.
  Wir haben Wertschätzung nötig und kommen ohne Anerkennung kaum aus.
  Da verwundert es sehr, dass viele unter uns, Gott und Jesus immer mehr aus ihrem Bekanntenkreis ausklammern. Die Kirche ist für nicht wenige der Ort, wo sie ihre Freiheit in Gefahr sehen, wo sie ihre eigene Entscheidungsfreiheit eingeschränkt sehen.
Sicher, die Kirche setzt sich aus Menschen zusammen, die ihre Fehler haben, die manchmal eingeschränkt sind in ihrem Blick und zu wenig das von Gott Geliebt-Sein ausstrahlen.
Aber sie ist auch die Gemeinschaft, welche die Verheißungen Gottes, seine Zuwendung zu uns Menschen durch die Jahrhunderte an die Menschen weitergibt.
3.2 Die Kirche sagt dem Getauften: Du bist jetzt in Christus
Gottes Wohlgefallen ruht auf dir. Gott sagt dir: Ich segne dich und begleite dich. Und es ist doch etwas Schönes, wenn Eltern ihrem allmählich begreifenden Kind sagen können: Wir haben dich schon am Anfang deines Lebens taufen lassen; denn du solltest vom Anfang deines Lebens an schon ganz in der liebenden Hand Gottes geborgen sein und Jesus sollte an deiner Seite stehen.
  Gott sagt durch Jesus und seine Kirche jedem von uns:
3.3 Durch Jesus Christus bist du in meiner guten Hand
Meine Hände sind immer für dich offen, auch wenn du durch schwere Schuld aus ihnen herausgerutscht oder vielleicht sogar herausgesprungen bist.
Im Sakrament der Versöhnung breitet er von Neuem seine Hand über dich aus. Nur wer von der Liebe Gottes nichts mehr erhofft, wer an die menschgewordene Liebe Gottes nicht glaubt, wird dieses durch Menschwort und Menschenhand gespendete Sakrament geringachten.
4 Ja, leiblich erfahrbar will er uns nahekommen
  Darum sagt Jesus nicht nur zu den Menschen: Ich stehe auf eurer Seite, sondern in der Taufe am Jordan stellt er sich sichtbar auf unsere Seite, auf die Seite der Sünder.
  Darum sagt er nicht nur: ich bin für euch wie Brot, sondern ich bin das Brot des Lebens für euch. Er bringt sich im Messopfer  für uns dem Vater dar. Er schenkt sich uns im heiligen Mahl im Brot, das sein Leib - er selber als Person ist und lässt uns so erfahren, dass er nicht nur geistig eins mit uns ist, sondern leibhaftig und wirklich.
  So erfahren wir durch Jesus, dass wir mit Leib, Seele und Geist in der guten Hand Gottes sind, der den glimmenden Docht nicht auslöscht und das geknickte Rohr nicht zerbricht. Unter der Sonne seiner Liebe und seines Erbarmens dürfen wir auch im Jahr 2020 leben.

[1] Ps 139,5
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