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Maria (2008)

Ansprache am Fest »Mariä Heimsuchung« in der Abendmesse in St. Michael Neunkirchen

===>> Biblische und liturgische Texte des Festes'
===>> Ansprache im Orginal lesen oder herunteradlen
===>> Gottesdienstvorlage

Heimsuchung, Monreale Kreuzgang (1176)
Heimsuchung, Monreale Kreuzgang (1176)
Einander begegnen wie Maria u.Elisabeth - Heimsuchung


1. Menschen schätzen und lieben einander, weil sie zu einer Familie gehören.

Die Eltern ihre Kinder, die Kinder ihre Eltern; Die Großeltern ihre Enkel und die Enkel ihre Großeltern.
    • Wir begegnen gerne Menschen, die uns sympathisch sind, mit denen wir auf einer Wellenlänge liegen.
    • Schwierig wird es, wenn der andere nicht unseren Vorstellungen und Wünschen entspricht.Oder wenn wir an ihm Charakterschwächen und Egoismus entdecken. Dann fällt es uns schwer ihn zu schätzen oder gar zu lieben.

2. Gott hat durch die Menschwerdung seines Sohnes eine neue Wertordnung geschaffen.

An der Begegnung Mariens mit Elisabeth wird dies deutlich.
  • Beide sind zwar miteinander verwandt. Dem Alter nach aber unterscheiden sie sich beträchtlich. Beide sind schwanger. Die kinderlos in die Jahre gekommene Elisabeth bekommt ein Kind, der der Wegbereiter des Messias werden soll. Maria trägt das Messiaskind unter ihrem Herzen.
  • Für Elisabeth ist die Begegnung mit Maria Anlaß ihre eigene Würde zu erkennen: "Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" Zugleich preist sie Maria wegen ihres Glaubens selig.
  • Für Maria ist die Begegnung mit Elisabeth, die auch von Gott mit einem Kind gesegnet ist, Anlaß die Größe Gottes zu preisen.
  • Nicht Fleisch und Blut, nicht irdische Liebe und Wertschätzung, sind der alleinige Grund, sich mit Hochachtung und Wertschätzung zu begegnen, sondern noch mehr das gnädige Handeln Gottes an diesen für die Heilsgeschichte so wichtigen Frauen.

3. Daraus können wir etwas wichtiges für uns und unsere Begegnungen mit anderen Menschen lernen.

  • Nicht mehr Sympathie und Antipathie, nicht mehr Fleisch und Blut, nicht nur empfangene Liebe und Wohltaten allein bestimmen unsere Einstellung zu anderen Menschen, sondern auch: daß dieser andere Mensch von Gott angesehen und geliebt ist; Christus für ihn sein Leben hingegeben hat; daß Christus sich mit den Geringsten identifiziert und in ihnen geliebt sein will.
  • Wenn wir von Gott her und mit den Augen Jesu den anderen sehen und ihm begegnen könnten, dann würde eine neue Qualität des Umgangs und der Begegnungen entstehen.
  • Ja, dann würden unsere Begegnungen Heimsuchungen im positiven Sinn des Wortes: wir und die uns Begenenden würden darin erfahren, daß Gott uns in seiner Liebe sucht und heimführt in die Fülle seines herrlichen Lebens.
  • Wir würden erfahren, dass unser Suchen nach einem Heim, einem Zuhause, auch ein solches findet: Nämlich in der unverbrüchlichen Liebe und Treue Gottes. Wenn wir bei ihm zuhause sind, sind wir geborgen mit all unseren Sorgen und Ängsten; werden wir fähig unsere Berufung, wie Maria Christus, den Erlöser den Menschen zu bringen, unbeirrt zu leben.
Die Heutige Lesung aus dem Römerbrief ist die Anleitung zur Begegnungsfähigkeit, von der wir auch in unseren christlichen Gemeinden oft weit entfernt sind:
  • "Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet fest am Guten!Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan, übertrefft euch in gegenseitiger Achtung! Helft den Heiligen, wenn sie in Not sind; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Segnet eure Verfolger; segnet sie, verflucht sie nicht!Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!Seid untereinander eines Sinnes; strebt nicht hoch hinaus, sondern bleibt demütig! (Röm 12,9-12)

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