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Lesejahr A 2016/12 bis 2017/11

Predigt - Homilie am Vorabend von Maria Aufnahme in Keinsendelbach St. Heinrich

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Maria – Du Bundeslade Gottes
Bundeslade
Die Texte zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel muten uns einiges zu. Sicher haben sich die meisten von Ihnen schwer getan, zwischen der 1. Lesung aus dem alttestamentlichen Buch der Chronik einen Bezug zum Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel zu entdecken. Da müssten wir schon Experten christlicher Symbolik sein.
Manche aber werden sich erinnern, dass wir in der lauretanischen Litanei das Lob der Gottesmutter singend Maria anrufen mit: »Foederis arca - du Bundeslade Gottes«.
Was hat das auf sich und was hat das mit uns Christen des 21. Jahrhunderts zu tun? Gehen wir schrittweise vor.
 Der 1. Schritt führt uns in die Wüste Sinai
Nach dem Bundesschluss am Sinai ließ Mose auf Anweisung Gottes die Bundeslade anfertigen. "Mach eine Lade aus Akazienholz, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen hoch! Überzieh sie innen und außen mit purem Gold"[1] "Mach je einen Kerub an dem einen und dem anderen Ende. Die Kerubim sollen die Flügel nach oben ausbreiten, mit ihren Flügeln die Deckplatte beschirmen, und sie sollen ihre Gesichter einander zuwenden."[2]
Von erlesener Kostbarkeit ist die Lade Gottes; denn kostbar ist, was sie birgt. Engel Gottes beugen sich schützend über sie.  Die Bundeslade im Heiligen Zelt und später im Allerheiligsten des Tempel ist Zeichen für den befreienden, seinen Bund bewahrenden Gott Israels.
 Nachdem das Offenbarungszelt und die Bundeslade darin aufgestellt war, geschah nach Ex 40,34 folgendes:  "Dann verhüllte die Wolke das Offenbarungszelt, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnstätte."
Zugleich sollte die Bundeslade und ihr Inhalt das Volk Gottes mahnen, seiner göttlichen Erwählung gemäß zu leben und Gott die Treue zu halten.
Zum Zeichen dafür legte Mose auf das Geheiß Gottes dort hinein.
a) die beiden Tafeln des Bundesgesetzes, die er auf dem Sinai empfangen hatte. Später wurde auch das Buch des Gesetzes hineingelegt.
b) Eine goldene Urne mit Manna zur Erinnerung an den Wüstenzug und die wunderbare Speisung des Volkes Israels.
c) den Stab Aarons, der Beweis war für sein von Gott übertragenes Priestertum.[3]
d) Zusätzlich hat Gott bei der Verheißung des Bundes dem Volk durch Mose sagen lassen: "Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein" und das ganze Volk antwortete einmütig: "Alles, was Jahwe befohlen hat, wollen wir tun"[4]
Der 2. Schritt führt uns durch die Geschichte Israels bis zur Zerstörung Jerusalems
Mehrmals war die Bundeslade im Alten Bund verloren gegangen. Als die Israeliten sie missbrauchend mit ihr gegen die Philister in den Krieg zogen; Bei der Zerstörung des Tempels im Jahr 586 vor Christus ist sie wahrscheinlich vernichtet worden; Mit dem Bau eines neuen Tempels wurde eine neue Bundeslade angefertigt.
Nach der Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahre 70 wird diese als Beutestück nach Rom überführt. Dort ist sie in Stein gemeißelt bis heute auf dem Titusbogen zu sehen. Die Lade aber ist seitdem verschwunden.
Der 3. Schritt  führt uns in den Neuen Bund
den Gott durch seinen Messias mit der Menschheit schließt. Der Tempel ist verschwunden. An seine Stelle tritt der Mensch gewordene, auferstandene und beim Vater erhöhte Christus. Nicht mehr in Jerusalem, auch nicht auf dem Berg Garizim in Samarien wird jetzt Gott angebetet, sondern so sagt Jesus zur Samariterin am Jakobsbrunnen:  "Die Stunde kommt und jetzt ist sie da, da die wahren Beter zum Vater beten werden in Geist und Wahrheit." [5]
Die wahre Anbetung Gottes beginnt sich mit Jesus zu erfüllen. Diese Anbetung im Geist ist nur in der Christusverbundenheit möglich.
Er ist der wahre Tempel Gottes, der von den Menschen zerstört von Gott aber nach drei Tagen wieder aufgebaut, auferweckt wird. In ihm ist Gott ganz und für immer gegenwärtig.
Wenn Jesus der wahre Tempel Gottes ist, dann
Führt der 4. Schritt  zu Maria.
In der Offenbarung des Johannes, dem letzten Buch des NT, steht: „Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet, und in seinem Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.“[6]

Im Alten Bund war die Bundeslade im Allerheiligsten, das der Hohepriester nur einmal im Jahr betrat, unsichtbar für die Menschen.

Im Neuen Bund ist Jesus Christus der Tempel Gottes. In ihm steht der Himmel offen.
Das Volk Gottes des Neuen Bundes besingt sie als Bundeslade Gottes. Wie diese birgt Maria das Gesetz Gottes in ihrem Herzen.[7] 
Zugleich erfüllt sie das Bundesgesetz auf die Botschaft des Engels antwortend: "Siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort".[8] Sie trug Jesus, den Messias Gottes, in ihrem Leib und gebar ihn der Welt. 

Dieser Jesus Christus sagt von sich im Johannesevangelium: "Ich bin das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist“ [9] und  "Wer dieses Brot isst, wird in Ewigkeit leben“ [10]. Das Manna in der Wüste überbietend wird er für uns das „Manna der Unsterblichkeit".[11]  In der hl. Kommunion empfangen wir "seinen Leib, der von seiner Mutter Maria kam".[12]

Maria gebar uns den ewigen, wahren Hohenpriester, der mehr ist als Aaron; denn er bringt sich selber dem Vater als immer währendes Opfer dar.
Sein Stab ist das Kreuz, der zum Baum des Lebens wurde, der reiche Früchte der Erlösung bringt.[13]
In ihm sind wir ein priesterliches Volk, berufen die Großtaten Gottes in Schöpfung und Erlösung zu verkünden.

Maria hört auf Gott und gehorcht ihm, darum ist sie ihm und seinem Messias im Tiefstem zugehörig.

Von ihr und allen wie sie auf Gott Hörenden und ihm Gehorchenden sagt Jesus im Evangelium: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“[14] Wer sein Ja und Amen zum Willen Gottes sagt, der gehört zum wahren Volk, zum wahren Israel Gottes.
Wer aber zu ihm gehört, dem ist auch der Sieg geschenkt durch Jesus Christus.[15] Zu diesem Sieg gehört, dass im Tod das Vergängliche mit Unvergänglichkeit, das Sterbliche mit Unsterblichkeit bekleidet wird.[16]

Was die Kirche und wir mit ihr heute von Maria bekennen, das dürfen wir auch für uns erhoffen.
Darum preisen wir sie als Lade des Neunen Bundes. Die Bundeslade des ersten Bundes war ein kostbarer Schrein aus vergoldetem Akazienholz.
Maria die Lade des neuen Bundes ist ein lebendiger Mensch erfüllt und geheiligt von Gottes Heiligem Geist. In ihr wurde das Heil Gottes Mensch.
Im 5. Schritt gelangen wir zu uns selber.
Für uns Christen des 21. Jahrhunderts heißt das: Auch wir sind durch Taufe und Firmung Gefäß des Geistes Gottes, durch den Gottes Liebe in unsere Herzen ausgegossen ist. Durch Gottes Gnade sind wir das geworden.
Maria, die Lade des Neuen Bundes zeigt uns worauf es in unserem Leben ankommt. Im Hören auf Gott sollen wir seinen Messias Jesus Christus, den ganzen Reichtum Gottes, seine Liebe, sein Erbarmen, seine Langmut in uns tragend hineinleben in unsere Zeit und Lebenswelt.
So lebend braucht uns um unsere Zukunft nicht bange sein, denn wir gehören mit Christus, dem Auferstandenen Gott, der die Fülle des Lebens ist. Wir werden nicht im Vergänglichen aufgehen. Unser vergängliches Sein wird nach unserem Sterben mit Unvergänglichkeit und Unsterblichkeit bekleidet.
Damit ich am Menschen nicht verzweifle
Von dem großen russischen Schriftsteller Dostojewski habe ich folgende Begebenheit gelesen: Wiederholt reiste er nach Dresden. Während seines Aufenthalts besuchte er täglich die Gemäldegalerie und verweilte lange vor dem Bild der Sixtinischen Madonna des berühmten Malers Raffael. Die so genannte Sixtinische Madonna schwebt über den Wolken und ist bereits der Erde entrückt, mit ihrem Sohn vollendet.
Eines Tages fragte ihn jemand, warum er gerade dieses Bild so oft und so lange betrachte. Er gab zur Antwort: "Damit ich am Menschen nicht verzweifle." Das war vor über hundert Jahren. Ich denke, seine Antwort ist bis zum heutigen Tag aktuell geblieben.
Die Glaubenswahrheit von der Aufnahme Mariens in den Himmel als ganzer Mensch, mit Leib und Seele, ist eine Wahrheit, die uns davor bewahrt am Menschen und am Leben zu verzweifeln. .
[1] Ex 25, l ff.
[2] Ex 25, 1 9f
[3]  vgl. Ex. 25, 10-22, Heb. 9,
 35[4] vgl. Ex. 19, 6-8
[5] Joh 4,23
[6] Offb 11,19; 12,1
[7] Lk. 2,51
[8] Lk. 1,38
[9]  Joh. 6, 41
[10]  Joh. 6, 58
[11]  vgl. Neues Gotteslob 211, 8
[12] (vgl. Neues Gotteslob Nr. 215).
[13] (vgl. Neues Gotteslob Nr. 308,2).
[14] Lk 11,28
[15] 1 Kor 15,57
[16] 1 Kor 15,54

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