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Lesejahr 2012 (B)

Homilie am Fest Maria Namen bei der Seniorenmesse und in Dormitz ULF

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Gottes zuvorkommende Gnade befähigt zur Hingabe an den Heilswillen Gottes
Hochaltar Dormitz ULF
Hochaltar Dormitz ULF

Vielleicht haben Sie sich auch schon mal gefragt: “Warum musste das passieren? – Warum ist mein Leben gerade so verlaufen und nicht anders?” Oft sind es nur kleine Momente, ungeplant, die im Leben die Weichen stellen.
Auch Maria, deren Namenstag wir heute feiern, hat ein plötzliches überraschendes Erlebnis. Der Engel des Herrn tritt zu ihr und verkündet: Einen Sohn wirst du gebären, du sollst ihm den Namen Jesus geben. Von diesem Moment an ändert sich das Leben dieses jungen Mädchens aus Israel.
Die Mutter des Herrn hat es nicht einfach – auch davon erzählt die Heilige Schrift an den verschiedenen Stationen: Bethlehem, die Flucht nach Ägypten, das verlorene Kind, der eigenwillige Prediger, der Tod am Kreuz und auch die Auferstehung. Was wäre gewesen, wenn sie Nein gesagt hätte?
Bei Maria war es die unerschütterliche Liebe zu Gott, die den Lauf der Geschichte entscheidend bestimmt. Durch ihr Ja kam der Gott der Liebe in Jesus, seinem aus Maria geborenen Sohn als greifbarer Mensch in diese Welt.
Die Frommen des ersten Gottesvolkes lebten in dem Bewusstsein, dass die Erwählung durch Gott, seine Verheißungen Segen und Zukunft schenken. Gott rettet, wo es sonst keine Hilfe gibt, und die Rettung, die er bringt, ist nicht, wie oft bei den Menschen, eine kümmerliche Notlösung, sondern übergroßes Glück.
Zwei Bilder aus der Lesung machen die Größe der Tat Gottes deutlich: in Vers 10 das Bild der Braut, die sich von der Liebe Gottes umfangen und eingehüllt weiß wie von einem Hochzeitskleid, und in Vers 11 das Bild von der Erde, die reiche Frucht hervorbringt. Der Mensch, der Gottes Liebe begriffen hat, stellt sich zum Dank Gott ganz zur Verfügung. Maria hat ihre ganze Existenz, ihr ganzes Leben an Gott für das Heil der Menschen und Welt verschenkt.
Die zuvorkommende Liebe Gottes wird sichtbar im Gruß des Engels: "Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir." Diese allem menschlichen Ja vorausgehende Gnade Gottes ermöglicht es dem Menschen, ermöglicht es Maria, ermöglicht es uns, Ja zum Heilsplan Gottes zu sagen und sich seinem Plan zur Verfügung zu stellen.
Unser Erzbischof ermutigt uns wenigstens einmal am Tag das "Gegrüßet seist du Maria zu beten."
Dreimal am Tag ruft uns die Glocke der Kirche zum Gebet, das wir den Engel des Herrn nennen. Es verkündet uns die Erwählung und Begnadung Mariens.
Es erinnert uns daran, dass sie durch ihr Ja der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus die Tür öffnete, und sie dem Sohn Gottes die menschliche Natur und Gestalt gab.
In Ihr ist das ewige Wort des Vaters Fleisch, Mensch geworden und hat unter uns gewohnt.
Durch Maria kommt Jesus, der Erlöser zu uns- durch Maria kommen wir zu Jesus. Darum ist ihr Name uns kostbar und heilig.
Deshalb grüßen wir sie mit den gleichen Worten wie der

Engel Gottes: "Gegrüßet seist du Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit Dir."
Mit ihrer Base Elisabeth sprechen wir sie verehrend und mit ihr auf Jesus, ihren Sohn schauend und ihn anbetend: "Du bist bebenedeit unter den Frauen und gebenedeit ist die Fruch deines Leibes: Jesus."
Weil sie Jesus so nahe ist wie niemand sonst auf der Welt, rufen wir sie in all unseren Nöten bis zu unserer letzten Lebensstunde um ihre Fürbitte an. Ihr Sohn hat sie am Kreuz dem Jünger Johannes anvertraut. Und zu seiner Mutter hat der sterbende Jesus den Johannes als Mutter gegeben: Frau, siehe dein Sohn. So ist sie die Mutter der an ihren Sohn Jesus Christus Glaubenden, die Mutter der Kirche, die Mutter aller Christen geworden.
So wurde sie von Papst Paul VI zum Abschluss des 2. Vatikanischen Konzils allen Glaubenden als Mutter der Kirche verkündet und ans Herz gelegt.
Der heilige Bernhard nennt sie in seiner Predigt über den Namen Marias: jenen hehren Stern "aufgegangen aus Jakob, dessen, Strahl die ganze Welt erleuchtet, dessen Glanz die Himmel überstrahlt, die Tiefen durchdringt und alle Lande erhellt. Er erwärmt mehr den Geist als den Körper, läßt die Tugenden reifen und verbrennt die Laster. Sie ist, sage ich, jener herrliche, auserlesene Stern, unendlich erhoben über das weite Meer, strahlend durch Verdienste, leuchtend als Vorbild."
Bernhard, der Gründer des Zisterzienserordens ermutigt uns, in allen Stürmen und Drangsalen des Lebens zu Maria aufzublicken und sie um ihre Fürbitte anzurufen:
Wenn die Sturmwinde der Versuchungen daherbrausen, wenn du zwischen die Klippen der Drangsale verschlagen wirst, blick auf zum Stern, ruf zu Maria!
Wenn dich emporschleudern Wogen des Stolzes, des Ehrgeizes, der Verleumdung, der Eifersucht - blick auf zum Stern, ruf zu Maria!
Wenn Zorn, Habsucht oder die Begierde des Fleisches deine Seele erschüttern - blick auf zu Maria!
Wenn dich die Last der Sünden drückt und die Schmach des Gewissens beschämt, wenn dich die Strenge des Gerichtes schreckt, wenn du drohst von abgrundtiefer Traurigkeit und Verzweiflung verschlungen zu werden - denk an Maria!
In Gefahren, in Ängsten, in Zweifeln - denk an Maria, ruf zu Maria!
Ihr Name weiche nicht aus deinem Munde, weiche nicht aus deinem Herzen!
Damit du aber ihre Hilfe und Fürbitte erlangest, vergiß nicht das Vorbild ihres Wandels!
Folge ihr, und du wirst nicht vom Wege weichen.
Bitte sie, und niemals bist du hoffnungslos.
Denk an sie, dann irrst du nicht.
Hält sie dich fest, wirst du nicht fallen.
Schützt sie dich, dann fürchte nichts.
Führt sie dich, wirst du nicht müde.
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