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Lesejahr B 2015/12 bis 2016/11

Predigt - Homiliein Dormitz ULF

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Immaculata - Das Fest des heiligen Anfangs

1  Sprachbarrieren
Die Sprache kann Barrieren zum Verstehen errichten. Nur Insider können etwas damit anfangen. Dies ist nicht nur so an Universitäten und Forschungsstätten.

Auch die kirchliche Sprache eröffnet oft keinen Zugang zu dem, was sie ausdrücken und verständlich machen will.

Was können Christen heute, vor allem jüngere, anfangen mit dem Begriff »Unbefleckte Empfängnis»?

Sie werden zurückfragen: Ist dann jede andere Empfängnis befleckt? Bin ich mit einer Macke auf die Welt gekommen?

Oder was bedeutet der liturgische Titel des Festes »Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Marias»?

Aber was ist das »Erbsünde«? Jedes Kind, das geboren wird, hat doch wahrhaftig noch nicht gesündigt. Das stimmt. Aber die Folgen der Ursprungssünde, dass der Mensch sein will wie Gott – sie wirkt in der Menschheit fort. Jedes Menschenkind macht die Erfahrung, dass wir das Gute wollen und doch oft das Böse tun. Der heilige Paulus spricht  von dieser eigenen Erfahrung. „Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will.“ [1]

2 Der Anfang Mariens
           Karl Rahner, nennt das Fest der Immaculata – der unbefleckten Empfängnis Mariens
2.1 »Fest des heiligen Anfangs«
Es ist - wie alle Feste des Kirchenjahres - zuerst ein Fest des Glaubens, d.h. nur dem Glauben zugänglich, der sich um das Verstehen theologischer Fachbegriffe bemüht.

Das Wort »Anfang« scheint mir ein gutes Stichwort zu sein, um das Festgeheimnis zu erhellen. Es geht um den Anfang Mariens.

Dieser führt wie alle Anfänge der Welt, des Menschen und der Geschichte in das Mysterium Gottes.

Darum feiern wir auch sonst die Anfänge unseres Lebens wie Geburtstag, Namenstag, (der uns an die Taufe erinnert) und Ostern als Geschenke des Gottes, der unendlich an unserem Leben interessiert ist, der nichts anderes im Sinn hat, als dass unser Leben glückt.

„Unbefleckte Empfängnis oder Ohne Erbsünde empfangene Jungfrau und Gottesmutter Marias“  - vergessen Sie die Sprachbarrieren - meint

2.2 die Erwählung dieser jungen Frau durch Gott von Anfang an
Gott selbst schafft sich in Maria für seinen Sohn einen lebendigen Tempel.

Was sie ist und was aus ihr geworden ist, war nicht ihr Verdienst und ihre Leistung, sondern Geschenk des liebenden Gottes.

In der Sprache der Kirche nennen wir das Gnade. Ja sie ist sogar „voll der Gnaden“, und das schon in einem Augenblick, wo ein Mensch noch gar nichts aus sich hat und aus sich gemacht haben kann.

Paulus schreibt einmal im Zusammenhang mit der Auferstehung Jesu: „Es gibt aber eine Reihenfolge: Erster ist Christus“.[2] Im Sinn unseres Festes heute möchte ich sagen: Es gibt auch in der Zuwendung Gottes zum Menschen eine Reihenfolge

2.3 Erste ist Maria...
Maria hat ohne Taufe empfangen, was uns in der Taufe geschenkt worden ist: die Würde der Gotteskindschaft.

Der Epheserbrief spricht in hymnischer Sprache von dieser liebenden Zuwendung Gottes „die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes des Vaters und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes.. ruhte schon vom ersten Augenblick ihres Lebens im Mutterschoß auf ihr.

Und keine Schuld der Welt um sie herum konnte sie erreichen und negativ beeinflussen. Das ist auch in ihrem späteren Leben so geblieben.

Elmar Gruber schreibt in »mein Gottesbuch«: Maria hat ganz und gar auf das Geliebt-sein von Gott vertraut und war ganz von Gott erfüllt. Sie war voll der Gnaden. Nichts hat sie von Gott getrennt; sie war ohne Sünde.

Wie ist das aber mit uns? Wo sind

3 Die Berührungspunkte des heutigen Festes mit unserem Leben?
Am Anfang des Epheserbriefes stehen gewichtige Sätze. Siegelten nicht allein von Maria, sondern von uns allen: „Gepriesen sei Gott, der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. [3]
3.1 Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet
„durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt...; er hat uns aus Liebe im voraus dazu bestimmt, seine Söhne (und Töchter zu werden durch Jesus Christus...“[4]

 Das ist die göttliche Vorgabe für unser Leben, das positive Vorzeichen an unserem Lebensanfang: gesegnet, erwählt, aus Liebe bestimmt zur Kindschaft, und das alles gratis, kostbare Gnade, wertvollstes Taufgeschenk Gottes. Gewiss!

3.2 Wir werden hineingeboren in eine Welt, die von Schuld belastet ist
Das ist das Erbe, das wir schon am Beginn unseres Lebens antreten. Ein kleines Kind ist natürlich persönlich unschuldig, aber es lebt sein Leben mit Eltern und anderen Bezugspersonen, deren Leben ebenfalls von Schuld bestimmt ist.
Wir selber erleben uns gespalten, in Zwängen, sind nicht im Frieden mit uns.

3.3 Gottes befreiende Botschaft am Anfang des Lebens
 wurde mir bei meiner Taufe durch die Kirche Gottes zugesagt: Sie  bewirkt und bestätigt, dass Gottes Liebe ausgegossen ist in unsere Herzen durch den Heiligen Geist. So steht am Anfang unseres Lebens die bedingungslose Liebe Gottes, die uns umfängt und trägt.

An Maria können wir ablesen: Kraft der Zusage und Zuwendung Gottes brauchen wir nicht dem Sog des Bösen zu verfallen, der uns in eine bodenlose Tiefe zieht. Wir müssen nicht untergehen in einer Schlammflut von Sünde; Durch das Wasser der Taufe haben wir Oberwasser, das uns trägt.

4 Die Annahme durch Gott befähigt zur Selbstannahme   
Auf Grund der bedingungslosen Annahme durch Gott können wir uns selber annehmen und die Spannung zwischen Gut und Bös aushalten. Auf Maria blickend leuchtet jenes Bild vom Menschen auf - wie Gott ihn erträumt hat.

Mit Romano Guardini dürfen wir deshalb zu Gott beten:

„Immerfort empfange ich mich aus deiner Hand.
Dies ist meine Wahrheit und meine Freude
.Immerfort blickt dein Auge mich an,
und ich lebe aus deinem Blick,
du mein Schöpfer und mein Heil.

Lehre mich in der Stille deiner Gegenwart
das Geheimnis zu verstehen, das ich bin.
Und dass ich bin durch dich
und vor dir und für dich.“

[1] Röm 7,19
[2] 1 Kor 15,23
[3] Eph 1,3
[4] ebd
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