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2009 (B)

Predigt am Erntedankfest in Rödlas 2009

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Erntedankfest 2009 -  Dank und Sorge
1 Erntedank wozu?

In einer der wichtigsten Tageszeitungen steht unter Zeitgeschehen folgende Glosse:
  • »Am Sonntag ist in Deutschland: Halloween, der Verkauf offen, Ende des Ramadan, Beginn des Winterschlussverkaufs? Alles knapp daneben. Am Sonntag ist Erntedankfest.
  • Wer aber bittet und dankt noch für "unser täglich Brot"? Hunger braucht in diesem Land schon lange niemand mehr zu leiden. Milch kostet inzwischen weniger als Mineralwasser. Die Deutschen müssen nur noch zwölf Prozent ihres Geldes für Lebensmittel ausgeben. Nie zuvor haben sie für so wenig so viel an Qualität und Vielfalt bekommen und das als so selbstverständlich angesehen wie heute.«[1] Ist Erntedank also unnütz?

2 Jesus lehrt uns im Vater unser

Um das tägliche Brot zu bitten, also um das, was wir täglich zum Leben brauchen. Manchen Zeitgenossen meinen, das sei überflüssig. Wir hätten ohne dies von allem zuviel und lebten in einer Überflussgesellschaft. 20 Cent bekommen z. Z. die Bauern für einen Liter Milch, während die Maß Bier auf dem Oktoberfest über 8 € kostet.
 Aber der Überfluss an Nahrung gilt nur für 1/4 der Menschheit. Für 3/4 ist die Sorge um das tägliche Brot eine sehr bedrängende. Bei allem Überfluss

2.1 Es bleiben viele Sorgen

  • Die Natur rächt sich für die Sünden, die wir Menschen an ihr begehen. Die immer stärker werdenden Taifune in Asien mit ihren für Natur und Mensch verheerenden Auswirkungen sind eine Folge der Erderwärmung. Was für Folgen das Schmelzen des Eises am Nordpol für den Golfstrom und damit für unser Klima hat, wird sich noch zeigen.
  •  Wir sind besorgt über die Schadstoffe, die über die Nahrungskette in unseren Körper gelangen und unsere Gesundheit bedrohen.
  •  Die Wüsten nehmen auf der Erde immer mehr zu. Die Sorge um sauberes und gesundes Wasser ebenfalls. Die existentiellen Nöte der betroffenen Menschen werden größer und bedrängender.
  •  Wir sorgen uns um die Luft, die wir atmen. Sie ist nötig wie das tägliche Brot. Aber leisten wir wirklich einen persönlichen Beitrag, die Luftverschmutzung zu verringern?
  •  Wir sorgen uns um unser vegetatives Nervensystem, das durch ein Übermaß an Lärm und Sinneseindrücken leidet. Überlastet und geschädigt durch Lärm und die Flut der Bilder wird seine den ganzen Organismus leitende Funktion gestört. Gesundheitliche Störungen, ja Katastrophen sind die Folge.
  •  So wird die Sorge um das, was wir täglich zum Leben brauchen zugleich zur Bitte, dass der Mensch - also wir - noch behutsamer und verantwortungsbewusster mit der von Gott geschenkten Lebensgrundlage umgehen.

2.2 Das Evangelium lehrt

 uns im Gleichnis von der selbstwachsenden Saat, dass Gott Herr der Schöpfung ist im natürlichen wie im übernatürlichen Bereich. „Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner.“[2]
  •  Er tut und hat das Entscheidende schon getan. Wir sind seine Knechte und durch Christus seine Söhne und Töchter, die in seinem Dienst stehen und uns an die von ihm geschenkte Ordnung halten oder untergehen. Der Psalm 90 bringt es auf den Punkt: „Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes. Lass das Werk unsrer Hände gedeihen, ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!“[3]
  •  Die meisten von uns stehen oder sitzen heute an oder auf Maschinen. Selbst zwischen dem Bauer und der Natur steht heute die Maschine. Sie ist nützlich und aus unserem Leben kaum wegzudenken, aber sie darf sich nicht zwischen uns dem Schöpfer stellen.
  •  Es tut auch dem Bauer gut, vom Schlepper abzusteigen, um die frisch gepflügte Erde zu riechen und sie durch die Finger gleiten zu lassen. Es wäre gut beim oder nach dem Einbringen der Saat den Schöpfer um seinen Segen zu bitten.
  • Das Fernsehen zeigte kürzlich einen Winzer in Unterfranken. Er ging durch seinen Weinberg und besprengte die Reben mit Weihwasser. Übrigens habe ich als Kind nach ausgebrachter Saat das Getreidefeld an den vier Ecken auch mit dem geweihten Wasser besprengt und mit dem »Vater unser« Gott um seinen Segen gebeten. Denn als Getaufte, als Kinder Gottes, wissen wir, an Gottes Segen ist alles gelegen. Er ist der Geber aller guten Gaben.
  • Wir werden wieder neu sehen lernen, was die irdische Grundlage unseres Lebens ist. Wir werden uns wieder Gedanken darüber machen, was das heißt, dass Gott uns zu Hütern seiner Schöpfung gemacht hat.
  • Auf der Erde als Menschen leben zu dürfen, birgt die Chance in sich, Kinder Gottes zu werden und durch den Glauben an Jesus Christus auch Anteil an seiner Auferstehung und der Fülle des Lebens bei Gott jenseits des Todes zu erlangen. Wir haben also allen Grund für Gottes Schöpfung zu danken und mit seiner Schöpfung, die unsere Lebensgrundlage ist, gut und verantwortlich umzugehen.
  • Diese Haltungen lebend werden wir neu entdecken, welche schöpferischen Kräfte aus dem Danken kommen. Also Augen auf, den Verstand gebrauchen und mit dem Herzen die Wirklichkeit sehend danken. Es geht also um

3 Sehen, denken, danken.

  •  Es wäre besser statt mit dem Auto oder Motorrad durch die Gegend zu fahren, in regelmäßigen Abständen durch die Fluren zu gehen, um das Wunder des Wachstums mitzuerleben.
  • Still und ohne Lärm geht die Saat auf und wächst und wächst. Zu einer bestimmten Zeit kommt der Bauer, um das Gras oder den Mais zu mähen, um damit sein Vieh zu füttern. Ende Juli und Anfang August kommen die Mähdrescher und ernten das Getreide. Kartoffeln und Kürbisse, Äpfel und Birnen, Zwetschgen und Trauben, Gemüse und Kren, Kartoffeln und Zuckerrüben werden geerntet.
  •  Ob wir als sonntägliche Spaziergänger nicht noch mehr die Augen öffnen sollten für die Wunder der Schöpfung, damit wir die Faszination der Maschinen und der lärmender Motoren überwinden? Die Ernte ist in diesem Jahr gut ausgefallen. Es sollte ein Anliegen aller werden, dass die Bauern einen angemessenen Lohn für ihre Arbeit erhalten.
  • In früheren Zeiten stand bei einer schlechten Ernte eine Hungersnot ins Haus. Heute gleichen wir in den reichen Ländern durch Arbeitsteilung, Vorratshaltung und durch ein funktionierendes Verkehrsnetz schnell solche Mängel aus. Für die Menschen in den armen Ländern, die weder das Geld noch unsere auf Wohlstand aufbauende Infrastruktur haben, sieht die Sache anders aus. Jedes Jahr verhungern Menschen, sterben Kinder an Unternährung.
  •  Wer denkt, der dankt für Gott für die Schöpfung. Und er spricht diesen Dank nicht nur vor seinem Gott und Schöpfer aus, sondern er tut ihn auch an den Menschen, indem er ihnen Gutes tut und mit Armen teilt.
  • Franz von Assisi, der Heilige des heutigen Tages, fand zu seiner Zeit zu einem ganz neuen Verhältnis zur Natur. Seine im Sonnengesang sich ausdrückende Verehrung der Natur hatte einen ganz einfachen Grund. Er liebte die Natur, weil sie Schöpfung Gottes war. Aus diesem Grund waren für ihn Sonne, Mond und Sterne Brüder und Schwestern, alle gleicher Maßen von Gott geschaffen.
Durch die geschwisterliche Sicht der Schöpfung wird unsere Umwelt zur Mitwelt. Sie ist ein lebenswichtiger Teil für uns.

 
 

[1] FAZ 2.10.2009
[2] Ps 24,1; 1 Kor 10,26
[3] Ps 90,17

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