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Lesejahr 2011 (A)

Homilie zum 80.Geburtstag von Altbürgermeister Alfred Derfuß in St. Michael Neunkirchen

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 Fundament und Aufgabe christlicher Existenz 1
1 Evangelium von Tod und Auferstehung Jesu Fundament des aktiven      Lebens

1.1 Mitarbeiter Gottes in der Welt
  • Mit 80 auf ein reiches und gelungenes Leben zurückschauend fragen sicher die mit ihnen verbundenen Menschen, was war und ist das Fundament eines solchen fruchtbaren Lebens?
  • Als katholischer Christ wissen Sie sich eingeborgen in die Geschichte unseres Volkes, der Kirche von Bamberg und des Marktes Neunkirchen. Diese Geschichte im Auf und Ab der Zeit ist für den gläubigen Christen immer auch Heilsgeschichte. In ihr wird Gott als der eigentlich Handelnde erfahrbar.
  • Als seine Geschöpfe und von ihm durch Christus in sein Reich gerufen sollen wir Gottes Mitarbeiter in unserer Welt sein. Im 4. Hochgebet bekennt die Kirche die Weisheit und Liebe Gottes lobpreisend "Den Menschen hast du nach deinem Bild geschaffen und ihm die Sorge für die ganze Welt anvertraut. Über alle Geschöpfe sollte er herrschen und allein dir, seinem Schöpfer dienen."
1.2 Wegmarken
  • Der frühe Tod Ihres Vaters im Juli 1949 - Sie waren gerade 18 geworden - war ein harter Einschnitt in Ihr noch junges Leben. Früh übernahmen sie Verantwortung für sich, ihren Berufs- und Lebensweg.
  • Alles, was Sie auf diesem Weg erlernten über die Landwirtschaftslehre bis zum Steuerbeamten war Rüstzeug für die Zeit, in der Sie als Gemeinderat, als Kreisrat und 18 Jahre als Bürgermeister den Bürgerinnen und Bürgern des Marktes Neunkirchen dienten. Immer fest verbunden mit unserer Pfarrgemeinde St. Michael.
1.3 Unter der Gnade Gottes
  • Bei allem persönlichen Bemühen und hohem Einsatz war Ihnen immer klar, dass der Segen und die Gnade Gottes das Fundament ihres aktiven Lebens sind. Mit Paulus dürfen Sie bekennen: "Durch die Gnade Gottes bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln ist nicht ohne Wirkung geblieben."
1.4 Vergängliches wird ewig
  • Unsere Werke auf Erden und unser irdisches Leben sind vergänglich. Aber als Christen glauben wir an die Auferstehung von den Toten. Es ist der Glaube der Kirche seit 2000 Jahren, dass wir mit Christus als ganze Person auferstehen werden.
  • Die Offenbarung des Johannes verkündet, dass die Seligkeit der im Herrn Sterbenden darin besteht "dass sie ausruhen von ihren Mühen; denn ihre Werke begleiten sie."[1] Also alles, was wir für Gott und unsere Mitmenschen aus Liebe getan haben, wird bis in Ewigkeit zu uns gehören.
1.5 Fundament aktiven Lebens
  • Wir glauben an Jesus Christus, der alles Irdische loslassend sich liebend hingibt an Gott für uns Menschen bis hinein in den Tod. Ihn "hat Gott auferweckt von den Toten als Ersten der Entschlafenen." Das Evangelium von Tod und Auferstehung Jesu war und ist das Fundament Ihres aktiven Lebens."
  • Auf uns wartet nicht die Kunstgestalt des Schnitters Tod, sondern Gott der die Toten auferweckt zum ewigen Leben. Er bringt die Ernte unseres Lebens in seine Scheuer, in seinen Himmel. Dazu sind wir gezeugt und geboren, getauft und christlich erzogen, dafür bereiten wir uns.

2 Die Ernte kommt trotz des Unkrauts

 2.1 Der Sämann und sein Feind
  • Unserem Evangelium geht die Geschichte vom göttlichen Sämann und dem Schicksal des Samens voraus. Von der Saat Gottes spricht auch der erste Teil des soeben gehörten Evangeliums.
  • Die Herrschaft Gottes besteht darin, dass er den guten Samen auf seinen Acker, der die Welt ist, sät. Jesus macht deutlich, dass es auch eine Saat des Bösen gibt. Er nennt den das Böse säenden "seinen Feind", den Feind Gottes, den Feind des Guten. Jesus wehrt damit jedem falschen Optimismus.
2.2 Umgang mit Widerspruch und Kritik
  • Lieber Herr Derfuß, wer wie sie die meiste Zeit seines Lebens in öffentlicher Verantwortung stehend planen und entscheiden musste, wird nicht nur mit Widerspruch und Kritik rechnen, sondern auch mit Feindschaft und übler Nachrede.
  • Diktatoren liquidieren ihre Gegner. Radikale Lösungen sind immer ein Unglück. Darum verwehrt es Jesus seinen Jüngern damals wie heute, das im Weizen wachsende Unkraut einfach auszureißen.
  • Christen suchen ihre Zuflucht bei Gott. Sie prüfen sich vor ihm, ob Planen und Handeln vor ihm bestehen können. Sie überlegen sich vor dem Angesicht Gottes, was an der Kritik der Gegner berechtigt ist und wie sie ihnen entgegenkommen können.
2.3 Christliche Tugenden
  • In ihrer Zeit als Pfarrgemeinderatsvorsitzender und vor allem dann als Bürgermeister von Neunkirchen hatten Sie genügend Gelegenheit, die christliche Tugend der Besonnenheit, der Geduld und des Dialogs zu üben. Jeder wusste in Neunkirchen, dass das Fundament ihres Lebens und Handelns der Glaube an Gott und die Verantwortung vor ihm Sie leitet.
  • Sie haben sich nie von den einfachen Menschen elitär abgehoben. Sie sind immer bei der Kirche des Herrn und bei seiner Gemeinde geblieben, haben mit ihr auf Gottes Wort gehört und Gott am Sonntag die Ehre gegeben, ihn mit Christus vereint angebetet. Und sie tun dies bis heute, oft auch am Werktag. Ihre Frau war für Sie auf diesem Weg immer helfende und mit tragende Begleiterin.
  • Nur so konnten Sie die Auseinandersetzungen mit Gegnern, mit politischen Konkurrenten und widerstreitenden Interessen, Niederlagen und Misserfolge unbeschadet durchstehen und aushalten.
2.4 Das Himmelreich wahrnehmen
  • Christen sind Realisten. Sie tun nicht so als wäre die Welt heil oder könnten wir sie heil machen. Die innerweltlichen Heilsbringer des Kommunismus und Nationalsozialismus haben im 20. Jht. schreckliche Verwüstungen in der Schöpfung und noch mehr in den Hirnen, Herzen und Seelen angerichtet, die bis heute nicht verheilt sind.
  •  Wir beide haben als Jugendliche den Zusammenbruch der Wahnidee des Nationalsozialismus und auf der Höhe unseres Lebens den Zusammenbruch des atheistischen materialistischen Kommunismus erlebt. Die Herrschaft des Himmels ist am Werk. Der an Gott den Schöpfer und Erlöser Glaubende nimmt es wahr.
  • Der selige Papst Johannes Paul II hat nicht nur daran geglaubt, sein Glaube und sein Einsatz haben mitgewirkt, dass die Berge des Unrechts und der Versklavung vieler Völker abgetragen wurden. Er war immer betend tätig.
2.5 Die Zeit der Ernte kommt
  • Sie können gelassen zurückblicken auf ihr Leben und hoffnungsfroh in die Jahre gehen, die Gott Ihnen noch schenkt. Als Mitarbeiter Gottes in der Welt ist die Ernte nicht unsere Sache; wenn wir auch hin und wieder das Fortwirken des von uns gesäten Guten wahrnehmen dürfen.
  • Gott wird zu seiner Zeit die Ernte einbringen, ganz gewiss am Ende der Welt. Dann wird das Unkraut vom Weizen geschieden. Das Unkraut wird gesammelt und verbrannt. Der Weizen kommt in die Scheunen Gottes, dort wo Gott mit der Fülle des Lebens gegenwärtig ist. Es gibt den Sieg der Gerechtigkeit und Liebe. Nicht wir, die Engel Gottes werden die Ernte einbringen.
2.6 Verantwortung vor Gott und die Zukunft
  • Zukunftssicherheit kommt aus der Verantwortung vor Gott; denn jeder muss sich vor ihm verantworten, Antwort geben, was habe ich mit meinen Fähigkeiten und Talenten gemacht? Habe ich damit Gott und den Menschen gedient? War ich ein Mitarbeiter Gottes?
  • Je mehr wir in der Verantwortung stehen, desto schwerer wiegen unsere Fehler und Versäumnisse. Und doch dürfen wir uns dem Abgrund des göttlichen Erbarmens Gottes anvertrauen. Und wir dürfen darauf vertrauen, von der Glut der Liebe Gottes gereinigt werden wir "im Reich unseres himmlischen Vaters wie die Sonne leuchten".
2.7 Die langmütige Barmherzigkeit
  • Deshalb rufen wir weder nach Rache noch nach Vergeltung für die Bösen, weil wir wissen, Weizen und Unkraut können auch in uns selber dicht bei einander stehen. Wir sind immer auf die Langmut und Barmherzigkeit Gottes angewiesen. Und die Barmherzigen werden von Jesus selig gepriesen. Der Herr helfe uns in seinem großen Erbarmen, dass wir immer mehr Weizen Gottes werden!


Homilie zu 1 Kor 15,1-20; Mt 13,24-30.36-43
[1] Offb 14,13

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