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2011 (A)

Homilie am 16.2.2011 in der Messfeier für + Edeltraud Forster in St. Michael

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Ich gehe meinen Weg vor Gott im Lande der Lebenden.[1]
1 Angesichts des Todes eines uns nahestehenden Menschen

Ist es uns katholischen Christen wichtig des Todes und der Auferstehung Jesus gedenkend die heilige Messe zu feiern.
Wir tun dies, bevor wir den Leib des geliebten Menschen, das was vergänglich und sterblich ist, der Erde übergeben. Denn von der Erde sind wir genommen und zur Erde kehren wir zurück.
Aber kraft unseres vom Geist Gottes erleuchteten Geistes hat Gott seinem Volk des ersten wie des Neuen Bundes geoffenbart, dass wir als Person  seit unserer Taufe seinen den Tod überwindenden Leben spendenden Geist in uns tragen. Wir sind sein im Leben und im Tod.
In der Taufe hat Gott uns zugesagt: Du bist von Ewigkeit her bis in alle Ewigkeit mein geliebtes Kind. Als Schwester oder Bruder Jesu darfst du mit ihm, der Tod und Grab besiegt hat und auferstanden ist, den Weg zur Fülle des Lebens bei mir gehen. Ich selber wohne durch meinen Heiligen Geist in dir. Du bist mein Tempel in der von mir ins Dasein gerufenen Welt. Das ist deine Würde. Die höchste die ein Mensch empfangen kann.
Deine Frau, Euere Mutter und Oma, ist in der Kraft dieses Glaubens ihren Weg in Freud und Leid, in Krankheit und Schmerzen gegangen. Der Sinn unserer Schicksalswege ist uns vordergründig verborgen. Den Sinn dieser Wege können wir nur im Blick auf Jesus langsam begreifen. Auch da gilt, was Gott durch den Propheten Jesaja ausrichtet: "So hoch der Himmel über der Erde ist, so hoch erhaben sind meine Wege über eure Wege und meine Gedanken über eure Gedanken."

Auf Edeltraud Forster schauend höre ich das Liebesbekenntnis des Antwortpsalms aus ihrem Mund:

"Ich liebe den Herrn."

Als ich gebeten wurde, diese Eucharistie mit Ihnen für die Verstorbene zu feiern, kam mir spontan als Überschrift über ihr Leben der Vers aus dem Psalm 116/9 in den Sinn:

 
2 “Ich gehe meinen Weg vor Gott im Lande der Lebenden."
[2]

Der Psalm ist überschrieben mit »Dank an Jahwe, den Retter der Schwachen." Ein Großer Ausleger der Psalmen übersetzt den Hebräischen Text so: "Ich darf mich ergehen vor dem Antlitz Jahwes in den Landen der Lebendigen."
Ein Frommer des ersten Gottesvolkes Israel erinnert sich: "Mein Herz denkt an dein Wort:« Sucht mein Angesicht! » Dein Angesicht, Herr, will ich suchen."[3] Das ist das Fundament einer wirklich greifenden Lebensbewältigung, dass wir vor dem uns sein liebendes erbarmendes Ansehen schenkenden Gott unser Leben führen.
2.1 Früh schon waren Schmerzen fortwährende Begleiter von Edeltraud Forster.
So wichtig in der Krankheit ärztlicher Beistand und Medikamente sind, noch wichtiger ist, dass die Seele und der Geist in Gott gegründet vor seinem Angesicht leben.

Die eigene Not und die Schmerzen müssen nicht klaglos hingenommen werden. Seine Not vor Gott herausschreiend darf der Glaubende mit der Solidarität der mit ihm Lebenden und Glaubenden rechnen. "Herr, ich schreie zu dir, ich sage: Meine Zuflucht bist du, mein Anteil im Land der Lebenden."[4]

2.2 In der Freundschaft mit Jesus
Wurde Edeltraud Forster fähig, im Leid und in Schmerzen nicht zu verzagen. Er selber, den Gott als seinen geliebten Sohn bei der Taufe am Jordan und bei der Verklärung auf dem Berg bezeugt hat, ist uns im Leiden, im Ertragen von Schmerzen und im Sterben vorangegangen.
Der Hebräerbrief sagt von ihm: "Als er auf Erden lebte, hat er mit lautem Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört und aus seiner Angst befreit worden."[5] Hebr 5,7

Das Vertrauen auf den Gott, der uns auch durch Sterben hindurch rettet, bewahrt vor dem Sturz in die Verzweiflung oder in die Resignation. So verliert der Tod seinen Schrecken. "Ja," so sagt der Psalm "Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen."[6]

2.3 In Jesus Halt suchend
So wie er zu Gott in jeder Sorge und Not rufend durfte sie die helfende und tröstende Nähe Gottes erfahren. Auf Jesus schauend und hörend, in der heiligen Kommunion mit im eins werdend konnte ihr Herz zur Ruhe kommen.
Natürlich träumen wir alle von einem gesunden und glücklichen Leben. Doch unverhofft gerät unser menschliches Leben in Gefahr, schnell gibt es lebensbedrohliche Situationen. Glücklich der Mensch, der auch in gesunden und glücklichen Tagen den Herrn sucht, ihn anruft und ihm dankt.

Wie gut, dass Edeltraud Forster von Kindheit an den Herrn gesucht hat. Ihn in ihr Leben, in ihren Alltag hereinbat. Solches Eingeübtsein in das Suchen der Nähe Gottes bewährt sich auch dann, wenn die Fesseln des Todes einen umfangen, wenn Bedrängnis und Kummer das Leben verdunkeln und gerade dann zu ihm rufen: "Ach, Herr, rette mein Leben."[7]

2.4 Bei all dem lebte sie fürsorglich
für Ihren Mann, die Kinder und Enkelkinder. Ihre Fürsorge hatte immer den ganzen Menschen im Blick, nicht nur das irdische Wohl und Glück, sondern auch das ewige Heil. Die Familie, der Mann, die Kinder, die Schwiegertöchter und Verwandten unterstützen sie über all die Jahre. Dieser Beistand war in den letzten Jahren besonders wichtig und dafür war sie sehr dankbar.
Sie selber war die große Beterin für Sie alle, die Sie ihr beistanden. Jesus hat unsere Schmerzen auf sich genommen. Er lädt uns ein unsere Schmerzen und Leiden mit den seinen zu verbinden und sie Gott darzubringen, damit daraus Segen werde für die Menschen, für die sie wir ihm hinhalten und darbringen.
Wenn ein Mensch in gläubigem Gehorsam stirbt, dann ist sein Sterben kostbar in den Augen Gottes. Die zum Herrn Heimgegangene wird weiter auf eine ganze neue dichte Weise für euch da sein. Wer hier auf Erden den Namen Gottes des Ich-Bin-Da lebt, indem er für andere da ist, der wird auch bei Gott angekommen für die Seinen da sein.

3  Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben

Könnte Edeltraud jetzt noch zu uns sprechen, würde sie sagen: »Lasst euch angesichts meines Sterbens nicht verwirren: Glaubt an Gott und glaubt an Jesus. Er hat nicht nur für mich, sondern auch für euch einen Platz im Himmel in der Fülle des Lebens bei Gott vorbereitet. Ich bin nicht von euch gegangen. Ich bin euch nur vorausgegangen.
Jesus ist der einzig sichere Weg zum Vater. Lass ihn dein Wegbegleiter sein. Führe wie er dein Leben vor dem Angesicht Gottes. Versuche, so wie er für die Menschen dazu sein.
Er ist die Wahrheit d.h. in ihm ist Gott wirklich und real gegenwärtig. Er ist das Leben, das diesen Namen verdient. Dieses Leben, das stärker ist als alles Böse, stärker auch als der Tod.
In dieses Leben bin ich voraus gegangen. Ich warte voll Sehnsucht und Freude auf euch. Wir werden uns wiedersehen. Dann ist aller Schmerz besiegt, sind alle Tränen getrocknet. Ist das Glück und die Seligkeit immerwährende Gegenwart.«

 

[1] Lesungen: Jes 55,6-11; Antwortpsalm 116,1-9.15.17; Evang: Joh 14,1-7
[2] GL 528/3
[3] Ps 27,8
[4] Ps 142,6
[5] Hebr 5,7
[6] Ps 116,15
[7] Ps 116,4

 

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