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Lesejahr 2011 (A)

Homilie zu Röm 8,1-2.9-11.16-18 und Joh 6,51-58 bei der Eucharistiefeier f. Peter Bail 82 J. Neunkirchen

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Wo Gott ist, ist Zukunft

Die beste Investition für unsere Zukunft ist

1 Die Christuszugehörigkeit
  • In der Taufe wurde jedem von uns zugesagt: Du gehörst zum dreieinen und dreifaltigen Gott. Jesus hat den Neuen Bund mit Gott in seinem Blut, also in der totalen Hingabe seiner selbst geschlossen.
  • In der Taufe nimmt er uns in diesen Bund, in diese Zugehörigkeit zu Gott mit hinein. Und indem wir uns zu ihm als unserem Herrn und Erlöser bekennen nimmt Gott Wohnung in uns[1] durch seinen Heiligen Geist. Durch diesen ist seine Liebe und sein Erbarmen in unsere Herzen ausgegossen.[2] Darum gibt es für uns
1.1 Keine Verurteilung mehr
  • Wenn Menschen über Menschen urteilen, dann ist ihr Urteil oft gnadenlos. Mit uns selber sind wir nachsichtig, mit unseren Mitmenschen oft gar nicht.
  • Darum sagt David mit Recht: "Wir wollen lieber dem Herrn in die Hände fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; den Menschen aber möchte ich nicht in die Hände fallen.[3]
  • Und das ist die große Zuversicht, mit der die an Jesus Christus Glaubenden und sich zu ihm Bekennenden aus diesem Leben scheiden dürfen "Wer in Christus Jesus ist, für den gibt es keine Verurteilung mehr."[4]
  • Vielmehr wirkt Gott Wunderbares durch den Tod hindurch an den zu seinem geliebten Sohn Jesus Christus Gehörenden.
1.2 Das Sterbliche wird lebendig gemacht
  • Unsere Sterblichkeit wird uns immer wieder vor Augen geführt. Manchmal durch tragische Unglücksfälle, dann wieder durch tödliche Krankheiten.
  • Wäre dieses irdische Leben schon alles, wäre es kaum zu ertragen. Der Notarzt Dr. Eger stand am Sonntag dem sterbenden Peter Bail noch zur Seite, ohne zu ahnen, dass er kurz darauf durch den wild gewordenen Stier sein Leben verlieren wird. Gäbe es kein danach, man müsste verzweifeln.
  • Als Peter Bail am 13. Mai die Diagnose "Krebs" erhielt, sagte er "davon geht die Welt nicht unter." Ganz gleich, wie unser Ende aussieht, als Christen dürfen wir wissen, dass wir in Gottes rettender Hand sind. Zu ihm dürfen wir mit dem Psalm beten: "Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter... Du führst mich hinaus ins Weite du mein Gott machst meine Finsternis hell."[5]
  • Wichtig ist, dass der Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in uns wohnt. "Dann wird er, der Christus Jesus von den Toten auferweckt hat, auch euren sterblichen Leib lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt."[6]

1.3 Die Zugehörigkeit zu Christus muss gepflegt werden
  • Peter Bail hat daher solange es seine Gesundheit erlaubte den Sonntag immer durch die Mitfeier der Eucharistie heilig gehalten. Durch das aufmerksame Hören des Wortes Gottes und die Mitfeier der Eucharistie blieb er in lebendiger Verbindung mit seinem Herrn und Erlöser.
  • So konnte Peter trotz der Krankheit und Schmerzen mit einer gewissen Gelassenheit auf sein irdisches Ende zugehen. Im Glauben dürfen wir ja wissen durch das »Sein in Christus« sind wir Erben Gottes und Miterben Christi. Wir leiden und sterben mit ihm, um mit ihm verherrlicht zu werden.[7]
  • Am 2. Sept. - kurz vor meiner Pilgerfahrt zu den großen Wallfahrtsstätten in Italien - brachte ich Peter zum letzten Mal die heilige Kommunion - das Brot des Lebens. In ihm wird Christus eins mit unserem Leib und unserer Seele.
  • Mich von ihm verabschiedend sagte ich zu ihm: "Also Peter auf Wiedersehen in drei Wochen" und als ich zum Himmel deutend hinzufügte "oder dort oben" nickte er mir lächelnd zu.
  • Wie Adolph Kolping verstand Peter Bail sein »Christentum als tätiges Leben, als Wirken zum Heil«. „Die Ruhe zum Sterben besteht“ – nach Adolph Kolping – „im Bewusstsein gut gehandelt zu haben, und zwar so viel und in dem Maße, was man gekonnt hat.“
Das gelassene Zugehen auf das irdische Ende hat seinen tiefsten Grund

2 In der ganzheitlichen Einheit mit Christus[8]
  
Sie wird uns in der heiligen Eucharistie zuteil. Es geht dabei um

2.1 die leibhaftige personale Vereinigung mit Jesus.
  • Im Evangelium sagte er uns "Ich bin das lebendige Brot das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben." [9]
  • Damit klar ist, dass dies real geschieht, fügt Jesus hinzu: "Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt."[10] »Fleisch« ist das biblische Wort für die reale Person. Damit sagt Jesus: "Das bin ich als lebendige Person, als Mensch und Gott auferweckt von den Toten hinein in die ewige herrliche Fülle des Lebens beim Vater im Himmel."
2.2 Kommunion ist also mehr als ein Symbol, mehr als ein Hinweis auf ein
      geistiges Geschehen.

  • Kommunion ist Realität, die uns als ganze Menschen mit dem gekreuzigten und auferstandenen beim Vater erhöhten Jesus Christus verbindet. Sie gipfelt in der Zusage Jesu: "Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag."[11]
  • Noch einmal betont Jesus, dass es sich um Realität, um an uns geschehende Wirklichkeit handelt "Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm."[12]
2.3 Kommunion nährt und festigt also die Christuszugehörigkeit
  • Wie für die Juden damals so ist dies für Menschen, die glauben sich selber erlösen zu können und zu müssen, unfassbar. Ja, das von Jesus Gesagte ist eine Provokation die jede aus eigener Kraft angestrebte autonome Selbstverwirklichung in Frage stellt.
  • Jesus lebt und stirbt in der lebendigen Verbindung mit Gott, den er seinen lieben Vater nennt. Durch die Auferweckung von den Toten hat Gott Jesu als die Brücke zur Vollendung des Menschen bei Gott geoffenbart und bestätigt. "Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben."[13]
  • Das ist es, was wir am Sonntag dem Tag des Herrn durch Christus mit ihm und in ihm Gott dankend feiern. Was unserem Alltag Perspektive und Kraft verleiht.
  • Am Sonntag - als die Pfarrgemeinde Eucharistie gefeiert hatte - vollendete sich das irdische Leben von Peter Bail. "Wie dein Sonntag, so dein Sterbtag" sagt ein altes Sprichwort. Jeder Sonntag ist ein kleines Osterfest. Teilhabe am »erlösenden Tod und der seligmachenden Auferstehung« Jesu Christi.[14]
Was geschieht durch die echte Feier des Sonntags und der Eucharistie, die für Peter und seine Frau Hanni so wichtig waren?

2.4 Es geschieht Wandlung, Verwandlung des Menschen.
  • Nachdem Augustinus den Weg autonomer Selbstverwirklichung verlassen und sich Jesus Christus zugewandt hatte, konnte er in seinen Bekenntnissen den wunderbaren Satz sprechen: "Ich werde ich selber sein, wenn ich in dir bin." Und weiter spricht er zu Gott: "Ich wäre nicht, mein Gott, ich wäre ganz und gar nicht, wenn du nicht wärst in mir. Oder vielmehr: Ich wäre nicht, wenn ich nicht wäre in dir." [15]
  • In der Feier der heiligen Messe zieht uns der Gekreuzigte und Auferstandene an sich. In ihm ist Gott da, öffnet sich der Himmel für uns.
  • In der Kraft dieser Speise ging Peter Bail seinen irdischen Weg. Das war die wichtigste und beste Investition für die Zukunft. Darum sind wir voller Zuversicht, dass er jetzt ganz bei Christus ist. Und Jesus Christus ist bei Gott. Und wo Gott ist, ist Zukunft.

[1] Joh 14,23
[2] Röm 5,5
[3] 2 Sam 24,14
[4] Röm 8,1
[5] Ps 18,6
[6] Röm 8,11
[7] Röm 8,17
[8] vgl Joh 6,51-58
[9] Joh 6,51
[10] ebd.
[11] Joh 6,54
[12] Joh 6,56f.
[13] Joh 6,57
[14] 1.Hochgebet

[15] Augustinus, Bekenntnisse 1.2.2

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