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Nicht neue Aufgaben, sondern neue Perspektiven
Arbeitshilfen der Hauptabteilung Seelsorge unterstützen Gemeindepastoral
Domkapitular und Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, Dr. Günter Raab, Bernhard Saffer, zuständig für Gemeindeentwicklung, und Max-Josef Schuster, der Verfasser der Texte, freuen sich über die neuen Arbeitshilfen.

Bamberg – Pastoralgespräch und Pastoralplan haben in den vergangenen Jahren viele Ideen mit sich gebracht. Wie aber kommen diese an die Leute, wie können sie umgesetzt werden. Eine Hilfe hierzu bieten die beiden Arbeitshilfen der Hauptabteilung Seelsorge des Erzbischöflichen Ordinariats.

„Die Heftreihe ist als Grundlage für die Gemeindeentwicklung zu verstehen“, betont Bernhard Saffer, zuständig für Gemeindeentwicklung. Der Pastoralreferent hat zusammen mit Domkapitular Dr. Günter Raab, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge, und dem Verfasser der Texte, Max-Josef Schuster, die Arbeitshilfen für die Gemeindepastoral entwickelt.

Checklisten

„Beide Arbeitshilfen bieten einen Leitfaden, den man schrittweise benützen kann, um sich über die eigenen Haltungen und Ziele, über die Situation vor Ort und den kirchlichen Auftrag in der konkreten Situation klar beziehungsweise klarer zu werden“, erklärt Schuster. Die vorgestellten praktischen Modelle und Checklisten, Frageraster und Impulse seien als erster Schritt auf dem pastoralen Weg zunächst in die eigene Wirklichkeit kreativ zu übersetzen.

Gleichsam als Einladung zu einer Entdeckungsreise in die Wirklichkeit will Heft 1 „Verstehen und Willkommen heißen“ den Menschen in den Blick nehmen und dazu anregen, wie Bernhard Saffer erklärt, Kirchen Fernstehende nicht negativ zu assoziieren, sie in Defiziten zu sehen, sondern positiv.

Neben Erfahrungen von Verantwortlichen in Pfarrgemeinden stellt sich das Heft den Fragen: Welchen Auftrag haben alle Getauften, welche Visionen und wie können wir eine neue Grundhaltung und neue Perspektiven entwickeln?

Ziel ist es, die Menschen besser zu verstehen, wie sie ticken, wie sie ihren Glauben sehen, sie willkommen zu heißen – vorbehaltslos. Die Menschen willkommen heißen, wenn sie sich als Christ fühlen, ohne jeden Sonntag in den Gottesdienst kommen zu müssen. „Vielleicht kann man ja durch andere Fragen Blockaden lösen“, meint Bernhard Saffer. Während die einen sagen: Ihr seid ja keine guten Christen, ihr kommt nie in den Gottesdienst. Sagen die anderen: Um 9 Uhr schlafen wir noch. Wenn die Uhrzeit der ganze Knackpunkt ist – weil der Familie die gemeinsame Zeit im Morgen in Ruhe wichtig ist –„warum nicht mal einen Gottesdienst um 14 Uhr anbieten“?

Wichtig ist es den Herausgebern dabei, die wertschätzende Ausrichtung auf die sogenannten Fernstehenden als Nagelprobe einer evangelisierenden Pastoral zu verstehen. Bei den Arbeitshilfen geht es nicht um ein Mehr an Aufgaben in den Gemeinden, sondern um das Wie, darum, wie die vor Ort geleistete Arbeit entspannter erledigt werden kann. Neben der Orientierung – welchen Auftrag haben wir? – und dem Verstehen, seien die Fragen wichtig: „Wie sind wir beieinander? Welche Struktur haben wir, welche Kultur? Wirken wir einladend oder abstoßend? Sind wir bereit, uns zu ändern?

Um hierbei ins Detail zu gehen bietet Heft 2 „Sehen, was ist“ konkrete Analyse-Bausteine an. Diese Arbeitshilfe soll ermutigen, Schritte der Analyse im Seelsorgebereich zu gehen, ohne darin stecken zu bleiben, wie Autor Max-Josef Schuster unterstreicht. Nach der Analyse müsse deren Abschluss folgen, die wichtigsten Daten gedeutet werden, um über eine Diagnose Hypothesen und schließlich konkrete Ziele und Maßnahmen formulieren zu können.

INFO

Neben den beiden Heften bietet die Hauptabteilung Seelsorge einen Studientag zu den Themen für Hauptamtliche an: am 5. Mai 9.30 bis 16.30 Uhr im Bistumshaus St. Otto. Die Arbeitshilfen sind zu beziehen über das Erzbischöfliche Ordinariat, HA Seelsorge, Postfach 100 261, 96054 Bamberg, E-Mail: anita.schmitt@erzbistum-bamberg.de (Heft 1: 3 Euro, Heft 2: 2 Euro + Versand 1,50). www.seelsorgebereiche.de (Download).

Datum: 20.03.2009
Autor: Brigitte Pich

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