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Entdecke den Vater

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„Discover the Father“: Mit diesen Worten begrüßte uns das Art Museum in Milwaukee. Den Vater zu entdecken, dazu waren wir, die Mitglieder des Parepidämos-Agape-Kurses des Schönstatt-Instituts Diözesanpriester, nach Milwaukee gekommen: zwar nicht dem Vater des Impressionismus, Camille Pissaro, wie das Museum einlud, sondern dem Gründer und Vater der Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich wollten wir begegnen.

 

 

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Zwar kann man den Spuren Josef Kentenichs an verschiedenen Orten begegnen, in Schönstatt, im KZ Dachau, in Bellavista/Chile, in Rom, doch in Milwaukee / Wisconsin sind sie auf eine besondere Art und Weise anzutreffen.

 

 

 

 

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Während der universalkirchlichen Visitation der Schönstatt-Bewegung von 1951 bis 1965 musste sich Pater Kentenich in Milwaukee, wo seine Gemeinschaft, die Pallottiner, eine Filiale hatten, aufhalten und durfte die Stadt nicht verlassen. Ab 1959 wirkte er dort als Seelsorger der deutschsprachigen Katholiken. Viele der Menschen, die ihm dort begegneten, erlebten ihn nicht als Gründer einer großen Bewegung, denn die Auflagen seitens des Visitators legten ihm diesbezüglich große Zurückhaltung auf, sondern als einen interessierten, offenen, freundlichen Seelsorger, nicht selten gar als liebevollen Vater. Entsprechend wollten wir uns in Milwaukee zwar einerseits auf die Spuren des Gründers in der Verbannung begeben, aber andererseits ihm auch und vor allem als Seelsorger und Vater nahe sein.

„Entdecke den Vater“. Zahlreiche Begegnungen mit Menschen, die Pater Kentenich in jungen Jahren erlebt haben, machten diesen Besuch in Milwaukee zu einer wahren Entdeckungsreise.
In den Erzählungen von Sr. Carol, die sich die ganzen Tage über unserer annahm, leuchtete Pater Kentenich als begnadeter Erzieher auf, der griffsicher das Naturell einer Person, die sich seiner seelsorgerlichen Führung anvertraute, erkannte und ihr durch gezielte Impulse zu innerem Wachstum verhalf.

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Pater Kentenich war es dabei ein Anliegen, eine Person gut kennen zu lernen und ließ sich viel aus ihrem Leben erzählen. Darauf baute er seine Pädagogik auf. Er regte dazu an, die eigenen Schwächen mit den eigenen Stärken zu begegnen. Immer war es ihm wichtig, deutlich zu machen, wo und wie jemand gebraucht wurde. Dabei erschloss uns Sr. Carol mit persönlichen Erlebnissen neu, was es heißt, Kind zu sein und einen Vater zu haben.

 

 

Sr. Petra machte uns die schwierigen Momente der Zeit Pater Kentenichs in Milwaukee aufmerksam. Nicht umsonst werden die 14 Jahre der Verbannung Pater Kentenichs mit den 14 Stationen des Kreuzwegs in Beziehung gesetzt. Auffallend war, dass in allen Heiligtümern, die wir in dieser Zeit besucht haben, die Kreuzwegstationen aufgehängt waren. Sr. Petra erzählte von den persönlichen Enttäuschungen und Verletzungen Pater Kentenichs. Um anderen Heimat bieten zu können, musste er selbst heimatlos werden.

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Gleichzeitig zeigte sie auf, wie Pater Kentenich sich exakt an die vom Visitator ergehenden Dekrete hielt, wie er aber gleichzeitig alle Möglichkeiten, die ihm geblieben waren, nutzte, um seiner Sendung treu zu blieben.

 

 

 

 

In Madison trafen wir Familie Gmeinder und Sr. Elisabeth zusammen. Als junges Ehepaar durfte Familie Gmeinder Pater Kentenich begegnen. In einer schwierigen Ehekrise wurden sie auf ihn aufmerksam gemacht.

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Sr. Elisabeth gehört zu den ersten us-amerikanischen Marienschwestern.

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Auf der Suche nach ihrer Berufung begegnete sie Pater Kentenich. Durch seine einfühlsame Begleitung fand sie zu ihrer persönlichen Lebensentscheidung. Er zeigte ihr auf, wie sie auch im jungfräulichen Lebensweg für viele Kinder da sein konnte.

 

 

 

 

 

 

Als junges Mädchen erlebte Sr. Virginia, die gegenwärtig Provinzoberin in Waukesha ist, Pater Kentenich. Sie erzählte, wie gerne Pater Kentenich mit Kindern zusammen und immer für einen Spaß zu haben war.

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Als ihre Mutter eines Tages Pater Kentenich besuchte und durch den Haupteingang eingelassen wurde, kletterten sie und ihr Bruder die Feuerleiter hoch und klopften an die Tür. Zunächst etwas verdutzt, begriff Pater Kentenich sehr schnell und versteckte die beiden in seinem Zimmer. Als die Mutter eintrat, war die Überraschung groß. Wie viele andere auch berichtete Sr. Virginia davon, dass Pater Kentenich gerne Geschenke verteilte. Für jeden hatte er etwas in den weiten Taschen seiner Soutane. Für Sr. Virginia bilden Heiligtum und Pater Kentenich eine unlösbare Einheit. Im Rückblick stellt sie fest, dass sich sämtliche Begegnungen mit Pater Kentenich in der Nähe eines Schönstattkapellchens ergaben.

 


Bei Familie Horn, die als junges Paar von Deutschland nach Milwaukee kamen, begegneten wir zum ersten Mal einem der von Pater Kentenich eingeweihten Hausheiligtümer.

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Gerade in der Begleitung junger Familien erkannte Pater Kentenich mehr und mehr, wie wichtig es ist, dass die Menschen der Gottesmutter nicht nur in den Kapellchen, sondern auch in ihrem eigenen Heim begegneten. Er regte die Familien deshalb an, die Gottesmutter einzuladen, sich in ihren Häusern niederzulassen und ihr mit dem Hausheiligtum einen besonderen Platz einzuräumen.
Wie wichtig die Arbeit mit Familien für Pater Kentenich war, zeigten die Montagabendgespräche. Wöchentlich traf sich Pater Kentenich mit einem Kreis von Familien, zu denen auch das Ehepaar Horn gehörte, und hielt ihnen Vorträge, in denen er ausführlich auf Fragen und Probleme zur Ehe einging.
Nicht zuletzt erzählte Familie Horn auch von der Tätigkeit Pater Kentenichs als Pfarrer der deutschen Gemeinde. Es war ihm wichtig, die von der Heimat mitgebrachten Traditionen zu pflegen. Besonders lud er dazu ein, deutsche Lieder zu singen, woran er selbst große Freude hatte. Herr Horn zeigte voller Stolz auch die Gemeindebriefe, die Pater Kentenich angestoßen und herausgegeben hat.

 

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Auch Sr. Barbara gehört zu den ersten amerikanischen Marienschwestern. Ähnlich wie Sr. Elisabeth war die Begegnung mit Pater Kentenich für ihre persönliche Lebensentscheidung von großer Bedeutung.

Durch ihre Erzählung machte sie sichtbar, wie individuell Pater Kentenich jeden Menschen behandelte. Er verstand es, in vielen das Beste zu wecken, weil er jeden das Gefühl gab, einmalig und wertvoll zu sein.

 

 

 

 

Das Hausheiligtum stand auch im Mittelpunkt beim Besuch bei Familie Fenelon. Durch ihre Erklärungen wurde deutlich, dass im Hausheiligtum nicht nur die Gottesmutter präsent ist, sondern auch jedes Familienmitglied durch ein besonderes Symbol.

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Außerdem erzählte Mark Fenelon von den Besuchen Pater Kentenichs in seinem Elternhaus, wo er bei der kinderreichen Familie gerne zu Gast war und auch deren Hausheiligtum eingeweiht hat. Bewusste Erinnerungen an Pater Kentenich hat Margaret Fenelon nicht. Erst als junge Erwachsene erfuhr sie, dass Pater Kentenich sie als kleines Baby auf den Armen getragen und sie, wie er es gerne mit Kindern machte, dem Segen der Gottesmutter anvertraut hat. Das MTA-Bild, das sie von Kindesbeinen an begleitet hat, war ein Geschenk von Pater Kentenich, und sie erzählte, wie sie schließlich auch eine handschriftliche Widmung von ihm darauf entdeckte: „Mother takes care“. Auch dies ist ein Moment, das uns auf unserer Entdeckungsreise immer wieder begegnete: das Bild und die Widmung.

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Einen Blickwinkel ganz neuer Art öffnete sich für uns durch die Begegnung mit Sr. Marihedwig. Sr. Marihedwig hat in ihrem Noviziat die Abreise Pater Kentenichs aus Deutschland miterlebt und schilderte die Stimmung, die in Schönstatt herrschte, als er den Ort verlassen musste.
Als Pater Kentenich, der erst über Umwege nach Milwaukee kam, seinen Exilsort erreichte, war Sr. Marihedwig bereits in Madison, wo die Schwestern zunächst ihr Provinzhaus hatten und die Pallottiner ein Priesterseminar unterhielten. In Schönstatt erlebte sie Pater Kentenich vor allem als Ehrfurcht gebietenden Generaldirektor, zu dem man Distanz hielt. In Madison und in Milwaukee wurde er ihr durch die seelsorgerlichen Beichtgespräche mehr und mehr zum Vater.

 


„Selbstlos fremdem Leben dienen“: diese Losung, die Pater Kentenich immer wieder ausgab, war für Sr. Eileen nicht nur Theorie. Sie durfte am eigenen Leib erfahren, wie behutsam Pater Kentenich Menschen seelsorgerlich begleitete und sie zu freien, eigenständigen Entscheidungen führte.

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Als sie auf der Suche nach einer Gemeinschaft war, in der sie als Schwester leben konnte, ermutigte er sie, sich Informationen zu besorgen und war gerne bereit, ihr die verschiedenen Gemeinschaften zu erklären. Da Sr. Eileen zu diesem Zeitpunkt noch nicht deutsch und Pater Kentenich nicht sehr gut englisch gesprochen hat, war Sr. Winfriede als Übersetzerin tätig. Pater Kentenich untersagte Sr. Winfriede ausdrücklich, das Gespräch auf die Marienschwestern zu lenken. Erst als Sr. Eileen sich auch nach dieser Gemeinschaft zu erkundigen begann, stellte er ihr diese vor, ohne jedoch zu erwähnen, dass er der Gründer dieser Gemeinschaft ist. Das erfuhr Sr. Eileen erst nach ihrer Entscheidung für die Marienschwester. Sie erzählte außerdem von ihrer Freundin, die ebenfalls Schwester werden wollte, von der Pater Kentenich aber überzeugt war, dass sie zur Ehefrau berufen war. Später, nach einigen Versuchen bei einer Schwestergemeinschaft, zeigte sich, dass er recht hatte.
Wie wichtig Pater Kentenich die individuelle Berufung jedes einzelnen war, zeigt sich auch darin, dass er Sr. Eileen ermutigte, gemäß dem Ideal der Säkularinstitute als Schwester inmitten der Gesellschaft zu leben und zu arbeiten. In diesem Sinn war sie mehrere Jahre als Unternehmerin tätig.

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Ungeplant ergab sich eine Begegnung mit Familie Klein, die Pater Kentenich ebenfalls als junges Ehepaar erleben durfte. Auch sie erzählten von seiner Offenheit und davon, wie gerne Kinder auf ihn zugingen. Auf die Frage, was das Besondere an Pater Kentenich war, antwortete Fr. Klein: „Father was love“.

 

 

 

 

 

 

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Aber nicht nur die Menschen, auch die Orte, an denen Pater Kentenich sich aufhielt, wurden zu sprechenden Zeugen auf unserer Entdeckungsreise in Milwaukee. Die Heiligtümer in Waukesha (Bild 15) und Madison (Bild 16) laden ein zum Gebet, vor allem aber auch das 1954 Exilheiligtum in Milwaukee selbst, in dem Pater Kentenich 11 Jahre lang täglich die Messe gefeiert, gebetet und dabei diese schwere, aber auch segensreiche Zeit durchkämpft hat. Dieses lässt die besondere Nähe zu Pater Kentenich spüren.

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Unmittelbar neben dem Pfarrhaus von Holy Cross gebaut, Pater Kentenich konnte von seinem Zimmer aus direkt darauf schauen. Es wurde für ihn zu einer Quelle, aus der sich immer wieder neu Kraft holen und sein Vertrauen stärken konnte.  

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Der nahe gelegene Friedhof, auf dem Pater Kentenich täglich spazieren ging und unzählige seelsorgerliche Gespräche geführt hatte, lädt zum Verweilen und zu einem stummen Zwiegespräch mit ihm ein.

 

 

 

 

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Im Father House in Waukesha (Bilder 20 und 21), im Bewegungshaus in Madison sowie im Movement House in Milwaukee (unweit des Exilheiligtums), in dem Pater Kentenich jahrelang die Montagabendgespräche mit den Ehepaaren geführt hat (Bild 22), sind viele Gegenstände und Bilder von Pater Kentenich gesammelt, deren Hintergründe man sich erzählen lassen kann oder die einfach zum Nachdenken anregen. Auch die Pfarrkirche St. Michael (Bild 23), in deren Untergeschoss Pater Kentenich mehrere Jahre Sonntag für Sonntag für die deutsche Gemeinde Gottesdienst gefeiert hat, lädt zur Begegnung mit ihm ein.

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Schon die scholastische Theologie wusste, dass die Gnade auf der Natur aufbaut. Pater Kentenich war es ein wichtiges Anliegen, Natur und Übernatur zu verbinden. Im Bewegungshaus in Waukesha sind alle Entdecker herzlich willkommen und werden von den Schwestern liebevoll umsorgt.

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„Discover the Father“: in Milwaukee kann man Pater Kentenich auf die Spur kommen und ihn neu entdecken.

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v.l.: Martin Dörflinger, Klaus Rennemann, Ralf Rupprecht, P. Josef Kentenich, Reinhard Förster, Stephan Müller, Franz Xaver Weber
Fotograf und Verfasser: Dr. Bernd Biberger

Zu Milwaukee siehe auch den Bericht in PressOffice Schönstatt: Es gibt viele Gründe, warum man nach Milwaukee fahren sollte. 
 

 
 

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