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Haus Moriah Gemeinschaft Burundi - Kenia

Reise zu den Mitbrüdern in Burundi und Kenia

Osterwoche 2007

Aus dem Reisebericht von Generalrektor Msgr. Dr. Peter Wolf

Heiligtum in Gikungu / Bujumbura
Heiligtum in Gikungu / Bujumbura

Am Morgen des Karsamstag endeten Exerzitien, die ich während der Karwoche im Kloster Sießen übernommen hatte. Auf dem Weg zum Stuttgarter Flughafen besuchte ich Pfarrer Bernhard Winckler, der mich nach einem brüderlichen Mittagsmahl zum Flughafen brachte. Von dort ging es nach Amsterdam und mit dem Nachtflug nach Nairobi und Bujumbura. In der Osternacht versuchte ich mich einzuschließen in die Feier der Liturgie, summte das Exultet vor mich hin und vergegenwärtigte mir so die österliche Liturgie. Nach vier Uhr deutete sich der Ostermorgen am Horizont in einem rötlichen Leuchten an. Dann landete die Maschine in dichtestem Nebel auf dem Flugplatz von Nairobi.

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Nach 1 ½ Stunden ging es weiter nach Bujumbura, wo die Mitbrüder Adelin Gakuzuki und Urs Studer mich abholten und nach Mont Sion in Gikungu begleiteten. Die Stadt erschien mir ganz friedlich und im Unterschied zu meinen letzten Besuchen erlebte ich sie fast ganz ohne Militärpräsenz auf den Straßen. Auf Mont Sion komme ich zur Zeit des Ostergottesdienstes an. Sie feiern in der großen Pilgerkirche und sind gerade bei der Oration angekommen, aber es geht dann noch gute zwei Stunden mit viel Gesang und Tanz. Trotz Müdigkeit kann ich richtig in die Osterfreude eintauchen. Wir sind sicher um 2.500 Leute. P. Deogratias, der erste Schönstattpater aus dem Land, hält die Messe und predigt sehr bewegt.

Es ist schwül und heiß an diesem Ostersonntag. Bin froh, dass ich mich noch etwas zurückziehen und Schlaf nachholen kann. Am Abend sitzen wir noch mit den Patres zusammen und haben einen lebendigen Austausch.

Montag, 9. April

Nach dem Frühstück zeigt P. Paul Zingg mir das neue Haus für die Patresgemeinschaft. Sie sind so gewachsen, dass sie ab Herbst das neue Haus brauchen werden. Es ist für 13 Patres geplant und kurz vor dem Abschluss. Auch die neue Kapelle ist sehr ansprechend gestaltet, ein Oktogon mit farbigen Fenstern.

Im Laufe des Vormittags kommen Abbé Lambert Nishimagizwe und später Bernard Hakizimana mit seinem Pfarrer. Bernard erzählt von dem Ostertriduum, das er in der dortigen Schule mit fast 200 Jugendlichen verbracht hat, die er in der Osternacht getauft hat. Sein Pfarrer berichtet zusätzlich von 600 Taufen in der dortigen Kirche.

Am Nachmittag kommen unsere Kandidaten an. Es sind sechs wache, junge Leute, einer ist bereits Vikar, einer ist als Diakon im Einsatz und vier sind noch im Seminar. Wir beginnen mit der Eucharistiefeier vor dem Abendessen im neuen Tagungshaus der Schwestern. Beim Abendessen kommen die Mitbrüder vom Kurs ‘Apostel der Liebe‘ an. Danach besprechen wir die Planung der Tagung. Zum Tagesabschluss bin ich noch mit den Patres zur Anbetung im Heiligtum. Es ist schön, wie sie jeden Tag damit beschließen.

Dienstag, 10. April

Nach Eucharistie und Frühstück beginnen wir in zwei Gruppen mit unserer Schulungsarbeit. Die Kandidaten berichten von vielfältigen Erfahrungen mit dem Buch der Werktagsheiligkeit im Seminar und in ihren Praktikas. Pfarrer und auch Seminaristen fragten voller Interesse danach. Sie selber machen Erfahrungen mit Grundgedanken, besonders zum Leid und zur Armut im Lande.

Am Nachmittag bin ich bei Abbé Jean-Marie Harushimana und den Mitbrüdern von der Intensivzeit. Am Abend sitzen wir alle noch unter dem Strohdach zusammen. Abbé Révocat Gahimbare stößt dazu von einer Versammlung, die über die Versöhnung im Land spricht, für die er von seiner Diözese berufen wurde.

Mittwoch, 11. April

Heute bin ich mit den Kandidaten zusammen und wir sprechen über die Konzeption der Werktagsheiligkeit, wie sie unser Vater entwickelt hat. So gewinnen die Texte eine neue Aktualität. Sie können helfen, in der Gemeinde den Boden zu bereiten für die Bewegung und ihre Bündnisspiritualität.

Am Nachmittag bin ich wieder bei den ‘Aposteln‘. Es ergibt sich ein sehr interessiertes theologisches Gespräch, das durch die Fragen zu Leid und Sterben im zurückliegenden Krieg Ernst und Aktualität gewinnt. Vielleicht werden diese Gedanken um die Leiden des Apostels ihr Zugang zum 20. Januar als Apostelkurs. Während am Abend ein Gewitter zum See hin abzieht, bete ich noch Rosenkranz vor dem Heiligtum.

Donnerstag, 12. April

Wie gestern beginnen wir mit der Messe, der Vikar Venoit von den Kandidaten vorsteht. Im Kandidatenkurs geht es heute um mehr praktische Fragen, wie im Alltag die Verbindung mit Gott verwirklicht werden kann. Sie beteiligen sich stark am Gespräch.

Parallel zu uns haben die Patres zu Berufungstagen eingeladen, zu denen zwölf Interessenten gekommen sind. Abbé Lambert Nishimagizwe und Abbé Jean-Marie Harushimana geben an diesem Vormittag ein Zeugnis über unsere Priestergemeinschaft und stellen unseren Weg vor. Übrigens sind auch bei den Schwestern zur Zeit Interessentinnen zu einer Berufungstagung zusammen. Hier in der Schönstattbewegung ist Aufbruchstimmung. Gegen Abend reisen die Mitbrüder unserer älteren Kurse an. Für Morgen ist geplant, dass die drei Gruppen sich treffen und auch ein gemeinsames Treffen stattfinden soll.

Freitag, 13. April

Den Vormittag gestalte ich wieder mit den Kandidaten, während die anderen Mitbrüder in unseren drei Gruppen sich treffen. Wir sprechen über das Hausheiligtum. Die Mitbrüder haben in dieser Richtung bereits erste Erfahrungen gesammelt. Ihre Fragen beziehen sich auf die Gnadenwirklichkeit des Heiligtums.

Am Nachmittag ist ein gemeinsames Treffen der drei Gruppen vorgesehen, bei dem ich dabei bin. Sie berichten aus ihrem Land und aus der Pastoral. Es gibt Erfahrungen von Hunger bis hin zu Todesfällen. Man ist sehr froh über den Frieden und beginnt Gespräche der Versöhnung. In der Gemeinde gibt es viele Taufen. Mitbrüder berichten von 200, 300, 600 und über 860 Taufen in der Osternacht.

Die Mitbrüder betonen, dass durch die Gruppen der Kontakt untereinander gewachsen ist. Für das kommende Jahr soll auch in der Osterwoche wieder ein Treffen geplant werden. Für das nächste Jahr ist turnusmäßig Denis für die Einladung und Programmgestaltung verantwortlich. Im Anschluss feiern wir im Heiligtum die Eucharistie. Aumonier Adelin Gacukuzi steht ihr vor und predigt über den reichen Fischfang. Er hatte in diesem Jahr die Verantwortung und hat auch ein Vorbereitungstreffen organisiert.

Nach der Messe waren wir Gäste der Patresgemeinschaft. Unmittelbar davor waren die ersten Bücher „Être chrétien avec Marie“ ["Christsein mit Maria"] aus der Druckerei der Weißen Väter in Bujumbura fertig geworden. Es ist eine Freude für mich, dass ich allen Mitbrüdern der Patres und unserer Gemeinschaft ein Exemplar übergeben kann. Die Hoffnung wird ausgesprochen, dass es eine gute Hilfe wird für das Apostolat im Lande. Man bereitet sich darauf vor, die Gottesmutter zur Königin des Friedens in Burundi zu krönen.

Samstag, 14. April

Am Morgen feiern wir nochmals die Messe zusammen. Dann verabschieden sich die Mitbrüder und brechen auf in ihre Pfarreien. Sie geben mir viele Grüße mit an die ganze Gemeinschaft. Für den späten Vormittag lädt mich Aumonier Adelin Gacukuzi zusammen mit Pfarrer Urs Studer ein zu einem Gottesdienst in einem großen Militärlager, wo Soldaten für den Einsatz in Somalia zusammengezogen sind. Es wird ein schöner Gottesdienst mit einer Hochzeit und sieben Taufen. Zum Mittagessen kommen wir erst gegen 17 Uhr.

Am Abend mache ich noch einen Besuch bei den Marienschwestern. Sie freuen sich sehr über das neue Marienbuch und sehen darin ein große Hilfe. Später sitzen wir noch bei den Patres zusammen.

Sonntag, 15. April

Um 6 Uhr zelebriere ich mit P. Paul im Heiligtum die Sonntagsmesse. Dann bringen Pfarrer Urs Studer und Aumonier Adelin Gacukuzi mich zum Flughafen, wo ich pünktlich Richtung Kenia abfliege. Im Flughafen von Nairobi erwartet mich um 12 Uhr unser Mitbruder Professor Joseph Kariuki und wir finden uns sofort. Ein Cousin fährt uns und bringt uns gegen 15 Uhr zum MTA-Bildstock, wo bereits eine kleine Gruppe auf uns wartet. Es werden bald immer mehr, bis der ganze Platz unter dem Schattendach sich füllt. Madame Hanna, die Verantwortliche der dortigen Schönstattfamilie, begrüßt und berichtet über die Erfahrungen der Schönstattfamilie in Kenia in Englisch. Joseph übersetzt in die Landessprache Gikuju. Bald stößt auch Pfarrer Simon aus der Priesterliga dazu. Mir kommt eine große Freude und Dankbarkeit entgegen für den Einsatz unserer Mitbrüder und für das Geschenk, das ihnen Schönstatt bedeutet. Außer Joseph und Simon werden wiederholt Balthasar Blumers und Reinhard Förster genannt. Das freut mich sehr. Beide haben sie oft besucht und geholfen, die Bewegung aufzubauen.

Der Platz am Bildstock bedeutet den Leuten viel und sie fühlen sich bei der MTA daheim und in der Liebe zur Kirche gestärkt. Auch die Sehnsucht wird ausgesprochen, doch einmal ein richtiges Heiligtum hier zu haben. Viele haben inzwischen das Liebesbündnis geschlossen und fühlen sich als ‘member‘ unserer weltweiten Schönstattbewegung. Ich teile mit ihnen die Erlebnisse bei den Mitbrüdern in Burundi und darf die Einladung zu einer Wallfahrt zum Schönstattzentrum in Bujumbura aussprechen, über die ich am Abend zuvor mit Sr. Lisette gesprochen hatte. Im Abschluss singt und tanzt eine Gruppe von 20 Mädchen, die immer wieder versuchen, Joseph Kariuki und mich mit in ihren Tanz einzubeziehen, was ihnen ganz offensichtlich große Freude bereitet. Zum Glück habe ich noch Bilder vom Hl. Vater und von unserem Vater dabei, um wenigstens einigen etwas zu schenken. Wir schließen unsere Feier mit der Erneuerung des Liebesbündnisses und dem Segen.

Gegen 17 Uhr brechen wir auf zum Mittagessen, das im Bischofshaus in Maranga vorbereitet ist. Dort wohnt Joseph Kariuki seit seiner Rückkehr aus den USA. Er kann hier wohnen, bis er im Mai die Vorlesungen für Ethik an der Universität in Nairobi wieder aufnimmt. Zum Abend fahren wir unter z.T. schlimmen Verkehrsverhältnissen über zwei Stunden zum Flughafen zurück. Ich erreiche aber noch rechtzeitig meine Maschine für die Nacht und fliege über Amsterdam nach Stuttgart zurück. Von dort geht es über Ersingen mit einem nachgeholten Osterbesuch bei meiner Mutter und meiner Schwester nach Moriah zurück.

 

 
 

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