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Haus Moriah Karl Leisner Karl Leisner - Berufungsweg I.html

KL Berufungsweg I

Einblicke in einen Berufungsweg I

Auszüge aus Tagebuch und Briefen Karl Leisners 1934 – 1937.

Karl Leisner als Abiturient 1934
Karl Leisner als Abiturient 1934

  • Am 1. Mai 1934 notiert Karl wenige Tage vor dem Beginn seines Theologiestudiums folgendes Gebet in seinem Tagebuch:
    Herr Gott, du mein König und höchster Führer, du lenkst in wunderbare Weisheit und Güte die Geschicke aller Menschen. So hast du mich armen, schwachen, sündigen Menschen durch eine Zeit der Versuchung und der Schwachheit hindurch geführt, um mich jetzt zum heiligsten und höchsten Amt - zum Priestertum - zu berufen. Deine allmächtige Weisheit hat mich - das kleine, unwürdige, stolze, erbärmliche Menschlein, das mit so mancherlei Makel und Fehlern behaftet, zum würdigsten, demütigsten, würdevollsten Beruf erkoren. - O, gib doch, du gütigster Vater, dass ich die Vorbereitungszeit auf diesen hehren Beruf - Dich zu vertreten - aus deinen unser, täglichen Lebensquellen in Wahrheit und Demut gestalten! Christus - du bist meine Leidenschaft Heil!
  • Über den Beginn seines Studiums im Mai 1934 schrieb er später (22.07.1935):
    Ja und dann ging’s zur Uni nach Münster. Zunächst war Absage vom Collegium Borromäum gekommen. Ich hatte mich schon für den Arbeitsdienst gemeldet, war untersucht und bereit, übermorgen ins Lager Friedrichsfeld [bei Wesel am Niederrhein] abzureisen, da kommt von Münster der bischöfliche Bescheid, sofort kommen, wenn Hochschulreife erhalten - und schon war ich stud. theol. Zu Beginn, am Start zum großen Lebensziel, das ich mir in manch harter, banger, stiller und ernster Stunde mit meinem Heiland allein - langsam und still keimend und wachsend vom Wunsch zur Tat - vorgenommen habe. Und es kam noch so viel Leben, Wachsen, Fallen und Wiederaufstehn, soviel Freude und Wonne, soviel Sonne und Licht - ach, ich bin ganz übervoll davon - ich kann ihm, dem Allgütigen nur sagen: Dank dir und Preis für all Deine gütige Führung und Schenkung.“
  • Am 29. April 1935 vertraut Karl nach einer Betrachtung über die Würde des Hohenpriestertums Christi seinem Tagebuch folgende Gedanken an:
    Uns - d. h. mir - steht dies herrliche, greifbare, wirkliche Ziel so wenig stark, antreibend zu letzter Kraftanstrengung und eiserner Energie vor Augen. Und unsere Priestergeneration, auf die wird’s grade ankommen! Deshalb: Ab 1. Mai wieder Tagesordnung. Morgen wird sie geschmiedet in der echten Gesinnung der wahren Freiheit der Kinder Gottes.
    Der ewige Hohepriester nach der Ordnung des Melchisedechs - der Sohn des himmlischen allmächtigen Vaters - der wahre Gottmensch und Erlöser - unser Herr Jesus Christus. - Er hat mich in stillen Kampfstunden der Gnade berufen zu Seinem Priestertum. Mittler zwischen Ihm, dem Herrn über Leben und Tod, und der erlösungsbedürftigen Menschheit zu sein - das ist die große Gnadengabe und Aufgabe! Deshalb hingespannt in gesammelter, geballter Kraft auf dieses größte Ziel hier auf Erden, auf dein Lebens- und Ewigkeitsziel!
    Das Reich Gottes und das Heil der Seelen muss dir auf der Seele brennen - und so werde heiliger Brandstifter, eine lodernde Fackel, die brennt vom Feuer der Christushingabe, Begeisterung und Liebe.
    Deshalb alle Kräfte des Leibes, des Geistes und der Seele erfasst, geschult, gestärkt, gesund und stark gemacht! Mit unerbittlicher heiliger Gradheit und Lauterkeit und Selbstzucht und Herbheit! Die ganze Kraft, der ganze Mensch mit allen Fähigkeiten, Anlagen und Geschenken der Natur und der Gnade soll es sein!
    Christus, du hast mich gerufen. Ich spreche bescheiden und bestimmt, männlich und stark: Ecce ego, mitte me! - Gib mit Deiner Sendung Deine Kraft! Kraft der Gnade, Kraft des Geistes, ewiges Leben, heiliges Feuer Deines Geistes, Gesundheit und Selbstzucht an Leib und Seele!
    Introibo ad altare Die - so darf ich denn, wenn Du es willst, sprechen - ad Deum, qui laetificat iuventutem meam Ewige Jugend, ewige Gotteskindheit, und echt christliche Mannestugend! Christi Priester! Alleluja!“
  • Am 29. April 1937 notiert Karl in sein Tagebuch:
    O Herr, Jesus Christus, voll tiefer Liebe und Demut flehe ich zu Dir, stehe mir bei im Kampf um das Heilige in mir. Laß mich in hartem Dienst Dein bewährter Diener sein. Du adele meine Arbeit. Wenn ich auch schwach bin, sei Du mir Stärke und Burg, Schild und Schutz! Du mein Erlöser, komme bald zu mir! Amen -

Fortsetzung Teil 2

 
 

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