Beispiele für Unterstützung aus den Hilfsfonds

Wann geben die Hilfsfonds der Caritas bedürftigen Menschen eine finanzielle Beihilfe? Drei Beispiele 

Aufgrund einer Krebserkrankung kann Herr B. nicht mehr arbeiten. Die Erwerbsunfähigkeitsrente ist noch nicht genehmigt. Frau B. leistet Nachtdienst in einem Krankenhaus, weil sie tagsüber die schulpflichtigen Kinder versorgt, und ist nur in Teilzeit beschäftigt. Da trifft die Familie eine Mieterhöhung und gleichzeitig wird auch noch die Waschmaschine defekt. Für Familie B. übernahm die Caritas Mietschulden und gab noch einen Beitrag zur Anschaffung einer neuen Waschmaschine.

Frau O. ist in Tunis geboren, kam als Kind nach Deutschland und ist seit ein paar Jahren deutsche Staatsbürgerin. 2013 heiratet sie einen Mann, der ebenfalls aus ihrem Herkunftsland stammt. Als kurz darauf ihre Tochter zur Welt kommt, setzt sich der Vater nach Tunesien ab. Vorher hat er noch einen Kredit aufgenommen, den Frau O. nun abbezahlen muss. Die alleinerziehende Mutter lebt nun von Hartz IV, Kindergeld und staatlich gezahltem Unterhaltsvorschuss. Ein größeres Kinderbett für die inzwischen Dreijährige kann sich Frau O. nicht leisten. Die Caritas ermöglichte ihr den Kauf des Kinderbetts.

Herr S. hat durch den Konkurs seines Arbeitgebers den Arbeitsplatz verloren. Seine Frau leidet an einer psychischen Erkrankung und muss zeitweise stationär behandelt werden. Die Renovierung des Eigenheims ist durch diese Umstände zum Erliegen gekommen; die vier Kinder hausen in unfertigen Zimmern. Den Kindern der Familie S. zahlte die Caritas Beihilfen für Bodenbeläge und Schränke.

Das sind nur drei – zwecks Anonymisierung etwas verfremdete – Fälle, in denen der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg mit einem individuellen Zuschuss helfen konnte. und

Möglich ist diese Hilfe, weil der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg verschiedene Hilfsfonds bewirtschaftet. 2014 konnten aus ihnen fast 90.000 € für Menschen in akuten finanziellen Notlagen ausgezahlt werden.

Die Hilfen werden sparsam, wirtschaftlich und gezielt ausgewählt. Die maximale Höhe der einzelnen Beihilfe beträgt 750 Euro. Manchmal reicht schon ein zinsloses Darlehen, um eine akute Krise zu überwinden oder ein existenzielles Problem zu lösen. Die Kaution für den Umzug in eine behindertengerechte Wohnung oder die Reparatur des Autos sind dafür nur Beispiele.

Folgende Hilfsfonds stehen zur Verfügung:

  • Der Bischöfliche Härtefonds will Schwangeren und Frauen mit kleinen Kindern in Notsituationen zur Seite stehen.
  • Allgemeiner Fürsorgefonds und Arbeitslosenhärtefonds sollen existentielle Probleme – gerade von Familien – lindern.
  • Der Gesundheitsfonds bezuschusst Maßnahmen, die der Prävention oder der Förderung, der Aufrechterhaltung oder der Wiederherstellung von Gesundheit sowie der Nachsorge dienen. Darunter fallen z.B. Mütter- und Mutter-Kind-Kuren.

Die Beihilfen werden von den Stadt- und Kreis-Caritasverbänden oder deren Beratungsstellen und Einrichtungen für ihre Klienten beantragt. Bei Allgemeinem Fürsorgefonds und Arbeitslosenhärtefonds können auch andere katholische Verbände und Pfarreien Anträge stellen.

Die Hilfsfonds speisen sich zu einem Gutteil aus Spenden. Daher ist sind die Fonds darauf angewiesen, dass sie durch Zuwendungen immer wieder aufgestockt werden.

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