Stellungnahme der Caritas Forchheim

Werner Lorenz

Hundert bedürftigen Klienten seiner Allgemeinen Sozialen Beratung wird der Caritasverband Forchheim in den kommenden Monaten die Praxisgebühr ersetzen. Hintergrund ist die Erfahrung, dass Menschen mit geringem Einkommen den Arztbesuch trotz Krankheit unterlassen, da sie die Ausgabe der Praxisgebühr scheuen.

Die Aktion steht im Zusammenhang mit der Caritas-Frühjahrssammlung, die unter der Überschrift „Armut macht krank“ vom 5. bis 11. März um Spenden für die Arbeit der Caritas bittet. Der offizielle Auftakt zur Sammlungswoche erfolgt für das Erzbistum Bamberg am Sonntag, 4. März, in Forchheim mit einem Gottesdienst um 10 Uhr in der Pfarrkirche Don Bosco.

Bei einer Pressekonferenz im Forchheimer Caritas-Haus wies Werner Lorenz, der Leiter der dortigen Sozialberatungsstelle, auf den Zusammenhang von Armut und Gesundheitsproblemen hin. Bezieher von Arbeitslosengeld II oder ähnlicher staatlicher Transferleistungen müssten aus ihrem monatlichen Regelsatz von 374 Euro auch die Praxisgebühr bezahlen. Zudem werde ihnen ein Eigenanteil an den Kosten verschreibungspflichtiger Medikamente oder von Heilmitteln in Höhe von zwei Prozent ihres Jahreseinkommens abverlangt. Das seien jährlich knapp 90 Euro. Viele dieser Personen, die ohnehin am Existenzminimum lebten und daher etwa an gesunder Ernährung sparten, scheuten deshalb Ausgaben wie Praxisgebühr und Zuzahlungen. Im vergangenen Winter, erzählte Lorenz, habe er immer wieder Klienten erlebt, die trotz massiver Erkältungskrankheiten keinen Arzt aufsuchten. Solcher Verzicht gehe zu Lasten der eigenen Gesundheit und provoziere langfristig weit gravierendere Erkrankungen.

Die Caritas in Deutschland fordert daher, Menschen, die Hartz IV beziehen, von der Praxisgebühr und von der Zuzahlungspflicht zu befreien.

Bei einer weiteren Aktion in der Sammlungswoche verteilt die Caritas Forchheim Apfelpakete an die Kunden des Ökumenischen Sozialladens und die Kinder in den Caritas-Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Die Pakete enthalten auch einen Elternbrief. In ihm geht der Leiter der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle, Richard Rudert, auf die besondere gesundheitliche Belastung alleinerziehender Mütter ein.


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Stellungnahme der Caritas Forchheim zur Caritas-Frühjahrssammlung 2012 148 KB