Einführung zur Frühjahrssammlung 2012

Armut macht krank

Das deutsche Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt. Doch Ärzte, Kliniken und Medikamente reichen nicht, um eine der größten Krankheitsursachen in den Griff zu bekommen – die Armut. Wer lange ohne Job ist oder kein Einkommen hat, ist häufiger krank als der Rest der Bevölkerung.

Das Robert Koch-Institut kam in dem groß angelegten Kinder- und Jugendgesundheitssurvey von 2003 bis 2008 zu dem Ergebnis: Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Sozialstatus haben in vielen Bereichen geringere Gesundheitschancen.

Ein konkretes Ergebnis: Es gibt gesundheitliche Bereiche, in denen die Abhängigkeit vom sozialen Status besonders augenfällig ist. Dazu gehören die psychischen Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten. Im Alter von 3 bis 10 Jahren zeigen Jungen aus der niedrigen Statusgruppe solche Auffälligkeiten doppelt so häufig wie Jungen aus der mittleren Gruppe und sogar viermal so häufig wie ihre Altersgenossen mit hohem Sozialstatus. Bei Jugendlichen sind die Unterschiede nicht ganz so krass, aber immer noch deutlich.

Markant sind die sozialen Unterschiede bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Sie tritt in der „Unterschicht“ bei 12,4 % der 11- bis 17-jährigen Jungen auf, in der Oberschicht nur bei knapp 8 %. Bei den Mädchen ist die Erkrankung insgesamt wesentlich seltener, aber Mädchen aus sozial niedriggestellten Familien trifft es dreimal so oft (3 % statt 1 %).

Eine große Schere zwischen Arm und Reich klafft bei der Lebenserwartung: Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei Frauen mit Armutsrisiko um acht Jahre unter dem von Frauen aus einer hohen Einkommensgruppe. Bei Männern sind es gar elf Jahre Unterschied, bei Wohnungslosen bis zu 30 Jahre.

Warum ist das so? Zum Beispiel, weil arme Menschen seltener zum Arzt gehen. Sie schreckt die Praxisgebühr von zehn Euro ab. Sie verschleppen so unter Umständen eine einfache Behandlung. Wer doch beim Arzt war, steht vor der nächsten Hürde: die Zuzahlungen für die verordneten Medikamente oder für Hilfsmittel wie die Brille. Nur Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von Zuzahlungen für Medikamente, Heil- und Hilfsmittel befreit. Rezeptfreie Medikamente müssen Patienten ohnehin aus eigener Tasche bezahlen.

Armut macht krank. Das weiß auch die Caritas im Erzbistum Bamberg. Jedes Jahr bietet sie in den Sommerferien gesundheitlich angeschlagenen Kindern Erholungsaufenthalte an. Die Hälfte der Kinder stammt aus Familien, die auf staatliche Unterstützung (Arbeitslosengeld, Hartz IV, Sozialgeld) angewiesen sind. 70 % der Kinder lebt nur mit einem Elternteil zusammen.

Armut macht krank. Das weiß die Caritas im Erzbistum Bamberg auch aus ihren Allgemeinen Sozialen Beratungsstellen. Von den rund 12.600 Menschen, die 2010 dort Rat und Hilfe suchten, gaben 70 % als einen Grund finanzielle Schwierigkeiten an. 28,6 % machten auch gesundheitliche Probleme geltend.

Die Caritas im Erzbistum Bamberg investiert ganz bewusst in Hilfen für Menschen, die gesundheitlich beeinträchtigt sind, weil sie auch materiell schlecht dastehen. Die Allgemeine Soziale Beratung ist komplett aus Mitteln von Caritas und Kirche finanziert. Bei der Kindererholung müssen Caritas und Pfarreien einen großen Teil der Kosten selbst tragen. Denn die Eltern der teilnehmenden Kinder können oft keinen eigenen Beitrag leisten. Und das sind nur Beispiele!

Ohne Ihre Spenden können wir diese Hilfen nicht aufrechterhalten. „Armut macht krank.“ Wir wollen, dass dies nicht die Regel ist. Helfen Sie mit! Denn jeder Mensch verdient Gesundheit.

Daher bitten wir Sie: Spenden Sie bei der Caritas-Sammlung! Dafür danken wir Ihnen schon heute.

 

 

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Sammlungsfaltblatt Frühjahr 2012 3.912 KB