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Jungfrauenweihe für Frauen, die in der Welt leben

Wesen und Wirken

Der Ruf in die laikale Lebensform einer virgo consecrata ist eine Einzelberufung und als solche ein spezifisches Charisma. Durch die Weihe, die in der Regel der Ortsbischof spendet, wird die jungfräuliche Bindung und Lebenshingabe an Jesus Christus, die die Kandidatin bereits einige Jahre (z. B. in Gestalt des privaten Gelübdes) gelebt hat, von der Kirche öffentlich angenommen und bestätigt. Die Weihe steht also nicht am Anfang des geistlichen Weges, sondern bildet dessen Mitte. Sie betrifft nicht primär das Tun (im Sinn von Apostolat), sondern das Sein des Menschen in Zeugnis und „presence". Aus einem privaten jungfräulichen Leben wird ein öffentlicher Lebensvollzug der Kirche.
Die Jungfrauenweihe ist kein Sakrament, sondern ein Sakramentale. Die Kirche verbindet in diesem Fall eine benedictio constitutiva, die ein für alle Mal gespendet und nie wiederholt wird, mit einer Weihe. Auf Anregung des Geistes weiht sich die virgo dem Herrn, indem sie ihre Hände in die des Bischofs legt und dabei die Worte spricht: „In Ihre Hände, Hochwürdiger Vater, lege ich vor dem Volk Gottes meinen Entschluss. Ich verspreche, mit Gottes Hilfe Christus im Stand der Jungfräulichkeit nachzufolgen."
Die gottgeweihte Jungfrau lebt von nun an in einem öffentlichen kirchlichen Stand, im ordo virginum, der jeweiligen Ortskirche zugehörig. Dieser Stand ist nicht auf das Amt hingeordnet, sondern „primär auf die persönliche Heiligkeit der Empfängerin", insofern sie in ihrem Leben und Dienst - zumal als Beterin - die jungfräuliche Braut Kirche in ihrer Beziehung zu Jesus Christus widerspiegeln soll: rein aus Gnade!
Das offiziell von der Kirche angenommene Versprechen der ausschließlichen Zugehörigkeit zum Herrn ist. der Natur eines solchen Aktes entsprechend, auf Dauer angelegt. Der Bischof fragt daher zu Beginn der Weihehandlung: „Sind Sie bereit, am Vorsatz der heiligen Jungfräulichkeit festzuhalten und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen bis zum Ende Ihres Lebens?" Und eine weitere Frage lautet: „Sind Sie bereit, die Jungfrauenweihe zu empfangen und sich unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes, auf immer zu verbinden?" Die virgo antwortet: „Ich bin bereit." Da die Jungfrauenweihe jedoch keinen unauslöschlichen Charakter verleiht, kann der Status der virgo durch ihr schuldhaftes Verhalten oder auf ihre Bitte hin „durch einen Spruch der Kirche wieder aufgehoben werden". Der Diözesanbischof kann die Entlassung aus dem ordo virginum in analoger Anwendung von can. 729 verfügen.

Verpflichtungen

1. Der Eintritt in den „Stand der Jungfräulichkeit" (CIC 1983/can. 604) fordert ein intensives geistliches Leben. In der Wahl ihrer spirituellen Orientierung ist die virgo jedoch frei.
2. In innerer Verbundenheit mit der ganzen Kirche soll die virgo täglich das kirchliche Stundengebet beten, vor allem Laudes und Vesper.
3. Die geweihten Jungfrauen „sollen sich, je nach ihren Verhältnissen und Gnadengaben, der Buße, den Werken der Barmherzigkeit und dem Apostolat... widmen". Sie sollen der Kirche dort, wo sie leben, dienen.
4. Dringend empfohlen wird der regelmäßige Kontakt zu einem festen Beichtvater, wenigstens jährlich Kontakt zu dem vom Bischof eingesetzten Mentor und möglichst auch zu anderen virgines.

Zulassungsvoraussetzungen

1. Erforderlich ist, dass die Kandidatin weder verheiratet war, noch „offenkundig ein dem jungfräulichen Standwidersprechendes Leben geführt hat".
2. Die Entscheidung für ein eheloses Leben um Christi willen muss während einiger Jahre erprobt sein (privates Gelübde der Jungfräulichkeit / geistliche Begleitung...).
3. In der Regel sollte eine Kandidatin nicht unter 30 und nicht über 50 Jahre alt sein.
4. Sie muss durch ihr Urteilsvermögen und ihre Charaktereigenschaften die Gewähr bieten, dass sie sich ernsthaft um die Reinheit des Herzens und um ein glaubwürdiges Leben als Christ müht.
5. Deshalb ist es erforderlich, dass die Kandidatin mit einem Priester oder einer anderen dem Ortsbischofbekannten Persönlichkeit in Kontakt steht, die in mehreren Jahren geistlicher Begleitung die Überzeugung.
6. Eine wichtige Voraussetzung für die dem Ortsbischof vorbehaltene Zulassung zur Weihe ist insbesondere seelische Gesundheit.
7. Zu den Weihevoraussetzungen gehört natürlich auch ein Ja zur konkreten Kirche, ihrem Glauben und Leben in Bistum und Gemeinde.
8. Einhaltung der offiziellen Vorbereitungszeit (Kandidatur) unter Leitung eines Mentors.

Wer hilf weiter?

Die Diözesanstelle Berufe der Kirche vermittelt ggf. zur Beantwortung weiterer Fragen den Kontakt zur Mentorin, zum Mentor und zu Frauen, die die Jungfrauenweihe empfangen haben.

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