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5. Sonntag der Osterzeit

Predigt von Michael Leicht

 

„Ein neues Gebot gebe ich Euch: Dass Ihr einander liebt wie ich es getan habe.“

Liebe Schwestern und Brüder, dieses Gebot, den Nächsten zu lieben, ist nicht wirklich neu.

Zum einen sind die verschiedenen Dimensionen der Liebe dem Menschen zum einem ins Herz – in sein Wesen gegeben. Auch die Dimension der Nächstenliebe, der Solidarität und Mitmenschlichkeit. Weitere Dimensionen sind auch Vergebung, Nachsicht und Verständnis. Zum anderen ist auch die Verbindung von Gottes- und Nächstenliebe nicht neu: „Du sollst den Herrn Deinen Gott lieben und Deinen Nächsten wie dich selbst.“ dieses Gebot findet sich bereits im Alten Testament, im Judentum und auch in anderen Religionen.

Die Aufforderung zur Nächstenliebe, zur geschwisterlichen Liebe ist also nichts Neues. Und auch uns überrascht diese Aufforderung nicht – wir sind sie auch aus den biblischen Texten gewohnt. Was mich aber immer wieder aufhorchen lässt, das sind die Dimensionen der Liebe Jesu. 

Die Rede von der Liebe, die wir heute im Evangelium hören, sprach Jesus, als Judas hinausgegangen war. Sie findet also im Rahmen des Abendmahlt statt (13 Kap. Im Johannesevangelium / Abendmahl). Dieser Rede voraus ging die Fußwaschung – vor den Worten kam die Tat. Er wusch seinen Jüngern als Ausdruck der Liebe die Füße – auch dem Judas. Dass Jesus dem Judas die Füße gewaschen hat, zeigt die Größe und Tiefe der Liebe Jesu:  Trotz des Verrats gibt Jesus Judas nicht auf. Als Zeichen der Liebe, der Brüderlichkeit wäscht er auch ihm die Füße. Er berührt ihn – schreibt ihn nicht ab, sondern, so möchte ich einmal deuten, versucht ihn zu verstehen: Wohin führen Dich Deine Füße? Was wirst Du tun? Welchen Weg gehst Du? Hier zeigt sich für mich, wie Jesus mit „FEHLERN“ >In Anführungszeichen< umgeht. Er sieht immer hinter die Tat – Er sieht auf die Umstände: „Warum tut jemand etwas, was auf den ersten Blick nicht zu verstehen ist? Warum verrät ihn ein Judas – was ist in ihn gefahren? Im Evangelium hieß es, dass der Satan in ihn fuhr. Vielleicht dürfen wir in diesem Satan auch die Probleme des Alltags, der Lebens sehen, die einen Menschen so in den Griff nehmen, im so durcheinander bringen – verwirren / Durcheinander bringen –„Diabolos“, dass er nicht anders kann. Oder handelt er so, weil er will, dass Jesus endlich mit der erwarteten Macht der Messias auftritt? Die Reaktion Jesu zeigt hier für mich das wahrhaft menschliche Gesicht Jesu, dass versucht, den anderen zu verstehen – das versucht, mitzufühlen, so wie er auch mit einer Ehebrecherin mitgefühlt hat und ihr einen offenen Weg in die Zukunft eröffnet hat. „Sündige von nun an nicht mehr“ – Das heißt nicht, handle nur noch so und so, wie man es von Dir erwartet, sondern handle so, wie es Dir Dein Herz eingibt und Du es in Deinem Gewissen vor Gott verantworten kannst. 

Hier bekommt auch noch einmal das „Sein Leben hingeben für seine Freunde“ noch einmal eine weitere Dimension. "Sein Leben hingeben" heißt dann für mich auch, sich auf den anderen einlassen – ihn verstehen zu versuchen, und ihn nicht gleich abschreiben - sondern weiterhin mit ihm zu leben - ihm Anteil an meinem Leben zu geben.

„Einander lieben, wie er uns geliebt hat“ – das lässt sich nicht einfach umsetzen. Eine solch große Dimension der Liebe, wie sie Jesus gelebt hat, die bis in den Tod geht, ist schwierig und unmöglich, 1:1 umzusetzten. Trotzdem: Liebt einander, wie ich Euch geliebt habe: Lasst Euch von dieser tiefen Dimension der Liebe Jesu anstecken! Gebt einander nicht vorschnell auf, sondern versucht, einander zu verstehen. Das öffnet den Weg in die Zukunft!

Liebe Schwestern und Brüder, das „liebt einander wie ich Euch geliebt habe“ lässt sich auch so übersetzen: „Liebt einander, WEIL ich Euch geliebt habe“. Das ist dann keine Anweisung, wie die Nächstenliebe sein soll, sondern warum. Es macht uns deutlich, dass wir selbst geliebte sind – von Gott, von den Mitmenschen, von unserer Familie. Und weil wir Liebe empfangen haben, sollen wir sie auch weitergeben – auf die Weise, wie wir es können. Das Leben Jesu zeigt uns, wie das gehen kann.

"Liebt einander, weil ich Euch geliebt habe" - Amen.

 

 

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Nach der Predigt (In Ludwigschorgast)

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Die Kirche ist eine Gemeinschaft von Menschen, die miteinander verbunden sind. Die Dimension der Liebe muss unsere Kirche prägen – im Sinn von Geschwisterlichkeit; das füreinander eintreten und einander tragen. Auch Trösten ist eine Dimension.  Dank an allen, die sich in unserer Kirche einbringen. Dank an Gartenbauverein und allen Helfern, die am Samstag die Außenanlagen der Kirche gepflegt haben. (Gasthaus Schicker hat die Getränke spendiert). Vor einigen Wochen arbeitete die Feuerwehrjugend am Spielplatz. Dank für Ihr Engagement in unserem Ort.

Mesner: Herr Roland – 35 Jahre im Amt. Erster Arbeitstag war damals die Ewige Anbetung. Überreichung der Urkunde und Dank für die gute und engagierte Mitarbeit in unserer Pfarrei.

 

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