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Predigt zur Ewigen Anbetung

Liebe Schwestern und Brüder, es gibt eine Frage, die sich Menschen immer wieder stellen – laut ausgesprochen oder still in Gedanken. Und die Frage lautet: „Bringt mir das etwas?“ – „Was bringt mir das?“ – „Habe ich davon einen Nutzen? – und wenn ja: Welchen?“

 

„Was bringt mir das?“ – Diese Frage hat durchaus Ihre Berechtigung. Umformuliert könnte man fragen: „Welches Ergebnis erwarte ich von meinem Tun – von meinem Engagement?“ „Was will ich mit meinem Tun erreichen?“

„Was bring mir das Ganze?“, diese Frage wird oft gestellt: Hat es einen Sinn, dass wir in diese oder jene Projekte Zeit und Kraft investieren? Können wir da überhaupt etwas erreichen? Oder werden wir zu viel Kraft investieren, die sich nicht lohnt?

„Was bringt mir das?“ – Diese Frage hat Ihre Berechtigung – und sie wird in vielen Bereichen des Lebens gestellt: Was bringt mir das Lernen in der Schule?, Was bringt es mir, wenn ich die Ausbildung mache?, Was bringt´s mir, wenn ich mich in Vereinen engagiere?, Was bringt´s mir, wenn ich dies und das tue?

 

Und es gibt auch die Frage: Was bringt´s mir, wenn ich sonntags in die Kirche gehe? Und auch heute: „Was bringt es mir, wenn ich zur ewigen Anbetung gehe? Welchen Nutzen habe ich davon?“

 

Liebe Schwestern und Brüder, es ist schwierig, wenn wir die Frage, ob es was bringt, kurzfristig stellen und sofort ein Ergebnis erwarten. Manche Dinge werden sich sicherlich gleich bezahlt machen: Ein neuer Job bringt vielleicht mehr Geld und Freude, der Verkauf eines Autos bringt gleich einen Erlös. Eine angefangene Berufsausbildung oder die Schulzeit lässt das, was es bringt, in der Ferne sehen oder erahnen.

„Was bringt´s mir?“ – Die Antwort auf diese Frage im Hinblick auf Glauben, Gottesdienst und auch im Hinblick auf die heutige Ewige Anbetung lässt sich nicht so konkret wie bei den anderen Dingen fassen. Der Gottesdienstbesuch und die Anbetung ändern nicht sofort mein Befinden und machen mich nicht materiell reicher. Und auch lässt sich auf Zukunft hin gesehen kein Fixpunkt festmachen. Trotzdem sind wir hier. Die Frage „Bringts was?“ ist noch schwieriger, wenn es um Anbetung geht. Denn gerade die Anbetung Gottes ist vielleicht das zweckfreiste Tun, das es überhaupt gibt. Anbetung bedeutet nichts anderes, als vor Gott da sein und anerkennen, dass er Gott ist. Mehr ist da nicht zu tun. Da ist nicht viel zu tun, da gibt es keinen unmittelbar sichtbaren Nutzen, es ist zweckfrei.

 

 

Was bringt mir das?

Es ist bei vielen Dingen schwierig, da ein festes belegbares Ergebnis zu nennen – nicht nur beim Glauben und beim Gottesdienst. Es gibt viele Dinge in unserem Leben, wo wir keinen unmittelbaren Nutzen erkennen können:  Welcher Nutzen ist da, wenn sich Menschen abends treffen, im Lokal oder im freien, zusammen sitzen und ihre Freizeit miteinander verbringen? Was bringt es, wenn man die halbe Nacht durchfeiert, tanzt, in Diskotheken verbringt?  Das Resultat ist auf den ersten Blick nicht sofort zu sehen – und ist auch schlecht zu planen. Aber auf den zweiten Blick - auf dem Rückblick – erkennt man, wie solche Dinge Menschen zusammengeführt haben, zusammenschweißen und prägen. Bei solchen Dingen erlebt man Gemeinschaft – Da erlebt man, wie sich eines auf das andere aufbaut – bewusst wird das einem nicht direkt im Augenblick, sondern im Blick auf das Ganze.

 

Von diesen Gedanken aus möchte ich jetzt wieder zur Anbetung zurückgehen. Anbetung ist:

o Zweckfreies Tun

o Ist Dasein vor Gott

o Ist Gott als Gott anerkennen und verehren

o Bewusstes Zusammensein mit Gott

Auf dem ersten Blick ist das kein Gewinn – es bringt mir nicht sofort etwas – aber es bringt mit etwas auf Dauer. Denn hier spüren wir, dass wir ein Geschöpf Gottes sind. Hier erkennen wir seine Autorität an, bewundern seine Größe und Bedenken die Taten seiner Liebe, die uns in den Heiligen Schriften überliefert sind. Hier spüre ich mich in seiner Hand gehalten.

 

Liebe Schwestern und Brüder, wir haben heute den Tag der ewigen Anbetung. Von manchen werden wir vielleicht belächelt, weil wir das tun. Denn – was soll es denn bringen? Sofortige Ergebnisse können wir nicht vorweisen – als das gleich ein Ergebnis da wäre. Auch können wir nicht sagen, dass sich das Ganze in einem Jahr auswirken und lohnen wird. Aber wir können sagen, dass wir das, was wir glauben, hier und jetzt erleben: Das wir von Gott gewollt und geliebt sind – dass er uns trägt. Dass wir in seiner Gegenwart stehen – mit ihm kommunizieren können. Und das uns das prägt – Das uns diese Gewissheit trägt und er so unser Leben gestaltet.

 

Amen.

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