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Predigt zum Palmsonntag 2013

Liebe Schwestern und Brüder,

als ich anfangs dieser Woche in Bamberg war, hab ich mir erste Gedanken für die heutige Predigt gemacht - und ich hatte geplant, über Palmzweige zu sprechen; denn die gehören ja zum Palmsonntag dazu. – eben haben wir sie in der Palmsonntagsprozession mitgetragen.

Als ich dann das heutige Evangelium gelesen habe, habe ich gemerkt, dass da in keinem Wort von Palmzweigen die Rede ist. Da ist nur von den Kleidern die Rede, die die Menschen auf die Straßen ausbreiten und dem König zurufen. Diese Kleider und der Esel Jesu sind Königsmotive aus dem Alten Testament. Sie machen deutlich, dass Christus ein König, ein Herrscher ist. Auch mit diesen Symbolen wäre dem Einzug in Jerusalem wohl schon zu genüge getan, denn sie sind ja ein Glaubensbekenntnis der Menschen. Auch ohne Palmzweige ist dieser Text voll von Freude und Hoffnung.  Da sind dann auch noch die Jubelrufe: „Gesegnet sei der, der da kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Frieden und Herrlichkeit in der Höhe“. Diese Rufe waren nicht nur ein Jubelrufe an den Messias, der in die Stadt Jerusalem kommt, sondern in diesen Rufen erklingt auch der Wunsch nach Frieden und Freiheit. -Wenn Sie genau hingehört haben: Diese Rufe sind sei eine Verlängerung der Engelsbotschaft von Weihnachten: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen auf Erden“. Durch diese Rufe heute im Evangelium wird das ganze Leben Jesu in die Passion mit hineinbezogen. Auch wenn sich die zentralen Heilsereignisse in Leiden, Tod und Auferstehung Jesu zeigen, so sind diese trotzdem untrennbar mit seinem irdischen Leben, mit seiner Menschwerdung verbunden. Im ganze Leben Jesu, von seiner Geburt an bis hin zu Leiden, Tod und Auferstehung ist das Reich Gottes gegenwärtig – auch darüber hinaus – in seiner bleibenden Gegenwart im Heiligen Geist.

„Gesegnet sei der, der da kommt im Namen des Herrn. Im Himmel Frieden und Herrlichkeit in der Höhe.“ In diesem Ruf erschallt neben dem Jubel auch die Hoffnung der Menschen auf ein Leben, auf eine Zeit, in der es keine Gewalt und Unterdrückung, kein Leid und keine Feindschaft mehr gibt. Damals wie heute ist diese Hoffnung aktuell – denn auch heute ist die Sehnsucht nach Freude, nach Freiheit, Liebe und Gerechtigkeit groß – im privaten als auch im gesellschaft-lichen Leben, hier bei uns als auch in Ländern, in denen Krieg herrscht.

Grün ist die Farbe der Hoffnung. Daher kommen wir heute auch nicht um die Palmzweige herum – die grünen Zweige sind Zeichen der Hoffnung – auch in der Bibel: Denken Sie an die Geschichte der Arche Noah – Als die Taube mit dem grünen Zweig zurückkehrt und Anzeigt, dass das Wasser wieder sinkt. Der grüne Zweig ist ein Zeichen für die Hoffnung darauf, dass das Leben weitergeht. Somit sind auch die grünen Zweige, die wir jetzt in den Händen halten ein Zeichen unserer Hoffnung. Ein Zeichen dafür, dass wir auch in den Stürmen unseres Lebens, in den Ängsten und Zweifeln, in der Trauer nicht den Boden unter den Füßen verlieren werden. Es gibt einen Boden, der Dich trägt – auch wenn Du ihn manchmal nicht zu spüren scheinst; wenn Dir das Wasser bis zum Hals steht. In diesem Vertrauen, in diesem Glauben konnte Jesus am Kreuz voll Vertrauen auf seine Grund – und das ist Gott -die Worte des Psalms 31 beten: „Vater, in Deine Hände lege ich meinen Geist“.

Einen Ausschnitt des Psalms möchte ich vortragen, denn es ist geprägt von Gottvertrauen – er ist voll von Glaube und Hoffnung: „Lass mich doch niemals scheitern; / rette mich in deiner Gerechtigkeit! Wende dein Ohr mir zu, / erlöse mich bald! Sei mir ein schützender Fels, / eine feste Burg, die mich rettet.“Hier könnten wir auch sagen: Sei Du der Grund, der Boden, der mich trägt. „Denn du bist mein Fels und meine Burg; (…) Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten; / denn du bist meine Zuflucht.In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist.“

Liebe Schwestern und Brüder,

wir nehmen dann die grünen Zweige mit nachhause und bewahren Sie dort auf.In dieser Tradition sind christliche und heidnische Elemente vermischt. Der „Palm“ sollte in heidnischen Kreisen vor Unheil , vor Blitz, Hagel und Missernte bewahren. Trotz diesen Elementen nehmen wir ihn als Christen in unsere Liturgie mit auf, denn auch wir zeigen mit diesen grünen Zweigen unsere Sehnsucht nach Heil und unseren Glauben an das unbesiegbar Gute, an Gott deutlich. Wenn wir die Palmzweige in den Händen tragen und sie zuhause an das Kreuz stecken, so erinnern sie uns daran, dass Jesus den Tod besiegt hat. Sie machen uns Mut, dass das Gute das Böse besiegen wird, die Hoffnung die Angst und das Leben den Tod. Somit lassen sie schon zu Beginn der Karwoche etwas vom österlichen Sieg durchblicken.

Amen.

 

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