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Predigt vom 17.03.2013:

Eine Firma, die Kreditkarten anbot, warb einmal mit dem Slogan: „Bezahlen Sie mit Ihrem guten Namen“. Eine Hersteller von Babynahrung wirbt mit dem Slogan: „Dafür stehe ich mit meinem guten Namen“. Der Name steht für Qualität – der Name bürgt für etwas.

Wir konnten uns unseren Namen nicht aussuchen – er wurde uns gegeben, und es liegt an uns, diesen mit Inhalt, mit Qualität, Verlässlichkeit, Herzlichkeit zu füllen. Das ist vielleicht der große Auftrag unseres Lebens: Fülle dein Leben (Deinen Namen).

Am vergangenen Mittwoch konnten wir miterleben, dass sich ein Mensch einen Namen ausgesucht hat. Der Erzbischof von Buenos Aires, Kardinal Bergolio wählte nach seiner Wahl zum Oberhaupt der kath. Kirche den Namen „PAPST FRANZISKUS I.“ Und in so einigen Zeitschriften war das zu lesen, was ich auch selber denke und sage: „Papst Franziskus I. - Dieser Name ist Programm“. Denn dieser Papst wird in Beziehung gesetzt mit dem Ordensgründer der Franziskaner, den Heiligen Franziskus.

Der Heilige Franziskus wurde 1181 in Assisi geboren. Er war der Sohn von wohlhabenden Tuchhändlern. Er hatte ein unbeschwertes und sorgloses Leben, wollte Ritter werden. Später änderte er sein Leben: Er trennte sich von seinem Elternhaus, von Pracht und Reichtum und sorgte sich vor allem um Arme und Kranke. Ebenso wird ihm das Anliegen der Beschützung der Tiere und der Schöpfung nahegelegt. Im Sonnengesang preist er Gott für seine Schöpfung: „Herr, sei gelobt, durch …“ Zwar haben viele Zeitgenössen Franziskus als Sonderling betrachtet, aber trotzdem hat er sie irgendwie begeistert. Aus dieser kurzen Beschreibung Punkte, die viele aufgrund der Namenswahl von Papst Franziskus als Erwartungen mit seinem Pontifikat verbinden:

Da ist zum einem die vom Hl. Franziskus bewusst gewählte Armut. Auch beim Papst können wir einen bewussten Verzicht auf päpstliche Privilegien und auf Prunk sehen. Bei seinem Amtsantritt erschien er in einer einfachen Soutane auf dem Balkon des Petersdoms. Wie in den Medien zu lesen war, verzichtete er auf die vorrübergehende päpstliche Wohnung und blieb in seinem Zimmer wohnen. Auch ließ er sich nicht mit dem Auto zum Hotel fahren, sondern zog es vor, mit den Kardinälen im Bus zu fahren. Papst Franziskus weckt die Erwartung, dass sich die Kirche ins besonders um die armen und benachteiligten Menschen und Länder unserer Erde sorgt. Wir haben eine soziale Verantwortung für unsere Welt.

Es wird erzählt, dass der heilige Benedikt ein Mensch war, von dem andere begeistert waren. Diesem Papst ist es bei seinem ersten Auftreten gelungen, Menschen durch sein bescheidenes Auftreten zu begeistern – mit einfachen Worten. Die ersten waren „Fratellie es Surelle; Bona siera“ – „Schwestern und Brüder – Guten Abend“

Der neue Papst soll Menschlich sein – Zugänglich ; Das ist eine große Erwartung – und auch eine wichtige. Denn Menschlichkeit hat auch immer Jesus ausgezeichnet – wir habeb es heute auch im Evangelium gehört – in seinem Umgang mit der Ehebrecherin: „Auch ich verurteile dich nicht“ – Auch ich werfe nicht harte Verurteilungen gegen dich. Aber ich fordere dich auf: „Sündige von nun an nicht mehr“ – versuch, dein Bestes zu geben – Höre auf die Stimme Deines Herzens unf fülle damit Deinen Namen / Dein Leben!

Mitmenschlichkeit – das strahlte der heilige Franziskus aus – und diese Menschlichkeit und Brüderlichkeit ist auch beim neuen Papst zu spüren. Er sprach von „einem Weg der Brüderlichkeit, der Liebe und des Vertrauens zwischen uns“. Viele Reformen werden in unsere Kirche gefordert – und viele davon auch zu Recht. Möge der neue Papst hier aus Glauben und Menschlichkeit eine gute Hand haben, diese anzugehen.

Der neue Papst sagte bei seiner Vorstellung, dass er der Bischof von Rom ist. Hier klingt eine kollegiale Zusammenarbeit mit den anderen Bistümern und Bischöfen an. Es wird vom neuen Papst erwartet, dass er anderen Bischöfen auf Augenhöhe begegnet und den Ortskirchen, den Bischöfen mehr Eigenverantwortung einräumt.

Liebe Schwestern und Brüder, all das Tun des Heiligen Franziskus lässt sich in den Worten seiner Vision zusammenfassen: „Baue meine zerstörte Kirche wieder auf“! Der Auftrag: „Baue meine Kirche auf“ gilt jedem Papst – und er gilt jeden Christen, jeden von uns.

- Baue meine Kirche auf“ – das bedeutet, sich um die Armen und Ausgeschlossenen, auch um die Verzweifelten zu sorgen, sie „wieder aufzubauen - aufzurichten“, ihnen wieder Kraft und Mut zu geben; Und das gilt auch für unsere Kirche: Unser Beitrag ist gefordert, wenn es darum geht, dass unsere Kirche lebendig ist. Dann kann kein Papst alleine machen. Es braucht uns alle.

- „Baue meine Kirche auf“ – dass bedeutet, dass wir etwas ausstrahlen sollen von unserem Glauben, von unserer Hoffnung und von unserer Liebe. Das können wir nur, wenn wir menschlich sind – und auch immer den Menschen sehen, und nicht nur starre Strukturen, Traditionen oder Gesetze.

- „Baue meine Kirche auf“ – damit die Kirche ein menschliches Angesicht hat.

„Baue meine Kirche auf“ – das kann keiner alleine, das können wir nur gemeinsam – mit unserem neuen Papst. Dazu möge Gott ihn und uns segnen und seine Kraft geben.

Amen.

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