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     2013-01-20 - Hochzeit z. K.  -  Predigt v. Michael Leicht     

Liebe Schwestern und Brüder, wenn wir in meinem Freundeskreis Geburtstags feiern, dann haben wir hier eine gleiche Einstellung: Wir machen uns, wenn überhaupt, nur kleine Geschenke. Denn es ist und wichtiger, dass wir zusammen sind und miteinander Zeit verbringen. Auf die Geschenke kommt es nicht an.

Von einer Feier ist auch im heutigen Evangelium die Rede: „Die Hochzeit zu Kanaan“. Eine damalige Hochzeit zur Zeit Jesu war anders als heute. Eine solche Feier dauerte mehrere Tage und umfasste mehrere Feiern. Zum einen wurde die Unterzeichnung des Hochzeitsvertrages gefeiert – das war das rechtliche Siegel der Hochzeit. Dann gab es eine Vorhochzeit mit religiösem Charakter und nach einigen Tagen holte der Bräutigam dann die Braut mit einem Hochzeitszug ab. Die Teilnehmer am Hochzeitszug begleiteten das Brautpaar mit Liedern. Der Höhepunkt der Hochzeitsfeierlichkeiten war ein festliches Hochzeitsmahl im Haus des Bräutigams. Das heutige Evangelium spielt bei einem solchen Festmahl.

Was mir auffällt, ist, dass auch im heutigen Evangelium nichts von Geschenken gesprochen wird. Vielleicht hat der Evangelist nichts davon erwähnt, weil es selbstverständlich ist, dass Geschenke mitgebracht werden - aber dadurch zeigt er auch, dass es wichtigeres als die Geschenke gibt: Und das sind die Menschen, die mit ineinander feiern: Das Brautpaar und die Gäste. Das Wichtigste sind nicht die Geschenke, sondern die Menschen, die miteinander feiern.

In dieses Gedankenraster nimmt der Evangelist auch Jesus hinein. Er schildert nicht, ob er ein Geschenk mitgebracht hat – Er schildert auch nicht, was Jesus tut (wie genau das Wunder geschieht), sondern – und das ist viel wichtiger: Das Jesus da ist!

Im Rahmen der Wundererzählung macht er Aussagen über einen menschlichen Umgang mit Mitmenschen:

1. Wenn der Bräutigam Gäste einlädt, zeigt sich darin, dass Menschen zum einem eine Gemeinschaft brauchen (nicht alleine feiern wollen). Der Mensch ist auf Gemeinschaft angewiesen.

2. Im speziellen Hinblick auf die Einladung Jesu bedeutet das, dass Menschen das Göttliche in Ihrem Leben suchen. Sie wollen nicht alleingelassen sein in dieser Welt und fragen: Wo ist Gott gegenwärtig in meinem Alltag ; in meiner Freude (In der biblischen Geschichte war es die Hochzeit)? Aber wo ist er auch in meiner Trauer?  Die Gegenwart Jesu auf der Feier zeigt: „Gott ist bei Dir“ – er ist der Immanuel – der ICH BIN DA. Du wirst vielleicht nicht immer große Zeichen und Wunder sehen – aber vertraue darauf: Er ist bei Dir!  Als der Wein ausging, hat sich Maria an Jesus gewandt. Hier zeigt sich, dass sich Jesus - das –sich Gott von der Not der Menschen ansprechen lässt. Wir sind ihm nicht egal. Das wird in ganz beeindruckenden Worten auch in der Geschichte vom brennenden Dornbusch deutlich:„Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen – Ich kenne Ihr Leid. Ich bin herabgestiegen, um sie aus der Not zu befreien“.  Das ist die zweite Überzeugung: „Gott kennt unsre Freude und Hoffnung, unsere Trauer und Angst.

3. Und den dritten Gedanken könnte man so übersetzten „Er wird’s schon richten“. In diesem etwas flapsig klingenden Satz ist ein tiefes Vertrauen: Gott hat Möglichkeiten, von denen wir nur etwas ahnen können. „Was er Euch sagt, dass tut“ – Ihr dürft auf Gott vertrauen. Er wird Euch mit seinem Geist beistehen, das richtige zu tun. Er wird Euch Kraft und Mut geben, einen Weg zu suchen, eine Lösung zu finden.

Liebe Schwestern und Brüder,  diese drei Gedanken vom Dasein Gottes, die nicht erschöpfend sind möchte ich auf unser Miteinander heute übertragen, denn auch uns muss es vielmehr um einander gehen als um das, was wir tun und bewirken oder einander schenken können. Auch wir dürfen einander nicht auf Geschenke, auf Leistungen oder Taten beschränken. Ich wünsche uns, dass wir den Blick füreinander nicht verlieren. Das wichtigste ist, dass wir als Menschen da sind; das wir als Christen und unserem Seelsorgebereich und in unserer Kirche zusammen gehören und zusammen halten. Das ist es, was zählt. Unsere Gemeinschaft mit Gott und untereinander zählt – Unser Dasein – Unser Zusammenhalt. Das bewirkt Wunder – hier und heute.

Amen.

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