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Lesejahr B 2018/12 - 2019/11

Predigtthema

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Jesus der neue Mose sucht uns heim
1 Abfall des Volkes und Fürsprache des Mose
1.1 Menschlich gesehen hätte Gott wirklich Grund zornig zu sein auf Israel
1.2 Wäre da nicht Mose!
1.3 Diese Verheißung des Mose erfüllt sich Jesu Christus
2 Jesus - der neue Mose - alle kommen um ihn zu hören
2.1 Jesus sucht die Verlorenen
2.2 Jesus offenbart Liebe des Vaters
3 Paulus - die Geschichte eines Verlorenen, den der Auferstandene heimsucht und findet
3.1 Paulus hat das Erbarmen Gottes erfahren
3.2  Das Übermaß der Gnade Gottes
4 Jesus Christus unser Mittler und Fürsprecher beim Vater

Jesus der neue Mose sucht uns heim
1 Abfall des Volkes und Fürsprache des Mose
1.1 Menschlich gesehen hätte Gott wirklich Grund zornig zu sein auf Israel
Statt den lebendigen Gott anzubeten und zu gehorchen, schaffen sie sich einen selbst gemachten Gott mit einem Tier-Gesicht, Produkt ihrer Fantasie und ihre Hände. Vergessen haben Sie unterwegs die großen Zeichen als sie Gott aus Ägypten herausgeführt hat.
So sind wir Menschen: wir lieben nicht den unsichtbaren gegenwärtigen Gott, in dem wir uns bewegen und sind, sondern wir schaffen uns unsere eigenen Götter – Gott stark wie ein Stier – und doch nur eine vergängliche menschliche Kreatur.
Was soll Gott mit diesen Menschen anfangen, Die außerhalb seiner Liebe und Zuwendung.  Ohne Gott, der alles geschaffen hat und erhält, sind sie verloren.
1.2 Wäre da nicht Mose!
Er ist ganz und gar Geschöpf Gottes, ganz ausgerichtet auf den Heilwillen Gottes, der sich als Retter und Befreier aus der Knechtschaft  Ägyptens erwiesen hat. Es heißt: „Mose aber besänftigte den Herrn, seinen Gott“.
Mose will nicht an Stelle des Volkes Gottes zukunftsmächtig werden. Er ist und bleibt der von Gott berufene Knecht Gottes und des Heils seines Volkes. Er verweist dabei  Gott auf das, was Gott bisher Wunderbares getan hat. Und an die Heilsverheißungen Gottes an Abraham, Isaak und Jakob. Gottes Treue und Heilswirken sind für Gott wichtiger als seine strafende Gerechtigkeit. „Da ließ sich der Herr das Unheil reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.“
Mose erweist sich als der große Fürsprecher bei Gott. Ehe wird so zum Vorausbild für Jesus Christus.  Mit prophetischen Worten spricht Mose am Ende seines Lebens vom Geist Gottes getrieben: „Einen Propheten wie mich will Ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen.  Ich will ihm meine Worte in den Mund legen, und er wird Ihnen alles sagen, was ich ihm auftragen.“[1]
1.3 Diese Verheißung des Mose erfüllt sich Jesu Christus
Auf die Bitte des Gelähmten um ein Almosen spricht Petrus „Silber und Gold besitze ich nicht. Doch was ich habe das gebe ich dir: im Namen Jesu Christi, des Nazoräer, die umher!“  Den über das Wunder staunenden Menschen verkündet Petrus, dass in Jesus das Prophetenwort des Mose sich erfüllt hat.
Das  bekennt auch der Diakon Stephanus bei seiner Rede vor dem Hohen Rat, die zu seiner Steinigung führte, bei der auch Saulus zugegen war.[2] Apg 3,22; 7,37 Erst 600 Jahre später deutet Mohammed diese Weissagung des Mose auf sich.
2 Jesus - der neue Mose - alle kommen um ihn zu hören
Darunter sind Sünder und daran stoßen sich die Pharisäer und Schriftgelehrte, als Menschen, die anständig leben und die heiligen Schriften kennen.
2.1 Jesus sucht die Verlorenen
An zwei Beispielgeschichten aus dem Alltag macht er den Zuhörern klar, dass dies eigentlich selbstverständlich ist. Die Frohe Botschaft Jesu heißt, „ich bin gekommen, die Verlorenen zu suchen.“
Ich gebe keinen auf. Ich suche solange, bis er sich finden lässt. Ja, noch mehr - die Freude über die Gefundenen erfüllt Erde und Himmel. Jeder von uns kennt diese Freude, wenn er nach langem Suchen Verlorenes findet. Am größten aber ist die Freude, wenn ein Mensch sich finden lässt und wieder heimkehrt in den Schoß der Familie, in den Schoß der Kirche. Dann frohlockt der Himmel.
2.2 Jesus offenbart Liebe des Vaters
Sie wird sichtbar an der Geschichte vom verlorenen heimkommenden Sohn und von seinem innerlich verhärteten daheim gebliebenen Bruder, und von der Liebe des Vaters zu beiden. Jesus zeigt, wie Gott ist und durch Ihn handelt. Er ist ganz und gar Erbarmen und Vergebung.
 Die ganz große Liebe des Vater zu seinen beiden Söhnen, von denen jeder den Vater verlassen hat, zeigt sich auch gegenüber dem Daheim Gebliebenen „Mein Kind, du bist immer bei mir und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber man muss doch ein Fest feiern sich freuen; denn dieser dein Bruder war tot und er lebt wieder; er war verlogen und ist wiedergefunden worden.“ [3]
Die zentrale Aussage der heutigen 2. Lesung lautet: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Paulus selbst ist dafür ein Beispiel.
3 Paulus - die Geschichte eines Verlorenen, den der Auferstandene heimsucht und findet
Paulus bekennt sich in der zweiten Lesung  als einen „Lästerer, Verfolger und Frevler.“ Er hat bei der Steinigung des Stephans wohlgefällig zugeschaut  und die Kleider der Mordenden bewacht.  Bis ihm bei der Verfolgung der Christen der Herr erschien und vom Pferd warf. Und  hörte „ich bin Jesus den du verfolgst.“
3.1 Paulus hat das Erbarmen Gottes erfahren
Dass er jetzt ein Verkünder des Evangeliums ist und den auferstandenen Christus bezeugt, sieht er nicht als sein Verdienst, sondern als Geschenk des Auferstandenen. „Ich danke denen, die er mir Kraft gegeben hat: Christus Jesus, unseren Herrn. Er hat mich für Treue gehalten und in seinen Dienst genommen.“  Es geht ihm auf
3.2  Das Übermaß der Gnade Gottes
 Seinen Unglauben  beschreibt er so, „ich wusste nicht was ich tat.“[4]  Er weiß sich  von Christus Jesus beschenkt mit Glaube und Liebe. Er erkennt und nimmt es sich zu Herzen, „Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten. Von Ihnen bin ich der Letzte.“
 Er erkennt den Heilsplan und die Absicht Jesu Christi.  IHN den Letzten hat Jesus Christus zum ersten gemacht, „an dem er seine ganze Langmut erweisen konnte.“  So wurde er zum Vorbild „für alle, die in Zukunft an ihn glauben, um das ewige Leben zu erlangen.“ [5]
4 Jesus Christus unser Mittler und Fürsprecher beim Vater
In 1 Tim 2,5 sagt Paulus: „Einer ist Gott, Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: der Mensch Christus Jesus der sich als Lösegeld hingegeben hat für alle, ein Zeugnis zur vorherbestimmten Zeit.“ Dies zu verkünden, dazu ist er als Apostel eingesetzt.
In seinem Schreiben Lumen Fidei - Licht des Glaubens - sagt Papst Franziskus:  Umkehr heißt immer, „Sich von den Götzen loszusagen, um zum lebendigen Gott zurückzukehren durch eine persönliche Begegnung.“
„Glauben bedeutet, sich Jesu barmherziger Liebe anzuvertrauen, die stets annimmt und vergibt, die das Leben trägt und ihm Richtung verleiht und die sich mächtig erweist in ihrer Fähigkeit zurechtzurücken, was in unserer Geschichte verdreht ist.“
„Der Glaube besteht in der Bereitschaft, sich immer neu vom Ruf Gottes verwandeln zu lassen.“ Wir von Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung träumt, tut sich schwer mit der Umkehr.
Und doch sagt Papst Franziskus: „In der immer neuen Hinwendung zum Herrn findet der Mensch einen sicheren Weg, der ihn vom Hang zur Zerstreuung befreit, dem ihn die Götzen unterwerfen.“
Das gestrige Fest Kreuzerhöhung und der heutige Gedenktag der sieben Schmerzen Mariens  geben unserem inneren Schauen einen klaren Blick. Gott geht in Jesus mit uns Menschen bis in die äußerste Erniedrigung.
Maria, seine Mutter, begleitet ihren Sohn und uns auf dem Weg unter sieben Schmerzen als unsere himmlische Mutter. Jedem, der sich ihr weiht, ebnet sie den Weg zum Ewigen Leben in der Herrlichkeit Gottes. Jesus der neue Mose sucht uns mit der Hilfe seiner Mutter heim.
 

[1] Deut 18,15
 2  Apg 3,22; 7,37 
[3] Lk 15,31f
[4] 1 Tim 1,13
[5]  1 Tim 1,16b